Die schönsten Sehenswürdigkeiten und Tipps auf der Deutschen Weinstraße

Auf der Deutschen Weinstraße kommen Weinliebhaber voll und ganz auf ihre Kosten. Aber nicht nur! Neben Wein gibt es romantische Winzerdörfer, wunderschöne Natur und ein unschlagbar mildes Klima. Man nennt die Pfalz nicht umsonst die „Toskana Deutschlands“.

Wenn du die Deutsche Weinstraße bereist, merkst du schnell, dass die Gegend einen richtig guten Spagat zwischen Traditionen und Innovation schafft. Das Seniorenimage ist also Schnee von gestern.

Es gibt urige Weinstuben, ambitionierte junge Winzer, tolle Wellnesshotels und fröhliche Weinfeste mit den Einheimischen, die dafür bekannt sind, gerne mal das eine oder andere “Dubbeglas“ zu leeren.

Ein paar Fakten vorweg: Auf fast 85 Kilometern Länge führt die Deutsche Weinstraße durch Rheinland-Pfalz. Es ist das zweitgrößte deutsche Weinbaugebiet.

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Sie beginnt am Haus der Deutschen Weinstraße in Bockenheim bei Worms und endet am Deutschen Weintor in Schweigen-Rechtenbach an der Grenze zum Elsass. Natürlich kannst du die Straße aber auch in umgekehrter Richtung befahren.

In erster Linie findest du hier Riesling, aber nicht nur. In den südlicheren Gebieten sind Weiß-, Grau-, und Spätburgunder sehr beliebt.

Neben Wein wachsen dank des warmen Klimas und 1800 Sonnenstunden im Jahr auch Mandelbäume, Feigen, Esskastanien und sogar Exoten wie Kiwis und Bananen.

Die schönsten Orte entlang der Deutschen Weinstraße

Die Weinstraße ist als Ganzes einfach ein stimmiges Erlebnis. Es gibt so viele wunderschöne Orte, die einen Besuch wert sind. Einfach der Nase nach ist hier also definitiv machbar.

Ein paar besondere Schmuckstücke an Orten, Hotels und Restaurants möchte ich dir trotzdem empfehlen.

Zuerst aber noch zwei Tipps vorweg:

  • In der Hauptsaison kann es voll werden. Es ist also sinnvoll, eine Unterkunft vorab zu buchen. Vor allem, wenn du dir ganz bestimmte Hotels oder eines der bekannteren ausgesucht hast. Wenn du flexibel bist, findest du aber auch Unterkünfte unterwegs.
  • Besorge dir vor Ort in einem Restaurant, Museum oder Hotel die Pfalzcard. Sie ist kostenlos und ermöglicht an vielen Orten kostenlosen oder reduzierten Eintritt. Das Beste: Sie dient sogar als Fahrkarte in Bussen und Bahnen des Verkehrsverbunds Rein-Neckar. Informiere dich am besten vorab, wo und für was sie gilt, um unnötige Kosten zu sparen.

Rhodt unter Rietburg

Rhodt unter Rietburg, das sagt schon der Name, liegt am Fuße der auf 505 Meter Höhe liegenden Rietburg. Du kannst die Burg entweder mit einem Fußmarsch erreichen oder die Sesselbahn nehmen. Auf der Burg selbst kannst du einkehren und bei toller Aussicht auf der Terrasse deinen Schoppen Wein trinken.

Aber auch im Dorf lohnt sich ein Rundgang. Rhodt könnte nämlich durchaus als Bilderbuchbeispiel für ein idyllisches Pfälzer Winzerdörfchen herhalten. Kastanienallee, Kopfsteinpflaster, Torbögen – all das findest du hier.

In Rhodt haben sich in den letzten Jahren viele Künstler niedergelassen, weshalb es den Beinamen “Künstlerdorf“ bekommen hat. Das merkst du zum Beispiel beim Blick in Schaufenster, Hinterhöfe oder bei Veranstaltungen wie dem Kreativsommer.

Eine Rhodter Besonderheit ist der “Rhodter Piff“, ein Schoppen, der aus einem 1-Liter-Glas getrunken wird. Und ganz nebenbei gibt es hier auch noch den mit 400 Jahren ältesten Weinberg der Welt.

