Es ist wieder Freitag! Das bedeutet, es geht weiter mit dem nächsten Beitrag unserer Reihe „Fotografieren lernen“. Heute geht es um die Belichtung. Der Beitrag wird dieses Mal in zwei Teile aufgeteilt. Teil 1: Die Belichtung und im nächsten Beitrag findest du Teil 2: Die manuelle Belichtung.

Ich hoffe du bist höchst motiviert und hast Lust, ein bisschen was über Belichtung zu lernen. Super, los geht es.

Wenn du dir die ersten drei Teile noch nicht angeschaut hast und das gerne machen würdest, hier sind sie:

1. Teil: Blende
2. Teil: Verschlusszeit
3. Teil: Brennweite

Die Belichtung – Einleitung

Der Teil ist so aufgebaut, dass ich zuerst noch mal die wichtigsten Dinge über die Blendenzahl und die Verschlusszeit auffrische, damit du dann mit dem geballten Wissen, dass du dir bis hier hin angeeignet hast, in den heutigen Beitrag starten kannst.

Zuerst beschäftigen wir uns mit dem Zusammenhang zwischen der Blendenzahl, der Verschlusszeit und der Belichtung. Dann erzähle ich dir etwas über die Sache mit dem Türspalt. Hört sich merkwürdig an, ist es aber nicht.

Weiter geht es mit der Belichtung, dem Belichtungsmesser deiner Kamera und dann klären, wir wofür du das überhaupt alles wissen musst.

Aber als erstes:

Eine kleine Zusammenfassung

Damit du das Gelernte über die Blende und die Verschlusszeit nicht einfach wieder vergisst, hier eine kleine Auffrischung.

Blende

  • Die Blende regelt, wie weit das Objektiv geöffnet ist und wie viel Licht auf den Sensor deiner Kamera trifft
  • Vor der Blendenzahl steht immer ein f/
  • Kleine Blendenzahl – große Blendenöffnung – viel Licht
  • Große Blendenzahl – kleine Blendenöffnung – wenig Licht
  • Die Blende beeinflusst die Schärfentiefe in deinem Bild. Du erinnerst dich vielleicht noch an das Fußballfeld aus Teil 1 mit Mats Hummels und Manuel Neuer. Genau, das war das mit der Schärfentiefe.
  • Große Blendenzahl – große Schärfentiefe – Du siehst sowohl den Vordergrund als auch Hintergrund scharf.
  • Kleine Blendenzahl – geringe Tiefenscharfe – Du siehst das Motiv im Vordergrund scharf, der Hintergrund ist verschwommen.

Verschlusszeit

  • Die Verschlusszeit, auch Belichtungszeit genannt, bestimmt wie lange der Verschluss offen bleibt, während du ein Foto machst und wie lange Licht auf den Sensor deiner Kamera fällt
  • Verschlusszeiten werden in Sekunden und Bruchteilen von Sekunden angegeben
  • Eine Verschlusszeit von 1/50 Sekunde wird auf deiner Kamera als 50 angezeigt und eine Verschlusszeit von 5 Sekunden als 5“.
  • Du kannst durch das Einstellen deiner Verschlusszeit entweder deine Motive einfrieren oder deinem Motiv eine gewisse Bewegungsunschärfe geben
  • Kurze Verschlusszeit – Motiv friert ein
  • Lange Verschlusszeit – Motiv wird unscharf bzw. weich

Und noch mehr:

Als du deine Kamera für Teil 1 und Teil 2 in Modus A  für Blendenpriorität oder in Modus S für Verschlusszeitpriorität gestellt hast, ist dir bestimmt aufgefallen, dass du insgesamt vier verschiedene Modi-Einstellungen hast. Einige Kameras haben natürlich auch noch andere Modi.

