Die besten Tipps für deine Reise nach Marokko

Marokko ist ein märchenhaftes Reiseziel. Im wahrsten Sinne des Wortes: In Marokko tauchst du ein in ein Märchen aus 1001 Nacht. 

In diesem Land erlebst du eine völlig andere Kultur als unsere, mit all ihren Besonderheiten. Vom Essen bis hin zu den Landschaften und Bräuchen gibt es in Marokko unendlich viel zu entdecken.

Du kannst dich in den engen Gassen von Marrakesch treiben lassen, auf der Dachterrasse eines Riads marokkanisches Essen kosten oder die Berberdörfer im Atlasgabirge erkunden.

Auf dieser Seite findest du alle unsere Artikel über Marokko, mit den wichtigsten Tipps für deine Reise!

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Jenny und Basti

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Weltenbummler, Reisefotografen, Vollzeit-Blogger und Sonnenkinder. Auf 22places berichten wir von unseren Reisen und geben dir einfach umsetzbare Tipps zum Fotografieren: Mit viel Liebe zum Detail, inspirierend, authentisch und vor allem: immer ehrlich. In unserem Online-Fotokurs zeigen wir dir, wie du selbst ganz einfach wunderschöne Fotos machen kannst.

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Unsere Marokko Reisetipps auf einen Blick

Reisezeit und Aufenthaltsdauer

Du kannst eigentlich das ganze Jahr über nach Marokko reisen. Doch die schönste Zeit für eine Marokko-Reise ist unser Frühjahr, also zwischen März und Ende Mai.

Bereits ab Februar sind die Temperaturen tagsüber angenehm. Nachts bleibt es allerdings noch empfindlich kalt.

Im Frühjahr ist alles herrlich grün und die ganze Landschaft blüht. Vor allem die Mandelbäume im Anti-Atlas sind in dieser Zeit eine wahre Pracht.

Um Ostern herum ist dann Hochsaison. Da wird es bei den zentralen Sehenswürdigkeiten schon sehr voll und, zumindest in Marrakesch, ziehen die Hotels ihre Preise an.

Im Sommer wird es dann wirklich heiß in Marokko und marokkanische Touristen bevölkern die Badeorte. Willst du jedoch in die Berge, findest du im Sommer noch einige angenehme Plätzchen an den Gebirgsseen im Hohen und Mittleren Atlas.

Im Herbst kannst du gut Trekkingtouren unternehmen. Die Temperaturen sind dann wieder erträglich, allerdings fehlt der Landschaft natürlich die frische Farbe des Frühjahrs.

Reisen im Ramandan

Du solltest bei deiner Reiseplanung vor allem darauf achten, ob deine Reisezeit in den Ramadan fällt. Marokko ist ein muslimisches Land und deshalb fasten viele Marokkaner von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang während des Ramadans.

Das ist erst mal nichts Besonderes, aber für deine Reise während der Fastenzeit bringt das einige Besonderheiten mit sich.

Zum einen solltest du aus Respekt und Rücksicht vermeiden, tagsüber etwas in der Öffentlichkeit zu essen. Viele kleinere und arabische Hotels bieten bis zum Sonnenuntergang auch gar keine Speisen an.

In größeren Städten gibt es noch genügend internationale, größere Hotels und Restaurants, die ganz normal ihrem regelmäßigen Betrieb nachgehen. Auf dem Land kann das schon schwieriger werden.

Natürlich kannst du dich auch selbst versorgen. Supermärkte haben geöffnet und kleine Geschäfte beginnen in der Fastenzeit nur etwas später.

Insgesamt ist das öffentliche Leben in der Fastenzeit eingeschränkt. Es fehlt eben die Energie. Einige Sehenswürdigkeiten und Museen haben begrenzte Öffnungszeiten oder schließen sogar ganz. Öffentliche Schalter sind deshalb oft nur vormittags besetzt.

Dafür ist das turbulente Nachtleben nach dem Fastenbrechen umso animierter und interessanter.

Wie viel Zeit für die Marokko-Reise einplanen?

Egal wie lang dein Urlaub ist, für deine Marokko-Reise hast du total flexible Möglichkeiten. Hast du nur ein verlängertes Wochenende Zeit, kannst du super einen Städtetrip nach Marrakesch oder Fes machen und in das orientalische Leben hineinschnuppern.

