Die besten Tipps für deine Reise nach Marrakesch

Marrakesch ist ein spannendes Ziel für eine Städtereise. Historische Stätten, traumhafte Parks, prächtige Paläste und die quirligen Souks – in Marrakesch kannst du unheimlich viel entdecken.

In der Stadt sind orientalische Traditionen und arabischer Lebensstil allgegenwärtig, doch die Moderne hat in Marrakesch längst Einzug gehalten. Es ist dieser bunte Mix, der Marrakesch so interessant macht. Aber auch etwas unübersichtlich und manchmal ein wenig anstrengend.

Um dir die Reiseplanung zu erleichtern, habe ich dir in diesem Artikel die wichtigsten Tipps für deine Städtereise nach Marrakesch zusammengestellt.

Spring direkt zu den Marrakesch Reisetipps

Jenny und Basti

Hey! Wir sind Jenny & Basti

Weltenbummler, Reisefotografen, Vollzeit-Blogger und Sonnenkinder. Auf 22places berichten wir von unseren Reisen und geben dir einfach umsetzbare Tipps zum Fotografieren: Mit viel Liebe zum Detail, inspirierend, authentisch und vor allem: immer ehrlich. In unserem Online-Fotokurs zeigen wir dir, wie du selbst ganz einfach wunderschöne Fotos machen kannst.

Erfahre mehr über uns!

Unsere Marrakesch Reisetipps auf einem Blick

Anreise

Der internationale Flughafen von Marrakesch heißt Marrakesch-Menara.

Verschiedene Fluggesellschaften fliegen den Flughafen von Marrakesch direkt aus Deutschland an, unter anderem aus München, Düsseldorf, Köln und auch Wien.

Je nach Abflugort bist du nach dreieinhalb bis viereinhalb Stunden schon in Marrakesch.

Besonders günstig bringen dich Ryanair, easyJet und die österreichische Fluggesellschaft Laudamotion in die Stadt. Vor allem bei Ryanair und Laudamotion bekommst du schon Hin- und Rückflüge für rund 70 Euro.

Unsere Lieblings-Suchmaschine für Flüge ist Skyscanner, wo du einen guten Überblick über die verschiedenen Flugpreise und Flughäfen bekommen kannst.

Dokumente und Einfuhr

Für die Einreise nach Marokko benötigst du einen gültigen Reisepass, der zum Zeitpunkt der Ankunft noch mindestens sechs Monate gültig sein muss.

Nach Einreise kannst du dich bis zu 90 Tage in Marokko aufhalten. Das sollte für deinen Stadtbesuch allemal reichen.

Vom Flughafen in die Stadt

Der Flughafen Marrakesch-Menara liegt sehr zentral nur 6 Kilometer von der Innenstadt entfernt. Am günstigsten kommst du von hier mit dem Bus in die City.

Mit dem Shuttlebus

Die Haltstelle des Shuttlebusses Nr. 19 befindet sich am Flughafenparkplatz. Vom Flughafen bis zum Djamaa el Fna, dem zentralen Platz in Marrakesch, verkehrt der Bus jede halbe Stunde zwischen 6:30 und 21:00 Uhr. Das Ticket kostet für die einfache Fahrt 30 Dh (ca. 3 Euro).

Mit dem Linienbus

Verlässt du das Flughafengebäude, findest du an der Hauptstraße in etwa 300 Metern die Haltestelle des Linienbusses Nr. 18. Das ist noch günstiger, gerade einmal für 4 Dh (ca. 0,50 Euro) fährst du bis ins Stadtzentrum.

Mit dem Taxi

Du kannst vom Flughafen aber auch ein Taxi zum Hotel nehmen. Das geht sowohl mit einem kleinen (petit) als auch einem großen (grand) Taxi. Der Preis liegt bei etwa 150 Dh (ca. 14 Euro) für das große und 100 Dh (ca. 9 Euro) für das kleine Taxi.

Mit dem Hotelshuttle

Viele Hotels und Riads bieten eine Abholung am Flughafen für etwa 150 Dh (ca. 14 Euro) an. Frage einfach bei der Hotelbuchung nach dem Airportshuttle.

