Erfahrungsbericht: In der Condor Premium Class nach Fuerteventura

Lohnt sich die Premium Class von Condor? Wir haben es auf unserem Flug von Hamburg nach Fuerteventura getestet und teilen hier unsere Erfahrungen mit dir.

In unseren Airline-Checks schreiben wir über unsere Erfahrungen mit verschiedenen Fluggesellschaften.

In diesem Erfahrungsbericht zeigen wir dir, ob sich der Aufpreis für die Premium Class von Condor lohnt.

Wenn du dir nicht sicher bist, ob die Premium Class von Condor eine gute Wahl ist, hilft dir unser Artikel hoffentlich bei der Entscheidung.

Wir haben die Premium Class auf unserem Flug von Hamburg nach Fuerteventura getestet.

Mit einer Flugzeit von etwa 4:30 Stunden ist das eine der klassischen Mittelstrecken von Condor.

Bei dieser Flugzeit kann der zusätzliche Komfort der Premium Class schon sehr angenehm sein.

Vorteile der Condor Premium Class

Im Vergleich zur Economy Class hat die Premium Class zahlreiche Vorteile, die wir dir hier zunächst einmal auflisten:

  • Mehr Platz durch einen freien Mittelsitz
  • Mehr Handgepäck (10 statt 6 kg)
  • Mehr Aufgabegepäck (25 statt 20 kg)
  • Eigener Schalter beim Check-In
  • Priority-Schlange an der Security und Priority Boarding
  • Premium-Menü
  • Kostenfreie alkoholische und alkoholfreie Getränke
  • Mehr Prämienmeilen (600 Meilen pro Flug auf der Mittelstrecke)

Soweit die Theorie. Ob sich die Vorteile der Premium Class auch wirklich lohnen, zeigen wir dir in den folgenden Abschnitten unseres Erfahrungsberichts.

Preise für die Premium Class

Der Preisunterschied zwischen Economy Class und Premium Class ist relativ überschaubar und bei Weitem nicht so groß, wie bei der Condor Business Class, die es aber auf der Mittelstrecke bei Condor ohnehin nicht gibt.

Wir haben für unseren Flug nach Fuerteventura und wieder zurück nach Hamburg pro Person ca. 470 Euro gezahlt. In der Economy Class hätte die selbe Strecke zu unseren Flugdaten etwa 300 Euro gekostet, also ungefähr 170 Euro weniger.

Wenn du bei der Buchung flexibel bist und frühzeitig buchst, kannst du die Strecke in der Premium Class auch für unter 300 Euro fliegen.

Wir haben unsere Flüge relativ kurzfristig gebucht und sind in der beliebten Vorweihnachtszeit geflogen. Da ist es natürlich teurer.

Hier kannst du die Preise checken

Corralejo, die Insel Lobos und Lanzarote
Beim Abflug von Fuerteventura nach Hamburg sind wir an Corralejo, der Insel Lobos und Lanzarote vorbei geflogen.

Online-Buchung

Die Online-Buchung auf der Webseite von Condor funktioniert sehr gut und ist in allen Buchungsschritten übersichtlich.

Deinen Sitzplatz kannst du in der Premium Class kostenlos schon direkt während der Buchung reservieren.

Außerdem kannst du aus einer großen Auswahl ein Essen auswählen. Genaueres dazu findest du im Abschnitt über die Verpflegung an Bord.

Die Zahlung ist bequem und ohne Aufpreis per Lastschrift oder Kreditkarte möglich.

Zur Online-Buchung

Gepäck

In der Premium Class darfst du ein Gepäckstück von bis zu 25 kg aufgeben.

Das sind 5 kg mehr als in der Economy Class.

Außerdem darfst du in der Premium Class 10 kg Handgepäck mitnehmen.

Das ist ein großer Vorteil im Vergleich zu den mageren 6 kg Handgepäck in der Economy Class.

Dein Aufgabegepäck bekommt beim Check-In ein kleines Priority-Bändchen, sodass dein Gepäck am Zielort als erstes auf dem Fließband liegt.

Das ist eine tolle Sache, hat bei uns aber leider nur auf dem Rückflug funktioniert.

In Hamburg war unser Koffer tatsächlich ganz am Anfang auf dem Band, beim Hinflug in Fuerteventura kam er allerdings erst ziemlich am Ende angefahren.

Check-In

Der Online Check-In steht 24 Stunden vor dem Abflug zur Verfügung.

Der Check-In Prozess war einfach und übersichtlich. Das Bordticket kannst du entweder ausdrucken oder elektronisch auf dem Smartphone vorzeigen.

Wir haben uns für die elektronische Variante entschieden und das hat auch gut funktioniert.

Ein großer Vorteil der Premium Class sind die separaten Check-In-Schalter. An den Schaltern der Economy Class waren sehr lange Schlangen, an den Premium Class-Schaltern waren wir auf dem Hin- und Rückflug sofort dran. Das ist wirklich sehr angenehm und erspart einiges an Zeit und Nerven.

Durch die separaten Schalter kannst du prinzipiell auch auf den Online Check-In verzichten, da es auch so sehr schnell geht.

Außerdem kannst du mit deinem Premium Class-Ticket die Priority-Schlange an der Security nutzen. In Hamburg haben wir das gemacht und dort auch nochmal ein bisschen Zeit gespart.

Sitze und Beinfreiheit

Wir sind mit einer Boeing 757 geflogen, die auf den meisten Mittelstrecken, z. B. auf die Kanarischen Inseln, von Condor eingesetzt wird.

Auf beiden Seiten des Fliegers befinden sich 3 Sitze.

Im Unterschied zur Economy Class ist in der Premium Class immer der Mittelsitz frei. Du hast also zur Seite hin deutlich mehr Freiraum.