In einer Woche sind neben dem Stadtbesuch auch noch ein paar entspannte Tage am Strand drin. Willst du mehr als nur ein bis zwei Regionen oder Städte erkunden, solltest du etwa zehn Tage einplanen.

Mehr geht natürlich immer: Für eine Reise durch das komplette Land sind mindestens drei Wochen anzusetzen. Das reicht, um von den Königsstädten über die Berge des Atlas-Gebirges bis in die Wüste und weiter an den Strand zu reisen.

Anreise

Aus Deutschland kommst du natürlich am besten mit dem Flugzeug nach Marokko, aber falls du Marokko aus Südeuropa erreichen willst, gibt es noch ein paar andere Optionen.

Mit dem Flugzeug nach Marokko

Zahlreiche Fluggesellschaften fliegen täglich die wichtigsten Flughäfen in Marokko an, das sind Marrakesch und Casablanca. Der Flug dauert etwa vier Stunden. Der Abflug ist aus verschiedenen Städten in Deutschland möglich, wie Frankfurt am Main, Düsseldorf, München oder auch Wien.

Auch nach Agadir, Fes, Tanger und Quarzazate kannst du direkt fliegen. Allerdings ist das Angebot hierhin stärker eingeschränkt. Einige Billigfluglinien bringen dich ebenfalls direkt nach Marrakesch, oder teilweise nach Fes und Agadir.

Je nach Fluggesellschaft und Jahreszeit schwanken die Preise erheblich. Am besten vergleichst du die Angebote online bei Skyscanner.

Mit der Fähre

Möchtest du nicht fliegen, kannst du auch mit dem Zug nach Südspanien reisen und mit der Fähre nach Marokko übersetzen. Das braucht natürlich mehr Zeit und ist häufig auch teurer, dafür aber umweltfreundlich.

Ab Algericas oder dem 45 Kilometer westlich liegenden Tarifa in Spanien verkehren mehrmals täglich Fähren nach Tanger in Marokko. Die Überfahrt dauert etwa eine Dreiviertelstunde.

Auch aus Frankreich und Italien bestehen Verbindungen nach Marokko. Die Fähren von dort sind natürlich deutlich länger unterwegs.

Ein Ticket für die Fähren kaufst du am Schalter im Hafenbereich. Oft ist es jedoch günstiger, vorab frühzeitig über ein Reisebüro zu buchen, gerade wenn du Hin- und Rückfahrt kombinierst.

So vermeidest du auch Wartezeiten am Hafen, denn in der Hauptsaison sind die Fähren sehr stark frequentiert. Dann kann es schon mal vorkommen, dass auf der gewünschten Verbindung kein Platz mehr ist.

Dokumente und Einfuhr

Du kannst nach Marokko bequem mit deinem Reisepass einreisen. Dieser muss zum Zeitpunkt der Einreise noch mindestens sechs Monate gültig sein.

Deutsche benötigen für einen Aufenthalt in Marokko für bis zu 90 Tagen kein Visum. Länger darfst du nicht bleiben beziehungsweise nur unter ganz bestimmten Bedingungen.

Achtung: Du darfst max. 2.000 Dirhams (ca. 190 Euro) ins Land hinein oder aus Marokko heraus mitnehmen. Deshalb solltest du deine Bankkarte unbedingt mitnehmen.

Und nochmal Achtung: Die Einfuhr von Flugdrohnen ist nach Marokko generell verboten.

Teppichladen auf dem Djemaa El Fna
Teppichladen auf dem Djemaa El Fna in Marrakesch

Was du unbedingt einpacken solltest

Auch wenn es in Marokko bereits im Frühjahr schön warm wird, solltest du immer etwas zum Überziehen für kühle Abende mitnehmen. In der Wüste gibt es Nachtfrost und auch im Gebirge wird es nachts empfindlich kalt.

Praktisch ist ein leichtes Tuch. Damit kannst du dich vor der Sonne schützen, es aber auch beim Besuch von Moscheen oder Museen um die Schultern legen, wenn zu viel nackte Haut zu sehen ist.

Die deutschen Stecker passen auch in die marokkanischen Steckdosen. Einen Adapter benötigst du also nicht.

Wie viel kostet der Urlaub in Marokko?