Gerade am Abend und wenn du das erste Mal nach Marrakesch reist, ist das sehr praktisch. Denn die Riads sind in der Medina, der Altstadt von Marrakesch, oft ziemlich versteckt und auf eigene Faust schwer zu finden.

Mit privatem Transfer

Alternativ kannst du auch direkt online über Get Your Guide einen privaten Transfer buchen. Dabei wartet der Fahrer am Flughafen mit einem Schild auf dich und bringt dich direkt zu deiner Unterkunft. Das ist oft sogar ein paar Euro günstiger als mit dem Hotelshuttle.

Zum privaten Transfer

Reisezeit

Nach Marrakesch kannst du das ganze Jahr über reisen, besonders angenehm ist es aber im Frühjahr und Herbst. In diesen Jahreszeiten wird es mit etwa 25 Grad schön warm, aber nicht zu heiß.

Die Hauptsaison für Marrakesch ist März bis Mai sowie September bis November. Da kann es in der Medina und an den zentralen Sehenswürdigkeiten schon recht voll werden und auch die Hotels ziehen ihre Preise an.

Im Sommer wird es heiß in der Stadt. In den wärmsten Monaten Juli und August überschreitet das Thermometer nicht selten die 40 Grad.

Im Schatten bleibt die trockene Hitze einigermaßen erträglich. Reist du im Sommer nach Marrakesch, kannst du die Mittagsstunden am besten am Pool im kühlen Riad verbringen. Riads sind die alten Stadthäuser von Marrakesch, die heute als Unterkünfte dienen. Das Sightseeing-Programm verlagerst du besser in die kühleren Morgen- oder Abendstunden.

Marrakesch im Winter ist weniger voll und bei etwa 20 Grad dennoch recht warm. Nur nachts wird es mit unter zehn Grad frisch. In dieser Jahreszeit solltest du bei der Buchung darauf achten, dass dein Riad oder Hotel eine Heizung hat.

Reisen im Ramadan

Nach Marrakesch kannst du auch während des Ramadans reisen. In der Fastenzeit der Muslime ist das Leben tagsüber zwar etwas träge und langsamer als gewöhnlich, aber dafür abends umso intensiver.

Während des Ramadans musst du dich einfach darauf einstellen, dass das öffentliche Leben auf Sparflamme läuft. Einige Sehenswürdigkeiten verkürzen ihre Öffnungszeiten und einige öffentliche Schalter sind erst am Nachmittag besetzt.

Die kleinen arabischen Lokale bieten tagsüber keine Speisen an, aber in Marrakesch findest du genügend Alternativen. In den Gaststätten rund um den Djemaa el Fna wird Essen zum Beispiel in den oberen Etagen serviert.

Wie viel Zeit solltest du einplanen?

Für einen Städtetrip nach Marrakesch solltest du mindestens drei Tage einplanen. Besser ist ein Aufenthalt von fünf Tagen. Dann hast du ausreichend Zeit, dich durch die Souks treiben zu lassen, die zahlreichen Sehenswürdigkeiten zu besuchen und in das orientalische Leben einzutauchen.

Hast du mehr Zeit, ist das natürlich wunderbar. Langweilen wirst du dich nicht. Neben den zahlreichen Attraktionen in der Stadt und den wunderschönen Riads kannst du von Marrakesch aus auch viele Ausflüge, zum Beispiel ins Atlasgebirge oder zu den Ouzoud Wasserfällen machen.

Geld und Bezahlen

In Marokko bezahlst du mit dem marokkanischen Dirham (Dh). Der Kurs des Dirhams ist an den US-Dollar gebunden, daher schwankt der Wechselkurs mit dem Euro.

 

Grob kannst du dir die Umrechnung 1:10 merken. Das ist zwar nicht ganz exakt, aber in etwa haut es hin. Das heißt, wenn in Marrakesch der Minztee 1 Dh kostet, sind das gerade einmal 0,10 Cent. Das Riad für 1000 Dh macht demnach 100 Euro.

