In diesem Beitrag geht es weiter mit der manuellen Belichtung und dem Modus M an deiner Kamera. Du hast mittlerweile eigentlich alle Grundlagen um den heutigen Beitrag zu rocken.

  1. Du weißt, wie du den Lichtmesser in deiner Kamera liest und woran du erkennst, wann deine Kamera denkt, dass dein Bild korrekt belichtet ist (nämlich bei Null auf der Skala).
  2. Du weißt, wie du die Blendenzahl änderst und wie diese die Tiefenschärfe beeinflusst.
  3. Du kannst deine Verschlusszeit selbst bestimmen und hast verstanden, wie deine Kamera Bewegungen festhält.

Wenn du dir jetzt denkst „Wovon redet sie bloß?“, solltest du dir vielleicht die ersten vier Teile der Serie durchlesen, bevor du den fünften Teil liest. Die findest du hier:

1. Teil: Blende
2. Teil: Verschlusszeit
3. Teil: Brennweite
3. Teil: Belichtung

So nun aber ran an Teil 5!

Teil 5: Manuelle Belichtung & Modus M

Der heutige Beitrag wird ein wenig kürzer als die vorherigen Teile. Aber hey, natürlich nicht weniger informativ. Wir steigen direkt mit einem kleinen Praxisteil ein und gucken uns noch mal den Zusammenhang zwischen der Blendenzahl und der Verschlusszeit an und benutzen dafür den Modus M an deiner Kamera.

Dann gucken wir uns kurz an, wodurch dein Bild oder Teile deines Bildes verwackelt sein können und wie du das verhindern kannst. Und last but not least beantworten wir die Frage, was denn nun grundsätzlich an erster Stelle steht, die Blendenzahl oder die Verschlusszeit?

Das Ausbalancieren von Blendenzahl und Verschlusszeit

Wir haben ja schon über Modus A & S gesprochen und wissen, dass wir dort immer nur entweder die Blendenzahl ODER die Verschlusszeit ändern können. Heute kümmern wir uns aber um Modus M und wie der Name „Manuell“ schon vermuten lässt, kannst du hier beides gleichzeitig verändern.

Jetzt fragst du dich bestimmt, wieso du Modus M benutzen sollst, da die Kamera dir ja in Modus S oder A direkt alle Einstellungen passend dazu bereithält und das doch so viel einfacher ist.

Ja, zugegeben, die Modi Blendenpriorität und Verschlusszeitpriorität sind meistens schon recht praktisch. Aber es gibt eben auch ein paar Gründe die dafür sprechen, auch mal in Modus M zu fotografieren.

Einer davon ist schlicht und einfach, dass du im Modus M die Kontrolle über ALLE Einstellungen deiner Kamera selbst bestimmen kannst. So kannst du für jedes einzelne deiner Bilder selbst entscheiden wie du es fotografierst.

Du kannst also absichtlich über- oder unterbelichten, und damit z. B. einem Bild einen intensiveren Ausdruck verleihen. Du triffst in Modus M die Entscheidungen, nicht deine Kamera.

Ok. Dann gehen wir jetzt mal zur Praxis über.

Praxis

Los geht’s. Stell dir folgendes Szenario vor: Du stehst bei dir oder bei Freunden im Garten und willst die tollen Blumen dort fotografieren. Die Sonne strahlt und es ist ein rundum schöner Tag.

Kleine Anmerkung: Die Werte, die ich jetzt hier benutze, werden bei fast allen von euch anders sein. Es geht aber nicht um die Werte, sondern nur um das Prinzip an sich. Also bitte nicht an den Werten festhalten. Ihr könnt das auch einfach in eurer Wohnung ausprobieren. Wer gerade keine Sonne zur Verfügung hat, macht also einfach das Deckenlicht an.

Kleine Anmerkung 2: Lass dich bitte auch nicht davon irritieren, welches der Beispiele für dich am „schönsten“ ist. Es geht nicht um einen Schönheitswettbewerb, sondern wirklich einzig und allein darum, das Prinzip zu verstehen, wie man mit Modus M arbeiten kann.

Durch die Sonneneinstrahlung hast du natürlich viel Licht zur Verfügung und hast so einen relativ großen Spielraum was die Einstellung der Blendenzahl und Verschlusszeit angeht.