Reisen in Marokko ist grundsätzlich günstig. Teuer bzw. mit unseren europäischen Preisen vergleichbar sind vor allem die Hotels. Doch du findest immer günstige Alternativen.

Eine Übernachtung in einem sehr einfachen Hotel oder Hostel kostet nicht mehr als 10 Euro pro Person. Ein komfortables und sauberes Doppelzimmer in einem hübschen Riad der Mittelklasse liegt dagegen bei etwa 40 bis 80 Euro, darüber ist die Ausstattung schon sehr gut.

Wenn du in internationalen Restaurants essen möchtest, kostet das ebenfalls entsprechend. Doch auch hier hast du die Wahl.

Authentisch und sehr günstig isst du an den Garküchen am Straßenrand. Ebenso ist eine Tajine oder eine Portion Couscous unter 5 Euro in den kleinen marokkanischen Lokalen erhältlich.

Sehenswürdigkeiten sind meist günstig. Du kannst wunderschöne Paläste und Museen ab 1 Euro Eintritt bewundern. Mehr als 10 Euro ist für eine Sehenswürdigkeit äußerst selten.

In der folgenden Übersicht siehst du, was dich ein paar typische Dinge in Marokko kosten:

  • Flasche Wasser: 0,50 bis 1 Euro
  • Pfefferminztee im Restaurant: ca. 1 Euro
  • Taxifahrt: Innerorts bis zu 3 Euro
  • Überland-Busfahrt: Zum Beispiel Marrakesch – Essaouira etwa 7 Euro
  • Essen in der Garküche: 2 bis 3 Euro
  • Essen in einem einfachen, Marokkanischem Lokal: ab 4 Euro
  • 3-Gang-Menü (Suppe, Hauptspeise, Dessert): ca. 15 bis 30 Euro (Mittelklasse-Restaurant)
  • Besuch einer Sehenswürdigkeit: 1 bis 10 Euro

Geld und Bezahlen

Die Währung von Marokko ist der Marokkanische Dirham (Dh). Wie viele Dirhams du für einen Euro bekommst, ist unterschiedlich, da der Kurs an den schwankenden US-Dollar gebunden ist.

Zurzeit (November 2019) entsprechen 100 Dh etwa 9,30 Euro, anders herum sind 10 Euro ungefähr 107 Dh. Am besten merkst du dir den Umrechnungskurs 1:10. Damit liegst du annähernd richtig.

So kommst du an Dirham

Am bequemsten hebst du dir Dirham direkt an den Bankautomaten im Land mit deiner Kreditkarte ab. In allen Städten findest du Banken, die die Master- und Visa-Card akzeptieren. Auch mit deiner Maestro-Bankkarte kannst du hier in der Regel Geld bekommen.

Die Zahlung mit der Kreditkarte ist in Marokko dagegen ungebräuchlich. Das geht nur in einigen großen Hotels, Restaurants oder in sehr touristischen Gegenden.

Mein Tipp: Kleingeld scheint in Marokko Mangelware zu sein. Auf dem Markt oder in kleinen Geschäften können Händler oft nicht auf größere Scheine herausgeben.

Versuche also immer genügend Kleingeld in der Tasche zu haben. Hierzu kannst du in Restaurants, Hotels oder Supermärkten mit Scheinen bezahlen und die Münzen des Rückgelds behältst du oder lässt dir sogar gleich noch einen weiteren Geldschein in Kleingeld wechseln.

So hast du immer ein paar Dirham in der Tasche, entweder für kleine Dienstleistungen oder um einem Bettler etwas zuzustecken.

Gibt man in Marokko Trinkgeld?

Ganz klar, ja! Trinkgeld spielt im Tourismussektor in Marokko eine wichtige Rolle, denn schließlich sind die gezahlten Löhne sehr schmal. Viele Bedienstete verlassen sich deshalb auf das Trinkgeld als zusätzliches Einkommen.

Das heißt nicht, dass du wahllos Trinkgeld verteilen musst. Schon ein paar Münzen zeigen, dass du mit dem Service zufrieden warst. Die Höhe des Trinkgelds machst du einfach von der Leistung und deiner Zufriedenheit abhängig.