Ein richtig gutes Wellnesshotel in der Gegend ist das Wohlfühlhotel Alte Rebschule. Das familiäre 4-Sterne-Hotel eröffnet ab Ostern 2020 einen nagelneuen Spa-Bereich. Im hauseigenen Restaurant kannst du dir abends ein 4-Gänge-Menü, auch in vegetarisch, schmecken lassen.

Zum Wohlfühlhotel Alte Rebschule

Wenn du lieber etwas richtig Pfälzisches ausprobieren willst, bekommst du im Gasthaus Sesel, das ebenfalls zum Hotel gehört, „Ebbes zu Esse“.

Auf der Karte stehen deftige Pfälzer Gerichte wie Wurstsalat und “Grumbeersupp“ aber auch überregionale Klassiker wie Käseknöpfle oder Schnitzel.

Auch wenn er ganz sicher nicht jedermanns Sache ist, solltest du dem Nationalgericht “Saumagen“ ruhig eine Chance geben. Er schmeckt nämlich besser als er klingt.

Edesheim

Du stehst auf Schlossromantik und wolltest schon immer einmal in einem Schloss übernachten? Dann sage ich nur: Schloss Edesheim. Das Dorf selbst ist eher unaufgeregt ruhig, liegt aber zentral an der Weinstraße. Im Schlosshotel gibt es Zimmer, Suiten und Ferienwohnungen inmitten von historischem Ambiente.

Zum Schloss gehört auch eine Seebühne, auf der im Sommer Theateraufführungen und Konzerte stattfinden. Jährlich werden hier die Schlossfestspiele Edesheim aufgeführt.

Im Schloss befindet sich ein Restaurant, in dem man entweder à la carte oder als Menü bestellen kann. Auch an Vegetarier wird hier gedacht. Das vegetarische Menü mit exotischen Einflüssen kostet um die 35 Euro.

Zum Hotel Schloss Edesheim

Edenkoben

Edenkoben ist ein anerkannter Luftkurort, dessen Reize schon König Ludwig I. erkannte. Er erbaute hier seine Sommerresidenz Schloss Ludwigshöhe. Auch heute noch schätzen viele Besucher die landschaftlichen Qualitäten und das Kulturprogramm der Stadt.

Du kannst dem Künstlerhaus oder dem Museum für Weinbau und Stadtgeschichte einen Besuch abstatten oder dich auf die flüssigen Reichtümer von Edenkoben konzentrieren und die Weingüter und Weinstuben für ein paar Weinproben besuchen.

Welche Weinstube es sein soll? Da kannst du dich ganz von deinem ersten Gefühl leiten lassen. Traditionell, modern, Hof oder Vinothek – falsch machen kannst du hier wirklich nichts.

Auch die Auswahl an Unterkünften ist relativ hoch und reicht von gemütlichen Ferienwohnungen, romantischen Gästehäusern und Pensionen bis zu modernen Hotels.

Mein Tipp: Meine Empfehlung ist der Pfälzer Hof. Die Zimmer sind fast alle modern und hell eingerichtet und es gibt eine Sauna. Für mich immer ein Plus! Am Abend kannst du es dir dann im Hotel-Restaurant Garten Eden gemütlich machen und die hochwertige regionale Küche genießen.

Zum Pfälzer Hof

St. Martin

Bei St. Martin fällt dir nur der mantelteilende Heilige ein? Dann warst du noch nicht im wunderschönen St. Martin in der Pfalz. Das Dorf ist ein wahres Schmuckkästchen, St. Martin gilt als eines der schönsten pfälzischen Dörfer. Ich kann das nur unterschreiben.

Du läufst durch schmale Gassen, vorbei an Fachwerkhäusern und mit Weinranken bewachsenen Winzerhöfen. Daneben plätschert der freigelegte Kropsbach.

Beim Schlendern durch St. Martin kannst du dir Handwerksbetriebe anschauen, Abstecher zu den Winzerhöfen machen und den neuesten Tropfen Wein probieren.

Der Wingertsberg am Dorfrand ist eine der wenigen Terrassen-Weinlagen der Pfalz. Oben auf dem Wingertsberg befindet sich das Haus am Weinberg, ein Hotel und Restaurant mit toller Aussicht. Ein Besuch lohnt sich also doppelt.