Die vier Modi sind:

  • P – Programmautomatik
  • S – Shutter speed, also Verschlusszeitpriorität
  • A – Sperture, also Blendenpriorität
  • M – Manuell

Wenn du deine Kamera auf Modus P stellst, dann ist das gar nicht so viel anders, als wenn du mit deinem Automatikmodus fotografierst.

Der einzige Unterschied ist, dass du in Modus P noch einige Einstellungen deiner Kamera selbst bestimmen kannst, wie z.B. die ISO und den Weißabgleich. Dazu kommen wir aber in einem weiteren Beitrag. Nicht alles auf einmal.

Modus S und A haben wir ja bereits besprochen. Trotzdem noch mal kurz zum Auffrischen: In Modus A bestimmst du manuell deine Blendenzahl und deine Kamera stellt die dazu passende Verschlusszeit ein.

Bei Modus S bestimmst du deine Verschlusszeit und deine Kamera kümmert sich um die dazu passende Blendenzahl, sodass dein Bild immer ordentlich belichtet wird.

Jetzt fragst du dich sicherlich, wofür gibt es dann noch den Modus M? Mit der Antwort auf diese Frage beschäftigen wir uns in diesem und dem nächsten Beitrag.

Bist du bereit für mehr Wissen? Ich hoffe es! Denn jetzt geht es richtig los.

Definition – Zusammenhang zwischen Blende, Verschlusszeit und Belichtung

Bevor ich näher auf den Modus M eingehe, kümmern wir uns erst einmal um die Belichtung und was das nun genau mit der Blendenzahl und der Verschlusszeit zu tun hat.

Ich werde versuchen dir alles so simpel, wie möglich zu erklären. Trotzdem ist es am besten, wenn du dir jetzt schon mal deine Kamera zur Hand nimmst und zwischendurch einfach ein bisschen rumprobierst.

Ich finde das mit der Belichtung, kann man ganz gut anhand Türspaltes erklären. Klingt wahrscheinlich jetzt ein wenig komisch, aber so habe ich es damals gelernt. Ich finde, solche Vergleiche machen es immer einfacher sich Dinge zu merken. Also:

Der Türspalt

Wir haben ja gelernt, dass die Blendenzahl und auch die Verschlusszeit die Menge an Licht, die auf den Sensor deiner Kamera trifft, beeinflusst. Richtig? Ok. Sieht also schwer danach aus, als wäre da ein Zusammenhang.

Stell dir jetzt einfach mal folgende Situation vor. Du bist in einen beleuchteten Hotelflur und dein Zimmer ist ganz am Ende des Gangs. Jetzt gehst du auf dem Weg zu deinem Hotelzimmer an einer Tür vorbei, hinter der du aufgeregte und laute Stimmen hörst.

Du bist von Natur aus sehr neugierig und bleibst stehen. Kleine Zusatzinformation: in unserem Szenario ist das Zimmer hinter der Tür stockdunkel. Um jetzt herrauszufinden, was denn Spannendes hinter dieser Tür passiert, hast du zwei Möglichkeiten.

  1. Du öffnest die Tür einen Spalt breit, so dass ein wenig Licht aus dem Flur in das Zimmer fällt. Du musst ziemlich lange in den Spalt gucken, damit sich deine Augen an das schwache Licht im Zimmer gewöhnen können und du siehst, was vor sich geht.
  2. Du machst die Tür ganz weit auf und lässt für eine kurze Zeit das Licht aus dem Hotelflur in das dunkle Zimmer rein. So siehst du sofort, was in dem Raum los ist.

Das Tolle ist, egal welchen Weg du nimmst, du lässt genau die gleiche Menge Licht in das Zimmer.

Schmale Öffnung + Lange Zeit = Breite Öffnung + Kurze Zeit

Du kannst vielleicht schon erahnen worauf ich hinaus möchte. Die Blende ist in unserem Beispiel die Größe der Türöffnung und die Verschlusszeit repräsentiert, wie lange die Tür geöffnet ist.

