Veröffentlichst du deine Fotos auf Facebook, Instagram oder Pinterest? Hast du einen eigenen Blog, wo du deine Fotos zeigst?

Sobald du irgendwo Fotos veröffentlichst, solltest du dich vorher darüber informieren, was du darfst und was eventuell teuer werden konnte.

Die aktuelle Diskussion um die Abschaffung der Panoramafreiheit in der EU war vor kurzem in aller Munde. Aber was ist die Panoramafreiheit überhaupt und was bedeutet das für mich als Fotograf? Das erkläre ich dir in diesem Artikel.

Was regelt die Panoramafreiheit?

Die Panoramafreiheit ermöglicht es dir, im öffentlichen Raum zu fotografieren und diese Fotos zu veröffentlichen, ohne die Urheberrechte einzelner Bauwerke und Kunstwerke beachten zu müssen.

Grundsätzlich liegt das Urheberrecht eines Bauwerks zunächst einmal beim Architekt, bei einer Statue beim Bildhauer und bei einem Kunstwerk beim Künstler.

Nach dem geltenden Urheberrecht dürftest du also prinzipiell keine Fotos von Kunstwerken oder Gebäuden online veröffentlichen oder zum Beispiel als Postkarte verkaufen.

Das deutsche Recht sieht aber mit der Panoramafreiheit eine deutliche Erleichterung für Fotografen vor.

Die Panoramafreiheit besagt, dass Fotos urheberrechtlich geschützter Werke veröffentlicht und vermarktet werden können, sofern sie von öffentlichen Wegen aus fotografiert wurden und sich bleibend an diesem Ort befinden.

Wenn du also ein Foto vom Berliner Reichstag machst, dann darfst du es auch veröffentlichen und verkaufen, solange du es von einem öffentlichen Weg aus fotografiert hast.

Was bedeutet öffentlich?

Bei der Definition, was denn überhaupt öffentlich bedeutet, wird es schon etwas komplizierter.

Friedhof
Wenn du durch eine Tür gehst, ist es nicht mehr öffentlich

In der Regel wird in der Rechtssprechung die Meinung vertreten, dass alle Orte, die ohne Zutrittsbeschränkung betreten werden können, als öffentlich gelten.

Als Faustregel kann man sagen, dass Orte nicht öffentlich zugänglich sind, wenn man Eintritt bezahlen muss oder in irgendeiner Form durch ein Tor oder eine Schranke gehen muss, um das Gelände zu betreten.

Somit fallen durchaus auch Wege unter die Panoramafreiheit, die sich in Privatbesitz befinden, sofern sie frei zugänglich sind.

Grundsätzlich dürfen Fotos urheberrechtlich geschützter Werke nur veröffentlicht werden, wenn sie von einem öffentlich zugänglichen Ort ohne Hilfsmittel fotografiert wurden.

Eine Zuhilfenahme von Leitern oder Drohnen ist somit nicht möglich, auch wenn man sich damit auf öffentlichem Grund befindet.

Leider gibt es auch hier Ausnahmen, aber dazu später mehr.

Was sind bleibende Werke?

Ohne Einverständnis des Urhebers dürfen nur bleibende Werke im öffentlichen Raum veröffentlicht werden. Bleibend sind alle Werke, die nicht nur kurzzeitig in der Öffentlichkeit zu sehen sind. In der Regel ist das bei allen Bauwerken der Fall, aber auch bei den meisten Denkmälern und Statuen.

Als Beispiel dient dieses Bild vom Molecule Men in Berlin. Es handelt sich dabei zweifelsfrei um ein Kunstwerk, das urheberrechtlich geschützt ist. Da es aber dauerhaft in der Spree installiert ist und von öffentlichen Wegen aus fotografiert werden kann, dürfen Bilder davon veröffentlicht und sogar verkauft werden.

molecule man
Der Molecule Man ist ein bleibendes Kunstwerk, das von öffentlichen Wegen fotografiert werden kann.

Ein bekanntes Beispiel für ein nicht bleibendes Werk war der verhüllte Reichstag von Christo. Zwar war der Reichstag von öffentlichen Wegen aus einsehbar, allerdings war das Kunstwerk selbst nur für zwei Wochen sichtbar und somit nicht bleibend.

Fotos des verhüllten Reichstags dürfen somit nicht ohne Weiteres veröffentlicht werden und definitiv nicht verkauft werden.