Zur Orientierung habe ich dir hier ein paar typische Beispiele aufgelistet:

Zimmermädchen / Kofferträger: 5 bis 10 Dh (bis 1 Euro) sind angemessen. Am besten wartest du damit nicht bis zur Abreise. Du kannst das Geld schon vorher geben oder während deines Aufenthalts ein paar Münzen auf dem Kopfkissen liegen lassen. Das erhöht die Motivation.

Kellner: Abhängig vom Service kannst du ein paar Dirham auf dem Tisch liegen lassen. Etwa 10 Prozent sind in Restaurants üblich, in Cafés reicht für ein Getränk auch 1 Dh.

Taxen: In Taxen, sofern ehrlich mit Taxameter gefahren, rundest du die Summe um einige Dirham bei der Bezahlung auf.

Stadtführer, Fahrer, Wanderguides etc.: Sie werden zwar durch den vereinbarten Tarif bezahlt, erwarten von einer Gruppe dennoch einen ergänzenden Obolus. Je nach Einsatz und Zufriedenheit gibt die Gruppe ein Trinkgeld zwischen 50 und 100 Dh (ca. 5 bis 9 Euro) pro Tag.

Verhalten

Marokko ist von Deutschland aus so schnell und einfach zu erreichen, dass einem manchmal gar nicht bewusst ist, hier in einer völlig anderen Kultur zu landen. Doch in Marokko herrschen ganz andere Sitten, Bräuche und Werte als bei uns.

Ich habe dir im Folgenden ein paar Verhaltenstipps zusammengestellt, mit denen du respektvoll durch Marokko reisen kannst.

Worauf bei der Kleidung achten?

Knappe Röcke und Hosen oder tief ausgeschnittene Shirts für Frauen sind allenfalls für Hotels oder die modernen Neustädte geeignet. Mit Rücksicht auf die islamischen Sitten sind ansonsten knie- und schulterbedeckende Kleidungsstücke angemessen.

Verhalten gegenüber Staat und Autoritäten

Respekt hat in Marokko einen viel höheren Stellenwert als bei uns. Besonders der Staat, Beamte und auch die Eltern werden nicht in Frage gestellt. Der Stolz auf Land, Kultur und Werte ist bei Marokkanern stark ausgeprägt.

Auch wenn du nicht alles gutheißt, solltest du kritische Äußerungen in Bezug auf das Land oder gar Beleidigungen den König betreffend unterdrücken. Das kommt selten gut an und letzteres gilt in Marokko sogar als Straftatbestand.

Rücksichtsvoll fotografieren

Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie verlockend es ist, die Kamera auf die vielen fremden Motive in Marokko zu halten. Aber Vorsicht, nicht alles darfst du fotografieren.

Grundsätzlich verboten sind Fotos von militärischen Einrichtungen. Der Begriff wird dabei weitläufig ausgelegt und auch Stadtmauern oder Stauseen zählen beispielsweise dazu.

Beim Fotografieren von Menschen gebietet es schon der Respekt, vorher um Erlaubnis zu fragen. In Marokko kommt hinzu, dass bei strenger Auslegung des Korans die Abbildung von Menschen verboten ist. Auch religiöse Rituale solltest du lieber nicht ablichten.

Feilschen und Handeln

Handeln gehört in den Souks einfach dazu. An den Touristenständen kannst du meist bis auf die Hälfte des geforderten Preises herunterhandeln. Dein erstes Gebot setzt du noch weiter unten an, damit sich der Preis langsam einpendeln kann.

Du muss keine Scheu haben: Touristen, die nicht handeln, werden von den Marokkanern belächelt. Handelst du dagegen wie ein echter Marokkaner, kannst du dir neben einem günstigen Preis auch Respekt einhandeln.

Aber nicht nur in Touristenregionen auch in weniger touristischen Gegenden gehört Handeln zum Einkauf dazu. Dann ist die Spanne allerdings geringer, zwanzig Prozent Nachlass sind dennoch fast immer drin.

Umgang mit Bettlern

Für den einfachen Marokkaner ist ein Europäer immer ein reicher Tourist. Zumindest hat er mehr Geld als die meisten Einwohner des Landes.

An den touristischen Ausflugszielen kann es daher vorkommen, dass Reisende bedrängt und angebettelt werden. Aber auch in den Altstädten begegnest du auf deiner Reise sicherlich Armut und Bettlern.