Wir machen also nun folgendes:

  1. Du stellst deine Kamera in Modus M
  2. Stell deine Kamera mal auf die Blendenzahl f/8.0
  3. Jetzt such dir ein Motiv. Vielleicht hast du in deiner Wohnung ja auch eine Pflanze stehen. Richte also deine Kamera auf das von dir gewählte Motiv und drücke den Auslöser halb ein. Du siehst dann im Sucher, dass sich die Belichtungsmessung aktiviert hat, dh. die Skala, die ich dir im Teil 4 gezeigt habe, sollte jetzt dort zu sehen sein.
  4. Der Belichtungsmesser zeigt dir also an, ob dein Bild laut deiner Kamera nun über- oder unterbelichtet sein wird. Im besten Falle, sollte sich also der Pfeil – oder wie auch immer deine Kamera dir anzeigt wo du dich gerade auf der Skala befindest – bei NULL befinden.
  5. Falls das nicht der Fall sein sollte, verändere deine Verschlusszeit jetzt so, dass der Pfeil bei NULL ist. Die Blendenzahl bleibt bei f/8.0.
  6. Wenn der Pfeil nun bei NULL ist und demnach dein Bild korrekt belichtet, drück den Auslöser und mach ein Foto.
Blende f/8.0 - Verschlusszeit 1/250s
Blende f/8.0 – Verschlusszeit 1/250s

 

Damit wir den Zusammenhang zwischen Blendenzahl und Verschlusszeit im Modus M besser verstehen, wollen wir jetzt das Bild mal bewusst überbelichten.

Also, was musst du nun verändern, um das gleiche Motiv bei gleichen Lichtbedingungen zu überbelichten? Genau, du musst mehr Licht auf den Sensor deiner Kamera lassen. Und wie machst du das? Genau, du hast zwei Optionen.

  1. Entweder du machst deine Blende weiter auf (also die Blendenzahl kleiner)
  2. oder du benutzt eine längere Verschlusszeit.

Wir kümmern uns jetzt mal nur um die Blende, nehmen also die erste Option. Wir öffnen also die Blende (kleinere Blendenzahl!) und lassen mehr Licht rein, so dass wir um +1 überbelichten. Die Blendenzahl liegt jetzt also nicht mehr bei f/8.0, sondern bei f/6.3.

Blende f/6.3 - Verschlusszeit 1/250s
Blende f/6.3 – Verschlusszeit 1/250s

 

Anmerkung: Jetzt kommt es wieder darauf an welche Kameramodelle ihr habt. An meiner Nikon D40 ist nur ein Rädchen und ich drücke – wenn ich die Blendenzahl in Modus M – verändern möchte, einfach noch den dazugehörigen Knopf.

An der Nikon D7000 sind zwei Rädchen, da nehme ich dann entweder das Rädchen für die Blendenzahl oder das für die Verschlusszeit, je nachdem was ich verändern möchte. Hier gilt, wie immer, durch den Sucher gucken, kurz den Auslöser drücken und dann einfach rumprobieren und gucken was sich verändert.

Da das überbelichtete Bild uns nicht so richtig gefällt und wir es wieder korrekt belichten wollen, machen wir die Veränderung jetzt wieder rückgängig, aber indem wir die Verschlusszeit verändern!

Also, wir haben momentan zu viel Licht, das auf den Sensor fällt. Also unser Ziel ist es die Verschlusszeit so zu ändern, dass weniger Licht auf den Sensor fällt. Was musst du also machen? Richtig: Wir müssen die Verschlusszeit kürzer machen.

Größere Blende –>  schnellere Verschlusszeit

Unsere Blendenzahl ist also immer noch f/6.3 und jetzt machen wir die Verschlusszeit so viel schneller, dass unser Pfeil wieder auf NULL ist und demnach unser Bild korrekt belichtet. In unserem Fall machen wir es doppelt so schnell und verändern die Verschlusszeit von 1/250s auf 1/500s.

Blende f/6.3 - Verschlusszeit 1/500s
Blende f/6.3 – Verschlusszeit 1/500s

 

So. Nun aber genug mit dem Hin und Her. Ist dir aber aufgefallen was an unserem letzten Bild anders ist als an Bild Nr. 1? Beide Bilder sind ja korrekt belichtet.