Wie verhält es sich mit Fotos, die im Inneren von Gebäuden gemacht wurden?

Sobald du ein Gebäude betrittst, verlässt du den öffentlichen Raum. Es gilt also grundsätzlich das Hausrecht des Eigentümers, der dir das Veröffentlichen von Bildern jederzeit verbieten kann.

Bei Museen, Schlössern und anderen Gebäuden mit Publikumsverkehr gibt es in der Regel spezielle Bestimmungen, was veröffentlicht werden darf und was nicht. Meistens findet man dazu auf der Internetseite oder am Eingang Informationen über die genauen Bestimmungen.

Private Nutzung und Veröffentlichung von Bildern wird meistens gestattet, kommerzielle Nutzung in der Regel nicht. Hier musst du dich aber im Einzelfall immer an den jeweiligen Eigentümer wenden.

Was bedeutet kommerzielle Nutzung?

Das ist leider auch eine Frage, die sich nicht pauschal beantworten lässt. Unstrittig kommerziell ist es, wenn du Fotos verkaufst, sei es als Poster, Postkarte oder an Zeitschriften und kommerzielle Online-Magazine.

Wenn du Bilder auf deinem privaten Blog veröffentlichst, wird es schon schwieriger. Hast du vielleicht einen Werbebanner auf deinem Blog?

Das könnte schon als kommerziell angesehen werden, auch wenn du dadurch vielleicht gerade mal die Serverkosten decken kannst.

Richtig knifflig wird es bei sozialen Netzwerken. Wenn du Bilder bei Facebook hochlädst, gibst du Facebook die Nutzungsrechte an diesem Foto. Facebook ist aber ein kommerzielles Unternehmen, weshalb es da prinzipiell Ärger geben kann.

Eine pauschale Aussage kann man hier leider nicht geben, denn jedes Gericht wird das im Zweifel anders sehen.

Gilt die Panoramafreiheit auch in anderen Ländern?

Karte EU
Panoramafreiheit in Europa. Lizensiert unter CC BY-SA 3.0 Autor: King of Hearts based on Quibik’s work

Leider gilt die Panoramafreiheit nicht in allen Ländern. Die nebenstehende Karte gibt dir einen Überblick, wie die Rechtslage in Europa ist.

Rote Länder, wie z.B. Frankreich und Italien haben keine Panoramafreiheit. Du darfst hier prinzipiell keine Fotos von urheberrechtlich geschützten Gebäude veröffentlichen.

Grüne Länder, wie z.B. Deutschland haben die Panoramafreiheit. In hellgrünen Ländern gilt diese nur für Gebäude, nicht aber für Kunstwerke im öffentlichen Raum.

Gelbe Länder erlauben die Veröffentlichung nur zu nicht kommerziellen Zwecken.

Die unterschiedliche Rechtslage macht es natürlich nicht einfacher, weshalb durch die EU auch eine Vereinheitlichung angestrebt wird. Wenn wir Pech haben, werden bald alle Länder auf der Karte rot gefärbt.

Darf ich aus Frankreich und Italien also gar keine Bilder veröffentlichen?

Ganz so schlimm ist es nicht. Das Urheberrecht erlischt 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers. Bei allen älteren Gebäuden bist du also schon auf der sicheren Seite. Schwieriger wird es bei moderner Architektur der letzten ca. 100 Jahre, wo das Urheberrecht noch gilt.

Allerdings gilt in diesen Fällen das Territorialprinzip. Es gilt also immer das Recht des Landes, in dem du das Bild veröffentlichst.

Bei uns ist das also das deutsche Recht. Du darfst also deine in Frankreich geschossenen Fotos aus dem öffentlichen Raum in Deutschland veröffentlichen, solange du das Bild wirklich nur in Deutschland veröffentlichst.

Schwieriger wird es da schon, wenn du Bilder online zeigst. Diese können prinzipiell auch von französischen Internetnutzern gesehen werden, weshalb du dich dann nicht auf das Territorialprinzip berufen kannst.

Unproblematisch ist es nach gängiger Meinung, wenn du die Bilder auf einer rein deutschsprachigen Webseite veröffentlichst. Sobald es aber eine englische oder eine andere Übersetzung gibt, wird es kritisch.