Das kleine Dorf hat unglaubliche 30 Gastronomiebetriebe von gehobenen Restaurants über gemütliche Weinstuben bis zu urigen Straußwirtschaften. Die Pfalz, vor allem das Gebiet von der Oberrheinebene bis Ludwigshafen gilt als der Gemüsegarten Deutschlands. Also lass dir die Pfälzer Grumbeere besonders gut schmecken.

Ein Hoteltipp, den ich dir sehr ans Herz legen kann, ist das Wiedemann’s Weinhotel. Hier trifft das Motto „Tradition trifft Moderne“ wirklich zu. Die Zimmer sind geräumig, im Wellnessbereich mit Sauna, Dampfbad und Pool kannst du die Seele baumeln lassen.

Kulinarisch hat das Wiedemann erstklassige Bio-Küche zu bieten und an der WeinBar gibt es ausgezeichnete Weine aus dem hauseigenen Bio-Weingut. Der Name kommt schließlich nicht von ungefähr.

Zum Wiedemann’s Weinhotel

Neustadt an der Weinstraße

Neustadt an der Weinstraße ist eine der größten Städte an der Weinstraße und ein Zentrum des Weinbaus in Deutschland. Wenn du das Hambacher Schloss, die Hauptsehenswürdigkeit der Region, besuchen willst, bist du sowieso schon in der Nähe.

Neustadt ist ein guter Ort zum Übernachten, weil das Angebot an Unterkünften und Restaurants aufgrund der Größe der Stadt sehr gut ist. Auch die vielen Feste in den verschiedenen Stadtteilen locken die Besucher rund ums Jahr nach Neustadt.

Neben dem Hambacher Schloss und der Altstadt gibt es die Wolfsburg, die Burg Winzingen mit dem Haardter Schloss und die Burg Spangenberg, die du besuchen kannst.

Und wenn dir das noch nicht genug Kultur ist, dann gibt es noch einige Museen wie das Stadtmuseum Villa Böhm, das Otto-Dill-Museum, das Weinbaumuseum “Getreidekasten“ und noch einige mehr. Du merkst, Neustadt ist der Ort, wenn es um ein kulturelles Programm geht.

Was die Übernachtungsmöglichkeiten betrifft, hast du auch in Neustadt die ganze Bandbreite. Du suchst ein hochwertiges Sterne-Hotel mit Spa-Bereich? Dann ist das Hotel Palatina oder der wunderschöne historische Loblocher Hof eine gute Wahl.

Familiäre Gasthäuser wie das Gästehaus und Weingut Hellmer oder das Hotel und Restaurant Spinne sind ebenfalls gute Adressen.

Zum Hotel Palatina
Zum Hotel Loblocher Hof
Zum Gästehaus und Weingut Hellmer
Zum Hotel und Restaurant Spinne

Deidesheim

Deidesheim ist ein guter Stopp, um den guterhaltenen historischen Stadtkern rund um den Marktplatz und die Stadtmauer anzuschauen. Hier kannst du dich mit der Kamera austoben und einen entspannten Stadtbummel machen.

In Deidesheim werden besondere Stadtführungen angeboten. Zum Beispiel rund um den Wein, historische Führungen mit Guides in Kostüm oder spezielle Führungen für Kinder. Die Stadtrundgänge sind unterhaltsam und machen wirklich Spaß.

Am Deidesheimer Hof kommst du zumindest von außen nicht vorbei. Er ist eine echte Institution der Stadt. Im denkmalgeschützten Gebäudeensemble befindet sich ein Hotel mit zwei Restaurants. Der frühere Bundeskanzler Helmut Kohl empfing hier Staatsgäste beim Saumagen.

Hier bist du also an der ersten Adresse der Stadt. Im Restaurant Schwarzer Hahn bekommst du Haute-Cuisine mit regionalem Schwerpunkt im Kreuzgewölbe serviert. Im Restaurant Urban gibt es Pfälzer Landhausküche in ungezwungener Atmosphäre. Auf der Terrasse zum Marktplatz sitzt du im Sommer mittendrin im Altstadtgeschehen.

Zum Deidesheimer Hof

Sehr gut essen und – wie der Name schon sagt – trinken, kann man auch im “zum Woibauer“. Hier gibt es zum Beispiel “Pfälzer Woigockel“, hinter dem sich Hähnchenbrust-Filets in Trauben-Rieslingsoße verstecken. Dazu gibt es wunderbare Deidesheimer Weine.

