Dies ist ein gesponserter Beitrag für das GEO Special Berlin.

Kaum eine Stadt in Europa hat in den letzten 100 Jahren eine so wechselvolle Geschichte hinter sich wie Berlin. Heute präsentiert sich die Hauptstadt als das Szene-Mekka Europas. Berlin hat die besten Clubs, die coolsten Startups und die hippesten Hipster.

Vor 30 Jahren war all das noch undenkbar. Berlin war geteilt. Die Fassaden im Osten bröckelten vor sich hin und wo heute die Hochhäuser am Potsdamer Platz in die Höhe ragen, verlief die Berliner Mauer.

Die meisten Relikte dieser Zeit sind inzwischen verschwunden. Wenn du aber mit offenen Augen durch Berlin gehst, findest du noch immer Spuren der DDR.

Wir nehmen dich in diesem Beitrag mit auf eine Zeitreise. Begleite uns auf eine ganz besondere Fototour durch Berlin, in der wir dir spannende Orte zeigen, an denen die Geschichte noch immer lebendig ist.

Du kannst theoretisch alle Orte an einem Tag besuchen, auch wenn das Programm dann relativ sportlich ist. Die Reihenfolge der einzelnen Orte in diesem Beitrag ist auch gleichzeitig die empfohlene Reihenfolge für deine Fototour.

Alle Locations findest du auf der folgenden Karte. Wenn du detaillierte Infos und Tipps zu den einzelnen Spots haben möchtest, findest du diese in unserem Guide zu den schönsten Foto-Locations, wo du natürlich noch viele weitere spannende Foto-Locations in Berlin findest.

Das Sowjetische Ehrenmal im Treptower Park

Unsere Fototour durch Berlin auf den Spuren der DDR beginnt etwas außerhalb des S-Bahnrings in Treptow.

Mitten im Treptower Park befindet sich etwas versteckt zwischen den Bäumen ein sowjetisches Ehrenmal, das mit seiner Größe von 100.000 Quadratmetern in Deutschland seinesgleichen sucht.

Sowjetisches Ehrendenkmal
Sowjetisches Ehrenmal

Sowjetisches Ehrendenkmal
Sowjetisches Ehrenmal

Sowjetisches Ehrendenkmal
Sowjetisches Ehrenmal

 

Die Anlage ist symmetrisch aufgebaut und an ihrem Ende wacht eine 30 Meter hohe Soldatenstatue über die 7.000 sowjetischen Soldaten, die hier bestattet sind.

Wenn du das Sowjetische Ehrenmal vormittags besuchst, bist du wahrscheinlich fast allein und es hat schon etwas Besinnliches mitten in Berlin an einem Ort mit einer solchen Ruhe zu sein. Die teils martialischen Inschriften und Reliefs des Denkmals stören den friedlichen Eindruck etwas, dennoch ist das Ehrenmal sehr beeindruckend.

So kommst du zum Sowjetischen Ehrenmal

Mit der Ringbahn fährst du bis zur Station Treptower Park. Von dort sind es zu Fuß etwa 10 Minuten bis zum Sowjetischen Ehrenmal. Du kannst auch mit den Buslinien 166, 167 und 285 direkt bis zur Haltestelle Sowjetisches Ehrenmal fahren.

Mehr Informationen in unserem Location-Guide: Sowjetisches Ehrenmal im Treptower Park.

Einer der letzten Wachtürme in Berlin

Zu Fuß geht es vom Treptower Park weiter in den Schlesischen Busch, einem kleinen Park an der Grenze zwischen Treptow und Kreuzberg.

Ganz unscheinbar steht er dort: Einer der letzten noch existierenden Wachtürme, die einst die Berliner Mauer säumten. Früher gab es mehr als 300 von ihnen, heute sind gerade mal drei Stück übrig geblieben.