Das zeigt dir aber eigentlich ganz gut, dass du immer zwei Möglichkeiten hast, um genau das gleiche Foto zu machen.

Leider werden wir nie erfahren, was sich tatsächlich hinter der Tür abgespielt hat. Soweit geht die Geschichte nämlich nicht. Schade eigentlich.

Belichtung

Es gibt einige Fälle, in denen wir unser Bild nicht korrekt belichten möchten. Nicht korrekt belichtet bedeutet, dass das Bild überbelichtet oder unterbelichtet ist.

An unserem Beispiel mit dem Türspalt wären das folgende Szenarien: Wenn du die Tür nicht weit oder lang genug öffnest, ist das Zimmer zu dunkel und du erkennst nicht alles. Übertragen auf das Bild, wäre es unterbelichtet.

Solltest du die Tür zu lange aufgemacht haben und zu viel Licht rein gelassen haben, dann wäre das Bild überbelichtet. Ich gebe zu, letzteres ist in unserem Fall eher unwahrscheinlich, aber es ist ja auch nur ein Beispiel und ich denke, du hast verstanden, was ich damit sagen will.

Unterbelichtung

Fotos die unterbelichtet sind, sehen aus als wären sie hinter einem Schleier. Die Farben im Bild sind dunkler und gedämpfter als in der Realität. Schatten im Bild sind sehr dunkel und das Bild sieht generell düster aus.

Ein Beispiel für ein unterbelichtetes Bild
Ein Beispiel für ein unterbelichtetes Bild

Überbelichtung

Überbelichtete Bilder sehen immer ein bisschen so als, als würde gerade Aliens über deinem Motiv landen, alles ist hell erleuchtet vom UFO, das gerade über dir landet. Alles ist viel zu hell und wirkt verwaschen. Strukturen und Farbe des Bildes gehen so verloren.

Ein Beispiel für ein überbelichtetes Bild
Ein Beispiel für ein überbelichtetes Bild

Richtige Belichtung

Ein Bild ist korrekt belichtet, wenn das, was du auch mit deinen Augen siehst, auf dem Foto genauso abgebildet wird. Die Farben sehen natürlich aus, Schatten sind nicht tiefschwarz und du kannst alle Strukturen und Details auf dem Bild gut erkennen

Ein Beispiel für ein korrekt belichtetes Bild
Ein Beispiel für ein korrekt belichtetes Bild

 

In den Modus Einstellungen P, A und S wird deine Kamera immer versuchen, das Bild für dich richtig zu belichten. Und die heutigen Kameras machen da echt einen guten Job.

Trotzdem gibt es einfach Momente, in denen deine Kamera mit ihrem Job überfordert ist und du selbst Hand anlegen musst. Oder du möchtest absichtlich über- oder unterbelichten, um einen bestimmten Effekt in dein Bild transportieren.

So oder so, es wird Momente geben, da willst du die Belichtung nicht komplett deiner Kamera überlassen, sondern selbst darüber bestimmen.

Jetzt zur Frage: Wie lernst du deine Belichtung selber zu regulieren? Als ersten Schritt solltest du lernen, wie du den Belichtungsmesser deiner Kamera richtig abliest. Also, machen wir jetzt weiter mit dem Thema Belichtungsmesser.

Belichtungsmesser deiner Kamera

Zuerst kurz noch ein Hinweis: Nicht alle Kameras haben zwangsläufig einen Belichtungsmesser eingebaut. Die meisten allerdings schon. Ob du einen hast oder nicht, findest du in deinem Handbuch. Du kannst auch einfach mal gucken, ob du das, was ich gleich erzähle in deiner Kamera findest.

Deine Kamera wertet also deine Einstellungen der Blende und der Verschlusszeit aus, und entscheidet dann ob dein Bild mit deinen gewählten Einstellung über-, unter- oder korrekt belichtet wird.