Dirham bekommst du in Marrakesch an den Bankautomaten überall in der Stadt mit deiner Kreditkarte. Die Automaten akzeptieren sowohl Master- wie Visa-Card und zum Teil auch die Maestro-Card.

In den größeren Hotels und touristischen Restaurants kannst du direkt mit deiner Kreditkarte zahlen. In kleineren Riads und lokaler Gastronomie geht das meist nicht. Doch inzwischen gibt es sogar einige Händler in den Souks, die Kartenzahlung anbieten.

Mein Tipp: Versuche immer etwas Kleingeld in der Tasche zu haben. Viele Händler können auf große Scheine nicht rausgeben und auch für die kleinen Dienstleistungen, Bettler oder als Trinkgeld ist es praktisch, ein paar Münzen parat zu haben.

Wie viel kostet der Urlaub in Marrakesch?

In Marrakesch kannst du sehr günstig reisen, aber auch teurer. Es hängt ganz davon ab, wie viel Wert du auf Komfort legst und was du unternehmen möchtest.

Gerade was die Preise der Hotels angeht, macht es auch einen Unterschied, ob du in der Hauptsaison oder außerhalb der Saison nach Marrakesch fliegst.

Hier kommen einige Beispiele, was die alltäglichen Dinge während eines Urlaubs in Marrakesch kosten:

  • Übernachtung in gutem Riad : ab 60 Euro pro Nacht
  • Taxifahrt in der Stadt: 1 – 3 Euro
  • Frühstück: 5-10 Euro im Riad, falls nicht inklusive
  • Essen in einer Garküche: ca. 3 Euro
  • Essen im Restaurant: 15 Euro
  • 1-Liter-Flasche Wasser: 0,50 – 1 Euro
  • Eintritt Sehenswürdigkeiten: ca. 5 Euro
  • Hammam-Besuch: 70 Euro mit Spa

Nach oben ist natürlich immer Luft. Es liegt ganz an dir, wie du deinen Städtetrip in Marrakesch gestalten möchtest.

Das Schöne in Marrakesch ist, die Auswahl an Riads, Restaurants und Garküchen ist riesig. Du findest immer günstige Alternativen.

Grundsätzlich ist es rund um den Djemaa el Fna am teuersten. In den kleinen Gassen der Medina, etwas abseits des zentralen Platzes, isst du nicht nur günstiger, du findest auch günstigere Souvenirs und Handwerkskunst.

Auch die meisten Sehenswürdigkeiten kosten nicht viel, darunter befinden sich tolle Paläste und einige Museen. Die Highlights kannst du oft für ca. 5 Euro besuchen und über 10 Euro zahlst du fast nie.

Gibt man in Marrakesch Trinkgeld?

Unbedingt, Trinkgeld macht einen großen Teil der Einkünfte der im Tourismus Beschäftigten aus. Denn die Löhne sind ansonsten nicht hoch.

Natürlich solltest du dein Geld nicht wahllos verteilen. Marrakesch ist mittlerweile eine sehr touristische Stadt. Viele Menschen leben vom Tourismus und noch mehr wollen einen Teil des Kuchens abhaben.

So kommt es vor, dass Trinkgeld sehr offensiv gefordert wird und das teils in unangemessener Höhe. So soll es natürlich nicht sein.

Gib nur Trinkgeld, wenn eine Gegenleistung erfolgt. Und nur, wenn du mit dem Service auch zufrieden warst. Die Höhe des Trinkgeldes liegt in deinem Ermessen.

Eine kleine Orientierung geben dir die folgenden Beispiele:

Zimmermädchen / Kofferträger: 5 bis 10 Dh (ca. bis 1 Euro). Wenn du das Trinkgeld schon vorab oder während deines Aufenthalts gibst, erhöhen sich die Motivation und der Service.

Lass einfach ein paar Münzen für das Zimmermädchen auf dem Kopfkissen liegen. Dem Kofferträger drückst du die Münzen direkt in die Hand.

Kellner: In Restaurants sind etwa 10 Prozent üblich, im Café reichen auch ein paar Dirham auf dem Tisch.