Gleiches gilt für soziale Netzwerke, wie Instagram oder Facebook, da du hier in der Regel auch internationale Nutzer erreichst.

Von welchen bekannten Bauwerken sollte ich keine Fotos veröffentlichen?

Es gibt einige bekannte Gebäude, bei deren Veröffentlichung du Probleme bekommen kannst. Eine kleine Auswahl:

Eiffelturm in Paris

Der Eiffelturm ist eines der bekanntesten Beispiele. Zwar ist der Erbauer Gustave Eiffel bereits 1923 gestorben, weshalb das Urheberrecht seit 1993 abgelaufen ist. Prinzipiell darfst du Fotos vom Eiffelturm also veröffentlichen.

Allerdings wird der Turm bei Nacht durch eine Lichtinstallation erleuchtet. Die Firma, die diese Lichtinstallation macht, hat darauf das Urheberrecht. Fotos vom Eiffelturm bei Nacht dürfen somit nicht ohne Weiteres veröffentlicht werden.

Atomium in Brüssel

Belgien ist eines der Länder, in denen keine Panoramafreiheit gilt. Fotos vom Atomium in Brüssel dürfen also nicht veröffentlicht werden.

Man kann dort allerdings nach einer Genehmigung fragen. Die Leute dort waren sehr nett und haben uns erlaubt, Bilder vom Atomium auf 22places zu zeigen.

Schloss Sanssouci und andere Schlösser in Berlin und Brandenburg

Auch in Deutschland gibt es einige Bauwerke, bei denen eine Veröffentlichung problematisch ist. Dazu zählen alle Schlösser in Berlin und Brandenburg, aber auch in anderen Bundesländern gibt es da teilweise Probleme.

Grundsätzlich gilt natürlich in Deutschland auch für Schlösser die Panoramafreiheit. Wenn du also ein Schloss von einer öffentlichen Straße fotografierst, ist eine Veröffentlichung kein Problem.

Die meisten Schlösser sind jedoch von großen Schlossparks und Gärten umgeben, die nicht als öffentlicher Raum gelten.

Wir haben selbst bei der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg nachgefragt, ob wir Bilder auf 22places veröffentlichen dürfen. Die Antwort war nicht besonders freundlich und sehr bestimmt: Nein! Als Gründe wurden genannt, dass auf 22places Werbebanner zu sehen sind und dass wir die Möglichkeit geben, unsere Inhalte auf Facebook zu teilen.

Das betrifft dann natürlich auch jeden privaten Blog, der einen Facebook-Button unter seinen Beiträgen hat.

Gerade bei den Schlössern in Deutschland, die ja öffentliches Eigentum sind und von Steuergeldern finanziert werden, finde ich dieses Vorgehen sehr befremdlich!

Fazit

Die Panoramafreiheit ist eine tolle Sache für Fotografen, die uns in vielen Bereichen das Leben erleichtert. Durch teils widersprüchliche Gerichtsentscheidungen ist sie allerdings nicht ganz eindeutig definiert und aktuell ist sie durch die drohende neue EU-Gesetzgebung massiv gefährdet.

Meine Empfehlung (natürlich ohne Gewähr):

Wenn du auf öffentlichem Raum fotografierst, ist eine Veröffentlichung und Vermarktung von Fotos kein Problem.

Fotografierst du auf dem Gelände von Parks, Grünanlagen, Schlössern oder Burgen, solltest du dich zumindest vor einer kommerziellen Nutzung informieren.

Im Zweifelsfall solltest du immer vorher nachfragen. Ich habe für 22places auch viele Eigentümer von Locations angeschrieben, ob ich Fotos auf der Webseite veröffentlichen darf. In der Regel ist das Feedback positiv.

Wenn du richtig tief in die Materie einsteigen willst, empfehle ich dir das Buch Recht für Fotografen: Der Ratgeber für die fotografische Praxis.

Hast du Fragen?

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30 Kommentare - Wir freuen uns auch über deinen netten Kommentar!

