„Wer nach Fuerteventura reist und den Süden nicht gesehen hat, der hat Fuerte nicht gesehen.“

Solche Sätze haben wir häufiger gehört, also: Ab in den Süden! Auf in den Nationalpark Jandia!
Was es dort alles zu entdecken gibt und wie du am besten dorthin kommst, verraten wir dir in diesem Artikel.

Fuerteventuras Süden: Die Sehenswürdigkeiten

Der Startpunkt für jeden Ausflug in den Süden ist am Hafen von Morro Jable. Bis hierhin führt die gut ausgebaute Straße FV-2. Kurz nachdem man die Zufahrtsstraße in den Naturpark Jandia passiert hat, wird es aber holprig. Befestigte Straßen sucht man hier unten vergeblich, weshalb den Süden noch ein Hauch von Abenteuer umweht.

Auf der Fahrt durch den Nationalpark bieten sich immer wieder spektakuläre Ausblicke über die zerklüfteten Hügellandschaften auf den Atlantik. Es lohnt sich immer mal wieder anzuhalten und einen Blick zu riskieren.

Aussicht vom Höhenzug auf den Parque Natural de Jandia
Aussicht vom Höhenzug auf den Parque Natural de Jandia

Cofete – Ein fast verlassener Ort

Nach einiger Zeit führt die Straße nach Cofete, einem kleinen, nahezu verlassenen Ort, wo nur noch zwei Familien leben. Neben einigen Bretterbuden gibt es ein kleines Restaurant, wo die Passagiere der Jeep-Safaris abgeladen werden, die Touristen in den Süden bringen.

Windrad
Ein kleines Windrad im Dorf von Cofete

Playa de Cofete

Nach ein paar Minuten Autofahrt gelangt man an die Playa de Cofete, einem der schönsten Strände auf Fuerteventura. Wohin das Auge blickt, sieht man dort einen breiten, kilometerlangen Sandstrand.
Menschen sieht man dagegen kaum.

Das liegt nicht nur daran, dass der Süden schwer zu erreichen ist, sondern vor allem an der gefährlichen Strömung. Auch wenn das Wasser sehr ruhig aussieht, ist es extrem gefährlich dort zu baden. Durch die Strömungen unterhalb der Wasseroberfläche passieren hier regelmäßig Unglücke.

Strand
Playa de Cofete

 

Direkt neben dem Strand ist ein kleiner Friedhof. Die windschiefen Holzkreuze werden regelmäßig von Sand umweht und bieten das ein oder andere schöne Fotomotiv.

Die sagenumwobene Villa Winter

Von der Playa de Cofete aus sieht man oben auf dem Hügel schon die stattliche Villa Winter. Über das Haus existieren so viele Verschwörungstheorien, dass Realität und Mythos hier kaum auseinander zu halten sind.
Fakt ist, dass der deutsche Ingenieur Gustav Winter die Villa 1936 erbaut hat.

Theorien, dass hier ein geheimer U-Bootstützpunkt errichtet werden sollten oder gar ein Flughafen, um Nazis nach dem Krieg nach Südamerika zu fliegen, sind wohl eher Hirngespinste.

Wem die Villa Winter heute gehört, ist ebenso unklar wie ihre Geschichte. Ein sehr, sehr altes Geschwisterpaar kümmert sich heute um die Villa. Gegen ein kleines Trinkgeld dürfen Besucher das Gebäude besichtigen.

Und noch ein Traumstrand: Playa de Ojos

An der Westküste folgt gleich der nächste Traumstrand. Anders als die Playa de Cofete ist die Playa de Ojos kein langer Sandstrand, sondern wesentlich rauer.

Die Felsen fallen hier teilweise steil ins Meer ab. Zwischendrin gibt es immer wieder kleine Buchten, die vor allem bei verliebten Pärchen sehr beliebt sind.

Playa de Ojos
Playa de Ojos, Punta Jandia

Faro de Punta Jandia – Der Leuchtturm am Ende der Insel

Ganz weit im Süden, an der äußersten Spitze befindet sich der Faro de Punta Jandia. Hier am Leuchtturm ist Fuerteventura dann wirklich zu Ende und es kommt nur noch das weite offene Meer.

Faro de Punta Jandia

 

Wenn du es bis hierhin geschafft hast, dann hast du den Süden komplett gesehen. Überzeugt, dass der Süden Fuerteventuras eine Reise wert ist? Gut! Dann erkläre ich dir jetzt noch, wie du dort am besten hinkommst. Das ist nämlich etwas knifflig.

Das Problem: Wie komme ich in den Süden

Fuerteventura ist eigentlich sehr leicht zu bereisen. Mit einem Mietwagen kann man die Insel wunderbar erkunden und selbst mit öffentlichen Verkehrsmitteln kommt man gut voran.

Nicht aber im Süden, denn dort ist das Gelände unwegsam. Es gibt keine geteerten Straßen mehr, sondern bestenfalls Schotterpisten. Die Mietwagenfirmen untersagen es deshalb, dass man mit einem geliehenen Auto dort runter fährt.

Die Lösung: Viele Wege führen in den Süden

#1 Trotzdem mit dem Mietwagen fahren

Das ist die wohl einfachste, aber auch etwas riskante Lösung. Wir waren erstaunt, wie viele Mietwagen dort unten unterwegs waren.

Das Fahren macht auf den Wegen mit einem Kleinwagen nicht besonders viel Spaß, aber es geht natürlich. Viel mehr als Schritttempo ist aber an den meisten Stellen nicht möglich.