Für eine Einladung zum traditionellen Minztee musst du nicht zahlen. Von Händlern in Souks angeboten, gehört es zum Service. Keiner kann dich zwingen, aber viele Händler in Marrakesch Souks erwarten bei Annahme des Tees jedoch einen späteren Kauf.

Taxen: Solltest du einen Taxifahrer finden, der ehrlich sein Taxameter einschaltet, hat er sich auch ein paar Dirham Trinkgeld verdient. Runde die Summe einfach um ein paar Dirham auf.

Allerdings ist das Fahren mit Taxameter in Marrakesch inzwischen rar. Wird der Preis vorher ausgehandelt, musst du auch kein Trinkgeld zusätzlich zahlen.

Stadtführer: Mit Stadtführern handelst du vorher den Tarif aus, dennoch erwartet der Guide ein Trinkgeld am Ende der Führung. Pro Gruppe liegt dieses bei rund 50 bis 100 Dh (ca. 5 bis 9 Euro) pro Tag.

Gesundheit

Um deine Gesundheit brauchst du dir in Marrakesch nicht mehr Sorgen machen als in jedem beliebigen anderen Land in Südeuropa. Zu den häufigsten Reisekrankheiten gehört Durchfall, dem du mit den üblichen Hygienemaßnahmen oft vorbeugen kannst.

Dazu zählt, dass du nur abgepacktes Wasser trinkst und auf Eiswürfel verzichtest. Dein Essen sollte stets gut durchgegart sein und Obst und Gemüse isst du am besten nur geschält.

Möchtest du Streetfood probieren, was ich dir unbedingt empfehle, sind lang gegarte Gerichte am freundlichsten für einen ungeübten europäischen Magen. Eine gute Adresse sind die Garküchen auf dem Djemaa el Fna, denn hier kontrolliert das Gesundheitsamt regelmäßig die hygienischen Bedingungen.

Ist Marrakesch sicher?

Im Gegensatz zu anderen Maghrebstaaten ist die politische und soziale Lage in Marokko stabil. In Marrakesch ist die Polizei, insbesondere am Djemaa el Fna und an den touristischen Sehenswürdigkeiten stark präsent.

Auch wenn vielleicht übertrieben, vermitteln sie ein gutes Grundgefühl von Sicherheit. Die Gründe liegen in vergangenen Terroranschlägen, die ich dir nicht verschweigen möchte. Doch diese waren punktuell und seit 2011 ist es in ganz Marokko ruhig geblieben.

Wie in jeder Großstadt gibt es auch in Marrakesch Taschendiebe und Kleinkriminelle. Negativ bekannt ist Marrakesch vor allem für seine Abzocker und Kleinbetrüger.

Abzockerei

Gerade an den touristischen Hotspots, im Gedränge der Souks und vor allem rund um den Djemaa el Fna solltest du dich vor Betrügern in Acht nehmen. Allerdings ist positiv zu betonen, dass das Unwesen von falschen Führern und Schleppern dank der massiv und rigoros agierenden Touristenpolizei in den letzten Jahren stark zurückgegangen ist.

Sie ist überall in der Medina unterwegs. Doch du wirst die Touristenpolizei in der Stadt gar nicht erkennen, da sie in zivil agiert.

Damit du ihnen gar nicht erst auf den Leim gehst, verrate ich dir hier ein paar der gängigen Abzocken. Dazu gehören Frauen, die dir ungefragt Henna auf deine Hand malen, oder Männer, die dir einfach einen Affen auf die Schulter setzen. Natürlich alles, um nachher aufdringlich und hartnäckig Geld zu verlangen.

Auch falsche Stadtführer und Schlepper, die dich direkt vom Busbahnhof oder Flughafen zum (natürlich besten) Riad der Stadt bringen möchten, gibt es nach wie vor.

Solltest du einen Betrugsversuch vermuten oder aufdringliche, unangemessene Geldforderer nicht loswerden, gib am besten vor, zur Touristenpolizei gehen zu wollen. Diese sitzt am Djemaa El Fna.  Falsche Führer werden dann ganz schnell von dir ablassen.