Mein Tipp: Mein Lieblingswein ist hier immer ein trockener Weißburgunder.

Und wenn du trotz Pfalzurlaub einmal gar keine Lust auf die Pfälzer Küche hast, dann kann ich dir das Fumi empfehlen. Hier gibt es ausgezeichnete japanische Küche!

Neben dem Deidesheimer Hof gibt es noch weitere gehobene Hotels wie das Kaisergarten Hotel & Spa Deidesheim. Hier ist das Ambiente elegant und trotzdem herzlich. Zum anderen ist das Hotel Ketschauer Hof empfehlenswert, das klassische Eleganz mit puristischem Design verbindet.

Das Gästehaus Hebinger am Schlosspark ist meine Wahl, denn es ist einfach sehr familiär. Das Haus befindet ich in einem alten Hof mitten im historischen Stadtkern. Die Zimmer sind gemütlich, das Frühstück lässt auch keine Wünsche offen.

Kaisergarten Hotel & Spa Deidesheim
Ketschauer Hof
Gästehaus Hebinger am Schlosspark

Blick auf Deidesheim
Blick auf die Weinstadt Deidesheim (Foto: © Cordula Christoph, Medien-Datenbank Deutsche Weinstraße e. V. -Mittelhaardt-)

Bad Dürkheim

Bad Dürkheim ist nicht nur zur Zeit des Wurstmarkts einen Abstecher wert. Hier kannst du das größte Weinfass der Welt nicht nur bewundern, sondern sogar darin essen gehen.

Wenn du dir eine typische Pfälzer Burgruine anschauen willst, solltest du die Burgruine Hardenburg besuchen, die im 18. Jahrhundert zerstört wurde. Große Teile sind aber bis heute noch recht gut erhalten. Im Inneren gibt es eine Dauerausstellung. Ich finde allerdings, dass auch ein Rundgang im Außenbereich schon einen guten Eindruck vermittelt.

Der Kurpark mit dem Gradierwerk ist ein schöner Ort zum Spazieren. Hier kannst du auch direkt übernachten, zumindest wenn du es repräsentativ haben willst. Das Kurpark-Hotel mit seinem 4-Sterne-Superior-Komfort im ehemaligen Schloss Leiningen hat einen Wellness- und Fitnessbereich. Das Restaurant „Leiningers“ lädt zum Essen ein und im Anschluss kannst du die Spielbank für eine Runde Roulette oder Black Jack besuchen. Du merkst, das Kur-Hotel ist schon eher etwas für besondere Anlässe.

Familiär und freundlich geht es im Wellness-Ferienhof am Rebgarten zu. Auch sehr zentral am Gradierwerk liegt das Hotel Fronmühle mit gutem Restaurant.

Zum Kurpark-Hotel
Zum Wellness-Ferienhof am Rebgarten
Zum Hotel Fronmühle

Kurhaus Bad Dürkheim
Kurhaus Bad Dürkheim (Foto: © Carl-Jürgen Bautsch, Medien-Datenbank Deutsche Weinstraße e. V. -Mittelhaardt-)

Die besten Sehenswürdigkeiten und Attraktionen entlang der Weinstraße

Die Deutsche Weinstraße ist ein Gesamtkunstwerk, das aus vielen sehenswerten Orten besteht. Das Befahren der Straße durch die Landschaft und von Ort zu Ort ist eigentlich das schönste To-do. Doch es gibt einige Museen, Burgen und andere Attraktionen, die du dir ruhig auf der Karte markieren solltest.

Schweigen-Rechtenbach: Deutsches Weintor

Das Deutsche Weintor in Schweigen-Rechtenbach, nur wenige 100 Meter von der französischen Grenze entfernt, ist das Wahrzeichen der Weinstraße und über die regionalen Grenzen hinweg bekannt.

Seit 1936 steht es am Beginn der Deutschen Weinstraße auf südlicher Seite. Die Geschichte des Tores geht zurück in die Zeit des Nationalsozialismus.

Im Jahr 1934 gab es eine sehr gute Weinernte, allerdings sprachen die Nationalsozialisten das Berufsverbot für jüdische Winzer aus, was zu einem drastischen Preisverfall führte. Um dem entgegenzusteuern und die Pfalz als Weinbaugebiet bekannt zu machen, wurde die Weinstraße samt Tor eingeführt.

