Ob in fernen Ländern oder in der heimischen Streetfotografie: Menschen sind oft die besten Motive für einen Fotografen.

Aber darf ich einfach so fremde Menschen fotografieren? Und darf ich diese Bilder dann auch veröffentlichen, z. B. auf meiner Webseite, bei Facebook oder auf Instagram?

In diesem Beitrag zeige ich dir, was du beachten musst und gebe dir einige Praxistipps mit auf den Weg.

Bevor es richtig losgeht, noch eine kurze Vorbemerkung: Für unseren Beitrag über die Panoramafreiheit haben wir viel positives Feedback bekommen, vielen Dank dafür. Das zeigt uns, dass diese rechtlichen Themen für viele Fotografen interessant sind.

Auch in diesem Beitrag erkläre ich dir meine Sicht der Dinge, die ich mir selbst über lange Zeit angelesen habe. Ich bin aber kein Anwalt und kann daher keine rechtsverbindlichen Auskünfte geben. Wenn es ernst wird, frag also bitte immer einen Anwalt.

Darf ich fremde Menschen einfach so fotografieren?

In Deutschland gilt das Recht am eigenen Bild. Das bedeutet, jeder kann selbst frei entscheiden ob Bilder von ihm veröffentlicht werden.

Selbst das bloße Fotografieren einer Person bedarf einer Genehmigung, auch wenn du nicht vor hast, dieses Bild in irgendeiner Form zu veröffentlichen.

Um wirklich rechtlich auf der sicheren Seite zu sein, müsstest du eine Person immer fragen, bevor (!) du ein Foto von ihr machst.

In der Praxis ist das natürlich oft unrealistisch und für viele Fotos auch kontraproduktiv, deshalb zeige ich dir im Folgenden, wie du mit dieser Tatsache beim Fotografieren umgehen kannst.

Praxistipps zum Fotografieren von Personen

Gerade die Street-Fotografie lebt von den Menschen, die auf den Bildern zu sehen sind. Wie kann ich also trotz des Verbots solche Aufnahmen machen?

Grundsätzlich gibt es drei Möglichkeiten:

1. Du machst dich vor dem Fotografieren bemerkbar

Die rechtlich korrekte Handlung wäre, vor dem Fotografieren zu fragen. Das ist für viele Fotografen unangenehm. Auch ich mache das nicht besonders gerne. Ich versuche mich meistens mit meiner Kamera bemerkbar zu machen, den Fotografierten durch ein kurzes Nicken, ein Lächeln oder ein Zeigen auf die Kamera darauf hinzuweisen, dass ich ein Foto machen möchte. Ein kurzes Nicken zurück oder ein Lächeln kann dann schon als Zustimmung interpretiert werden.

2. Du fotografierst ohne zu fragen

Jeder hat wahrscheinlich schon einmal eine Person fotografiert, ohne dass diese es überhaupt bemerkt hat. Ich würde lügen, wenn ich das Gegenteil für mich behaupten würde. Rechtlich ist das nicht in Ordnung, ich persönlich finde es für mich durchaus vertretbar, das muss aber jeder für sich selbst entscheiden.

Wenn du das Foto nur für dich haben möchtest und nicht vorhast es zu veröffentlichen, spricht da auch nicht wirklich etwas dagegen. Wenn du das Foto aber veröffentlichen möchtest, wird es aber problematisch. Dann solltest du jetzt noch weiter lesen.

3. Du fragst nach dem Fotografieren um Zustimmung

Oft will man sich aber vor allem aus fotografischen Gesichtspunkten nicht bemerkbar machen. Wenn dein Motiv gerade gedankenverloren in die Gegend schaut, möchtest du die Person natürlich nicht vorher ansprechen. Die Situation wäre damit zerstört und mit ihr auch das Motiv.

Hier würde ich das Foto einfach machen. Wenn ich vorhabe, dieses Bild zu veröffentlichen, würde ich mich im Anschluss gegenüber der Person bemerkbar machen. Die meisten Menschen haben nichts dagegen fotografiert zu werden und es ist mir bislang noch nie passiert, dass jemand von mir verlangt hat, ein Foto wieder zu löschen.

Die folgende Aufnahme einer Fleischverkäuferin ist auf einem Markt in der Ukraine entstanden. Mit ihren goldenen Frontzähnen hat sie mich schon von Weitem angestrahlt. Ich habe kurz auf meine Kamera gezeigt, sie hat zurück gelächelt und ich habe ein Foto gemacht. Das ist eigentlich der ideale Weg, der leider nicht immer funktioniert.

Fleischverkäuferin
Fleischverkäuferin auf einem Markt in der Ukraine

Darf ich Bilder von Personen ohne deren Einwilligung veröffentlichen?

Grundsätzlich darfst du Fotos von Personen ohne deren Einwilligung nicht veröffentlichen. In Deutschland gilt das Recht am eigenen Bild. Das bedeutet, du musst grundsätzlich eine Genehmigung einholen, bevor du eine Person fotografierst.

Du darfst also nicht einfach den alten Obstverkäufer auf dem Markt, den Betrunkenen auf der Parkbank oder das spielende Kind auf der Straße fotografieren und die Bilder dann veröffentlichen. Wenn die abgebildete Person gegen die Veröffentlichung vorgeht, kann das mitunter sehr teuer für dich werden.

Um wirklich auf der sicheren Seite zu sein, brauchst du theoretisch immer einen unterschriebenen Vertrag: ein sogenanntes Model Release.

Gerade in der Streetfotografie ist es aber doch eher unwahrscheinlich, dass ein Fotograf jeder fotografierten Person einen Vertrag unter die Nase hält.

Einen möglichen Weg habe ich oben bereits im Praxistipp Nummer 3 angedeutet: Du fragst nach dem Fotografieren um eine Erlaubnis zur Veröffentlichung.

Es bietet sich immer an, ein paar Visitenkarten oder Flyer mit der Adresse der eigenen Webseite dabei zu haben und die Personen mündlich um eine Zustimmung für eine Veröffentlichung zu bitten.

Du hast dann zwar nichts Schriftliches in der Hand, aber in 99,99 % der Fälle wird dich der Fotografierte nicht verklagen, wenn er dir die mündliche Zustimmung gegeben hat.

Zum Glück gibt es auch noch eine Menge Ausnahmen, die dir das Leben etwas erleichtern.

Ausnahmen

Keine Regel ohne Ausnahmen. Die sind aber für Fotografen eher positiv, also will ich mich mal nicht beschweren.

Personen als Beiwerk

Wenn eine Person nicht das Hauptmotiv einer Aufnahme ist, dann darfst du sie fotografieren. Wenn du also zum Beispiel das Brandenburger Tor fotografierst, wirst du es nur sehr schwer hinbekommen, keine Menschen auf dem Bild zu haben.

Das Hauptmotiv ist das Brandenburger Tor, die Personen sind lediglich Beiwerk. Du musst sie also nicht um Erlaubnis fragen, ob du sie ablichten darfst.

Die Grenze, bis wann eine Person Beiwerk ist, ist natürlich fließend. Wenn du einen einzelnen Souvenirverkäufer vor dem Brandenburger Tor fotografierst, ist er wohl eher kein Beiwerk, sondern das Hauptmotiv.

Als Faustregel kannst du dir immer die Frage stellen: Ist das Bild auch ohne die abgebildete Person noch ein gutes Bild oder lebt das Bild gerade davon, dass diese eine Person darauf ist? Wenn die Person wichtig für das Bild ist, dann ist sie kein Beiwerk.

Gut zu sehen ist das auf der folgenden Aufnahme. Hier sind mehrere Personen zu sehen, die aber für das Bild nicht wichtig sind. Sie sind also Beiwerk.

Brandenburger Tor
Brandenburger Tor mit Personen als Beiwerk

Personen in Menschenmengen

Es ist erlaubt, Menschenmengen bei bestimmten gesellschaftlichen Ereignissen zu fotografieren, ohne jede abgelichtete Person um Erlaubnis zu fragen. Das gilt zum Beispiel für Karnevalsumzüge, Demonstrationen oder die Zuschauer eines Konzerts oder Fußballspiels.