Taschendiebe und Kleinkriminelle

Mit deinem gesunden Menschenverstand und allgemeinen Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz deiner Wertsachen bist du in Marrakesch sicher aufgehoben.

Nachts solltest du verlassene Gassen der Medina allerdings meiden. Um nicht allein und orientierungslos im Dunkeln umherzuirren, entscheide dich für belebte Wege, die du bereits am Tag gelaufen bist. Zur Not kannst du immer noch ein Taxi nehmen.

Der Djemaa el Fna ist bis in die Nacht belebt. Hier kannst du dich ungestört am Abend aufhalten. Leert er sich langsam, suchst du am besten direkt dein Riad auf. Hast du vor, abends öfter auszugehen, ist eine Unterkunft nahe dem zentralen Platz sehr praktisch.

Was du einpacken solltest

Für einen Städtetrip braucht es in der Regel ja nicht viel. Und da es in Marrakesch tagsüber das ganze Jahr über warm ist, reicht leichte Kleidung völlig aus.

Lies auch unseren Artikel zur Packliste für Städtereisen

Wenn es abends abkühlt, solltest du etwas zum Überziehen dabeihaben. Im Winter kann es nachts auch schon mal richtig kalt werden.

Grundsätzlich heißt es bei der Kleidungsauswahl: nicht zu knapp und sexy. Nicht nur das Dekolleté, auch die Schultern und die Knie sollten bedeckt sein.

Praktisch ist ein leichtes Tuch, das dich nicht nur vor der Sonne schützt, sondern dass du auch beim Besuch von religiösen Sehenswürdigkeiten um deine Schultern legen kannst.

Einen Adapter für die Steckdosen benötigst du nicht. Hier kannst du also noch einmal lästiges Reisegepäck sparen.

Verhaltensregeln

Trotz Einzug der Moderne sind die Gepflogenheiten und Umgangsformen in Marrakesch stark von Religion und traditionellen Werten geprägt. Um nicht in jedes Fettnäpfchen zu treten, habe ich dir hier ein paar Verhaltenstipps zusammengefasst.

Fotografieren

Marrakesch hat mit seinen bunten Farben, den prachtvollen Riads und dem orientalischen Leben tausende tolle Fotomotive.

Doch nicht jeder Marokkaner möchte abgelichtet werden. Andere lassen sich dagegen gern gegen eine kleine Spende fotografieren. Frage einfach vorher, dann gibt es später keine bösen Überraschungen.

Grundsätzlich verboten ist das Fotografieren von Militär. Dazu gehören nicht nur Beamte in Uniform, auch Stadtmauern zählen zum Beispiel dazu. Ebenfalls darfst du keine Flugdrohnen nach Marokko einführen.

 

Feilschen und Handeln

In den Souks von Marrakesch kommst du ums Handeln nicht herum. Gerade in den touristischen Vierteln setzen die Händler unverschämt überzogene Preise an.

Oft kannst du bis zu 50 Prozent des zunächst genannten Preises runterhandeln. Als Faustformel fange lieber direkt 75 Prozent unter dem genannten Preis mit deinem ersten Gebot an. Nach mehrmaligem Hin und Her kann sich der Preis so auf den Mittelwert einpendeln.

Um das Anfangsgebot nicht zu hoch zu treiben ist es auch hilfreich, wenn du dich nicht als Marokko-Anfänger outest. Wenn du vorgibst, bereits einige Wochen im Land unterwegs zu sein, sind die Händler vorsichtiger und der Preisvorschlag etwas angemessener.

An eine Anstandsregel solltest du dich beim Feilschen immer halten: Handel um nichts, was du nicht wirklich kaufen willst.

Umgang mit Bettlern

Almosen geben ist eine islamische Pflicht. Auch du kannst mit ein paar Dirham an einen Bedürftigen eine gute Tat vollbringen.

Allerdings versuchen in Marrakesch zahllose Menschen ein paar Münzen von Touristen zu ergattern. Rund um den Djemaa el Fna und an anderen zentralen Sehenswürdigkeiten wird immer wieder versucht, für eine kleine Gegenleistung Geld zu bekommen.