Von diesen unschönen Anfängen der Deutschen Weinstraße haben wir uns glücklicherweise weit entfernt. Heute ist das Weintor vor allem für sein – wie soll es in der genussfreudigen Pfalz auch anders sein – gutes Essen bekannt.

Bad Bergzabern: Südpfalz Therme

Nicht jeder ist ein Thermenfan, aber ich liebe es einfach, von Zeit zu Zeit in die Sauna zu gehen. Vor allem wenn das Wetter ungemütlich ist, steigt die Lust auf ein paar Saunagänge oder Runden im warmen Außen-Pool.

In der Thermenlandschaft in Bad Bergzabern erwarten dich Saunen und Dampfbäder, ein Saunadachgarten zum Abkühlen und eine Totes-Meer-Salzgrotte. Ein kompletter Wohlfühltag mit Eintritt in die Therme, Sauna und Salzgrotte kostet 28 Euro pro Person.

Annweiler: Reichsburg Trifels

Über Annweiler thront die Reichsburg Trifels. Die Staufer bauten sie zur Reichsburg aus, womit Trifels zur Schatzkammer des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation wurde. Von 1193 bis 1194 war die Burg Staatsgefängnis des englischen Königs Richard Löwenherz.

Heute kannst du hier die Repliken der Reichskleinodien in der Schatzkammer bewundern und den Blick über den Pfälzerwald und die Nordvogesen schweifen lassen.

An öffentlichen Führungen kannst du zwischen Februar und November an den Wochenenden und Feiertagen teilnehmen. Die gerade einmal 2 Euro pro Erwachsener und 1 Euro pro Kind sind eine gute Investition.

In den Sommermonaten von Mai bis Oktober findet samstags um 15.00 Uhr ein Schauspiel statt, dass von der Befreiung des Richard Löwenherz handelt.

Reichsburg Trifels
Blick auf die Reichsburg Trifels

Silz: Wild- und Wanderpark der Südlichen Weinstraße

Du hast Kinder oder willst einfach eine Runde in der Natur laufen und dabei ein paar Tiere beobachten? Dann ist der rund 100 Hektar großen Naturpark Silz genau die passende Idee.

Es gibt zwei Rundwege, ein Streichelgehege mit Ziegen, Hasen und Kaninchen und heimische Wildtiere wie Damm- und Rotwild, Wildschweine, Wölfe und noch viel mehr zu entdecken.

Neustadt an der Weinstraße: Hambacher Schloss

Das Hambacher Fest 1832 dürfte jedem aus der Schule zumindest vage bekannt vorkommen. Es gilt als eines der bedeutendsten Ereignisse in der Geschichte der deutschen Demokratie und als Wiege der europäischen Einigung.

Die Ausstellung „Hinauf, hinauf zum Schloss“ widmet sich am Originalschauplatz dem Hambacher Fest und beleuchtet die Geschehnisse von diversen Seiten. Dabei kannst du das angestaubte Schulwissen noch einmal aufbessern. Denn ich wusste ehrlich gesagt nicht mehr so genau, um was es da ging.

Hambacher Schloss
Hambacher Schloss

Deidesheim: 3F Deutsches Museum für Foto-, Film- und Fernsehtechnik

Das Deutsche Museum für Foto-, Film- und Fernsehtechnik ist eine echte Fundgrube für Fotofans. Hier gibt es über Tausend Exponate, von den ersten Holzkameras bis zur Digitalkamera ist alles dabei. Der Eintritt ist mit 4 Euro für Erwachsene günstig.

Wachenheim: Burgmuseum Wachtenburg

Zur Ruine Wachtenburg gehört ein kleines Burgmuseum, das dich zurück ins Mittelalter katapultiert. Alltagsgegenstände und ein Modell zeigen die Wachtenburg und das Burgleben um 1200.

Der Besuch der Burg lohnt sich dann, wenn du Lust auf eine Wanderung und ein leckeres Mittagessen hast. Das Burgmuseum ist während der Öffnungszeiten der Burgschänke zugänglich und so lässt sich alles gut verbinden. Zur Burg führt ein Fußweg, der vom Ortskern in Wachenheim in rund 30 Minuten bewältigen ist.