Wenn du dich dafür entscheidest, mit dem Mietwagen in den Süden zu fahren, sei dir über das Risiko bewusst. Wenn dem Auto dort unten etwas passiert, musst du den Schaden komplett selbst tragen. Wenn das für dich ok ist, tu es!

Falls du aber für Fuerteventura grundsätzlich einen Mietwagen brauchst, findest du hier günstige Angebote: Mietwagen Fuerteventura.

#2 Einen Geländewagen mieten

Einige Mietwagenfirmen verleihen auch Geländewagen, mit denen das Befahren der Wege im Süden erlaubt ist. Wenn du die Chance hast, solch einen Wagen zu bekommen, schlag zu.

Das Problem ist, dass die Wagen sehr begehrt und dementsprechend schnell vergriffen sind. Wir haben häufiger Geschichten gehört, dass ein für einen Tag reservierter Geländewagen dann kurzfristig doch nicht verfügbar war. Aber vielleicht hast du ja Glück!

#3 Eine Jeep-Safari

Auch wenn du es nicht glaubst, wir waren tatsächlich mit einer Jeep-Safari unterwegs. Hört sich schrecklich an? Es ist genauso, wie du es dir vorstellst.

Wir waren in einer Kolonne mit mehreren Geländewagen unterwegs, in jedem Auto 7 Personen. Unser Guide war ein älterer, deutscher Auswanderer mit langem blonden Haar, der unentwegt dumme Sprüche geklopft hat. Ganz großes Kino! Natürlich wurde am Anfang ein schiefes Gruppenfoto gemacht, was man später für nur 15 Euro kaufen konnte.

An Bord hatten wir auch zwei schwere Alkoholiker, offensichtlich ein Brüderpaar. Die beiden kamen schon mit Bierdose in der Hand zur Abfahrt: Morgens 8:30 Uhr wohlgemerkt.

Wir haben uns schon gewundert, warum die beiden so große Rucksäcke dabei hatten. Na klar, Bier für den ganzen Tag. Mal so richtig die Sau rauslassen im Urlaub.

Wenn du das alles ertragen kannst und einfach nur stressfrei den Süden sehen willst, ist eine Jeep-Tour dennoch nicht die schlechteste Wahl. Du musst dich um nichts kümmern und hast keinen Stress mit einem Mietwagen. Dafür bist du natürlich auf die Standardroute fest genagelt und hast kaum Freiheiten.

#4 Öffentlicher Bus

Seit kurzem gibt es tatsächlich auch einen öffentlichen Bus, der in den Süden fährt. Die Dinger sehen sehr lustig aus, da sie riesige Reifen haben um durch das Gelände zu kommen.

Der Bus fährt von der Busstation in Morro Jable ab und startet täglich 10:00 Uhr und 14:00 Uhr. Er hält unter anderem in Cofete und fährt bis zum Faro de Punta Jandia. Zurück geht es um 12:30 Uhr und 16:30 Uhr.

Die Fahrt kostet pro Richtung 2,50 Euro. Der öffentliche Bus ist somit definitiv die preiswerteste Möglichkeit, um in den Süden zu gelangen.

Auch interessant:

Interessierst du dich neben Fuerteventura auch für die anderen Kanaren-Inseln? Thomas Cook hat in Zusammenarbeit mit verschiedenen Bloggern die besten Reisetipps für die Kanaren* zusammen gestellt. Wir sind natürlich auch mit dabei!

*Dieser Beitrag wurde unterstützt von Thomas Cook.

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Wir sind Jenny und Basti - Reiseblogger, Reisefotografen und Weltenbummler aus Leidenschaft! Seit 2015 leben und arbeiten wir ortsunabhängig.Auf unserem Blog teilen wir unsere besten Reisetipps mit dir und verraten dir, wie du ganz einfach selbst atemberaubende Reisefotos machen kannst.

2 Kommentare - Wir freuen uns auch über deinen netten Kommentar!

  1. Das Bild vom Höhenzug auf den Parque Natural de Jandia war genau das, was ich suchte. Meine Tochter und mein Schwiegersohn fliegen morgen nach Fuerteventura und ich habe ihnen empfohlen dort hinauf zu fahren. Ich war dort in den Jahren 1967 und 1968,als es in Jandia ( auf Fuerteventura ) nur ein einziges Hotel, das Casa Atlantica, gab und wir rund 25 Gäste auf der ganzen Insel waren. Die Straße vom Flughafen, damals noch oberhalb von Puerto del Rosario, endete am Abzweig nach Gran Tarajal. Von dort ging es dann durch die Wüste zum Hotel. Morro Jable war noch ein winziges Fischerdorf , ich bin von dort mit den Fischern zum Thunfischfang auf´s Meer gefahren. Viele Jahre später war ich dann noch mal für ein paar Tage in Corralejo zum Fotografieren. Dann wollte ich nicht mehr hin, es war mir einfach zu voll geworden. Ist es möglich, daß ich das Bild in einem etwas größeren Format bekomme?
    Beste Grüße Rainer Ziegowski

    • Hallo Rainer,

      wow, vor 50 Jahren war es sicher noch ein richtiges Abenteuer, nach Fuerteventura zu fahren. Das kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen. Hast du noch Fotos aus dieser Zeit? Wäre sicher spannend, Bilder von damals und heute nebeneinander zu halten.

      Das Foto vom Höhenzug schicke ich dir gerne per E-Mail zu.

      Viele Grüße
      Sebastian

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