Wachturm Schlesischer Busch
Wachturm Schlesischer Busch

Wachturm Schlesischer Busch
Wachturm Schlesischer Busch

Der Wachturm am Schlesischen Busch war eine sogenannte Führungsstelle. Von hier aus wurden insgesamt 18 weitere Wachtürme koordiniert. Rund um den Turm erinnert sonst nichts mehr an die leidvolle Vergangenheit. Junge Menschen sitzen im Park, grillen, trinken Bier und kaum einer nimmt überhaupt Notiz von dem Turm mitten auf der grünen Wiese.

Mittlerweile wurde der Turm auch kräftig mit Graffities verziert, sodass er sich fast perfekt in die Umgebung einpasst. Eine Besteigung des Turms ist nur zu besonderen Anlässen möglich, ansonsten kannst du nur einen flüchtigen Blick von außen darauf werfen.

So kommst du zum Wachturm am Schlesischen Busch
Von der S-Bahnstation Treptower Park sind es wenige Minuten zu Fuß. Etwa zehn Minuten fußläufig befindet sich die U-Bahnstation Schlesisches Tor, an der die U1 hält.

Mehr Informationen in unserem Location-Guide: Wachturm Schlesischer Busch

Ein Baumhaus im Niemandsland

Der nächste Ort unserer Fototour liegt etwa 20 Gehminuten vom Wachturm am Schlesischen Busch entfernt und führt uns zum Wohl skurrilsten Ort in Berlin, den die deutsche Teilung hervorgebracht hat.

Auf einer dreiecksförmigen Verkehrsinsel errichtete der türkische Einwanderer Osman Kalin aus Brettern ein kleines Häuschen zwischen zwei Bäumen. Bis heute ist es als das Baumhaus an der Mauer bekannt.

Baumhaus an der Mauer
Osman Kalin vor dem Baumhaus an der Mauer

Baumhaus an der Mauer
Baumhaus an der Mauer

 

Die kleine Verkehrsinsel gehörte eigentlich zu Ostberlin. Da die Berliner Mauer aber aus Kostengründen nicht um die Verkehrsinsel herum, sondern schnurgerade gebaut wurde, war das Gelände auch von Westberlin aus zugänglich.

Osman Kalin nutzte den Status als Niemandsland kurzerhand aus und ließ sich auf dem kleinen Fleckchen Erde nieder. Heute wird seine illegale Bebauung vom Bezirk geduldet und mit etwas Glück sieht man den über 90-jährigen Kalin noch immer vor seinem Baumhaus sitzen.

So kommst du zum Baumhaus an der Mauer
Vom Schlesischen Busch aus läufst du einfach immer gerade aus, bis du nach etwa 20 Minuten zum Bethaniendamm kommst. Dort biegst du links ab und schon bist du da.

Natürlich kommst du auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Baumhaus. Mit den Buslinien 140, 147, 165 und 265 fährst du bis zur Station Bethaniendamm und stehst dann schon fast direkt vor dem Baumhaus.

Das Baumhaus ist außerdem fußläufig in etwa 10 Minuten vom Ostbahnhof, sowie von den U-Bahnstationen Schlesisches Tor (U1), Görlitzer Bahnhof (U1), Kottbusser Tor (U1, U8) und Heinrich-Heine-Straße (U8) zu erreichen.

Mehr Informationen in unserem Location-Guide: Baumhaus an der Mauer

Ein Hauch von Ballermann an der East Side Gallery

Vom Baumhaus aus ist es nicht weit bis zur nächsten Station unserer Fototour. In fünf Minuten Fußweg geht es einmal über die Spree in Richtung Ostbahnhof. Dort findest du die East Side Gallery.

Die East Side Gallery ist wahrscheinlich eines der bekanntesten Symbole der deutschen Teilung und Wiedervereinigung. Das längste erhaltene Teilstück der Berliner Mauer ist heute eine Touristenattraktion und entsprechend voll ist es dort meistens.

East Side Gallery
Mittlerweile werden sogar Liebesschlösser an der East Side Gallery angebracht

 

Dennoch ist die East Side Gallery einen Besuch wert, allein schon wegen der mehr als 100 Kunstwerke, die das ehemalige Mauerstück schmücken.