Wichtig ist hierbei aber, dass du keine einzelne Person aus der Menschenmenge hervorhebst. Wenn dein Bild nur einen einzelnen grölenden Fußballfan innerhalb eines Fanblocks fokussiert oder einen betrunkenen Karnevalsbesucher am Rande des Umzugs, darfst du dieses Bild nicht ohne Weiteres veröffentlichen.

Die folgende Aufnahme ist bei einem Fußballspiel von Altona 93 entstanden. Keine der abgebildeten Personen steht im Vordergrund und ist besonders auffällig.

Alle zusammen geben aber einen guten Eindruck der Veranstaltung wider und zeigen die herrliche Tristesse eines Regionalligaspiels. Da es sich um eine Veranstaltung handelte, darf ich dieses Bild veröffentlichen.

Fanblock und Ersatzbank
Fanblock und Ersatzbank bei einem Fußballspiel von Altona 93

Personen der Zeitgeschichte / Prominente

Eine weitere Ausnahme gilt für Personen der Zeitgeschichte, wozu in der Regel Prominente zählen. Das bedeutet aber nicht, dass du ein Bild von einem Schauspieler machen und veröffentlichen darfst, auf dem er mit seiner Freundin im Café sitzt.

Die Ausnahme bezieht sich lediglich auf Bilder, die im Zusammenhang mit seinem Wirken stehen. Wenn du den Schauspieler also auf dem roten Teppich fotografierst oder im Foyer eines Kinos bei einer Filmpremiere, darfst du dieses Bild auch veröffentlichen.

Das folgende Bild zeigt den Fußballtrainer Hans Meyer bei der Unterhaltung mit einem Schiedsrichter. Es ist in der Halbzeit eines Fußballspiels entstanden und zeigt ihn als Person der Zeitgeschichte im Rahmen seines Wirkens.

Für die Berichterstattung zu diesem Spiel oder allgemein zu seinem Wirken, dürfte ich dieses Foto also veröffentlichen. Hätte ich ihn Abends in einem Restaurant fotografiert, dürfte ich das Bild nicht veröffentlichen, da dies nichts mit seiner Tätigkeit als Fußballtrainer zu tun hat.

Etwas grenzwertig ist die Veröffentlichung in diesem Artikel, denn hier geht es ja eigentlich nicht um das Wirken des Fußballtrainers. Hier würde ich mich eher auf das Fotografieren mehrerer Personen im Rahmen einer Veranstaltung berufen. Ziemlich kompliziert alles, oder?

Hans Meyer im Gespräch mit einem Schiedsrichter
Hans Meyer im Gespräch mit einem Schiedsrichter

Kunstfreiheit

Wenn man sich die Aufnahmen berühmter Streetfotografen ansieht, fällt auf, das keine dieser Ausnahmen auf diese Bilder zutreffen. Die Bilder sehen oft auch nicht so aus, als hätte der Fotograf mit den abgebildeten Personen gesprochen.

Wie machen das also die berühmten Street-Fotografen, deren Bilder von Menschen in alltäglichen Situationen weltberühmt sind und in Ausstellungen zu sehen sind? Missachten diese Fotografen einfach das geltende Recht?

Nicht ganz, denn es gibt eine weitere Ausnahme und zwar die Kunstfreiheit. Wenn man also vorhat, seine Streetfotografie-Aufnahmen in Form eines Bildbandes oder in einer Ausstellung zu zeigen, so fallen diese unter die Kunstfreiheit. Du brauchst dann keine explizite Einwilligung des Abgebildeten.

Was nun alles unter Kunst fällt, ist natürlich Auslegungssache. Wenn du einen Bildband heraus gibst und davon zehn Exemplare für deine Freunde druckst, wird das sicherlich nicht jedes Gericht als Kunst anerkennen.

Aktuell gibt es hier ein laufendes Gerichtsverfahren des Fotografen Espen Eichhöfer. Er wurde wegen eines Bildes, das er in einer Ausstellung veröffentlicht hat, von der abgebildeten Person auf Schmerzensgeld verklagt.

Dieser Fall wird wahrscheinlich als Präzedenzfall für die Zukunft sehr wichtig werden. Wir habe dazu ein Interview mit Espen Eichhöfer geführt, in dem du mehr über die Hintergründe des Falls erfährst.

Trotzdem sehe ich überall Bilder von Menschen – Wie ist das möglich?

Grundsätzlich solltest du aufgrund dieser vielen Regelungen jetzt nicht vor Angst erstarren und aufhören, Menschen zu fotografieren. Eine Klage gegen die Verletzung des Persönlichkeitsrechts kann nur von der abgebildeten Person selbst angestrengt werden.

Dafür muss diese Person erstens das veröffentlichte Bild entdecken, zweitens ein Problem mit der Abbildung haben und drittens eine gerichtliche Auseinandersetzung mit dir ausfechten wollen.

Ziemlich unwahrscheinlich, oder? Gerade bei Reisefotografien ist es sehr unwahrscheinlich, dass dich zum Beispiel der alte Fischer aus einem abgelegenen Teil von Myanmar verklagen wird.

Das klingt jetzt vielleicht etwas überheblich, aber letztendlich ist es in der Praxis so. Es bedeutet auch nicht, dass Menschen, die sich nicht wehren können Freiwild sind. Mit gesundem Menschenverstand und einem gewissen Maß an Moral, sollte jeder Fotograf die richtigen Entscheidungen für dich selbst treffen können.

Zum Abschluss möchte ich dir daher noch eine kurze Checkliste an die Hand geben, was du beim Fotografieren von Personen und dem Veröffentlichen von diesen Bildern beachten solltest:

  • Veröffentliche keine Bilder, die eine Person in einem schlechten Licht dastehen lässt – zum Beispiel betrunken oder in einer anderen unvorteilhaften Situation.
  • Gib dich wenn möglich zu erkennen, wenn du jemanden fotografierst – gern auch nachdem du auf den Auslöser gedrückt hast.
  • Wenn dich jemand auffordert ein Bild zu löschen, tu es!
  • Wenn du Kinder fotografieren möchtest, frage immer VORHER bei den Erziehungsberechtigten nach.
  • Veröffentliche keine Fotos aus dem Privatleben von Prominenten. Die Chance einer Klage ist wesentlich höher, als bei einem „normalen“ Menschen.
  • Sei immer respektvoll mit deiner Kamera. Menschen in fremden Ländern sind keine Zootiere, denen man die Kamera vors Gesicht hält und ungefragt abdrückt.

Ich hoffe, ich konnte dir mit diesem Beitrag etwas Unsicherheit nehmen und wünsche dir viel Spaß beim Fotografieren.

Hast du Fragen?

Ich freue mich über deinen Kommentar und versuche alle deine Fragen zu beantworten!

 

59 Kommentare - Wir freuen uns auch über deinen netten Kommentar!

  1. Hallo,
    sorry, so gut ich deine Seite auch finde, hier gefällt mir dein Haupttenor, den du den Lesern mitgibst, nicht. Auch wenn du im letzten Punkt schreibst “ [] Menschen sind keine Zootiere []“liest sich der Rest wie ein Freifahrtschein zum Missbrauch des Rechts am eigenen Bild. Hat der alte Fischer aus Myanmar kein Recht an seinem eigenen Bild, nur weil er viel zu weit weg ist um dich zu verklagen, geschweige denn sein Bild zu entdecken? Nur weil er keine Chance auf „Gerechtigkeit“ hat, heißt dass doch noch lange nicht, dass man es schamlos ausnutzen soll! Hat er etwa kein Respekt verdient? Hört das Recht am eigenen Bild etwa bei dem „kleinen“ Manne auf, der sich nicht wehren kann oder nichts davon erfährt? Vor allem der Absatz „Eine Klage gegen die Verletzung des Persönlichkeitsrechts kann nur von der abgebildeten Person selbst angestrengt werden. Dafür muss diese Person erstens das veröffentlichte Bild entdecken, zweitens ein Problem mit der Abbildung haben und drittens eine gerichtliche Auseinandersetzung mit dir ausfechten wollen.“ ist ein Freifahrtschein. Tenor dahinter: Scheiß auf deren Rechte und mach ruhig – dass alle drei Faktoren eintreffen ist eh unwahrscheinlich.