Edenkoben: Schloss Villa Ludwigshöhe

König Ludwig I. von Bayern liebte Italien und ließ sich deshalb in der mediterran angehauchten Pfalz die Villa Ludwigshöhe ganz im italienischen Stil erbauen. Spätestens beim Anblick der Villa hast du das Gefühl in der Toskana gelandet zu sein.

Im Schloss kannst du an Führungen teilnehmen und dir das Werk des deutschen Impressionisten Max Slevogt anschauen. Im Gewölbekeller findest du die Keramikkunst des 20. Jahrhunderts

Achtung: Das Schloss Villa Ludwigshöhe schließt ab dem 4. November 2019 wegen Renovierungsarbeiten bis zur Sommersaison 2022.

Bad Dürkheim: Riesenfass

Zugegeben, ein bisschen kurios ist es schon, aber es passt hierher: Das Riesenfass ist die Touristenattraktion in Bad Dürkheim. Es misst 13,5 Meter im Durchmesser und hat ein Volumen von etwa 1.700.000 Liter.

Damit ist das Fass das größte der Welt und löste das bis dahin größte Fass im Heidelberger Schloss ab. 1934 wurde es vom Bad Dürkheimer Winzer Fritz Keller gebaut. Fast 200 Tannen wurden für das Fass gefällt.

Im Inneren befindet sich allerdings kein Wein, sondern ein Restaurant. Hier gibt es Pfälzer Spezialitäten wie Weinbergschnecken, Carpaccio vom Saumagen oder Leberknödel, aber auch internationale Gerichte wie Rinderlende, Forellenfilet oder gebackenen Schafskäse.

Was nicht fehlen darf: Die passende Weinempfehlung.

Riesenfass in Bad Dürkheim
Riesenfass in Bad Dürkheim (Foto: © Geriet Altes, Medien-Datenbank Deutsche Weinstraße e. V. -Mittelhaardt-)

Bad Dürkheim: Römisches Weingut Weilberg

Dass der Wein mit den Römern in die Pfalz kam, sieht man hier mit eigenen Augen. Im Bad Dürkheimer Stadtteil Ungstein befindet sich ein Römisches Weingut, das 1981 freigelegt und teilweise restauriert wurde.

Die Römische Villa mit Tretkelteranlage war ein Teil des größten römischen Herrenhauskomplexes der gesamten Pfalz. Ganze 150 Meter soll die Front des Haupthauses lang gewesen sein.

Du kannst die Außenanlage des Römischen Weinguts Weilberg kostenlos begehen. Die Innenräume kannst du nur im Rahmen einer Führung erkunden.

Wenn du das Weingut mal „in Action“ sehen willst, kannst du zum „Weinfest an der Römerkelter“ kommen, das im Sommer stattfindet.

Dann lagern hier Römer, die einen Einblick ins römische Leben gewähren und natürlich wird auch Wein ausgeschenkt.

Bockenheim: Haus der Deutschen Weinstraße

Das Haus der Deutschen Weinstraße in Bockenheim ist das Gegenstück zum Weintor in Schweigen. Seit 1995 bildet es das Ende der Deutschen Weinstraße.

Im Gebäude befindet sich das Café Ideal, in dem du dir Kaffee, Kuchen und Snacks, aber auch Burger, Steaks, Flammkuchen und Pfälzer Saumagen und Bratwurst bestellen kannst.

Aus dem Fenster hast du einen schönen Ausblick auf die Weinreben und lässt hier den Besuch an der Weinstraße ganz gemütlich ausklingen.

Die besten Weinfeste an den Deutschen Weinstraße

Die Pfälzer feiern gern. Da dürfen ausgiebige Weinfeste natürlich nicht fehlen. Zum authentischen Weinstraßenbesuch gehört ein Weinfest einfach dazu!

Du solltest also ein kleines bisschen trinkfest sein. Wann kann man schon besser mit Einheimischen ins Gespräch kommen als mit einem Dubbeglas voller Rieslingschorle in der Hand?

Folgende sind die typischen Volksfeste an der Weinstraße:

März / April: Mandelblütenfest in Gimmeldingen

In Gimmeldingen, einem Ortsteil von Neustadt an der Weinstraße, dreht sich im März oder April alles um die rosa Blütenpracht. Es gibt Musik, Mandelblütenhoheiten und natürlich den einen oder anderen Schoppen Wein.