  1. Hi Sebastian,

    cooler Post. Ich fotografiere auch sehr viel in Berlin und Umgebung. Ich habe von der Geschichte von Schloss Sanssouci gehört. Ich habe es darüber hinaus aber auch so verstanden, dass es für alle Anlagen der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten gilt. Und eine kommerzielle Nutzung bereits besteht, wenn man das Foto nur auf seiner Seite hat. Schliesslich könnte das ja bereits Werbung für seine fotografischen Fähigkeiten sein (Portfolio) und das ist auch kommerziell. Find das echt schwierig, darf ich jetzt noch über einen Spaziergang auf der Pfaueninsel bloggen? Da fängt es ja schon an. Diese Rechtegedöns! ;)

    LG Synke

  2. Hallo Synke,

    genauso ist es leider. Was genau kommerziell ist, darüber gibt es leider keine konkrete Aussage. Jeder interpretiert das anders und die Stiftung preußische Schlösser und Gärten ist da sehr strikt. Sanssouci wurde bereits mehrmals als Foto-Location bei 22places eingetragen. Ich habe es allerdings nie veröffentlicht, weil ich mir unsicher war und keine Abmahnung riskieren wollte. Nach mehrmaligem Anfragen habe ich dann auch eine Antwort von der Stiftung bekommen. Ich darf keine Bilder von den Anlagen der Stiftung veröffentlichen, weil

    1. Werbung auf 22places eingeblendet wird und das für die Stiftung bereits als kommerziell gilt
    2. Auf meiner Seite die Möglichkeit besteht, Inhalte bei Facebook zu teilen

    Gerade der zweite Punkt ist wahrscheinlich für die meisten Seiten ein Totschlagargument. Wer verzichtet heutzutage schon auf einen Facebook-Button. Du darfst also sehr gern über die Pfaueninsel bloggen, wenn du auf die Bilder verzichtest. ;)

    Das Verhalten der Stiftung ist sehr rückwärtsgewandt und für mich nicht verständlich. Wenn jemand die Bilder wirklich verkauft, kann ich das Verbot nachvollziehen, aber jegliche Veröffentlichung zu unterbinden ist für mich unverständlich. Letztendlich betreiben wir mit unseren Webseiten ja Tourismusförderung und sorgen dafür, dass neue Besucher sich die Anlagen ansehen.

    Ich glaube, ich muss demnächst nochmal einen eigenen Beitrag darüber schreiben. :)

    Liebe Grüße
    Sebastian

    • Hallo Jonas,

      stimmt. :) Hatte während des Relaunchs ganz vergessen, dir deswegen eine Mail zu schreiben. Danke für den Link. Das Thema ist auf jeden Fall sehr vielschichtig. Ich denke, ich werde darüber noch den einen oer anderen Beitrag schreiben.

      Viele Grüße
      Sebastian

  3. Hallo Rolf,

    ja, das stimmt. Vielen Dank für deine Anmerkung. Der Flughafen Tempelhof wird wie die meisten Park- und Grünanlagen in Berlin von der Grün Berlin GmbH verwaltet und gilt somit nicht als öffentlicher Raum. Auch das Südgelände Schöneberg gehört da dazu.

    Für die kommerzielle Nutzung, Foto-Shootings etc. muss man einer Erlaubnis einholen. Das grundsätzliche Veröffentlichen ist bei diesen Locations allerdings kein Problem.

    Viele Grüße
    Sebastian

  4. Vielen Dank für diesen Bericht, natürlich machen wir auf unserern Segeltörns immer viele viele Bilder und veröffentlichen Diese dann auch…aber darüber haben wir uns noch nie einen Kopf gemacht. Werden wir wohl mal überprüfen müssen.

  5. Hallo Sebastian,

    wie gut das du in diesem sehr informativen Beitrag das Schloss Sanssouci erwähnst. Im Sommer war von mir ein Ausflug zum Schloss Sanssouci geplant um ein paar schöne Bilder zu machen die ich später auf meiner Facebook Seite veröffentlichen wollte. Finde es sehr Schade das man selbst als Hobbyfotograf keine Bilder davon veröffentlichen darf. Verkaufen tue ich die Bilder ja nicht und im Grunde ist es ja nur gute Werbung für das Schloss und somit die Stiftung.

    Viele Grüße
    Peter

    • Hallo Peter,

      ich verstehe die Haltung der Stiftung auch überhaupt nicht. Ich kann ja noch ansatzweise nachvollziehen, dass sie Geld haben möchten, wenn man Fotos als Postkarten verkauft und damit etwas verdient. Wobei ich das auch schon etwas grenzwertig finde, denn letztendlich sind die Bauwerke ein öffentliches Gut.