Was davon der Fall ist, zeigt dir dann der Belichtungsmesser entweder als Zahl oder auf einer Art Skala an. Das ist für jede Kamera unterschiedlich. Du kannst deine Kamera aber einfach mal in den manuellen Modus stellen – also auf M.

Bei unseren Nikon Kameras, der D40 und der D7000, sieht man jetzt ein Art Skala rechts neben der Verschlusszeit und der Blendenzahl, wenn man durch den Sucher guckt. Siehst du die auch? Sie sieht in etwa so aus:

eins

Du hast dann meistens auch einen kleinen Pfeil, der angibt wo auf der Skala du dich gerade befindest. Wenn der Pfeil mittig ist, dann sind die Einstellungen so gewählt, dass das Bild korrekt belichtet wird. Sollte der Pfeil rechts oder links von der 0 (oder von der Mitte) sein, dann ist dein Foto entweder über- oder unterbelichtet.

Ich hab euch das mal digital gezeichnet, damit ihr auch seht wovon ich hier rede. In der Bildbeschreibung habe ich dazu geschrieben ob, das Bild korrekt belichtet, überbelichtet oder unterbelichtet ist.

Wenn der Pfeil auf -1 steht, dann ist das Foto um eine „Stufe“ unterbelichtet. Die meisten Kameras zeigen dann noch mal zwischen den vollen Stufen – also eins, zwei, drei Zwischenstufen an: 0 / 0,3 / 0,5 / 0,7 / 1

Bei den meisten Kameras ist links der negative Bereich (also Unterbelichtung) und rechts der positive Bereich (Überbelichtung). Wenn du eine Nikon-Kamera hast, dann ist es genau andersrum. 

Wie kann ich das wirksam einsetzen?

In den Modi Auto, P, A oder S entscheidet deine Kamera selbst, welche die richtige Belichtung ist.

Warum soll ich mich also überhaupt damit beschäftigen, wenn meine Kamera das alleine ganz gut hinbekommt? Deine Kamera kann nicht immer korrekt beurteilen, wie es ein Motiv richtig belichten muss. Aber du kannst das!

Dynamischer Bereich

Eine kurze Defintion: der Dynamische Bereich beschreibt den Unterschied in der Helligkeit zwischen dem dunkelsten und dem hellsten Bereich eines Bildes.

Ok. Die einfache Erklärung:

Deine Augen haben einen unglaublichen dynamischen Bereich. Angenommen du stehst mitten auf einem Waldpfad und durch die Äste der Bäume scheinen einzelne Sonnenstrahlen durch. D

u kannst alles genau erkennen. Du siehst die Adern auf den von Sonnenstrahlen hell erleuchteten Blättern, aber genauso kannst du die Musterung der Baumrinde, die im Schatten liegt, erkennen.

Deine Kamera ist zwar echt gut, aber so gut wie du ist sie leider nicht. Deine Kamera kann nicht alles erkennen, was du mit deinen Augen sehen kannst.

Am besten erklären kann man dieses Problem am Beispiel eines Sonnenuntergangs. Ich würde dir super gerne ein aktuelles Foto von einem Sonnenuntergang am Strand machen. Leider ist da Berlin einfach nicht der richtige Ort für. Ich habe aber ein paar alte Fotos auf meiner Festplatte gefunden, die das Problem gut zeigen.

Stell dir vor du stehst am Strand und willst den Sonnenuntergang fotografieren. Wenn du jetzt durch den Sucher deiner Kamera guckst, siehst du einen ziemlich großen Kontrastunterschied zwischen dem Sonnenuntergang selbst und allem anderen was auf dem Bild zu sehen ist, der komplett im Schatten zu liegen scheint.