    Grundsätzlich hat JEDER Mensch Respekt verdient und sollte VORHER gefragt werden. Nur weil Du es anders handhabst, solltest du nicht deine Leser dazu ermutigen, ebenfalls die Würde anderer zu missbrauchen. Streetfotografie ist ein heikles Thema und bedarf einen sorgsamen Umgang. Uns den Tenor „mach ruhig, verklagt dich eh keiner“ mitzugeben, halte ich für töricht.

    Gruß
    Dirk

  2. Nachtrag:

    Du schreibst sogar zunächst, dass es rein rechtlich verboten ist, ergänzt dann aber:
    „In der Praxis ist das natürlich oft unrealistisch und für viele Fotos auch kontraproduktiv.“
    Dann gehts weiter:

    „Praxistipps“ (ein Tipp ist etwas Konkretes, daß du deinen Lesern mitgeben willst):
    „Wie kann ich also trotz des Verbots solche Aufnahmen machen?“
    wieder gefettet: „3. Du fotografierst heimlich“

    Praxistipp Nummer 3 lautet: fotografiere heimlich! Dein Ernst?

    • Hallo Dirk,

      vielen Dank für deine beiden Kommentare. Ich wollte mit meinem Beitrag nicht den Eindruck erwecken, dass es einen Freifahrtschein zum Veröffentlichen von Fotos mit Personen gibt. Ich finde aber auch, dass du vielleicht etwas zuviel in meinen Text hinein interpretiert hast.

      Grundsätzlich möchte ich mit diesem Text eine Übersicht über die aktuelle Rechtslage geben, aber auch konkret auf die Praxis eingehen. Deshalb beschreibe ich die verschiedenen Möglichkeiten, die es gibt und sage, was rechtlich ok ist und was nicht. Gleichzeitig ist es in der Praxis aber einfach nicht möglich, vor jedem Foto zu fragen. Ich persönlich bin beim Fotografieren eher zurück haltend, aber natürlich habe ich schon Bilder gemacht, ohne die Personen vorher zu fragen. Veröffentlichen tue ich diese Fotos aber in der Regel nicht. Wie das jeder für sich selbst handhabt, muss aber jeder selbst entscheiden. Ich sehe mich da jetzt nicht als moralische Instanz.

      Die Würde zu missbrauchen, finde ich etwas übertrieben. Ich finde, das habe ich noch nie gemacht und ich denke, das habe ich auch in der Checkliste am Schluss zum Ausdruck gebracht. Ich lehne es ganz klar ab, Menschen ungefragt eine Kamera vor die Nase zu halten und abzudrücken. Wenn ich aus einiger Entfernung aber ein interessantes Motiv (eine Person) sehe, dann würde ich dieses Foto immer machen. Veröffentlichen ist aber nochmal eine andere Geschichte.

      Ich hoffe, ich konnte mein Anliegen jetzt etwas klarer machen.

      Viele Grüße
      Sebastian

  3. Lieber Dirk, ich glaube, im Text sind die wesentlichsten Punkte genannt, die das Gesetz betreffen. Abgesehen davon, dass die Prominenz gegen das Bild beim Essen im Restaurant nichts machen kann, da die Prominenz als Person des öffentlichen Interesses generell dem Verdacht unterliegt, genau in diesem Moment Teil des Zeitgeschehens zu sein. Also auch hier sind die Grenzen schwammig.
    Praxistipp Nr. 3 ist vielleicht falsch tituliert, man sollte es nicht grade als Tipp bezeichnen, sondern eher als „gängige Praxis“ und der Autor hat dies auch dargelegt, dass er es für sich verantworten kann.
    Auch der Fischer in Myanmar hat sicherlich seine Rechte, genauso kann man hier aber auch die Grenze nicht genau ziehen, ob dieser Fischer nicht gerade als Teil des Zeitgeschehens und somit als Beiwerk zum Bild aufzufassen ist. Ich glaube, man muss hier wirklich auch dem Fotografen soviel Vernunft zutrauen, dass er das eventuell „ungenehmigte“ Bild nur zu seinen eigenen Zwecken verwendet.

    Dass in gewissen Momenten die Nachfrage nach der Genehmigung kontraproduktiv ist wurde oben bereits ja schon erklärt, auch ich frage nicht „hätte ich diesen einzigartigen Augenblick mit Ihnen im Bild vorher fotografieren dürfen“ nachdem der Moment schon vorbei ist und ich ihn sowieso nicht mehr aufnehmen kann. Dann eher andersrum hinterher nachfragen, ob ich das Bild für meine künstlerischen Zwecke verwenden darf.

    Manchmal muss man als Fotograf mit Vernunft, gutem Geschmack und auch Respekt vor den anderen entscheiden, ob ein Bild in irgendeiner Form verwendet und gar veröffentlicht werden darf. Und ich denke, ein wirklicher Fotograf tut das auch mit gutem Gewissen. Viel schlimmer finde ich die Respektlosigkeit, mit der in allen Lebenslagen mit dem Handy rumgeknipst und jedes (mehr oder minder geschmackvolle) Bild des Kumpels, der Freundin oder umgebender Personen frank und frei auf den Plattformen der sozialen Medien gepostet wird. Manche Bilder sind ja schon ohne Personen eine blanke Unverschämtheit -weil sie so grottenschlecht sind und die Augen des Betrachters beleidigen… ;-)

    Eines sei aber noch zu obigen Beitrag gesagt oder ergänzt: Das zustimmende Nicken oder ein Ja zur Frage ob man die Person fotografieren darf, ist nicht gleichzusetzen mit einer Genehmigung, diese auch veröffentlichen zu dürfen. Also, selbst wenn die Person damit einverstanden ist, daß Fotos gemacht werden -für eine Veröffentlichung brauchts dann eine extra Zustimmung!

    • Hallo Wolfe,

      vielen Dank für deinen Kommentar und dass du einiges für mich klar gestellt hast. Im Großen und Ganzen habe ich alles so gemeint, wie du es in deinem Kommentar nochmal verdeutlicht hast. Vielleicht habe ich nicht alles so klar rüberbringen können.

      Mit deinem letzten Absatz hast du vollkommen Recht. So war es eigentlich auch im Text gemeint, was vielleicht auch nicht ganz perfekt rüber gekommen ist.

      Deine Aussage bezüglich der Prominenz im Restaurant ist allerdings gefährlich. Da gab es schon einige Klagen, wo die Promis am Ende Recht bekommen haben. Das würde ich nicht unbedingt riskieren.

      Viele Grüße
      Sebastian

  4. „Die folgende Aufnahme einer Fleischverkäuferin ist auf einem Markt in der Ukraine entstanden. Mit ihren goldenen Frontzähnen hat sie mich schon von Weitem angestrahlt. Ich habe kurz auf meine Kamera gezeigt, sie hat zurück gelächelt und ich habe ein Foto gemacht. Das ist eigentlich der ideale Weg, der leider nicht immer funktioniert.“

    Nach wie vor gilt, dass in dem bloßen Dulden! der Fotografie noch keine!!! Einwilligung zur Veröffentlichung gesehen werden kann.

    Das betagte Kunsturhebergesetz geht in seinem Wortlaut nur von der Verbreitung (§ 22) der Fotos aus, das Fotografieren selbst ist nicht Regelungsinhalt. Genau dieses Manko wurde im Laufe der Zeit durch die Rechtsprechung (Persönlichkeitsrecht) ausgefüllt und wird damit begründet, dass dem Betroffenen die Kontrolle und Verfügungsgewalt über die von ihm angefertigten Fotos entzogen wird.

    „Das folgende Bild zeigt den Fußballtrainer Hans Meyer bei der Unterhaltung mit einem Schiedsrichter. Es ist in der Halbzeit eines Fußballspiels entstanden und zeigt ihn als Person der Zeitgeschichte im Rahmen seines Wirkens. “

    So einfach und klar, ist es leider nicht! Für das private Fotoalbum geht das gerade noch durch. Aber… zwar wurde 2004 die Unterteilung von absoluten und relativen Personen der Zeitgeschichte von der Rechtsprechung aufgegeben, allerdings kommt es bei solchen Ausnahme darauf an, dass ein überwiegendes Interesse der Öffentlichkeit an der Abbildung der Personen besteht. Also in erster Linie im Rahmen einer Berichterstattung. Nach einer Entscheidung des BGH zum Recht am eigenen Bild Prominenter kommt es für die Annahme eines die Veröffentlichung rechtfertigenden allgemeinen Interesses entscheidend auf den Zusammenhang an, in dem ein Bild veröffentlicht wird. Zum Beispiel auf den Begleittext zum Bild. Abgesehen davon, ist bei solchen Veranstaltungen der Hausrechtsinhaber die erst Hürde.