      Die starre Haltung bei allen anderen Veröffentlichungen finde ich auch mehr als albern, zumal der Marketing-Effekt für die Stiftung sicherlich nicht ganz ohne ist.

      Viele Grüße
      Sebastian

  6. Hallo Sebastian,

    ist es tatsächlich verboten, selbstgemachte Fotos von Sanssouci etc. auf Facebook ohne finanzielle Interessen öffentlich zu posten und falls ja, sind Fälle von solchen Abmahnungen bekannt?

    Viele Grüße von einem
    Hobbyfotografen

  7. Hallo namenloser Hobbyfotograf :),

    ich habe dazu direkt bei der Stiftung angefragt, die alle Rechte der Schlösser und Gärten in Berlin und Brandenburg verwaltet. Dort hat man mir gesagt, dass es grundsätzlich verboten ist, Bilder von Sanssouci und anderen Anlagen bei Facebook zu veröffentlichen. Es ist sogar verboten diese Bilder auf der privaten Webseite zu veröffentlichen, wenn sich dort ein Teilen-Button von Facebook befindet. Denn damit könnte ja jemand anderes das Bild bei Facebook hochladen.

    Soweit zumindest die offizielle Aussage. Ich habe bislang noch nicht gehört, das Hobbyfotografen deshalb abgemahnt wurden. Bekannt ist lediglich der Fall eines gewerblichen Fotografen, der von der Stiftung abgemahnt wurde. Mit einem gewissen Risiko ist das Veröffentlichen bei Facebook trotzdem verbunden.

    Viele Grüße
    Sebastian

    • Hallo Sebastian,

      herzlichen Dank für diese wichtige Information. Ich hatte ein schönes Bild am Marmorpalais gemacht und wollte das auf Facebook posten. Das lasse ich jetzt lieber. Schade aber auch.

      Vielen Dank und Grüße von einem
      Hobbyfotografen

  8. Hallo Sebastian,
    eine kleine Korrektur:
    „Als Faustregel kann man sagen, dass Orte nicht öffentlich zugänglich sind, wenn man Eintritt bezahlen muss oder in irgendeiner Form durch ein Tor oder eine Schranke gehen muss um das Gelände zu betreten. Somit fallen durchaus auch Wege unter die Panoramafreiheit, die sich in Privatbesitz befinden, sofern sie frei zugänglich sind.“
    Das stimmt so nicht!
    Ein Privatweg gehört jemandem und ist damit KEIN öffentlicher Raum, fällt auf keinen Fall unter die Panoramafreiheit! So wie auch ein nicht umzäunter und damit frei zugänglicher Vorgarten nicht darunter fällt.
    Auch schrankenlos zugängliche Orte wie Bahnhöfe o.ä. sind KEIN öffentlicher Raum, das merkt jeder, der mal versucht, ein Stativ auf einem Bahnsteig aufzustellen (Erlaubnis gibts bei der DB). Bei Parks sollte man sich vorher informieren, ob das jeweils öffentlicher Raum ist oder nicht. Unter die Panoramafreiheit fallen sicher (nicht private) Straßen, Bürgersteige, Mittelstreifen.

    Die „Preußischen Schlösser und Gärten“ schließen sich mit ihrer Regelung übrigens den „Bayerischen Schlösser und Gärten“ an, die das schon ewig so praktizieren (z.B. Residenz Würzburg, Schloß Schwanstein). Das ist ärgerlich, zumal diese Gebäude von öffentlichen Geldern finanziert werden…
    Es gibt ja Gottseidank noch andere schöne Locations :-)
    Gruß,
    Monika

    • Hallo Monika,

      vielen Dank für deine Anmerkungen. Das Thema ist leider sehr komplex, wie eigentlich das gesamte Fotorecht in Deutschland. Ich habe in mehreren Quellen die Information gefunden, das Privatwege tatsächlich unter die Panoramafreiheit fallen können.