Eines der bekanntesten Motive ist der Bruderkuss zwischen Breschnew und Honnecker.

Selfies vor den Kunstwerken sind offenbar der neue Volkssport der Berlinbesucher. Sei also immer auf der Hut, lass dich nicht von anderen Touristen überrennen oder von einem Selfie-Stick erschlagen. Und schau dich immer um, wenn du einen Schritt von der Mauer weg machst, denn an dieser führt passenderweise ein relativ viel befahrener Fahrradweg entlang.

East Side Gallery
Der Bruderkuss an East Side Gallery

East Side Gallery
East Side Gallery

 

Der Wahnsinn treibt an der East Side Gallery mittlerweile auch recht seltsame Blüten. Man kann sich sogar einen DDR-Stempel in den Reisepass geben lassen. Nun gut, kann man machen. Muss man aber auch nicht.

So kommst du zur East Side Gallery
Vom Baumhaus überquerst du einfach die Schillingbrücke und biegst hinter der Spree rechts ab. Dort beginnt die East Side Gallery und verläuft von hier aus etwa einen Kilometer lang bis zur Warschauer Straße.

Die Station Warschauer Straße erreichst du mit der U1 und verschiedenen S-Bahnlinien, sowie mit der Tramlinie M10.

Mehr Informationen in unserem Location-Guide: East Side Gallery.

Rot Front – Ernst Thälmann lebt

So, genug gelaufen. Am Ende der East Side Gallery geht es mit der Straßenbahn zur nächsten Station der Fototour. 20 Minuten Beine ausruhen ist angesagt, bevor das nächste Highlight wartet: Ernst Thälmann.

Dem kommunistischen Politiker wurde hier ein 14 Meter hohes und 50 Tonnen schweres Denkmal gesetzt. In großen Lettern sind die Worte „ROT FRONT“ in den Sockel geschrieben. Ob Thälmann wohl gefallen hätte, dass sein Ehrenmal heute von Skatern als Parcours und von Graffiti-Sprayern als Leinwand benutzt wird? Wir werden es nie erfahren.

Thälmann Denkmal Berlin
Das Ernst-Thälmann-Denkmal in Berlin

Ernst Thälmann streckt die Faust empor
Ernst Thälmann streckt die Faust empor

So kommst du zum Ernst-Thälmann-Denkmal
Das Denkmal befindet sich an der Tramhaltestelle Danziger Straße/Greifswalder Straße. Dort hält die M10 auf ihrem Weg zwischen Warschauer Straße und Prenzlauer Berg, sowie die M4 in Richtung Alexanderplatz.

Mehr Informationen in unserem Location-Guide: Ernst-Thälmann-Denkmal Berlin.

Der Alex – Schön ist anders

„Im Osten treffen sich die Leute immer an der Weltzeituhr.“ „Was wollen die denn im Osten mit der Weltzeit?“ An diesen Dialog aus dem Film Herr Lehmann muss ich immer denken, wenn ich an der nächsten Station unserer Fototour vorbei laufe.

Mitten auf dem Alexanderplatz zeigt die Weltzeituhr die aktuelle Uhrzeit an verschiedenen Orten der Welt an. Und da man im Osten ja kaum weiter kam als nach Sofia oder Moskau, war die Frage, was die im Osten denn mit der Weltzeit wollen, durchaus berechtigt.

Weltzeituhr Alexanderplatz
Die Weltzeituhr am Alexanderplatz

 

Die Weltzeituhr ist aber bei Weitem nicht das einzige Relikt am Alexanderplatz, das an die DDR erinnert. Fast der gesamte Platz sieht aus, als wäre er einem Lehrbuch über sozialistische Architektur entsprungen: Der Fernsehturm, das Haus des Lehrers mit seinem charakteristischen Mosaik oder das ehemalige Interhotel.