    • Hallo André,

      natürlich ist das Dulden einer Fotografie noch keine Zustimmung zu einer Veröffentlichung. Das ist eigentlich auch so im Text vermerkt, kommt aber scheinbar nicht so richtig raus. Ich werde den Text in den nächsten Tagen in dieser Richtung nochmal konkretisieren.

      Im Falle der ukrainischen Fleischverkäuferin war ich damals mit einem Einheimischen unterwegs, der auch übersetzt hat. Die Unterhaltung ging damals nach dem ersten Nicken auch noch weiter und die Veröffentlichung hier ist schon ok.

      Deine Aussagen zum Foto von Hans Meyer finde ich interessant. Wie schon am Anfang des Artikels erwähnt, bin ich kein Rechtsexperte und gebe in diesem Beitrag das wieder, was ich mir selbst über längere Zeit und aus verschiedenen Quellen angelesen habe. Das heißt, ein solches Bild dürfte nur im Rahmen einer Berichterstattung über das konkrete Spiel oder die Person selbst verwendet werden? Für einen Artikel zu einem anderen Thema, wie in diesem Falle, aber nicht?

      Viele Grüße
      Sebastian

      • Hatte ich auch erst später gesehen, dass Du schon angemerkt hattest, den angesprochen Punkt zu überarbeiten und deutlicher darzustellen zu wollen.

        Ohne Einwilligung dürfen Aufnahmen von Prominenten nur dann veröffentlicht werden, wenn das Foto im Zusammenhang mit einem Ereignis von zeitgeschichtlicher Bedeutung gemacht wurde. Durch den Bekanntheitsgrad einer Person ergibt sich nicht das Recht, diese beliebig abzulichten und zur Veröffentlichung der Aufnahmen.

        Ob im Einzelfall ein Ereignis von zeitgeschichtlicher Bedeutung vorliegt, entscheiden im jeweiligen Streitfall die Gerichte. Es handelt sich stets um Entscheidungen im konkreten Fall. Ein allgemeingültiges Abgrenzungkriterium, wann ein zeitgeschichtliches Ereignis vorliegt und wann nicht, gibt es nicht. Zu viele einzelfallbezogene Faktoren und Umstände spielen bei der Entscheidung eine Rolle, ob ein Informationsinteresse der Öffentlichkeit besteht oder ob nur Neugier und Sensationslust befriedigt werden soll.

        • Vielen Dank für deine Anmerkungen. Dass man eine prominente Person nicht grundsätzlich ablichten und und die Bilder veröffentlichen darf, habe ich ja schon im Artikel erwähnt. Ich werde das aber nochmal etwas genauer herausstellen. Problematisch ist vor allem auch, dass es keine wirklich einheitliche Rechtssprechung gibt. Ganz sicher kann man sich deshalb nie sein.

          • Die Rechtssprechung ist schon ziemlich eindeutig… kein Fotografieren ohne Einwilligung, keine Veröffentlichung ohne Erlaubnis. Ziemlich simpel!
            Und die allermeisten werden niemals ein Lichtbild erstellen, welches als Ereignis von zeitgeschichtlicher Bedeutung eingestuft werden kann bzw. an diesem ein überwiegendes Interesse der Öffentlichkeit besteht.

  5. „Die Situation wäre damit zerstört und mit ihr auch das Motiv.“

    Das ist so ein „Argument“, welches immer wieder von „Street-Photography-Fans“ ausgegraben wird.
    Fakt ist allerdings, dass durch die Beobachtung eine Reaktion auf den Beobachter erfolgt. Die Rolle des neutralen Beobachters kann daher gar nicht eingenommen werden. Die notwendige Zurückhaltung ist allerdings von Nöten, denn das unterscheidet Beobachterverhalten von Alltagsverhalten. Grundlagen in jedem Soziologie-Studium… und ohne „Reaktion“ wären z.B. die Fotos von Bruce Gilden, auch nur langweilige Schnappschüsse.

    • Ich verstehe ehrlich gesagt nicht ganz, was du damit sagen möchtest. Ich bin mir sicher, dass viele bekannte Fotografien entstanden sind, ohne dass die Fotografierten etwas davon mitbekommen haben. Natürlich gibt es sicher auch viele Beispiele, wo das nicht der Fall war. Das heißt aber doch nicht, dass der Satz grundsätzlich falsch ist, oder?

  6. Hallo Sebastian und Wolfe,

    es freut mich, dass Ihr euch mit meiner Anmerkung auseinander gesetzt habt.

    Warum ich bei diesem Thema sehr sensibel reagiere, hat Wolfe durch das Handygeknipse treffend auf den Punkt gebracht. Gerade in der heutigen Zeit werden doch Rechte am eigenen Bild mit Füßen getreten. Selbst in der ach so seriösen fotocommunity oder Anderen, ob facebook oder instagram. Jeder kann heutzutage Fotos machen und veröffentlicht sie auch. Das Internet wird zum rechtsfreien Raum und man muss sich nichts vormachen: Kaum einer von „Denen“ macht heutzutage noch Fotos, um sie für sich zu behalten. Selbst von scheinbar professionellen Fotografen entdeckt man in oben erwähnten communities solch Geknipse, bei der mit Sicherheit keine Veröffentlichungerlaubnis vorliegt (sogar (oder vielleicht vor allem) im Aktchannel!)

    Grundsätzlich glaube ich auch das ambitionierte Hobby- oder eben Profifotografen mit dieser Thematik weitaus sensibler umgehen, als derjenige, der mal schnell seine Handycam „am Start“ hat.

    Vielleicht hätte bereits eine etwas sorgsamere Formulierung obigen Textes für mehr Klarheit gesorgt.
    Aber schau dir mal allein die Formatierung an. Die einzigen Dinge die im obigen Text gefettet sind, sind neben den Kapitelüberschriften eben die Fototipps. Das sind die Dinge, die beim schnell mal runterscrollen ( und das machen die, die sich nicht die Mühe machen so viel zu lesen, sondern sich ihr Wissen über das Sammeln von Stichworten aus Überschriften aneignen ;-) ) ins Auge springen. Und da ist auch Tipp3: heimlich forografieren dabei.

    Abschließend würde ich meinen Satz aus meinem ersten Post nochmals wiederholen und ergänzen:
    Streetfotografie ist ein heikles Thema und bedarf einen sorgsamen und verantwortungsvollen Umgang.

  7. Hallo nochmal,

    Über dieses Thema wird wahrscheinlich immer wieder diskutiert werden. Sowohl in Foren. am Stammtisch, usw. , als auch in Gerichten.
    Ein vernünftiger Fotograf veröffentlicht einfach nicht ungefragt. Das ist der einfachste Weg. Sind Personen als Beiwerk im Bild, muss er eine Entscheidung treffen und im Zweifelsfall auf eine Veröffentlichung verzichten. Und trotzdem wirds immer wieder mal den Fall des Fettnäpfchens geben, in das man als Fotograf, egal ob professionell oder per Hobby, tritt.
    Mir persönlich ist es wurscht, ob ich abgebildet werde oder nicht, wenn einer was daran verdient, sollte er mir dann halt was abgeben. Einem anderen ist es unter Umständen aber nicht recht, dass er irgendwo öffentlich zu sehen ist, darum sollte das schon der eigene Verstand hergeben, dass man nicht jedes Bild in jedem Medium publizieren kann.
    Was das Restaurant und die Prominenz anbelangt, ja da hast Du recht, die Situation ist sehr schwammig, was die Gesetze und Rechte angeht. Es gab Gerichte, die haben für den Prominenten gesprochen, aber auch Gerichte, die entschieden haben, dass die in der Öffentlichkeit stehende Person einen solchen Schnappschuss oder auch beabsichtigte Fotografie hinnehmen muss und auch deren Veröffentlichung.
    Am besten: Heimlich, halb heimlich, mit zustimmendem Nicken usw. –> ab ins private Fotoalbum
    Schriftliche Zustimmung oder zumindest mündliche Zustimmung zur Veröffentlichung unter glaubwürdigen Zeugen –> das darf dann auch öffentlich genutzt werden.
    Wer sich daran hält, hat selten oder gar keine Schwierigkeiten.