Deine Kamera wählt eine von den beiden Möglichkeiten um mit dem großen Kontrastunterschied umzugehen:

  1. Die Kamera entscheidet sich für das was am hellsten im Bild ist: den Sonnenuntergang.
    Deine Kamera belichtet also den Sonnenuntergang korrekt. Allerdings hat das zur Folge, dass die Landschaft drumherum, also in diesem Fall die Felsen im Vordergrund, unterbelichtet sind.
Sonnenuntergang mit dunklen Vordergrund
Sonnenuntergang mit dunklen Vordergrund

 

2. Die Kamera entscheidet sich für den dunkelsten Teil des Bildes – also hier die Felsen – und versucht diese richtig zu belichten. In dem Fall ist also der Vordergrund gut zu erkennen, der Sonnenuntergang im Hintergrund ist aber total überbelichtet und eigentlich als solcher gar nicht mehr zu erkennen.

Sonnenuntergang überbelichtet
Sonnenuntergang überbelichtet

Keine der beiden Optionen gefällt mir. Dir? Wenn du so ein Motiv im Automatikmodus fotografierst, wird es eher schlimmer, als besser. Wenn du das gleiche Foto zwei mal im Automatikmodus fotografierst, kann es sogar sein, dass du zwei völlig unterschiedlich belichtete Fotos bekommst.

Extremer Kontrast auf einem Bild ist ein Problem, mit dem wir umgehen müssen, aber es gibt noch andere Situationen in deinen deine Lichtmessung dein Bild nicht richtig belichtet.

Mittelgrau und die Verwirrung deiner Lichtmessung

Unter normalen Umständen, also normalem Tageslicht, ist deine Kamera eigentlich Profi was die Belichtung angeht und macht sich da ganz gut.

Deine Kamera ist darauf getrimmt, die korrekte Belichtung für Millionen unterschiedlicher Belichtungssituationen zu erzielen. Deine Kamera versucht also immer alles im Bild gleich viel zu belichten, egal welche Farbe es hat oder wie hell es ist. Das nennt man dann: middle gray – also mittelgrau auf deutsch.

Das funktioniert in etwa so: Du machst ein Foto von etwas, das viel weiß enthält. Deine Kamera will dann das viele weiß ein wenig abschwächen, damit es nicht überbelichtet wird. Meistens allerdings, treibt die Kamera das ein wenig zu weit, so dass alles was eigentlich weiß ist, plötzlich grau wird. Das kann dir z. B. bei Schnee, Sand und Nebel leicht passieren.

Umgekehrt geht das natürlich auch. Du machst ein Foto von einem sehr dunklen Motiv. Dann möchte deine Kamera, dass ganze ein wenig aufhellen, damit es nicht unterbelichtet wird und dein dunkles Motiv wird dann – du kannst es dir bestimmt schon denken! Genau, grau!

Die Situation hast du z. B. bei Motiven im Schatten oder einfach an einem sehr bewölktem Tag.

Wenn unsere Kamera uns also in solchen Situation anlügt und die Bilder gar nicht richtig belichtet, was machen wir dann bloss im Winter, wenn überall Schnee liegt!

Gute Frage! Die Antwort ist ganz einfach: Wir korrigieren!

Belichtungskorrektur & Praxis

So, spätestens jetzt solltest du dann wieder deine Kamera und vielleicht dieses Mal auch dein Handbuch zur Hand haben.

Mit der Belichtungskorrektur kannst du in genau solchen Situation, wie z. B. im Schnee die Fehler deine Kamera wieder gut machen und die Belichtung einfach selbst kontrollieren. Belichtungskorrektur kannst du machen ohne dich mit dem Modus M auszukennen, denn das kommt ja erst im nächsten Beitrag.

Also, nehmen wir einfach Schnee als Beispiel. Wenn du gerade keinen Schnee zur Hand hast, könnt ihr auch eine weiße Wand fotografieren. Das funktioniert im Prinzip genauso.

Weißer Schnee, bedeutet also – deine Kamera denkt „uiuiui, dass ist aber hell, dass regeln wir lieber ein bisschen runter, damit das nicht überbelichtet“ und macht dein schönes Schneebild einfach grau!