Dabei gilt es, zwischen den wirklich Bedürftigen und Kindern, die von Touristen etwas Geld oder Süßigkeiten ergattern wollen, zu unterscheiden.

Almosen zu geben, gehört zu den muslimischen Pflichten. Du wirst daher nicht selten Marokkaner sehen, die einem Bettler etwas zustecken. Hier kannst auch du bedenkenlos ein paar Dirham verschenken.

Anders ist das bei bettelnden Kindern. Halte dich hier mit Mitleidsspenden zurück und auch Süßigkeiten, Kugelschreiber oder sonstige gut gemeinte Sachspenden sind unangebracht. Langfristig verschlimmern sie die Situation, da die Kinder sonst lieber betteln gehen, anstatt in der Schule zu lernen.

Medersa Ben Youssef
Die Koranschule Medersa Ben Youssef.

Gesundheit

Keine Angst, um deine Gesundheit hast du in Marokko nicht mehr zu fürchten als in jedem beliebigen anderen Land in Südeuropa.
Die häufigste Reisekrankheit ist Durchfall. Meist wird er durch harmlose Bakterien hervorgerufen, an die unser europäischer Magen einfach nicht gewöhnt ist.

Das ist also nichts Schlimmes, aber dennoch lästig auf Reisen. Ein paar Vorsichtsmaßnahmen helfen dir, Durchfall zu vermeiden:

Trinke nur abgepackte Getränke oder abgekochtes Wasser

Verzichte auf Eiswürfel in einfachen Hotels und Restaurants

Bei Obst und Gemüse gilt: Cook it, peel it or forget it

Esse Fleisch nur durchgebraten. Tajine und Couscous kannst du bedenkenlos verzehren, da diese immer ordentlich lange gekocht sind.

Sicherheit

Marokko ist insgesamt ein sicheres Land. Eine Studie des Weltwirtschaftsforums führt Marokko sogar auf Platz 20 der sichersten Reiseländer weltweit.

Die Kriminalität ist geringer als in deutschen Großstädten oder einigen südeuropäischen Ländern. Natürlich solltest du auch in Marokko nicht leichtfertig sein.

Gerade in den größeren Städten und touristischen Hochburgen musst du dich vor Taschendieben und Trickbetrügern in Acht nehmen.

Stehst du verloren in einer Gasse in einem Souk, kannst du dir sicher sein, dass blitzschnell ein besorgter Marokkaner zur Stelle ist.

Nicht selten ist er (falscher) Guide und weiß genau, von welcher Terrasse du den besten Blick auf die Gerbereien hast oder kennt das beste Restaurant der Stadt. Meist sind das die, in denen er eine Provision kassiert oder der Inhaber ein Bekannter ist. Hier ist eine gewisse Portion Skepsis ratsam.

Das ist oft lästig und solltest du auf einen Betrüger reinfallen, ist das auch ärgerlich. Aber gefährlich sind sie in der Regel nicht.

Solange du mit gesundem Menschenverstand unterwegs bist, hast du in Marokko wenig zu befürchten. Grundsätzlich gelten die allgemeinen Vorkehrungen wie in allen anderen Städten auch: zum Beispiel im Gedränge auf seine Habseligkeiten aufzupassen und dunkle, verlassene Straßen am Abend zu meiden.

Auch terroristische Anschläge sind, anders als man vielleicht vermutet, im Vergleich zu Europa selten. Lediglich von Reisen in die Westsahara wird vom Auswärtigen Amt abgeraten. Am besten erkundigst du dich vor deiner Reise noch einmal auf dessen Internetseite.

Fortbewegung

Zugegeben, in Marokko gibt es keine Metro oder Straßenbahn und auch öffentliche Stadtbusse sind eher selten. Dennoch ist es kein Problem von A nach B zu kommen.

Je nach Ziel und deinen Reisevorstellungen hast du die Wahl zwischen Taxen, Bussen oder Zügen.

Reisen im Bus

Zwischen den Städten reist du gut in Überlandbussen. Die Unternehmen CTM, Supratours sowie SATAS im Süden bringen dich in fast alle Städte des Landes.

Busse in Marokko sind das günstigste und gebräuchlichste Verkehrsmittel. Die Busse der oben genannten Gesellschaften sind in gutem Zustand, pünktlich und verbinden wichtige Orte mehrmals täglich. Auf langen Strecken sind sie oft sogar klimatisiert.