Auch Süßigkeiten oder Kulis für Kinder sind vielleicht gut gemeint, aber leider nicht gut gemacht. Wenn Kinder anstatt in die Schule lieber auf die Straße betteln gehen, ist ihnen für die Zukunft sicherlich wenig geholfen.

So kommst du in Marrakesch von A nach B

Viele Wege kannst du in Marrakesch zu Fuß zurücklegen. Zum einen ist es nicht nur sehr viel schöner, weil du auf diese Weise erst richtig in das orientalische Leben eintauchen kannst.

In den Souks, den bunten Bazaren der Altstadt, geht es zum anderen häufig auch gar nicht anders, da die Gassen in der Medina für jegliche andere Arten der Fortbewegung zu eng oder zu voll sind.

Gängige Verkehrsmittel für längere Wege außerhalb der Souks sind in Marrakesch Taxen oder Busse.

Mit dem Taxi

In Marrakesch gibt es sowohl kleine (petit) als auch große (grand) Taxen. Für Stadtfahrten nimmst du ein kleines Taxi, indem bis zu drei Leute mitfahren dürfen.

Du erkennst die kleinen Taxen in Marrakesch an ihrer beigen Farbe. Theoretisch gibt es in den Taxen ein Taxameter und die Preise sind an der Windschutzscheibe angeschlagen. Theoretisch, denn in der Praxis sieht das anders aus.

Es ist in Marrakesch schon fast zum Standard geworden, dass Fahrer behaupten, das Taxameter funktioniere nicht. Dann musst du unbedingt den Preis mit dem Fahrer aushandeln bevor du einsteigst.

Für eine Fahrt in der City sind etwa 30 Dh (bis zu 3 Euro) in Ordnung. Beharrt der Fahrer auf einem deutlich höheren Preis, suchst du dir am besten gleich ein anderes Taxi. Oft lenkt der Taxifahrer spätestens beim Wegdrehen ein.

Die großen Taxen sind oft alte Mercedes-Limousinen. Sie sind etwas teurer als die kleinen Taxen, dafür kannst du mit ihnen zu Zielen außerhalb der Stadt fahren.

Du findest die großen Taxen im Süden der Medina und am großen Busbahnhof. Normalerweise fährst du gemeinsam mit bis zu sechs Personen in einem Taxi.

Du kannst aber auch einen Preis, max. 1000 Dh (ca. 90 Euro) pro Tag, für eine private Fahrt verhandeln.

Mit dem Stadtbus

Für sehr wenig Geld (unter 0,50 Euro) fährst du in Marrakesch mit dem öffentlichen Stadtbus. Es gibt mehrere Linien und du kommst damit zum Beispiel zum Jardin Majorelle, zum Bahnhof oder in die Menarar-Gärten.

Klingt erst einmal gut, oder? Ganz so einfach ist es aber leider nicht. Die Routen und auch die Abfahrzeiten hängen nirgends aus und sind schwer durchschaubar. Auch Schilder für die Haltestellen fehlen oft.

Möchtest du vom Platz Djemaa el Fna abfahren, hast du Glück. Denn hier steht häufig ein Angestellter in blauer Uniform, den du mit deinen Fragen löchern kannst.

Für die Fahrt von anderen Haltestellen erkundigst du dich am besten vorher in deinem Riad nach der gewünschten Verbindung.

Für Touristen gibt es zwei weitere Varianten der Fortbewegung.

Mit dem Hop-on/Hop-off-Bus

In der Stadt verkehren rote Hop-on/Hop-off Doppelstockbusse auf zwei Linien. Die rote Linie führt dich zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Mit der grünen Linie gelangst du in den Norden der Stadt, zum Beispiel zum Jardin Majorelle.

Für den Hop-on/Hop-off Bus kaufst du dir einfach ein Ticket für ca. 18 Euro. Damit kannst du 48 Stunden auf beiden Linien fahren und so oft ein- und aussteigen wie du möchtest.