Was machen wir nun um das zu ändern? Wir benutzen die Belichtungskorrektur unserer Kamera.

Der Knopf für die Belichtungskorrektur an der Nikon D7000
Der Knopf für die Belichtungskorrektur an der Nikon D7000

Und hier sollte jetzt am besten jeder mal in sein Handbuch gucken um rauszufinden, wo da das Knöpfchen oder Rädchen für ist. Bei mir sieht es so aus, wie auf dem Bild unten. Hier siehst du einen Knopf rechts unter dem Auslöser mit einem Plus/Minus Zeichen drauf. Das ist bei der Nikon D7000 der Knopf für die Belichtungskorrektur. Den halte gedrückt und verändere es am Rädchen auf der Rückseite der Kamera. Aber das müsst ihr wirklich einfach an eurer Kamera mal ausprobieren.

Ob du das im Modus P, A, S oder M ausprobierst, bleibt dir überlassen. Es funktioniert in allen vier Modi.

Du machst also nun folgendes:

  1. Wähle den Modus in dem du fotografieren möchtest
  2. Drücke den Knopf, mit dem du das Foto machst, also deinen Auslöser, halb ein damit du deinen eingebauten Belichtungsmesser aktivierst
  3. Korrigiere deine Belichtung auf +1

Deine Kamera schreit jetzt zwar innerlich auf, weil sie denkt das Bild wird überbelichtet. Sie rechnet aber nicht damit, dass du es besser weißt und einfach nur nicht willst, dass der Schnee grau wird.

Wie weit du das Bild überbelichtest, kannst du ganz für dich selbst entscheiden. Du kannst das ja auch einfach mal mit unterschiedlichen Werten überbelichten. Oder noch aufregender, unterbelichte den Schnee doch mal und gucke was passiert.

Wir haben jetzt einfach mal eine weiße Wand genommen. Allerdings ist das Foto nicht bei Tageslicht entstanden, sondern bei gelblichem Flurlicht. Unsere „Wand“ ist also nicht weiß, sondern gelb.

Es geht hier aber jetzt auch nicht darum, dass Bild „richtig“ weiß zu machen, sondern das Motiv auf dem Foto so abzubilden, wie es tatsächlich in der Realität ist. Es weiß zu bekommen, obwohl es gelb ist, ist jetzt noch mal eine andere Geschichte – darum kümmern wir uns in einem weiteren Beitrag.

Wichtig – Wenn du an deiner Belichtungskorrektur drehst, denk dran es danach wieder zurück auf Null zu setzen.

Denn das macht deine Kamera nicht automatisch. Es wäre schade, wenn du dich dann in ein paar Wochen beim Fotografieren fragst, warum denn alle Bilder plötzlich so verdammt hell aussehen.

Also, ich bin da so ein Kandidat für und ich würde lügen, wenn ich sagen würde, mir wäre das noch nie passiert. Mir ist das schon mehr als einmal passiert. Also, lernt bitte aus meinen Fehlern.

So, das war der erste Teil zum Thema Belichtung. Ich hoffe, du hast wieder etwas dazu gelernt. Im nächsten Beitrag geht es weiter mit dem zweiten Teil des Themas. Dort kümmern wir uns um die manuelle Belichtung und Modus M.

Und jetzt schnapp dir deine Kamera und probiere los!

Ich freue mich aber wirklich riesig über deinen Kommentar. Es macht mir gleich viel mehr Spaß, wenn ich weiß, dass du auch ein bisschen Spaß dran hast.

Gefällt dir unsere Art Wissen zu vermitteln? Dann guck dir doch mal unseren Online-Fotokurs genauer an:

>> Hier klicken für mehr Informationen zum Online-Fotokurs.

>> Hier geht’s weiter mit Teil 5: Manuelle Belichtung & Modus M.