    • Kannst ja auf meiner FB-Seite facebook.com/3d.levels.photoart oder facebook.com/3d.levels.werbetechnik ein paar „Daumen hoch“ verteilen. freut mich dann auch… LOL In der Info findet man dann auch nen Link zu meinem Profil.

      Nee, is doch wahr, als Fotograf und Deigner steh ich immer wieder vor den Problemen der Veröffentlichungsrechte und aber auch das Problem der Urheberrechte. Auch habe ich mein Lehrgeld in dieser Beziehung schon bezahlt…. teuer war´s…
      Wenn diese Flut an Hobbyknipserbildern nicht wäre, und die „Teilen“-Funktion von Facebook mal etwas genauer vom User unter die Lupe genommen werden würde (bzw vor allem nicht so viele Bilder heruntergeladen und als eigenes wieder hochgeladen), dann wäre die Problematik vermutlich auch wesentlich kleiner und nicht jeder so sensibilisiert.

  8. Hallo Dirk und Wolfe,

    ich finde es super, dass ihr euch so ausführlich mit dem Beitrag beschäftigt. Und ja: Streetfotografie ist ein sehr heikles Thema, wie man ja an dieser Diskussion hier sieht.

    Ich werde mir am Wochenende den Beitrag nochmal in Ruhe anschauen und die ein oder andere Formulierung überarbeiten, um einige Unklarheiten bzw. Missverständnisse zu beseitigen.

    Viele Grüße
    Sebastian

  9. Vielen Dank nochmal für die zahlreichen Kommentare, Kritik und die weiterführenden Informationen. Ich habe den Artikel gerade noch einmal überarbeitet und einige Absätze erweitert bzw. ergänzt. Ich hoffe, ich konnte dadurch einige Missverständnisse ausräumen.

    Wenn nicht, bin ich natürlich weiterhin für Feedback dankbar.

    Viele Grüße
    Sebastian

  10. Hallo André,
    Du hast mit vielem Recht bzgl. Recht am eigenen Bild.
    Allerdings noch eine Ergänzung bzgl. „zeitgeschichtliches Ereignis“. Du schreibst: „Und die allermeisten werden niemals ein Lichtbild erstellen, welches als Ereignis von zeitgeschichtlicher Bedeutung eingestuft werden kann bzw. an diesem ein überwiegendes Interesse der Öffentlichkeit besteht.“
    Die Rechtsprechung bindet das nicht an (inter)nationales Interesse der Öffentlichkeit sondern das können auch Bilder von lokalem Interesse sein (Schützenfest, Einweihung einer Sporthalle oder Bild vom Schilderchaos auf einer Kreuzung). Der Trainer, der mit dem Schiri bei einem Regionalliga- oder selbst bei einem Kreisklassen-Spiel spricht kann sicher dazugehören auch außerhalb der Berichterstattung über das Match oder seine Trainerfunktion. Dann nämlich, wenn es um kritische Themen wie „Sind die Siege des Clubs… gekauft“ o.ä. geht.
    Der Knackpunkt ist, ob das Bild meinungsbildend für die Öffentlichkeit ist. Das können auch eine begrenzte Öffentlichkeit wie das Dorf oder die Schule bei der Schülerzeitung sein. In dem Zusammenhang sind selbst Bilder von Promis in Privatsituationen von Gerichten erlaubt worden, z.B. der fröhlich lachende EX-Bundespräsident Wulff mit Gattin im Auto auf der Rückfahrt nach Hause, nach seinem unehrenhaften Abtritt; oder der Blumen gießende Joschka Fischer auf seinem Balkon, direkt nach seiner Pensionierung als Minister zum Thema: Was treibt ein Minister nach dem Ausscheiden aus der Regierung?

    Model Releases gibt es inzwischen auch als recht gute App: Easy Release
    Inwieweit Gerichte das akzeptieren ist noch nicht bekannt, es zeigt in jedem Fall die ernsthafte Bemühung darum.

    Viele Grüße,
    Monika

    • Hallo Monika,

      und auch hier zeigt sich wieder eins: Es ist einfach kompliziert. Das Fotorecht hat unzählige Ausahmen und teils auch widersprüchliche Gerichtsentscheide. Es ist deshalb gar nicht möglich, alles in einem Artikel zu erfassen.

      Ich finde es aber super, dass ihr in den Kommentaren auf immer weitere Ausnahmen hinweist. Ich habe schon einiges dazu gelernt, nachdem ich den Artikel veröffentlicht habe.

      Viele Grüße
      Sebastian

  11. Danke für die Erläuterungen!!

    Mir fehlt aber die Gruppe.

    Ich möchte für ein Kochbuch ein Foto einer Kräuterwanderung abbilden.
    Auf dem Foto sind sieben Teilnehmer, per dem Text daneben steht der Autor im Fokus.
    Diese wissen dass Sie fotografiert werden und sind Teil der „Veranstaltung“ des Autors.

    Fragen:
    Reicht die mündliche Einverständniserklärung?
    Oder muss das schriftlich bei jedem Einzelnen erfolgen?
    (Hier kam uns erst nach dem Fotografieren die Idee, diese Fotos abzubilden).

    Ab wie viel Personen muss ich nicht mehr nach Einwilligung fragen?

    Ich danke schon mal im voraus für die Antworten!

  12. Hallo Weetie,
    „Die Gruppe“ gibt es im Recht am eigenen Bild (geregelt im KUG) nicht, das ist leider ein Irrglaube…
    Für Gruppen, die nicht „ein gemeinsames Interesse in der Öffentlichkeit verfolgen“ (z.B. Demo, Zuschauer bei Sportveranstaltungen etc.) gibt es keine Ausnahme, sprich, Du musst jede erkennbare Person um Erlaubnis fragen. Im Streitfall reicht eine mündliche Vereinbarung nicht aus, denn die Fotografierten wissen ja nicht, was mit den Fotos geschehen soll, wo sie veröffentlicht werden sollen.
    Eine mögliche Ausnahme wäre „Aktuelle Berichterstattung über ein Ereignis von öffentlichem Interesse“. Auch das trifft in Deinem Fall nicht zu, das wäre eine Berichterstattung in der Lokalpresse über diese Kräuterwanderung.
    Heißt: Du findest die Leute, kannst schriftlich mit ihnen klären, wann, wo/wie, wie lange die Bilder veröffentlicht, ob/wie sie bearbeitet und ob sie archiviert werden dürfen.
    Oder: Du machst eine Risikoabschätzung wie wahrscheinlich es ist, dass sich eine(r) beschwert, eine Abmahnung kommt mit dem Rattenschwanz, der daran hängt und veröffentlichst ggf. ohne Erlaubnis…
    Viel Erfolg mit Deinem Kochbuch!

  13. Für alle Interessierten hier ein guter Tipp:
    Die sehr kompetenten Anwälte Tölle/Wagenknecht haben ein kostenloses Handbuch zum Fotorecht auf Ihre Site gestellt: http://www.tw-law.de/wp-content/uploads/2016/05/handbuch_fotorecht.pdf
    Darin ist schon einiges zu finden.
    Ich würde aber gleich das vollständige Buch empfehlen: Tölle/Wagenknecht: „Recht am Bild: Wegweiser zum Fotorecht für Fotografen und Kreative“. 2., aktualisierte und erweiterte Auflage 2015.
    dpunkt Verlag, ISBN: 978-3-86490-310-6
    Das Buch kann ich sehr empfehlen. Ist richtig gut zu lesen für Nicht-Juristen :-)

    • Hallo Monika,

      vielen Dank für den Tipp und natürlich auch für deine schnellen und ausführlichen Antworten auf die vielen Kommentare hier. Du bist ja immer richtig schnell. Deine Antwort ist meistens schon da, da haben wir noch nicht mal die Frage gesehen. :)

      Viele Grüße
      Sebastian

  14. Gerne, Sebastian. Ihr versorgt uns doch auch mit vielen interessanten und guten Infos, da find ich es selbstverständlich, auch mal was zurückzugeben.
    Bildrechte sind eines meiner Steckenpferde, was nicht heißt, dass ich das Ganze beim selbst fotografieren so toll finde ;-)

  15. Hallo Peter,
    wenn es ein Ereignis von öffentlichem Interesse ist (und das ist das Schützenfest für die Lokalberichterstattung Deines Ortes auf jeden Fall), dann kannst Du dich – noch dazu als Schütze, der am Schießen beteiligt war/ist – nicht dagegen wehren, wenn Du auf den Fotos zu sehen bist (noch dazu in Uniform).
    Nun hängt es davon ab, in welchem Zusammenhang der Facebook-Post gemacht wurde: Eine „Berichterstattung“ über das Ereignis, würde ich dann als zulässig einschätzen.
    Gruß
    Monika

  16. Hallo Sebastian,

    da hast du aber eine Menge Urheberrecht in einen Artikel untergebracht.