Zum Hop-On/Hop-Off Bus durch Marrakesch

Mit der Pferdekutsche

In Marrakesch kannst du durch die Medina auch mit einer Pferdekutsche fahren. Das ist nicht nur romantisch, es ist auch eine alte Tradition. Du findest die Kutschen zwischen Djemaa el Fna und der Koutoubia Moschee.

Den Preis handelst du, wie üblich, vor Fahrtbeginn aus. Für eine kurze Fahrt zwischen einer halben und einer dreiviertel Stunde werden etwa 80 Dh (ca. 7,50 Euro) verlangt.

Der Preis versteht sich für eine Kutsche und nicht pro Person. Da bis zu fünf Personen in einer Kutsche Platz haben, muss eine Kutschfahrt für jeden einzelnen also gar nicht teuer sein.

Gute Reiseführer für Marrakesch

Bei uns bekommst du ja schon wirklich viele praktische Informationen und Tipps für deinen Städtetrip nach Marrakesch. Ist dir das noch nicht genug, kann ich dir noch folgende Reiseführer empfehlen:

City-Trip Marrakesch von Reise Know-How: Vom Reise Know-How Verlag gibt es nicht nur einen super Reiseführer für das ganze Land Marokko, sondern auch einen empfehlenswerten Cityguide von derselben Autorin.

Der handliche Stadtführer bietet umfangreiche Informationen zu allen Sehenswürdigkeiten und Museen. Was mir besonders gefällt, ist die ausführliche Vorstellung der einzelnen Stadtviertel. Total praktisch ist zudem die herausnehmbare Karte.

Marrakesch von Marco Polo: Der Stadtführer von Marco Polo enthält kompakt alle wichtigen Informationen für deine Reise nach Marrakesch. Er ist schön übersichtlich und kommt auf den Punkt.

Besonders toll finde ich hier die Insider-Tipps und die in der Faltkarte eingezeichneten Erlebnistouren durch die Stadt.

Sprache und Verständigung

Generell spricht man in Marokko Arabisch und verschiedene Berbersprachen, so auch in Marrakesch. Doch keine Angst, daneben ist Französisch in Marrakesch die gebräuchliche Verkehrssprache.

Und weil Marrakesch sehr touristisch ist, kommst du zudem meist mit Englisch ganz gut zurecht. In den Hotels und Restaurants sowie an den zentralen Sehenswürdigkeiten ist das gar kein Problem.

Sogar in den Souks sprechen viele Händler ganz passables Englisch. Manchmal überraschen sie dich sogar mit ein paar Brocken Deutsch.

Schwieriger wird es, wenn du ein Taxi nimmst oder abseits der touristischen Wege unterwegs bist. Hier sind ein paar Worte Französisch fast unabdingbar und du solltest dein Wörterbuch griffbereit halten.

Essen und Trinken

Auf internationale Küche musst du in Marrakesch nicht verzichten. Doch wer will das schon, wenn du in Marrakesch die ganze Bandbreite der fantastischen Küche Marokkos findest?

Es gibt in Marrakesch unzählige Lokale, Snackbars, Cafés, Garküchen und Hotel-Restaurants. Du kannst dich einfach treiben lassen und musst garantiert nicht hungrig in dein Riad zurückkehren.

Folgende kulinarische Highlights möchte ich dir unbedingt ans Herz legen:

Essen in den Garküchen

Die erste Adresse für ein landestypisches Essen in Marrakesch sind die kleinen Garküchen auf dem Djemaa el Fna. Bereits am Nachmittag bauen die mobilen Küchen ihre Grills und Töpfe, Bänke und Tische auf dem zentralen Platz auf.

Hier isst du gemeinsam mit Einheimischen und kannst dich durch alles schlemmen, was die marokkanische Küche an Köstlichkeiten hergibt: Fleischspieße (Brochette), eingelegtes Gemüse, Lamm-Hackbällchen (Kefta), Salate, Couscous und Reis, Suppen, Scampi oder sogar Schnecken und Hammelköpfe – die Auswahl ist riesig.

Da ist sicherlich für jeden Geschmack etwas dabei. Wunderbar schmeckt auch der frisch gepresste Orangensaft. Für weniger als 0,50 Euro bekommst du an den großen Wagen auf dem Djemaa el Fna ein volles Glas mit frischen Vitaminen.