Alexanderplatz
Der Brunnen der Völkerfreundschaft auf dem Alexanderplatz

Alexanderplatz
Haus des Lehrers am Alexanderplatz

Fernsehturm Ausschnitt
Detailaufnahme des Fernsehturms

 

Die Berliner haben zu ihrem Alex so eine Art Hassliebe entwickelt und wirklich schön ist er wirklich nicht. Nachdem im Jahr 2007 am Rand des Platzes das architektonisch sehr fragwürdige Einkaufszentrum Alexa eröffnete, konnte selbst Klaus Wowereit nicht mehr an sich halten und befand in knappen Worten: „Ist das hässlich!“.

So kommst du zum Alexanderplatz
Von der vorherigen Station unserer Fototour fährst du einfach mit der Tramlinie M4 bis zur Endstation Alexanderplatz.

Der Alex ist ein Verkehrsknotenpunkt und wird von mehreren Tramlinien, den U-Bahnlinien U2, U5 und U8, verschiedenen S-Bahnen und dem Regionalverkehr angefahren.

Mehr Informationen in unserem Location-Guide: Alexanderplatz Berlin.

Zuckerbäcker-Architektur in der Karl-Marx-Allee

Zum Abschluss unserer Fototour durch Berlin geht es direkt vom Alexanderplatz zu Fuß weiter.

Die Karl-Marx-Allee verläuft vierspurig und schnurgerade vom Alexanderplatz bis zum Frankfurter Tor im Stadtteil Friedrichshain. Hier findest du einen breiten Querschnitt sozialistischer Architektur in Berlin: Einfache Plattenbauten zu Beginn der Straße bis hin zu prunkvollen Arbeiterpalästen im Zuckerbäckerstil am Frankfurter Tor.

Karl Marx Allee
Berlin ist einfach zum Verlieben

Alte Reklame
Sogar die Werbung auf den Gebäuden an der Karl-Marx-Allee ist noch von früher

 

Dazwischen finden sich mehrere Perlen sozialistischer Architektur, wie zum Beispiel das Café Moskau. Einst war es eines von sieben Nationalitätenrestaurants in Ostberlin, heute beherbergt es, wie sollte es auch anders sein, einen Club.

Café Moskau
Café Moskau

 

Und dann gibt es da noch die zwei Vorzeigekinos der DDR. Hier hatten fast alle DDR-Filme ihre Premiere und auch von der Zensur freigegebene Filme aus dem kapitalistischen Ausland wie Dirty Dancing kamen hier erstmals in der DDR auf die große Leinwand.

Das Kosmos mit seiner markanten Mosaikfassade wird heute für Veranstaltungen aller Art genutzt und das Kino International gilt noch heute vielen Berlinern als das schönste Kino in der Stadt.

Karl Marx Allee
Das Kino Kosmos an der Karl-Marx-Allee

 

Dort angekommen ist unsere Fototour durch Berlin auf den Spuren der DDR vorbei. Die Füße tun nun wahrscheinlich weh. Da trifft es sich sehr gut, dass direkt hinter dem Frankfurter Tor eines der vielfältigsten Kneipen- und Restaurantviertel in Berlin beginnt. Wenn du noch nicht genug hast, findest du dort auch noch eine Menge spannende Orte, die wir dir in unserem Artikel Friedrichshain Insidertipps zeigen.

So kommst du zur Karl-Marx-Allee

Es lohnt sich die Karl-Marx-Alle einmal von Anfang bis Ende abzulaufen. Du beginnst am Alexanderplatz und gehst anschließend zu Fuß bis zum Frankfurter Tor.

Mehr Informationen in unserem Location-Guide: Karl-Marx-Allee.

Willst du noch mehr spannende Orte in Berlin entdecken?

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Wir sind Jenny und Basti - Reiseblogger, Reisefotografen und Weltenbummler aus Leidenschaft! Seit 2015 leben und arbeiten wir ortsunabhängig.Auf unserem Blog teilen wir unsere besten Reisetipps mit dir und verraten dir, wie du ganz einfach selbst atemberaubende Reisefotos machen kannst.

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