Eine unvergessliche Foto-Location Tour durch Kanada mit Tipps zum Land und zum Fotografieren. Ein Gastbeitrag von Jonas Banken.

Wer an Nordamerika denkt, hat meist gleich die USA mit dem beeindruckenden Grand Canyon und der Freiheitsstatue im Kopf. Dabei gibt es oberhalb der Vereinigten Staaten ein noch größeres Land mit tollen Foto-Locations soweit das Auge reicht: Kanada.

Auf tausenden Quadratkilometern erstrecken sich hier Wälder mit Bären und Elchen und immer wieder trifft man auf kristallklare Seen, in denen sich die Landschaft spiegelt.

Für alle, die eine Reise nach Kanada planen und dabei die besten Foto-Locations nicht verpassen möchten, gibt es hier einen Routenvorschlag – mit nützlichen Tipps zum Land und zum Fotografieren in Kanada.

#1 Los geht es in Vancouver

Wenn Du Westkanada auf eigene Faust erkunden möchtest, ist Vancouver der ideale Startpunkt. Hier landen internationale Airlines aus aller Welt und es ist ein guter Ort, um nach dem langen Flug Kraft für die anstehende Reise in die Wildnis zu sammeln.

Steam Clock
Regelmäßig gibt die Uhr weißen Dampf ab

 

Kümmere dich hier am besten um einen fahrbaren Untersatz, denn ohne wirst Du nicht weit kommen. Dabei gibt es generell die Auswahl zwischen einem gemütlichen Wohnmobil und einem Geländewagen mit aufgesetztem Schlaf- und Kochmodul. Zelten geht natürlich auch, doch läufst Du hierbei Gefahr, nachts Besuch von einem Bären zu bekommen.

Ist die Weiterreise so weit geplant, lohnt sich ein ausgedehnter Städtetrip durch Vancouver. Hierbei wirst Du schnell auf viele interessante Foto-Locations stoßen.

Beliebte Motive sind beispielsweise das Stadion oder auch die Dampfuhr im Stadtteil Gastown, die jede viertel Stunde weißen Rauch aufsteigen lässt. Lohnenswert ist auch ein Besuch des Hafens mit seinen startenden und landenden Wasserflugzeugen und natürlich Chinatown mit vielen exotischen Einkaufsmöglichkeiten.

#2 Erster Stopp: Kelowna

Von Vancouver aus geht es nach Osten ins Landesinnere Richtung Banff Nationalpark. Natürlich steht es dir frei, zwischendurch immer einmal Stopps einzulegen, doch solltest Du die Stadt Kelowna auf keinen Fall verpassen.

Hier ist es vor allem im Sommer angenehm warm und die Promenade lädt zum Flanieren ein.

Weinstöcke am Okanagan Lake (Foto: Jonas Banken)
Weinstöcke am Okanagan Lake (Foto: Jonas Banken)

Ein besonders empfehlenswertes Fotomotiv sind die Weinberge, die sich rund um die Stadt und den sich ihr anschließenden See erstrecken. Such dir am besten eine etwas höher gelegene Position zum Fotografieren und nutze ein Weitwinkelobjektiv, so kommen die lang gezogenen Reihen der Weinstöcke am Okanagan Lake besser zur Geltung.

Natürlich eignen sich hier auch Makroaufnahmen hervorragend, um die Details der Nutzpflanze darzustellen.

#3 Weiter gen Osten zu den Nationalparks

Fährst Du von Kelowna weiter nach Osten, steuerst Du direkt auf den berühmten Banff Nationalpark zu. Hier kann es immer mal vorkommen, dass zehn oder mehr Autos am Straßenrand stehen und Menschen aufgeregt dazwischen hin und her laufen.

Maligne Lake (Foto: Jonas Banken)
Maligne Lake (Foto: Jonas Banken)

Lass dir diese Chance auf keinen Fall entgehen, denn hier ist mit Sicherheit gerade ein großer Hirsch, Elch oder sogar Bär zu beobachten.

Halte dein Teleobjektiv bereit und mach tolle Erinnerungsfotos, doch sei auch immer vorsichtig – es handelt sich hier immerhin um wilde Tiere, die meist schwer einzuschätzen sind. Neben diesen exotischen Begegnungen wirst Du aber auch immer wieder auf große Seen wie den Maligne Lake stoßen, die sich toll als Fotomotiv eignen.

Versuche, im frühen Morgengrauen schon dort zu sein, dann sind meistens weniger Touristen da und das Wasser glänzt besonders schön im Licht der aufgehenden Sonne. Gut eignen sich auch Langzeitbelichtungen, um das Wasser, was manchmal durch Ruderboote bewegt ist, spiegelglatt zu bekommen.

#4 Die Olympia-Stadt Whistler

Hast Du es durch die Nationalparks von Banff und Jasper geschafft, geht es wieder zurück in Richtung Vancouver. Dabei ist die Landschaft über die Nordstrecke jedoch völlig anders als die im Süden, nahe der US-Grenze.