    Eine Frage hätte ich da aber, du schreibst folgendes:
    „Selbst das bloße Fotografieren einer Person bedarf einer Genehmigung, auch wenn du nicht vor hast, dieses Bild in irgendeiner Form zu veröffentlichen.“
    Kann es sein das du das etwas zu scharf formuliert hast?
    Das ist mir nämlich absolut neu.
    Woraus ergibt sich das denn?
    Mir ist bewusst das für „Paoparrazi“ in Einzelfällen das Fotografieren schon eine Persönlichkeitsverletzung darstellen kann (KG Berlin AZ: 9 U 212/06 vom 02.03.2007) und es auch einschränkende Normen wie z.B. den § 201a StGB gibt.
    Aber das sind doch die Ausnahmen und nicht die Regel!

    Wenn ich einen Menschen fotografiere muss sein Persönlichkeitsrecht nicht zwingend verletzt sein!
    Es kann z.B. der Fall sein, das die Person auf dem Foto gar nicht erkennbar ist (z.B. durch gezielte Über/Unterbelichtung, sodaß die Person nur als Silhouette zu erkennen ist) oder durch Bewegungsunschärfe, sodaß die Person nur als verschwommener „Geist“ im Bild auftaucht.
    Das würde die Kunstfreiheit von Fotografen immens einschränken…

    Beste Grüße
    Stephan

  17. Soweit ich sehe hast Du Recht, Stephan.
    Um sicher zu gehen (man weiß ja nie, wofür man die Bilder evt. noch nutzen wird), macht es Sinn für den Fotografen, immer eine Erlaubnis einzuholen.
    Sie ist aber nicht zwingend erforderlich, wenn die Person z.B. nicht erkennbar ist greift das Recht am eigenen Bild ja sowieso nicht, wenn die Person als Beiwerk im Bild auftaucht, im Rahmen eines zeitgeschichtlichen Ereignisses fotografiert wurde oder wenn es sich um künstlerische Fotografie handelt (s. bspw. Rineke Dijkstra, Erwin Olaf o.a.) hier geht man wohl davon aus, dass die Modelle wohl wissen, dass sie als Teil eines Kunstwerks fotografiert werden.
    Der einzige Fall, wo ein Fotograf IMMER ein Model Release haben muss ist Aktfotografie, und das selbst, wenn nur Teile des Körpers zu sehen sind.
    Gruß,
    Monika

    • Hallo Monika,

      ich stimme dir in dem Punkt zu, das um Erlaubnis Fragen (auch schon aus Gründen der Höflichkeit) Sinn macht und grundsätzlich zwingend ist, wenn man die Fotos (rechtmäßig nach deutschem Recht) veröffentlichen will.

      Ich bezog mich aber nur auf die Handlung des „Foto machens“.
      Das hat ja noch nichts mit Veröffentlichung zu tun.
      Da mache ich ja nur klick und drücke auf den Auslöser.

      Bei dem Thema „Foto-Recht“ wird meiner Meinung oft Panik gemacht.

      Das bei Aktfotos ein Model Realease erforderlich ist, ist irgendwie logisch.
      Grundsätzlich braucht man ja bei jedem Foto, bei dem eine Person zu erkennen ist. eine Zustimmung oder Genehmigung, wenn man es (nach deutschen Recht) rechtmäßig veröffentlichen möchte.
      Ich kenne aber auch keinen Fall von seriösen Fotografen, bei denen Aktfotos ohne Model-Vertrag entstehen.
      (Papparazis ausgenommen!!!)
      Trotzdem kann ich mir auch vorstellen, das es Aktfotos (Bodyparts ect..) Aufnahmen gibt, bei der man die Person nicht erkennt .
      Sprich das Persönlichkeitsrecht auch nicht unbedingt gefährdet sein muss.
      (z.B. bei einem Makrofotos des Bauchnabels wird mir als Betrachter nicht klar sein ob das Model männlich oder weiblich ist. )

      Hast du da eine Quelle oder ein Urteil für mich ?

      Liebe Grüße
      Stephan

  18. Hallo Stephan,
    BGH, Urteil v. 2.7.1970, Az: VI ZR 121/72
    Text dazu findest Du auf S. 193 im wirklich sehr guten Buch über Fotorechte: Wagenknecht/Tölle: Recht am Bild. dpunkt Verlag 2015
    oder ausführlicher auf S. 165 f. beim auch sehr gut zu lesenden Biuch von Wolfgang Rau: Recht für Fotografen. Galileo 2013
    Zu beachten ist immer auch die recht dünne Trennlinie zwischen Akt und Pornographie !

    Viele Grüße,
    Monika

    • Hallo Monika,

      danke für die Quellen, jetzt kann ich mich in das Thema mal einlesen.
      (auch wenn Aktfotografie, nicht gerade mein Betätigungsfeld ist)
      Zu dem BGH-Urteil (ohne es gelesen zu haben)
      1970 ist schon ne weile her!
      Ob da das Haltbarkeitsdatum noch frisch genug ist?
      Das Reht hat sich seit dem Jahr in vielen Bereichen etwas weiterentwickelt (damals war Homosexualität noch strafbar und das Schuldrecht sah auch ganz anders aus…)
      Was ich damit sagen will: ich konzentriere mich mal auf deine Aktuellen BuchTipps :)

      Beste Grüße und Danke für die Rechereche
      Stephan

  19. Hallo Stephan,
    gerne! Hab die Bücher nicht nur im Schrank stehen ;-)
    Es gibt „Präszendenz-Urtelie“, sprich Urteile zu Themen, die für die folgenden Fälle herangezogen werden und so lange gültig sind, bis irgendwann neue gesetzliche Regelungen, Richtlinien aus Straßburg oder sehr abweichende Urteile gefällt werden.
    Dieses Urteil steht demnach bis heute nicht zur Debatte, sprich, es gilt noch immer als Orientierung, egal wie alt es ist. Nacktheit ist neben religiöser und sexueller Orientierung ein sehr sensibles Thema, d.h. auch heute würde dies – gesehen der derzeit üblichen, zunehmend sensiblen Handhabung der Gesetze rund ums Recht am eigenen Bild- vermutlich kaum ein Gericht anders entscheiden!
    Dieses Urteil habe ich übrigens aus den genannten aktuellen Büchern ;-)
    Gruß,
    Monika

    • Hallo Monika,
      Gewerblicher Rechtschutz und Urheberrechte sind nicht so ganz mein Thema, aber mir ist schon klar was es mit einem „Leiturteilen“ auf sich hat ;)
      Die Wichtigkeit eines Falls, der es vor den BGH geschafft hat will ich auch gar nicht herunterspielen.
      Was ich mit meinem lockeren Kommentar nur andeuten wollte ist folgendes:
      Gerade für den (für mich) ungewöhnlichen Fall, das Aktfotografie ohne Model Release veröffentlicht werden hat sich möglicherweise einiges geändert.
      (z.B. die Aufnahmesituation, da es 1970 die Norm des § 201a StGB noch nicht gab ect, ect. ect…)
      Weil Grundsätzlich braucht man ja immer eine Erlaubnis bei der Verbreitung von Bildern, wenn Persönlichkeitsrechte betroffen sind.
      Es gibt ja generell viele gesetzliche Verschärfungen, da durch das Internet der Begriff „Verbreiten“ eine ganz andere Dimension erlangt hat und jeder an seinem Handy eine Kamera hat.
      Das war 1970 nicht abzusehen.
      Deswegen gebe ich dir recht, das ein Gericht heute vielleicht nicht anders urteilen würde.
      Vielleicht wäre aber der „Weg“ auf dem das Urteil ergangen ist und die Ausführungen dazu heute ganz anders.