Der Unterschied ist nur, dass wir jetzt beim letzten Bild mit der Blendenzahl f/6.3 weniger Tiefenschärfe im Foto haben, als mit einer Blendenzahl von f/8.0. Heißt also der Hintergrund ist in Bild 3 unschärfer als in Bild 1.

Ich denke du hast das Prinzip verstanden, oder? Wenn du aber noch nicht genug hast, kannst du das was wir gerade gemacht haben, auch mal in die andere Richtung machen.

Du fängst also wieder an mit f/8.0 und passt deine Verschlusszeit wieder so an, dass das Bild korrekt belichtet ist, in unserem Fall 1/250s.

Blende f/8.0 - Verschlusszeit 1/250s
Blende f/8.0 – Verschlusszeit 1/250s

 

Jetzt machst du die Blendenzahl größer, was dazu führt, dass die Blende kleiner wird und du weniger Licht auf den Sensor deiner Kamera lässt. Jetzt unterbelichtest du mal um -1.

Blende f/11 - Verschlusszeit 1/250s
Blende f/11 – Verschlusszeit 1/250s

 

Im dritten Schritt wollen wir jetzt wieder das Bild korrekt belichten. Dieses Mal lassen wir aber die Blendenzahl links liegen und kümmern uns um die Verschlusszeit.

In welche Richtung müssen wir jetzt also die Verschlusszeit verändern, damit das Bild wieder korrekt belichtet ist? Genau, wir wollen ja mehr Licht reinlassen. Wir haben unsere Blendenöffnung verkleinert, und machen jetzt also unsere Verschlusszeit länger.

Kleinere Blende –> Schnellere Verschlusszeit

Wir machen die Verschlusszeit also so viel länger, sodass der Pfeil wieder auf NULL ist. In unserem Fall also dann 1/125s.

Blende 11 - Verschlusszeit 1/125s
Blende 11 – Verschlusszeit 1/125s

 

Was ist nun anders im Bild 1 als im Bild 3? Genau, jetzt haben wir in Bild 3 mehr Tiefenschärfe, als im ersten.

Grundsätzlich kannst du dir also folgendes merken:

  • Wenn die Blendenzahl kleiner wird (also mehr Licht rein lässt), muss die Verschlusszeit größer werden (also schneller).
  • Wenn die Blendenzahl großer wird (also weniger Licht rein lässt), muss die Verschlusszeit kleiner werden (also kürzer).

Wie du verhindern kannst, dass dein Bild verwackelt

Das ist ein Problem, mit dem wir alle zu kämpfen haben. Du kennst das bestimmt auch. Du kommst nach Hause, guckst dir die Bilder, die du gemacht hast am Laptop an und findest eins was dir richtig gut gefällt, aber stellst dann fest: Mist, es ist verwackelt. Also, ich hoffe jetzt einfach mal, dass ich nicht die Einzige bin, die das Problem schon mal hatte.

Wie können wir also das Verwackeln, das Resultat einer zu langsamen Verschlusszeit, verhindern?

Es gibt sogar eigentlich zwei verschiedene Typen von Verwacklungen.

  1. Unschärfe durch Motivbewegung
  2. Unschärfe verursacht durch die Kamera bzw. den Fotografen hinter der Kamera

Unschärfe durch Motivbewegung

Du kannst schnelle Bewegungen auf deinen Bildern nur festhalten, wenn du schnelle Verschlusszahlen benutzt. Ich hab euch hier mal ein paar Beispiele aufgelistet, damit ihr einschätzen könnt für welche bewegten Motive man ungefähr welche Verschlusszeiten benutzen muss, damit das Bild komplett scharf ist.

  • Flugzeuge, Skispringen, Autorennen – 1/2000s- 1/4000s
  • Rennende Kinder oder auch Hunde, Leute auf Fahrrädern, vorbeifahrende Züge oder sonstige Sportaufnahmen, bei denen sich die Sportler schnell bewegen – 1/1000 -1/2000s
  • Spielende rumtobende Kinder, Tiere in der Wildnis – 1/500s – 1/1000s
  • Landschaften z. B. Bäume an einem windigen Tag – 1/250s – 1/500s

Aber Achtung: hier darfst du natürlich nicht vergessen, dass du eine maximale Blendenzahl hast und du deine Verschlusszeit nicht beliebig „schneller“ machen kannst. Irgendwann ist dann Schluss.