      Bei Wikipedia findet sich z. B. das folgende Zitat: „Der Begriff der „öffentlichen“ Wege, Straßen und Plätze ist nicht öffentlichkeitsrechtlich zu verstehen, sondern zielt auf den tatsächlichen Zugang für die Allgemeinheit. Die allgemeine Literaturmeinung fordert dazu eine Widmung zum Gemeingebrauch, die auch dann vorliegen kann, wenn die Straße oder der Platz im Privateigentum steht.[53] Die erforderliche Widmung liegt nach der wohl herrschenden Meinung nicht vor, wenn Privatgelände durch Kontrollen[54] oder gar die Erhebung von Eintrittsgeld vor dem ungehinderten Zutritt geschützt wird. Dass die Straße oder der Platz zeitweilig, insbesondere über Nacht geschlossen wird, steht ihrer Widmung zum Gemeingebrauch und insoweit der Anwendbarkeit von § 59 UrhG nach allgemeiner Meinung jedoch noch nicht entgegen.“ (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Panoramafreiheit#Kriterium_.E2.80.9E.C3.B6ffentlich.E2.80.9C)

      Klar, im Einzelfall entscheiden sowas immer die Gerichte. Da gibt es dann auch wieder andere Entscheidungen, wie das Beispiel Sanssouci zeigt. Sehr schwierig alles…

      Viele Grüße
      Sebastian

    • sie irren sich.

      öffentlicher raum hat nichts mit privat oder besitz zutun.
      laut wikipedia und diversen anwälten geht nur darum ob er ÖFFENTLICH zugänglich ist.

      somit ist auch ein nicht umzäunter in privatem besitz befindlicher raum öffentlich wenn er frei zugänglich ist und auch öffentlich genutzt wird.

      ein privater garten ist sicherlich nicht öffentlich. er wird ja nicht öffentlich genutzt.
      ein frei zugänglicher parkplatz für den keine gebühr erhoben wird in der nähe einer "attraktion" ist aber öffentlich. auch wenn er in privatbesitz ist.

  9. wie sieht es aus wenn ich von einem nicht öffentlichen aussichtspunkt ein foto mache auf dem eine landschaft zu sehen ist aber nicht das gelände auf dem ich stehe?

    also z.b von einem cafe, das hoch auf einem berg steht und eine ausichtsplatform hat, in das tal fotografiere.

    darf ich solche fotos auf fotolia verkaufen oder nicht?

  10. Hallo marius,
    die Panoramafreiheit wird in Ihrem Fall erst dann relevant, wenn auf dem Bild ein urheberrechtlich geschütztes Werk (z.B. ein Haus von Hundertwasser oder die Reichstagskuppel) zu sehen ist. Dann müssten Sie die Urheberrechte dafür klären.
    Ansonsten hängt es von den Regelungen des Cafés ab, ob die Eigentümer das kommerzielle Fotografieren auf ihrer Terrasse erlauben. Das hat was mit dem Hausrecht und nichts mit der Panoramafreiheit zu tun.

    Korrektur zu Ihrem zweiten Post:
    Öffentlicher Raum kann DEFINITV etwas mit Privatbesitz zu tun haben. So gehören sämtliche Bahnhöfe der Deutschen Bahn. Fotografieren und kommerzielles Nutzen der Bilder, die dort entstehen ist somit ohne Akkreditierung der Bahn nicht zulässig. Im Fall einer Abmahnung würde die Bahn immer Recht bekommen. Das allerdings regelt das Hausrecht und nicht die Panoramafreiheit, zwei völlig unterschiedliche Rechte, die nichts miteinander zu tun haben! Das greift auch im Falle von Sanssouci und nicht die Panoramafreiheit.
    So könnte der Besitzer des frei zugänglichen Parkplatzes über sein Hausrecht auch regeln, dass dort keine kommerziellen Fotos gemacht werden dürfen.
    Fragen Sie mal einen Profifotografen, ob er dort ein Autoshooting ohne Erlaubnis des Eigentümers des Parkplatzes machen würde…

    So long,
    Monika

  11. Eigentlich braucht es ein Gesetz, das es verbietet, Räume von öffentlichem Interesse mit urheberrechtlich geschützten Werken zu missbrauchen. Es kann doch nicht sein, dass sich eine Firma mit ein paar dämlichen Lampen irgendwelche Rechte einschränken kann.

    Aber mal was anderes: Ich frage mich in solchen Situationen immer, wie das mit der Gerichtsbarkeit aussieht. Ich veröffentliche das Bild ja in einem Land, in dem die Panaromafreiheit gilt und unterstehe daher in erster Linie den Rechten und Pflichten des Landes, wo ich etwas veröffentliche. Welches Recht gilt da überhaupt?