      Aber ohne das Urteil gelesen zu haben und den Fall nicht zu kennen, kann ich dazu natürlich nichts sagen.
      Der BGH hat nur Urteile bis 2000 Online, und bestellen will ich mir das Urteil zur Zeit nicht.
      Wenn man sich die aktuelle BGH Rechtsprechung anschaut z.B. (BGH v. 13.10.2015 – VI ZR 271/14 – Löschungsanspruch von Aktbildern nach Beziehungsende, bei Wiederruf einer nur konkludenten Erklärung), dann findet man ja genug Fälle, in denen man sieht wie sensibles das Thema von der Rechtsprechung behandelt wird.

      Beste Grüße
      Stephan

      Grüße
      Stephan

    • Halo Markus,

      hm, ich weiß jetzt ehrlich gesagt nicht genau, was du mir mit deinem Kommentar sagen willst.

      Wir sind natürlich nicht die ersten, die dieses Thema behandelt haben und wir werden auch nicht die letzten sein. Große Ähnlichkeiten zum ntv-Artikel kann ich jetzt auch nicht erkennen. Der ist ja doch eher oberflächlich und reißt das Thema nur kurz an.

      Viele Grüße
      Sebastian

    • Hallo Simone,

      solche Fotos ohne deine Zustimmung zu veröffentlichen, ist definitiv nicht erlaubt. Wenn derjenige sich weigert, die Bilder zu entfernen, solltest du dich an einen Anwalt wenden.

      Ich hoffe, dass sich das schnell aufklärt.

      Liebe Grüße
      Sebastian

  20. Hallo,

    das Thema ist sehr interessant. Ich selber habe privat schon Streetfotos gemacht, natürlich nicht mit dem riesigen künstlerischen Anspruch – und ja, ich habe die auch bei Flickr oder in einem gschlossenen Forum veröffentlicht. Tja, as soll man sagen, Streetfotografie funktioniert einfach nicht mit vorher fragen oder gar dem Abgelichteten einen Vertrag vorlegen.

    Zurzeit mache ich viel Sportfotografie, gerade auch Mädchenfußball, da meine Mädels auch kicken. Da gibt es ja Portale wie fussball.de, die über Spiele berichten, wi jeder Bilder hochladen kann. Da möchte man die Spieler/innen natürlich auch nicht immer unkenntlich machen oder von hinten fotografieren, sowas wäre ja Blödsinn.

    Da gibt es wirklich viele Grauzonen, wenn einer das gleiche mit dem Handy macht, regt sich niemand auf, auch die Veröffentlichung, obwohl bei Facebook – wie schon oft gesehen – wird meistens kommentiert mit „Super, schöne Fußballbilder…usw.“ – da muß man einfach sagen, dass dieses Fotorecht nicht mehr zeitgemäß ist und es ist ja im Prinzip auch für Paparazzi gemacht worden und nicht für den Amateurfotografen.

    LG Alexander

  21. Hallo Alexander,
    wenn Du Fotos von den Mädchen beim Fußballspiel machst und sie dann auf der Sportsite veröffentlichst, um über das Spiel zu berichten, ist das ok. Es handelt sich um eine öffentliche Veranstaltung, ein Thema von „allgmeinem Interesse“. Die Spielerinnen (und wenn sie minderjährig sind auch ihre Eltern) müssen damit rechnen, dass in der Lokal- bzw. Fachpresse über ihre Spiele berichtet wird. Sobald sie aber das Feld verlassen, ggf. die Siegerehrung vorbei ist, ist diese Ausnahme ebenfalls vorbei, und Du musst die Fotografierten vor der Veröffentlichung um Erlaubnis fragen. Fazit: Berichte weiter über die Spiele, nenne in der Bildunterschrift die Klubs und ggf. die Namen/Funktionen der Spielerinnen, und es fällt unter die Ausnahme „aktuelle Berichterstattung“.
    Viele Grüße,
    Monika

  22. Hallo miteinander,

    es ist immer wieder interessant, wie dieses Thema diskutiert wird. Ich werde auch oft danach gefragt, hauptsächlich zum Recht am eigenen Bild. Wie einige Kommentare zeigen, könnte dem Artikel ein Bild auf das Objektiv nicht schaden und ihm noch mehr Reichweite verleihen. Viel wichtiger noch es können so zwei Seiten zusammengebracht werden.

    Das soll bedeuten, ein kleiner Absatz mit Tipps für die Fotografierten wäre schön. Denn der Paparazzi hat dem Fotografen ein wenig den Ruf versaut. Es ändert nichts an der Tatsache, dass man nicht einfach fotografieren darf. Es können jedoch beide Seiten aktiv werden bei dem Thema. Ich persönlich zeige immer deutlich, dass ich nicht auf jedem Urlaubsbild zu sehen sein will und drehe mich weg. Warum? Ich will ja auch mal das eine oder andere Urlaubsfoto machen und da versichere ich jeden gern, dass er nur „Beiwerk“ ist. Auch der Profi hat was davon: Ein schöner Rücken schützt die Privatsphäre und das Motiv hat trotzdem das belebende Beiwerk. Es ist wie überall: Es ist ein Geben und Nehmen. Im nächsten Urlaub steht man vielleicht selber auf der anderen Seite.

    viele Grüße
    Raul

  23. Hallo, danke für die Klärung zu den ganzen Fakten, letztendlich hab ich jedoch trotzdem eine Frage: Würde ein Filmdreh vor meiner haustür mit internationalen Stars sein… stellt sich die Frage ob falls ich Bilder dazu machen würde auch teilen kann, z.B. auf Instagramm… oder ob ich damit förmlich auf der Grenze stehen würde… würde mich auf eine schnelle Antwort freuen grüße und danke schon mal

    • Hallo, ich denke auch diese Frage beantwortet der Beitrag klar mit: Nein! Sicher wird es trotzdem gemacht. Was spricht dagegen? Filmsets sind immer abgesperrt, also kein öffentlicher Raum. Sie brauchen eine Genehmigung einer Behörde. Auch wenn man zu seiner Haustür durch das Set muss, rechtfertigt das zu nichts. Ein Film ist in gewisser Sicht ein Kunstwerk, also ist es geschützt, auch Teile davon – wieder nein. Ganz frei interpretiert, kann sogar das Haus mit seinen Stockwerken in diesem Fall als Hilfsmittel betrachtet werden, also wieder nein.

      Lange Rede, … die treffendste Antwort steht im Beitrag: Man fragt vorher! Letztendlich ist es ein geben und nehmen, man macht EIN (1) Foto, das ist Werbung für den Film und eine Erinnerung für sich. Für eine Fotoserie wird man keine passende Begründung finden.

  24. Hallo Sebastian!

    Ich mag eure Seite sehr und bin deshalb auch öfter hier unterwegs. Nachdem ich selbst auch kürzlich einen Artikel über das Recht am eigenen Bild geschrieben habe, habe ich dazu auch einiges recherchiert. Ähnlich wie du bin ich absolut kein Rechtsexperte, aber ich würde das Thema um Längen vorsichtiger und mit mehr Rücksicht auf die Fotografierten angehen, als du es in deinem Artikel vermittelst. Speziell die heutige Jugend hat noch viel weniger Scheu (Anstand würde ich es eher bezeichnen), sich um die Rechte anderer zu kümmern und so landen teilweise mehr als peinliche Fotos bei Facebook.

    Zur Frage weiter oben, ob alleine schon das Fotografieren einer Erlaubnis bedarf, habe ich etwas in einem Buch gefunden. Etwas angegraut von 2004, aber dort steht sinngemäß, dass durch das Fotografieren selbst zwar noch nicht das Recht am eigenen Bild verletzt werden kann, sehr wohl aber das allgemeine Persönlichkeitsrecht.

    Vielleicht wirfst du ja einen Blick auf meinen Artikel (Website Link zu diesem Kommentar) und gibst mir dein Feedback – fände ich super!

    Have fun
    Horst

    • Hallo Horst,

      das mit dem Persönlichkeitsrecht ist wahrscheinlich auch nicht ganz so einfach zu beantworten. Da kommt es sicher auch immer auf die jeweilige Situation an, aber so genau kenne ich mich da auch nicht aus. Mein Kenntnisstand war, dass es nicht verboten ist, jemanden zu fotografieren, aber wie so vieles, ist das wohl auch eine Grauzone.