Hier beantwortet sich dann auch direkt wieder die Frage, warum es denn so teure Objektive gibt. Die Objektive mit einer großen maximalen Blendenzahl lassen dich bei schlechten Lichtverhältnissen immer noch relativ schnelle Verschlusszeiten einstellen.

Also, kurz und knapp:

  1. Um schnelle Bewegungen in deinem Bild scharf abzubilden, musst du eine schnelle Verschlusszeit benutzen
  2. Deine maximale Verschlusszeit, die du benutzen kannst, hängt von deiner maximalen Blendenzahl deines Objektiv ab und natürlich von dem Licht, dass dir in dem Moment zur Verfügung steht.

Unschärfe verursacht durch die Kamera bzw. den Fotografen hinter der Kamera

Einige Kameras haben heutzutage sowas schönes, das sich Bildstabilisator nennt. Das hilft natürlich schon mal sehr, die Bilder nicht zu verwackeln.

Da aber nicht alle einen Bildstabilisator haben, schreibe ich hier einfach über beide Varianten.

Aber zuerst für die ohne Bildstabilisator. Wer sich an Teil 3 – Die Brennweite erinnert, erinnert sich vielleicht auch an folgende Faustregel:

Um aus der Hand ein unverwackeltes Bild zu schießen, sollte deine Verschlusszeit 1/Brennweite Sekunden dauern. Bei einer Brennweite von 70 mm sollte deine Verschlusszeit z. B. maximal 1/70 Sekunde oder kürzer sein, bei 100 mm sollte sie 1/100 Sekunde sein.

Eigentlich ist es also ganz simpel. Du hältst dich an die Faustregel und machst deine Verschlusszeit nicht kleiner als deine Brennweite oder du benutzt ein Stativ.

Wenn du jetzt aber einen Bildstabilisator in deiner Kamera hast, dann sieht das schon ein wenig anders aus.

Unten auf der Skala siehst du den Unterschied. Angenommen, du fotografierst mit einer Brennweite von 60 mm, dann solltest du ohne Bildstabilisator eine Verschlusszeit von 1/60 einstellen und mit Bildstabilisator kannst du auch noch mit einer Verschlusszeit von 1/8 fotografieren ohne ein verwackeltes Bild zu bekommen.

Verschlusszeit-Reihe
Wahl der Verschlusszeit mit und ohne Bildstabilisator

 

Das Ganze funktioniert natürlich nur wenn sich auf deinem Bild nichts bewegt.

Was kommt zuerst? Blende oder Verschlusszeit?

Du hast bei jedem Bild, das du machst, zwei Variablen, die du einstellen kannst. Die Blendenzahl und die Verschlusszeit.

  1. Verschlusszeit ist die wichtigere Variable, wenn es dir darum geht Unschärfe (Motiv und Kamera) zu verhindern.
  2. Die Blende kann sich nur bis zu einem gewissen Limit öffnen und hat damit einen direkten Einfluss auf deine maximale Verschlusszeit

Soviel wissen wir ja bereits. Aber wann ist welche Variable für mich hinter der Kamera wichtiger als die andere? Welche der beiden verändere ich zuerst, wenn ich in Modus M fotografiere?

Es gibt drei Faktoren, die die Antwort auf die Frage beeinflussen:

  1. Wie beweglich ist dein Motiv?
  2. Wie viel Licht steht dir zur Verfügung?
  3. Hast du einen Bildstabilisator oder nicht?

Man könnte also meinen, dass wenn die Verschlusszeit die wichtigste Variable ist um Unschärfe zu vermeiden, sollte man sich zuerst immer darum kümmern.

Aber das stimmt so nicht immer. Ich hab euch mal versucht in einer kleinen Liste aufzulisten, wann ihr was zuerst einstellen solltet.

A. Dein Motiv bewegt sich nicht

Fall 1: Du hast VIEL Licht zur Verfügung

Blendenzahl! Du kümmerst dich zuerst um die Blendenzahl, denn da dein Motiv nicht in Bewegung ist, brauchst du keine besonders schnelle Verschlusszeit.

Wenn du viel Licht hast, musst du dir auch keine Sorgen machen, dass deine Verschlusszeit langsamer als die Brennweite deines Objektivs ist.

Du stellst also zuerst die Blendenzahl/Tiefenschärfe so ein, wie du es gerne möchtest und regelst dann die Verschlusszeit nach, so dass der Pfeil auf NULL ist und dein Bild somit korrekt belichtet wird.