Tickets erhältst du an den Busbahnhöfen (gare routière) oder Schaltern der Busgesellschaften in den Städten. Teilweise gibt es unterschiedliche Haltestellen für die verschiedenen Anbieter.

Am besten kaufst du dir dein Ticket einen Tag vorher oder mindestens ein paar Stunden vor Abfahrt. Beliebte Verbindungen sind sonst vielleicht schon ausgebucht.

Das Ticket von Marrakesch nach Essouira kostet zum Beispiel etwa 7 Euro.

Reisen in der Bahn

Auch die Fahrt mit der Eisenbahn ist in Marokko zu empfehlen. Die Züge sind pünktlich, bequem und preiswert. Vorausgesetzt natürlich, deine Reise verläuft entlang des marokkanischen Schienennetzes.

Dieses ist im Norden recht gut ausgebaut, südlich von Marrakesch kommst du dagegen mit der Bahn nicht weiter. Wichtige Verbindungen sind die Strecken von Marrakesch über Casablanca nach Rabat und Tanger sowie die Linie von Marrakesch weiter nach Meknès und Fès.

In den Zügen gibt es eine 1. und eine 2. Klasse. Der Standard ist in etwa mit dem von unseren Regionalzügen zu vergleichen, wobei du in der ersten Klasse natürlich bequemer reist.

Vor allem, weil du dort einen Sitzplatz reservieren kannst. Die zweite Klasse ist ebenfalls klimatisiert, aber sie ist häufig überfüllt.

Hier kannst du ganz einfach Fahrpläne und Preise abrufen und sogar dein Ticket online buchen. www.oncf.ma

Auf der Website findest du auch reduzierte Preise ab 4,50 Euro. Für längere Strecken musst du regulär mit mindestens 20 Euro rechnen.

Reisen mit dem Taxi

In Marokko gibt es zwei Sorten von Taxen: Die kleinen Taxen (petite taxi) und die großen Taxen (grand taxi).

Die kleinen Taxen fahren in den Städten umher und nehmen maximal drei Personen mit. In einer kleinen Stadt zahlst du oft nur 10 Dh (ca. 1 Euro) für eine Fahrt. In Marrakesch kann es schon einmal 30 Dh (ca. 3 Euro) kosten, was für eine Taxifahrt ja immer noch total günstig ist.

Wichtig ist, dass du vor der Abfahrt darauf bestehst, dass der Fahrer das Taxameter einschaltet. Ist es (angeblich) kaputt, verhandele den Preis bevor ihr losfahrt. Gerade in Marrakesch verlangen Taxifahrer mit dieser Masche ansonsten unverschämt hohe Preise von Touristen.

Die großen Taxen fahren auch in der Stadt, aber vor allem übernehmen sie längere Fahrten zwischen den Städten und auch zu den Flughäfen, die meist etwas außerhalb liegen. Eine Ausnahme ist Marrakesch, wo der Flughafen sehr zentral liegt.

Grundsätzlich sind die Preise in den großen Taxen etwas teurer. Aber auch hier gilt es, den genauen Preis unbedingt vor der Abfahrt auszuhandeln.

Normalerweise fahren die großen Taxen als Sammeltaxi. Wie der Name schon sagt, fährst du dann zusammen mit anderen Passagieren, das sind in der Regel sechs Personen in den typischen Mercedes-Limousinen.

Das wird ganz schön eng werden. Zudem fährt das Taxi erst ab, wenn alle Plätze belegt sind. Da die Busse aber kaum teurer und definitiv bequemer als Sammeltaxen sind, stellen sie die angenehmere Alternative dar.

Interessant wird ein großes Taxi, wenn du einen individuellen Ausflug etwas außerhalb einer Stadt planst oder an abgelegene Orte möchtest, die kein Bus ansteuert. Du kannst ein großes Taxi nämlich für einen Tag auch für dich ganz allein anmieten.

Hierfür musst du einen Sonderpreis aushandeln, der pro Tag etwa zwischen 600 und 1000 Dh (ca. 55 und 90 Euro) liegt.