Das Mandelblütenfest in Gimmeldingen ist immer das erste der Weinfestsaison. Der genaue Termin ändert sich von Jahr zu Jahr, je nachdem, wie weit die Knospen der Mandelblüten sind.

Blick auf Gimmeldingen
Blick auf Neustadt-Gimmeldingen zur Mandelblüte (Foto: © Reinhard Kermann, Medien-Datenbank Deutsche Weinstraße e. V. -Mittelhaardt-)

Juli: Kändelgassenfest in Großkarlbach

Das Kändelgassenfest ist ein Straßenfest, das jedes Jahr am letzten Juliwochenende gefeiert wird. Das Fest steht unter dem Motto „Spaß uff de Gass“. Im Mittelpunkt stehen Musik und natürlich das leibliche Wohl. Der Höhepunkt, neben dem Freiwein zum Festauftakt, ist das traditionelle Fassrollen mit Teilnehmern aus aller Welt.

Juli: Stadtmauerfest in Freinsheim

Die Kulisse, umgeben von der Stadtmauer, ist schon etwas Besonderes. Dazu gibt es wie gewohnt reichlich zu essen und zu trinken. Außerdem kannst du als Besucher die Gasthöfe und Weinstuben in Freinsheim besuchen und dich einfach ein wenig treiben lassen.

Eisentor in Freinsheim
Freinsheimer Eisentor von außen (Foto: © Jörg Dörr, Medien-Datenbank Deutsche Weinstraße e. V. -Mittelhaardt-)

Mai / Juni: Deidesheimer Geißbockversteigerung

Ein Streit um einen Geißbock, bei dem sogar Napoleon zu Rate gezogen wurde, ist die historische Begebenheit dieses Festes. Jedes Jahr über Pfingsten wird die Geißbockversteigerung in Form eines Historienspiels inszeniert.

Das Fest ist zwar kein klassisches Weinfest, gehört aber zu den wichtigsten Kulturveranstaltungen in ganz Rheinland-Pfalz. Ein Besuch lohnt sich also.

Marktplatz Deidesheim
Marktplatz in Deidesheim (Foto: © Cordula Christoph, Medien-Datenbank Deutsche Weinstraße e. V. -Mittelhaardt-)

Juni / Juli: Eselshautfest in Mußbach

Im Juni oder Juli wird in Mußbach jedes Jahr das sogenannte Eselshautfest gefeiert. Hinter dem etwas irritierenden Namen steckt ganz simpel die gleichnamige Weinlage. Das Wort kommt wohl vom mittelhochdeutschen Wort „houwet“ für „Heuernte“ und bezeichnet die Wiesen, auf denen Heu für die Esel gemacht wurde.

Wie auch immer, das Fest, das in einem alten Herrenhof gefeiert wird, zählt zu den größten pfälzischen Weinfesten und lockt immer viele Besucher auch aus der Ferne an.

September: Wurstmarkt Bad Dürkheim

Der Dürkheimer Wurstmarkt ist ein Weinfest der Superlative. Was für die Bayern das Oktoberfest ist, ist für die Pfälzer der Wurstmarkt.

Rund 685.00 Besuchern finden jährlich ihren Weg zum “Worschtmarkt“ und dieser ist damit das größte Weinfest der Welt mit einer rund 600-jährigen Tradition.

Auf den Brühlwiesen kannst du aus rund 300 verschiedenen Weine wählen und entweder feucht-fröhlich in einem der Weinzelte, traditionell am Schubkarchstand oder stilvoll im Weindorf feiern.

Oktober: Deutsches Weinlesefest in Neustadt an der Weinstraße

Beim Deutschen Weinlesefest in Neustadt an der Weinstraße wird jährlich die Deutsche Weinkönigin gekürt. Aber auch sonst kannst du viel erleben. Zum Beispiel den größten Winzerfestumzug in Deutschland, den Höhepunkt der Weinfestsaison in der Pfalz.

Zwischen Karussellfahren und Feuerwerkschauen probierst du den süßen „Neuen“ aus dem Schoppenglas und drehst deine Runden durch das Weindorf.