Fall 2: Du hast NORMAL VIEL Licht zur Verfügung

Verschlusszeit! Wenn du schon nicht mehr so viel Licht zur Verfügung hast, dann musst du aufpassen, dass deine Verschlusszeit nicht zu langsam wird und solltest demnach dich zuerst darum kümmern (außer du hast einen Bildstabilisator).

Du stellst also zuerst deine Verschlusszeit ein um sicherzugehen, dass diese schnell genug ist und danach veränderst du deine Blendenzahl so, dass das Bild wieder korrekt belichtet wird.

Fall 3: Du hast WENIG Licht zur Verfügung

Blendenzahl! In Situationen in denen du sehr wenig Licht zur Verfügung hast, musst du deine Blende soweit auf machen, wie es dir möglich ist.

Natürlich könntest du auch deine Verschlusszeit zuerst einstellen, aber dann wirst du sehr wahrscheinlich feststellen müssen, dass deine gewünschte Verschlusszeit inkompatibel mit der maximalen Blendenzahl ist, die dein Objektiv dir zur Verfügung stellt.

Also ist es einfacher, wenn du dich zuerst um die Blendenzahl kümmerst und dann die Verschlusszeit anpasst. Wenn die dann unter der Brennweite deines Objektives liegt (gilt wieder nicht für Kameras mit Bildstabilisator), dann musst du deine Kamera entweder irgendwo auflegen oder ein Stativ benutzen.

B. Dein Motiv bewegt sich

Fall 1: Du hast VIEL Licht zur Verfügung

Verschlusszeit! Wenn dein Motiv sich bewegt, dann hilft dir auch dein Bildstabilisator nichts. Insofern, konzentriere dich hier zuerst auf die Verschlusszeit.

Ich habe dir ja ein paar Richtwerte gegeben, wie schnell deine Verschlusszeiten bei bewegten Motiven sein müssen. Such dir also die Verschlusszeit aus und passe danach die Blendenzahl so an, dass dein Bild korrekt belichtet wird.

Fall 2: Du hast NORMAL VIEL Licht zur Verfügung

Verschlusszeit! Da sich dein Motiv ja bewegt, willst du natürlich die schnellstmögliche Verschlusszeit einstellen, damit du die Bewegungen immer noch einfrieren kannst.

Nur musst du hier auch wieder bedenken, dass du evtl. ein Problem mit der maximalen Blendenzahl bekommst. Dann musst du entweder deine Verschlusszeit ein wenig langsamer machen, oder dich für ein Stativ entscheiden.

Fall 3: Du hast WENIG Licht zur Verfügung

Blendenzahl! Hier gilt eigentlich fast genau die gleiche Regel, wie wenn dein Motiv sich nicht bewegt. Denn auch hier, willst du natürlich wieder die schnellstmögliche Verschlusszeit benutzen. Aber hier kannst du dir eigentlich sicher sein, dass du an die Grenzen deiner maximalen Blendenzahl triffst.

Also, ist es hier wieder geschickter die Blendenzahl zuerst wieder auf ihr Maximum zu öffnen. Danach kannst du dann die Verschlusszeit anpassen. Wenn der Belichtungsmesser dir aber hier anzeigt, dass dein Bild immer noch unterbelichtet sein wird, musst du wieder auf ein Stativ zurückgreifen.

Fazit

Ich hoffe, der Beitrag hat dir die Beziehung zwischen der Blendenzahl und der Verschlusszeit noch mal näher gebracht und dass du beides mittlerweile verinnerlicht hast. Das hier sind – wie immer – alles nur Richtlinien.

Du merkst relativ schnell, mit welcher Einstellung deiner Kamera du dich am wohlsten füllst. Ich z. B. fotografiere meistens mit Blendenpriorität, also Modus A.

Wie immer: Geh raus und probiere es aus! Es macht nicht nur viel Spaß die Funktionen der Kamera zu entdecken, sondern du wirst auch mit jedem Mal Fotografieren ein bisschen besser und sicherer.

Ich wünsche dir ganz viel Spaß!

Wie schon bei den anderen Teilen, freue ich mich auch hier wieder über dein Feedback und deinen Kommentar! Es macht mir gleich viel mehr Spaß, wenn ich weiß, dass du auch ein bisschen Spaß dran hast. Also, los los und kommentiert hier unten einfach.