Essen im Restaurant

Die wahren Schätze der marokkanischen Küche hebst du dir am besten für ein Riad-Restaurant in der Medina auf. In den Palast-Restaurants kannst du köstliche Menüs in der Atmosphäre von 1001 Nacht genießen. Manchmal gibt es auch Livemusik oder gar eine Bauchtanz-Vorführung dazu.

Dort bestellst du zum Beispiel ein Couscous- oder Tajine-Gericht.

Couscous

Couscous ist das Nationalgericht in Marokko. Das Couscous gart über einem Eintopf in ganz unterschiedlichen Varianten mit Fleisch und Gemüse. Nicht fehlen dürfen darin die charakteristischen Kichererbsen.

Tajine

Das landestypische Gericht Tajine findest du ebenfalls in den Riads, aber auch in einfacheren landestypischen Restaurants. Überall wirst du die zur Zubereitung verwendeten Tontöpfe mit ihrem typischen, spitzen Deckel erblicken.

Minztee

Unbedingt gehört zu einem Marrakesch-Besuch auch der traditionelle Minztee dazu. Die frische Minze wird im kleinen Glas direkt mit heißem Wasser übergossen.

Die Zeremonie ist eine wahre Kunst, in der die Teekanne immer weiter vom Glas weggeführt wird. Dazu kommen gefühlt kiloweise Zucker ins Glas.

Das Getränk gibt es überall in kleinen und größeren Cafés. Besonders toll sind die vielen Dachterrassen. Hier kannst du bei einem Glas Tee dem bunten Treiben in der Medina zu deinen Füßen zuschauen.

Wo du gut essen und trinken kannst

Wie gesagt, es gibt unzählige Restaurants in Marrakesch. Rund um den Djamaa el Fna sind die Restaurants ziemlich touristisch.

Dafür hast du von den Dachterrassen auch den besten Blick auf den Trubel. Besonders am Abend ist es klasse mit anzusehen, wie sich der Platz immer mehr füllt und sich große Trauben um die Geschichtenerzähler bilden. Eine beliebte Touristen-Adresse am Djamaa el Fna ist das Café de France.

Chilliger ist das kleine Café des épices am Platz Rahba Kedima. Von der Dachterrasse kannst du die Korbhändler zu deinen Füßen beobachten.

Soll es etwas Besonderes sein, ist das Dar Zellij eine gute Wahl. Die Küche des Palast-Restaurants ist fantastisch und ebenso das Ambiente. Allerdings musst du hier vorher unbedingt einen Tisch reservieren.

Für Vegetarier und Veganer

Für Vegetarier ist das Earth Café zu empfehlen. Das alternative Café mit seinem bunten Innenhof bereitet vegetarische und vegane Speisen frisch zu.

Darf man in Marrakesch Alkohol trinken?

Alkohol ist laut dem Islam verboten und so spielt auch im islamischen Marokko Alkohol im öffentlichen Leben keine Rolle. In Marrakesch musst du aber auf ein Glas Wein zum Essen nicht verzichten.

Einige Restaurants und Hotels haben eine Ausschank-Lizenz für Alkohol. Da diese teuer ist, sind es in der Regel auch die großen und teuren Restaurants und Hotels, in denen du Wein, Bier und Co. zum Essen bestellen kannst. Die meisten dieser Restaurants liegen in der moderneren Neustadt.

Du kannst Alkohol auch in den Supermärkten der Kette Carrefour kaufen sowie in einigen Spezialgeschäften. Auf den Verzehr in der Öffentlichkeit solltest du jedoch aus Respekt und Höflichkeit den Marokkanern gegenüber verzichten.

Ist das Leitungswasser in Marrakesch trinkbar?

Nein, Leitungswasser kannst du in Marrakesch nicht trinken. Wasserflaschen gibt es überall an jedem Kiosk in der Stadt zu kaufen.

Du kannst das Wasser aus der Leitung aber bedenkenlos zum Zähneputzen verwenden, da es ausreichend gechlort ist.