Reisen im Mietwagen

Zahlreiche internationale Autovermietungen wie Avis, Hertz oder Europcar sind in Marokko vertreten. Bequem mietest du dein Auto bereits schon vorher in Deutschland, um dir hartnäckiges Handeln auf Französisch vor Ort zu ersparen.

Die Hauptstraßen in Marokko sind geteert und in gutem Zustand. Auf den Nebenstraßen wird es schon schlechter und bei Gegenverkehr oft eng. In ländlichen Gegenden nehmen Pisten zu, daher solltest du dort nur mit größeren Fahrzeugen fahren.

Je nach Größe des Wagens, gewähltem Service, Versicherungsschutz und Anbieter variieren die Preise zwischen 30 und 200 Euro pro Tag.
Auch Wegweiser und Schilder nehmen auf dem Land und im Anti-Atlas ab. Eine gute Alternative ist es daher, einen Geländewagen mit Fahrer anzumieten. Hierzu fragst du am besten in deinem Hotel nach einer verlässlichen Agentur.

Meine Reiseführer-Tipps für Marokko

Es gibt viele gut gemachte Reiseführer für Marokko. Weil das Land aber so groß und vielfältig ist, kommt es auf die Reise an, welchen Reiseführer du besorgen solltest.

Machst du zum Beispiel eine Rundreise durch Marokko, würde sich ein Allrounder-Führer lohnen. Ein besonders empfehlenswerter ist der Marco Polo Reiseführer. Darin werden alle Sehenswürdigkeiten von Marokko beschrieben, es gibt viele Insider-Tipps der Autorin zu Land und Leute und auch eine gratis Touren-App mit Offline Karten.

Zum Marco Polo Reiseführer Marokko

Mein Tipp: Nächsten Monat kommt der neue Reise-Know-How Reiseführer Marokko raus und ich kann diesen wärmstens empfehlen. Es ist ein sehr umfassendes Handbuch mit vielen praktischen Tipps und zahlreichen Hintergrundinformationen.

Das Buch wendet sich vor allem an diejenigen, die Marokko individuell entdecken wollen. Ganz egal, ob mit dem Mietwagen oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln, denn beide Varianten sind ausführlich beschrieben.

Zum Reise-Know-How-Reiseführer Marokko

Wenn du nur eine Städtereise machst, dann solltest du lieber einen Reiseführer für die spezielle Stadt kaufen. Solche gehen nämlich viel mehr auf die Stadt und ihre Sehenswürdigkeiten ein, als ein genereller Marokko-Reiseführer. Leider gibt es aktuell aber nur für Marrakesch einen Stadtführer:

Reise Know-how CityTrip Marrakesch: Der aktuellste, der momentan auf dem Markt ist. Es gibt Tipps für Stadtspaziergänge, Ausflüge ins Umland, Essen und die Abendgestaltung sowie ein herausnehmbarer Stadtplan.

Menara Garden
Blick auf den Pavillon im Menara Garden.

Sprache & Verständigung

In Marokko werden Arabisch und verschiedene Berberdialekte gesprochen, die auch die offiziellen Landessprachen sind.

Das sprichst du nicht? Kein Problem, ich auch nicht. Kannst du etwas Französisch, bist du schon aus dem Schneider. Denn Französisch ist seit der Kolonialzeit Verkehrssprache und Pflichtfach in den Schulen. Damit kommst du in Marokko sehr gut zurecht.

Du kannst auch kein Französisch? In den touristischen Zentren wie Marrakesch, Fes, Essaouira oder Agadir, den Hotels und größeren Restaurants kannst du dich immer noch mit Englisch behelfen.

Darüber hinaus wird es dann allerdings schwierig. Versuche dir zumindest ein paar wichtige französische Worte einzuprägen und halte ein Wörterbuch bereit.

Nur in abgelegenen Dörfern und im Gebirge triffst du auf Menschen, die lediglich arabisch oder eine Berbersprache sprechen. Hier ist es sehr hilfreich, wenn du einen Guide oder Fahrer an deiner Seite hast, der für dich übersetzen kann.

Essen & Trinken

Was isst man in Marokko? Die marokkanische Küche ist fantastisch und unglaublich vielfältig. Du wirst sie lieben!

Ganz viele Einflüsse aus den Ländern am Mittelmeer und den östlichen, arabischen Gebieten mischen sich unter die Zubereitung frischer Speisen.