Olympische Ringe in Whistler
Olympische Ringe in Whistler

 

Hier dominiert die Trockenheit und die mächtigen Wälder werden weniger. Bevor Du jedoch dein Auto geradewegs zurück nach Vancouver lenkst, mach noch einen Abstecher in der Olympia-Stadt Whistler.

Im Jahr 2010 war dies die Anlaufstelle für viele Spitzensportler aus aller Welt und noch heute steht die Stadt ganz im Zeichen des Sports. Interessante Fotomotive sind dabei nicht nur die fünf Olympischen Ringe, die unübersehbar im Stadtkern stehen.

Vor allem Sportfotografen kommen auf den weiten Skipisten und bei der berühmten Crossbike-Strecke auf ihre Kosten. Wer im späten Sommer fährt, kann sogar mit etwas Glück das alljährliche Mountainbike-Event miterleben, zu dem extra Tausende von Fahrern angereist kommen.

#5 Vancouver Island – eine ganz andere Welt

Bist Du zurück in Vancouver angekommen, muss deine Tour aber noch nicht zu Ende sein. Eine Überfahrt auf die der Stadt vorgelagerte Insel lohnt sich allemal, herrscht hier doch ein ganz anderes Klima vor.

Cathedral Grove
Der Holzweg im Cathedral Grove

Besonders der Norden ist für Landschaftsfotografen ein besonderes Reiseziel, denn hier im Cathedral Grove stehen die höchsten Bäume der Region.

Ein Spaziergang durch die über 90 Meter hohen Riesen lohnt sich in jedem Fall und ein Foto, bei dem es eine handvoll Personen braucht, um den Baum zu umfassen, ist immer ein tolles Mitbringsel. Hier im Norden dominiert auch der Urwald und wer es auf den wackeligen Holzwegen hindurch geschafft hat, wird mit einem tollen Blick auf den Strand entschädigt.

Auch die alte Stadt Victoria im Süden der Insel ist mit ihrem britischen Charm ein Besuch wert. Als Fotomotive lohnen sich hier insbesondere das Parlamentsgebäude und die berühmten Butcharts Gardens mit ihrem farbenfrohen Blumenmeer.

Noch mehr Wissenswertes. Wir haben den Autor gefragt:

Welches Fotoequipment sollte man auf jeden Fall dabei haben?

  • Kamera
  • Teleobjektiv für Tieraufnahmen
  • Weitwinkel für Landschaftsaufnahmen
  • Stativ für Langzeitbelichtungen
  • Graufilter
  • Grauverlaufsfilter
  • Ersatzakku und -speicherkarte für lange Fototouren
  • Regenschutz

Welche Jahreszeit ist deiner Meinung nach die beste für die Reise?

Der Sommer eignet sich als Jahreszeit am besten. Im kanadischen Winter kann es gut sein, dass einige Straßen so zugeschneit sind, dass kein Durchkommen mehr möglich ist. Im Sommer blühen die Blumen besonders schön und die Tiere sind noch nicht im Winterschlaf.

Wie viele Tage sollte man mindestens für die Stationen einplanen?

Wer die Strecke gemütlich abfahren möchte, muss sich schon mindestens 4 Wochen Zeit nehmen. Außerdem solltest Du flexibel sein, um vielleicht noch ein oder zwei ungeplante Zwischenstopps einzulegen, falls Du einen guten Tipp bekommt.

Wo kann ich unterwegs gut übernachten?

Übernachtungsmöglichkeiten gibt es in jeder Stadt zuhauf. Da die Kanadier meist selbst mit ihren riesigen Wohnmobilen in Kanada Urlaub machen, sind die dortigen Campingplätze entsprechend eingerichtet.
Am besten erfragst Du in der lokalen Touristeninformation, welche Plätze noch frei sind oder buchst im Vorfeld via Internet. Lohnenswert sind in den Nationalparks vor allem auch die kleinen Waldcampingplätze, die zwar keinen Strom haben, dafür aber sehr idyllisch gelegen sind.

Leider ist Kanada insgesamt nicht besonders billig, doch beim Campen halten sich die Preise noch im Rahmen. Eine Übernachtung kostet meist zwischen 20 und 40 Kanadische Dollars (etwa 15-30 Euro).

Alle Stationen der Reise auf einen Blick

Über den Gastautor:

Vor sechs Jahren entdeckte Jonas Banken seine Leidenschaft für die Fotografie und ist seit dem immer auf der Suche nach tollen Motiven und neuen Techniken.

Nicht nur auf seinen Reisen durch Länder wie Argentinien und Kanada fand Jonas schon interessante Foto-Locations – auch in seiner Heimatstadt Köln ist er immer wieder unterwegs.

In seinem Fotografie-Ratgeber teilt er seine Erfahrungen und gibt zudem Tipps rund um die Welt der Fotografie.

Hast Du Fragen?

Möchtest Du mehr über die Strecke wissen oder warst auch schon mal da? Ich freu mich über deinen Kommentar.

Teile deine Gedanken mit uns!

Please enter your comment!
Please enter your name here