  12. @Oli Es gilt grundsätzlich das Territorialitätsprinzip, sprich, das Recht des Landes, in dem veröffentlicht oder verbreitet wird. Wenn also ein Buch oder Kalender in Deutschland produziert und verkauft wird, dann gilt deutsches Recht und somit die Panoramafreiheit. Sobald das Buch aber in Frankreich im Handel verkauft wird, gilt französisches Recht, will heißen, die Panoramafreiheit gilt NICHT mehr. Damit ist ein Bildnutzer vom Urheber des Werks in Frankreich verklagbar und wird auch immer Recht bekommen wie schon öfter geschehen, z.B. beim beleuchteten Eiffelturm.
    Das Problem ist die Veröffentlichung online: Damit geht das Bild ja potenziell weltweit durch den Äther. Hier muss der Nutzer dann schon gut nachweisen können, dass es sich um eine Site handelt, deren Zielgruppe regional, sprachlich begrenzt ist. Sobald eine Site ein Übersetzung ins Englische o.a. anbietet, ist das natürlich nicht mehr haltbar…

  13. Erst einmal vielen Dank für diesen aufschlussreichen Beitrag. und jetzt habe ich da noch eine Frage. Wie verhält sich das, wenn ich in einem nicht öffentlichen Gebäude/ Museum oder ähnlichem bin und dafür Eintritt gezahlt habe und zwar mit einer Fotografieerlaubnis? Ich würde mich sehr über eine Antwort freuen. LG Rico

    • Hallo Rico,

      bei allen nicht öffentlichen Gebäuden darfst du grundsätzlich ohne Einverständnis des Eigentümers erstmal nichts veröffentlichen. Wenn du in einem Musem eine Fotografieerlaubnis gekauft hast, berechtigt das in der Regel nur zum Fotografieren, aber nicht zum Veröffentlichen.

      Pauschal kann man das allerdings nicht beantworten, da es immer vom Eigentümer selbst abhängt. Wenn dir der Eigentümer mit der Fotografieerlaubnis auch die Erlaubnis zur Veröffentlichung gibt, dann ist alles gut. In der Regel kriegst du aber wahrscheinlich nur eine Erlaubnis zur privaten Nutzung.

      Viele Grüße
      Sebastian

  14. Hi Sebastian,

    bin eben auf deinen Artikel gekommen, weil ich im Moment eine Nachfrage diesbzgl. hatte: ein Leser erkundigte sich nach einem Foto von einer Stuttgarter Location auf meinem Reiseblog und meinte, es habe dahingehend schon Abmahnungen gegeben.

    Dabei fällt mir ein: mein Artikel über Sanssouci ist auch schon viel zu lange in der Pipeline. Sollte ich mal online stellen :-)

    Wenn ich deinen Ausführungen richtig folge, bin ich auf der sicheren Seite wenn mein Blog weder a) Werbebanner auf der Seite noch b) Social-Media-Buttons unter den Beiträgen hat. Ist das so richtig? Bei mir trifft nämlich beides nicht zu, d. h. ich dürfte auf meinem privaten, nicht-kommerziellen Deutschland-Reiseblog keine Probleme bekommen, oder? Also weder mit der Sanssouci-Verwaltung noch mit der Location in Stuttgart…?!

    Weiter so mit dem Blog! LG, Jan

    • Hallo Jan,

      zumindest bei Sanssouci wurde uns das so per E-Mail bestätigt. Zu der Location in Stuttgart kann ich leider nichts sagen. Ich würde mal davon ausgehen, dass du keine Probleme bekommst, wenn es sich bei deiner Webseite wirklich um eine private Seite handelt. Garantieren kann ich dir das natürlich nicht. :)

      Um wirklich sicher zu gehen, würde ich an deiner Stelle die beiden Locations anschreiben und um Erlaubnis fragen. So haben wir das auch immer gemacht, wenn wir uns unsicher waren.

      Viele Grüße aus Thailand
      Sebastian

  15. Hallo Jan,
    es ist egal, ob Du Bilder auf eine private oder eine gewerbliche Seite stellst, die Urheber- und andere Rechte am Bild gelten bei Veröffentlichung gleichermaßen. Eventuell fällt die Strafe dann nur geringer aus, wenn der Nutzerkreis kleiner ist und keine kommerziellen Interessen mit der Veröffentlichung verknüpft sind.
    Viele Grüße,
    Monika

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