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>> Hier klicken für mehr Informationen zum Online-Fotokurs.

>> Hier geht es weiter mit Teil 6: ISO-Wert.

9 Kommentare - Wir freuen uns auch über deinen netten Kommentar!

  1. Hallo ihr Beiden,

    wirklich sehr geil und verständlich geschrieben !!
    Hütchen ab !!!
    Da können wir als „Automatik-Knipser“ wirklich viel lernen !

    Und auch danke für die anschauliche Beschreibung mit den dazugehörigen Bildern !!!

    Jetzt sitz Tanja schon seit Stunden mit der Kamera auf dem Balkon und ist am Üben !!
    Ich glaub, ich kommen gar nicht mehr an die Kamera ran …. :-(

    Wir wünschen euch eine schöne Weihnachtszeit !!!

    Liebe Grüße

    Bibo

    • Hallo Bibo,

      das freut uns sehr. Ich hoffe, wir stören mit unseren Artikeln nicht euren Weihnachtsfrieden, weil ihr euch über die Kamera streitet. :)

      Euch beiden auch schöne Weihnachten. Nächstes Jahr wird dann in der Sonne gefeiert?

      Viele Grüße
      Sebastian

  2. Hallo un auch von mir ein herzliches Dankeschön für die nachvollziehbaren Erklärungen.

    Eine Frage hätte ich bzgl. der Faustregel – Verschlusszeit nicht kleiner als deine Brennweite -.

    Wie verhält sich das Verhältnis bei einer Kamera mit Cropfaktor 1.5 und hierbei dann mit Bildstabilisator?

    Freundliche Grüße
    Norbert

    • Hallo Norbert,

      puh, das ist eine ziemlich interessante und schwierige Frage. Spontan hätte ich gesagt, dass der Cropfaktor keine Auswirkung auf die Faustregel hat, da ich ja immer gleich viel wackel, egal welcher Ausschnitt nun auf den Sensor gebannt wird. Ich habe eben mal ein bisschen recherchiert und auch anderslautende Meinungen gelesen, die sagen, dass du den Crop-Faktor bei der Faustregel mit einberechnen musst.

      Der Bildstabilisator bewirkt, dass du die Verschlusszeit um etwa drei Stufen verlängern kannst.

      Am besten müsste man das einfach mal mit seiner eigenen Kamera ausprobieren und für sich selbst eine individuelle Faustregel erstellen.

      Viele Grüße
      Sebastian

  3. Vielen Dank für die rasche Antwort.

    Wie so oft bekommt man im Internet zu viele und teilweise gegensätzliche Meinungen und am Ende weiß man nicht wirklich die Antwort : – )

    Ich nutze inzwischen die Faustregel und statt 3 verlängere ich nur um 1 bis 2 Stufen und erhöhe eher mal die ISO auf 200 oder 400.

    Bislang bekomme ich damit gute Ergebnisse.

  4. Hallöchen,
    durch Zufall bin ich via Facebook heute auf eurer Seite gelandet. Daumen hoch und Hut ab! :-) Ich fotografiere seit letztem Oktober, habe mal hier und mal da gegoogelt, mich in diversen Communities angemeldet, habe 2 Kurse besucht und auch überlegt, ob ich mir eins der beiden sagenumwobenen Bücher holen soll.
    Nachdem ich heute Abend euren kleinen Einführungskurs inhaliert habe war ich total begeistert. Endlich mal Erklärungen die auf dem Punkt sind, super toll und die einfachen Vergleiche wie mit dem Türschlitz – klasse.
    Ich habe mich natürlich sofort für den Newsletter angemeldet und freue mich schon auf den Onlinekurs :-).
    Macht weiter so!!!!
    Liebe Grüße
    Sandra

    • Hallo Sandra,

      super cool, dass du uns gefunden hast! Natürlich ist es noch cooler, dass dir unser baby 22places gefällt und dich die Lust fotografieren zu lernen gepackt hat.

      Hihi. Ich freu mich immer über so tolle Kommentare, wie deinen. Dann wissen wir, dass sich die Arbeit auch lohnt. Yeay! Danke dafür!!!!

      Ich bin mir sicher, dass der Kurs dir auch sehr viel Spaß machen wird :)

      Liebe Grüße zurück
      Jenny

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