Ansonsten sind die Sitze in der Premium Class genau die gleichen wie in der Economy Class.

Das heißt, auch die Beinfreiheit in der Premium Class ist genauso eingeschränkt, wie in der Economy Class.

Hier bietet Condor leider sehr, sehr wenig Platz. Vergleichbar ist das in etwa mit Billigfliegern wie Ryanair.

Wir sind beide nicht besonders groß und finden es schon sehr eng. Schade, dass es in der Premium Class nicht wenigstens ein paar Zentimeter mehr gibt als in der Economy Class.

Etwas mehr Beinfreiheit hast du, wenn du einen Platz in der ersten Reihe reservierst. Die waren allerdings schon vergeben, als wir gebucht haben.

Allerdings haben diese Plätze auch einen Nachteil, denn du kannst dort die Armlehnen nicht hochklappen und bist dadurch zur Seite hin sehr eingeschränkt.

Unser Tipp: Die linke vordere Reihe ist ein bisschen weiter vorne als die rechte und somit näher an dem Bereich der Flugbegleiter und der vorderen Toilette. Wenn wir Sitze in der vorderen Seite buchen würden, dann definitiv die auf der rechten Seite.

Condor Premium Class
Condor Premium Class

Essen und Trinken an Bord

In der Economy Class müssen Mahlzeiten und Getränke extra bezahlt werden, in der Premium Class ist das alles inklusive.

Beim Essen hast du eine große Auswahl an verschiedenen Menüs, die du bereits vor dem Flug buchen kannst.

Wir haben auf dem Hin- und Rückflug verschiedene Gerichte ausprobiert:

  • Wiener Schnitzel mit Bratkartoffeln: Das beworbene knusprige Wiener Schnitzel mit knusprigen Bratkartoffeln, war leider ein labberiges Schnitzel mit labberigen Bratkartoffeln. Für Flugzeug-Essen war es ganz ok, aber auch nichts Besonderes.
  • Indisches Linsencurry mit Reis: Das Curry war nicht schlecht und sogar relativ gut gewürzt. Etwas mehr Curry und weniger Reis wäre aber gut gewesen.
  • Rinderschmorbraten mit Kartoffelgratin: Das war überraschend gut. Sehr zartes Fleisch und auch das Gemüse und das Kartoffelgratin waren nicht zerkocht und lecker.

Zusätzlich gibt es zu jedem Gericht noch ein Dessert, das auch lecker war. Auf dem Hinflug gab es eine Vanillecreme mit Beeren, auf dem Rückflug eine Schokocreme mit Birnen.

Das Dessert war übrigens jeweils komplett vegan. Jenny hat sich darüber sehr gefreut, da sie durch ihre Laktoseintoleranz den Dessert normal nicht essen kann.

Bei den Getränken gab es eine relativ große Auswahl an Softdrinks und alkoholischen Getränken, wie Bier, Sekt, Wein und diverse Spirituosen.

Auf dem Hinflug nach Fuerteventura wurde sehr großzügig und oft ausgeschenkt. Auf dem Rückflug gab es nur eine Runde Getränke, man hätte aber sicher noch nachbestellen können.

Wir haben nur alkoholfreie Getränke bestellt, aber vor allem auf dem Hinflug haben einige um uns herum ordentlich bei Bier und Sekt zugelangt.

Rinderschmorbraten mit Kartoffelgratin
Rinderschmorbraten mit Kartoffelgratin

Entertainment

Das Bord-Entertainment ist auf der Mittelstrecke von Condor leider sehr schlecht. Bei immerhin fast 5 Stunden Flug hätten wir da schon etwas mehr erwartet.

Es gibt in der Mitte des Ganges etwa alle 5 Reihen einen fest installierten Monitor, auf dem jedoch leider nicht mal ein Film lief.

Es liefen nur ein paar kurze Trickfilme und einzelne Folgen von 90er-Jahre-Fernsehserien wie „Friends“ und „Der Prinz von Bel Air.“

Das Entertainment ist in der Premium Class das gleiche wie in der Economy Class. Einziger Unterschied zwischen beiden Klassen ist, dass die Kopfhörer in der Premium Class inklusive sind. In der Economy Class kosten sie 3,50 Euro.

Beim Abflug in Hamburg gab es außerdem noch eine kleine Auswahl an Zeitungen und Zeitschriften, auf dem Rückflug gab es leider nichts.

Da wir aber eh unser Tablet und eigene Kopfhörer dabei haben, hat uns das nicht unbedingt etwas ausgemacht.

Unser Fazit

Da die Flüge auf die Kanarischen Inseln doch recht lang sind, ist die Premium Class schon ein echter Komfort-Gewinn.

Vor allem der freie Mittelsitz und das stressfreie Einchecken am Flughafen sind für uns die großen Vorteile.

Essen und Getränke kannst du auch in der Economy Class bestellen (Menü für 12 Euro, Getränke ab 2,50 Euro). Dafür allein lohnt sich der Aufpreis nicht.

Enttäuscht waren wir von der mangelnden Beinfreiheit und vom schlechten Entertainment-Programm an Bord.

Alles in allem ist die Premium Class aber schon deutlich besser als die Economy Class und wenn es dir die ca. 150 Euro Aufpreis Wert ist, machst du damit sicher nichts falsch.

Wenn es dir nur um mehr Beinfreiheit geht und die anderen Vorteile für dich nicht entscheidend sind, empfehlen wir dir allerdings einen Platz in der Economy Class am Notausgang zu buchen. Diese Sitze haben die größte Beinfreiheit.

Wenn du deinen Flug bei Condor buchst, freuen wir uns, wenn du unseren Link nutzt. Für jede Buchung bekommen wir eine kleine Provision:

Flug bei Condor buchen