      Der beste Rat ist eigentlich, immer respektvoll zu sein. Das ist meiner Meinung das Allerwichtigste.

      Viele Grüße
      Sebastian

    • Hallo Horst,
      dein Kommentar trifft den Kern Problems auf den Punkt!
      Viele Blogger sind eben keine „Rechtsexperten“, aber sie schreiben trotzdem über
      die Materie als wenn sie es wären.
      Solche Artikel sind oft aus anderen Artikeln, Wikipedia,Lehrmeinungen oder
      (wenn man sich wirklich vorbereitet hat) Büchern abgeleitet.
      Leider fehlt den meisten Bloggern die umfangreiche Praxiserfahrung,
      die z.B. ein Anwalt hat. Der schreibt aber nicht über das Thema, da
      jeder Fall anders ist. (bzw. Anwälte nach meiner Erfahrung sehr sehr ungerne pauschalisieren).
      Was folgt daraus?
      Artikel zu dem Thema sind mit Vorsicht zu genießen.
      (außer der Blogger kann z.B: ein abgeschlossenes Jurastudium vorweisen, oder stand 27
      Mal wegen Urheberrechtsverletzungen vor Gericht ;)

      Viele Grüße
      S.

      • Servus Stephan, hallo Sebastian & Jenny!

        Ja, Respekt ist ein erster Ansatz – 100% eurer Meinung! Rechtlich sollte man aber trotzdem wissen, ab wann es eher riskant ist, was man da so tut. Und deshalb muss man sich so gut als möglich informieren. Leider sind halt solche Gesetze oft etwas schwammig formuliert, was einen gewissen Graubereich eröffnet.

        Stephan: Danke für dein ausführliches Feedback! Deinen Kommentaren nach zu urteilen, bist du etwas tiefer in diesem Thema drinnen.
        Thema Blogger und über solche Themen schreiben: offen gesagt scheue ich es selber, solche schwierigen Rechtsthemen anzugehen. Warum ich es aber in meinem Artikel trotzdem getan habe: als Blogger der in der Regel auch Bilder auf seine Seite stellt, hat man mehr oder weniger die Pflicht, sich damit auseinanderzusetzen. Und nachdem ich in so manchen Blogger-Gruppen hier gravierende Mängel festgestellt habe, sah ich mich fast schon gezwungen, bei diesem Thema etwas aufklärend mitzuwirken. Mit dem Wissen, kein Experte zu sein. Aber um Längen mehr zu wissen, also viele andere Blogger, die da in Facebook herumschwirren.

        Have fun
        Horst

        • Zum „tiefer drinstecken“ sage ich mal so viel: ich habe mich wirklich umfangreich mit der Thematik beschäftigt :)
          Ich habe die selbe Erfahrung gemacht, dass zu diesen Themen im Internet (und auch in Facebook-Gruppen) viele Merkwürdige Informationen verbreitet werden. Oft habe ich den Eindruck, dass Fragenden in FB-Gruppen auch Angst gemacht wird. Ganz praktisch gesehen ist es ein weiter Weg von „ich mache ein verbotenes Foto“ bis hin zu „ich werde zu Schadensersatz verurteilt“.
          Aber viele sehen nur die möglichen Risiken.

          Den Ansatz zur Aufklärung beizutragen, auch wenn das Thema schwer ist finde ich an sich gut.
          Das Problem dabei ist nur, das gerade bei Rechtsthemen super schwierig ist.
          Wenn du einen Juristen Fragst:
          „Wie viele Verträge schließe ich in Deutschland, wenn ich mir ein Brötchen kaufe“
          Dann antwortet der mit „Es kommt darauf an! Kaufst du das Brötchen passend oder mit Wechselgeld?“
          (Das lustige daran ist, das ist kein Witz, die Anzahl der Rechtsgeschäfte ändert sich mit dem Wechselgeld wirklich…)

          Ich selber habe mich auch mal in meinem Blog an der Thematik „Fotorecht“ zu einem speziellen Fall versucht. Da habe ich ein Interview mit einem Medienrechtsanwalt geführt.
          Nur zu einigen simplen Fragen und es sind nur sehr allgemein aussagen herausgekommen.
          Meine Erkenntnis war, das es schwierig ist das Thema gut,unterhaltsam und auch für den Leser relevant zu behandeln.

          Ich finde das Thema Foto-Recht spannend, aber Oft sollte man sich nicht zu viele Gedanken machen „Ob man das darf“.
          Weil sonst macht man keine Fotos mehr…

          Kleine Anekdote dazu:
          Ein sehr bekannter Fotograf: (Paul Ripke) wurde mal auf einer Veranstaltung, bei der ich war gefragt, ob er die Menschen fotografieren durfte (war für eines seiner Jahrbücher) Seine Antwort war sinngemäß in etwa folgende: Ihm sei es wichtiger Fotos zu machen, als Angst vor den möglichen Folgen zu haben. Außerdem ist ihm noch nie etwas passiert.
          Ich habe leider den genauen Wortlaut vergessen, den er Benutzt hat.
          Aber auch wenn ich die Aussage (rechtlich) bedenklich finde ist das einer der es geschafft hat zu den großen deutschen Fotografen zu gehören……:)

          Viele Grüße.
          S

  25. Hallo in die Runde,
    das Fotografieren eines Menschen ist erstmal nicht verboten, wenn man dabei nicht die Privat- oder gar Intimsphäre der Person verletzt. Dann kommt man in den Bereich der Paparazzifotografie, und hier ist das Fotografieren in der Tat seit einigen Jahren gesetzlich verboten!
    Verletzt man diesen Raum aber nicht, dann darf man wohl fotografieren, benötigt aber für die Veröffentlichung eine (möglichst schriftliche, z.B. via easyrelease erstellte) Einwilligung der Person bzw. der Erziehungsberechtigten und ab 12 Jahren zusätzlich vom Kind. Hierbei darf man natürlich nicht vergessen, dass im nicht öffentlichen Raum das Hausrecht gilt und man für Fotos, die man veröffentlichen möchte, eine sog. Akkreditierung der „Hauseigentümer“ benötigt (vom Museum, dem Stadion, der Deutschen Bahn für Bahnhöfe etc.)
    Wer sich zu diesem Thema umfassend, unterhaltsam und erschwinglich weiterbilden möchte, dem empfehle ich das Bildrechteseminar der Akademie für Publizistik in Hamburg im Juni.

    Frühlingsgrüße und eine wunderbare Reise für Sebastian und Jenny :-)
    M.

  26. Hallo,
    ich wollte mal fragen ob ich ein foto von jmd öffentlich stellen kann wenn es derjenige bereits veröffentlicht hätte?
    Also z.B. ein Screenshot von einem youtuber in einem veröffentlichten YouTube video
    Danke schon mal im voraus ^^

    • Hallo Shakespeare,

      nur weil jemand anderes ein Foto veröffentlicht hat, darfst du das leider nicht automatisch auch tun. Grundsätzlich musst du immer auf die Urheberrechte und die Persönlichkeitsrechte der abgebildeten Personen achten. Wenn du dir nicht sicher bist, empfehlen wir immer beim Urheber bzw. bei den jeweiligen Personen nachzufragen und die Erlaubnis einzuholen.

      Viele grüße
      Sebastian

  27. Also in zwei Punkten muss ich widersprechen man darf sehr wohl Fotos von Minderjährigen machen ohne die Eltern vorher um Erlaubnis zu bitten also ich beziehe mich rein auf die Herstellung der Fotos so wenn sie nicht veröffentlicht werden ist das zulässig dazu gibt es aktuelle Urteile verschiedener Landgerichte. Erst wenn die nach der Herstellung entstandenen Fotos der Minderjährigen veröffentlicht werden ist eine Erlaubnis der Erziehungsberechtigten notwendig und auch das Fotografieren von Menschen ohne deren Einwilligung an sich ist nicht perse verboten wenn keine veröffentlichungs Absicht vorhanden ist auch dies belegen eindeutig aktuelle Urteile

    • Was ist denn genau deine Frage, Paul? Grundsätzlich gelten die Persönlichkeitsrechte aber erstmal auch bei Videos. Wie das dann genau aussieht wird, kommt immer auf die jeweilige Situation an.

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