10 Kommentare - Wir freuen uns auch über deinen netten Kommentar!

    • Liebe Anne,

      vielen lieben Dank für deinen total netten Kommentar. Ich freue mich wirklich immer sehr über Feedback, da ich so weiß, dass die viele Mühe nicht umsonst war und euch die Beitrage auch gefallen! Also tausend Dank!

      Am Freitag geht es ja auch direkt weiter. Der Beitrag ist auch schon fast fertig. :)

      Liebe Grüße aus Fuerteventura,

      Jenny

  1. Schön vereinfacht und für Anfänger auf den Punkt gebracht, aber 2 Mal Einspruch vom Erbsenzähler Foto-Nerd ;)

    1. „Das zeigt dir aber eigentlich ganz gut, dass du immer zwei Möglichkeiten hast, um genau das gleiche Foto zu machen.“

    Genau das gleiche Foto ist es bei unterschiedlichen Blenden und Verschlusszeiten nie. Schärfentiefe und Bewegungsunschärfe ändern sich und noch andere Faktoren. Wenn man das ausbessert in „genau die gleiche Belichtungsintensität“, dann passt’s besser. Außerdem sind es immer 3 Möglichkeiten, siehe 2.

    2. Beim vereinfachten Türspalt Beispiel fehlt noch die 3. Komponente im Belichtungs-Triumvirat, die Lichtempfindlichkeit in ISO. Also im Beispiel: „Wie schnell sehe ich, was da hinter der Tür passiert“. Oder so ähnlich?

    • Hallo Florian,

      vielen Dank für deine Anmerkungen. Wir werden die Formulierungen noch etwas anpassen aber erst nach Weihnachten. ;)

      ISO haben wir bewusst noch weg gelassen, da wir darüber noch einen eigenen Beitrag schreiben werden. Aber du hast natürlich Recht.

      Viele Grüße
      Sebastian

  2. Hallo Jenny und Sebastian,

    Ich habe gerade euren Fotografiie-Kurs wieder entdeckt. Ja die Belichtung. Ich hab sie vor einem Schnorchelausflug verstellt und vergessen wieder zurück zudrehen. Ahhh, alle tollen Bilder von Nemo waren unterbelichtet. Das war ärgerlich. Jetzt werde ich immer vorher die Einstellungen checken. Unterwasser war das echt blöd. Mittlerweile habe ich Nemo nochmal gesehen und kann jetzt drüber lachen. :D
    Alles Liebe aus Fremantle,
    Dani

    • Hallo Dani,

      na, da bin ich ja froh, dass du Nemo noch mal getroffen hast :) Das wäre ja wirklich ärgerlich gewesen. Kann mich da sehr gut hineinfühlen ;) Welche Kamera benutzt du für Unterwasseraufnahmen?

      Liebe Grüße zurück an die Westküste Australiens aus Hamburg

      Jenny

      • Hi Jenny,

        zum Glück lernt man ja aus Fehlern :) Ich nutze die Panasonic TZ41 mit dem zugehörigen Unterwassergehäuse. Finde das Preis-Leistungs-Verhältnis ganz gut und nutze die Kamera auch zum filmen in Full-HD für YouTube. Ich mag die TZ 41 auf Reisen ganz gerne, weil man sie immer dabei hat und so keine Foto-Gelegenheit verpasst. Der Zoom ist super und die Bilder für eine Kompaktkamera auch. Solange man sie nicht mit der DSLR vergleicht. ;) Aber oft bin ich einfach schneller mit der Kompakten.
        LG, Dani

  3. „Sonnenuntergang mit dunklen Vordergrund“ ist ein wunderschönes Bild geworden! Genau mein Stil. Danke für diesen wirklich praktischen Guide, ich lerne damit gerade eine Canon eos 550d zu verstehen und feier‘ meine ersten Erfolge :D Gerade wenn man so ein Gerät zum ersten mal in der Hand hat, braucht man solche Beiträge mit sinnvollem, theoretischem Bezug auf die Praxis. Weiter so!!

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