Der unverwechselbare Geschmack vieler marokkanischer Gerichte stammt von den verwendeten Gewürzen: Allen voran Kreuzkümmel, aber auch Zimt, Koriander, Ingwer und Safran kommen oft zum Einsatz.

Auch Kräuter sind unverzichtbar, Thymian, Minze und Lorbeer gehören einfach zur marokkanischen Küche dazu. Nicht zu vergessen das marokkanische Olivenöl, das Marokkaner gern reichlich verwenden.

Ich stelle dir mal ein paar Spezialitäten vor, die du auf deiner Reise durch Marokko nicht verpassen solltest:

Couscous

Couscous ist das Nationalgericht in Marokko. In einem Sieb über einem Eintopf mit Fleisch, Gemüse und Kichererbsen gegart, gibt es ganz unterschiedliche Variationen von Couscous.

Tajine

Tajine ist einfach das landestypische Gericht. Du bekommst es überall. Charakteristisch ist die Zubereitung in dem Tontopf mit seinem spitzen Deckel. Hier drin wird alles Mögliche über der Holzkohle geschmort.

Brochette

Brochette / Kebab sind die gegrillten Fleischspieße, die es an fast jeder einfachen Straßenküche gibt. Dazu isst man Pommes oder Salat.

Kefta

Das kennst du vielleicht. Die scharf gewürzten und gebratenen Lamm-Hackbällchen sind im gesamten Maghreb beheimatet.

Harira

Harira heißt die nahrhafte, traditionelle Fastensuppe, die vor allem zum Fastenbrechen gegessen wird. Es gibt sie in der ganzen arabischen Welt, so auch in Marokko.

Wo kannst du in Marokko essen?

In Marokkos Städten gibt es zahlreiche Restaurants, sowohl mit marokkanischer als auch europäischer (oft französischer) Küche. Einfache und günstigere Garküchen findest du vermehrt in der Altstadt.

Zahlreich sind auch die kleinen Cafés. Sie sind Treffpunkt und Kommunikationszentrum der Marokkaner und du solltest sie unbedingt während deines Marokko-Aufenthalts aufsuchen. Am besten bestellst dort du den typischen, marokkanischen Minztee (thé à la menthe).

Achtung: Als allein reisende Frau solltest du bei der Wahl deines Cafés allerdings aufpassen. Einige streng traditionelle Cafés in der Medina sind nach islamischer Kultur für Frauen tabu. Du erkennst sie am reinen, einheimischen Männerpublikum.

Darf man in Marokko Alkohol trinken?

Berechtigte Frage, denn der Islam verbietet es, Alkohol zu trinken, und Marokko ist ein islamisches Land. Auf Bier, Wein und Co. solltest du in der Öffentlichkeit daher lieber verzichten.

Anders ist das in Hotels, Bars oder Restaurants. Da stört es niemanden, wenn du zu alkoholischen Getränken greifst. Doch es gibt nur einige lizensierte Unterkünfte und Gastronomen, die Alkohol überhaupt ausschenken. Das sind meist die großen und teuren Läden.

In den großen Städten findest du Alkohol zudem in speziellen Alkoholläden und auch einigen Supermärkten. Im ländlichen Marokko ist Alkohol dagegen schwer zu bekommen und dessen Genuss sowie der Kauf öffentlich verpönt.

Ist das Leitungswasser in Marokko trinkbar?

Leitungswasser ist in Marokko nicht trinkbar. Um sicher zu sein, solltest du auch beim Kauf von Wasserflaschen darauf achten, dass diese wirklich original verschlossen sind.

In den Städten Marokkos ist das Wasser gechlort, so kannst du es zumindest zum Zähneputzen unbedenklich verwenden.

Mein wichtigster Tipp zum Schluss

In einem fremden Land wie Marokko lässt es sich nicht vermeiden, mal in ein Fettnäpfchen zu treten. Bei deinem ersten Besuch in Afrika wird dir vieles neu, anders oder gar unverständlich vorkommen.

Mein Tipp: Sei offen. Lass dich auf die orientalische Kultur ein. Und lass dich ein auf den Kontakt mit den Einheimischen. Die Marokkaner sind freundlich, herzlich und kontaktfreudig. So entstehen die schönsten Reiseerlebnisse.