Schlossgasse im Neustadter Weindorf Hambach
Schloss im Neustadter Weindorf Hambach mit Blick auf das Hambacher Schloss (Foto: © Rolf Schädler, Medien-Datenbank Deutsche Weinstraße e. V. -Mittelhaardt-)

Oktober: Fest der Federweißen in Landau

Der Star des Landauer Fest der Federweißen ist klar, der Federweißen. Süß, fruchtig und spritzig ist der erste Wein des Jahres.

Um die neue Ernte zu feiern, gibt es an sechs Weinkojen eine Auswahl der neuen Weine und ein umfangreiches Wein- und Sektangebot der Landauer Winzer. Leckeres Essen und ein schönes Musikprogramm runden das Federweißenfest ab.

Das Fest dauert immer 4 Tage und findet rund um ein Wochenende Mitte Oktober statt.

So bereist du die Deutsche Weinstraße am besten

Es gibt mehrere Fortbewegungsmittel, die du für deinen Ausflug entlang der Deutschen Weinstraße nutzen kannst.

Mit dem Auto:

Am einfachsten lässt sich die Touristikroute mit dem Auto bereisen. Neustadt an der Weinstraße ist beispielsweise direkt an die Autobahn A 65 angeschlossen und rund 115 Kilometer von Frankfurt am Main entfernt.

Ganz gemütlich kannst du so von Ortschaft zu Ortschaft fahren und immer dann Halt machen, wenn es dir gefällt. Mit dem Auto kommst du auch problemlos zu den Ausflugszielen, die etwas abseits der Hauptroute liegen.

Mit dem Zug:

Natürlich kannst du auch mit dem Zug an die Weinstraße fahren. Dazu bietet es sich an, nach Neustadt an der Weinstraße zu fahren, da hier auch ein direkter ICE-Anschluss vorhanden ist.

Neustadt an der Weinstraße ist bis in die Abendstunden problemlos von Heidelberg, Mannheim und Ludwigshafen, Karlsruhe, Kaiserslautern oder auch Homburg/Saar direkt zu erreichen.

Das regionale Verkehrsnetz des ÖPNV ist gut ausgebaut. Die Tageskarte für zwei Personen für das gesamte Netz kostet beispielsweise 22,80 Euro. Mit der Pfalzcard kannst du vor Ort das regionale Verkehrsnetz sogar umsonst nutzen.

Mit dem Fahrrad:

Wenn du gerne mit dem Fahrrad unterwegs bist, kannst du deinen Besuch an Der Deutschen Weinstraße super mit einer Radtour verbinden.

Genau parallel zur Deutschen Weinstraße verläuft als Radfernweg der Radweg Deutsche Weinstraße. Er hat eine Länge von 95 Kilometern. Dazu kommen 35 Kilometer an zusätzlichen „Panoramarouten“, die neben der eigentlichen Strecke liegen.

Mehr Infos findest du auf der Webseite Radweg Deutsche Weinstraße.

Zu Fuß:

Für Wanderer ist der Pfälzer Weinsteig eine Möglichkeit, um die Region zu erleben. Der komplette Wanderweg ist 170 Kilometer lang und in elf Tagesetappen eingeteilt.

Die Route führt von Schweigen-Rechtenbach nach Bockenheim. Auf dem Weg kommst du durch die Weinbaugebiete und Teile des Pfälzerwalds.

Die beste Reisezeit

Die beste Reisezeit für die Deutsche Weinstraße ist zwischen Anfang März und Ende Oktober. Den Anfang macht die Mandelblüte, das Ende bilden die letzten Weinfeste im Herbst.

Gerade im Herbst ist die Region besonders sehenswert. Das Laub färbt die Landschaft bunt, der erste Wein ist gekeltert. Dann gibt es lokale Spezialitäten wie Esskastanien, Federweißen und Zwiebelkuchen.

Das milde Klima in der Pfalz sorgt auch im Oktober noch für schönes Wetter, ideal für ausgiebige Radtouren oder Wanderungen mit Einkehrmöglichkeiten auf den Winzerhöfen.

Das waren meine Tipps für die Deutsche Weinstraße. Warst du schon mal dort? Gibt es was, was ich bei meinem nächsten Heimatbesuch auf keinen Fall verpassen darf? Schreib mir gerne einen Kommentar!