Paris Metro Tickets kaufen: So funktioniert das U-Bahnfahren

Die Pariser Metro eignet sich wunderbar, um die Stadt der Liebe zu erkunden. Unsere Paris Expertin Meike verrät dir in diesem Artikel alles, was du über das Metro fahren in Paris wissen musst und welche Tickets du brauchst.

Es gibt wenige Dinge, die man in Paris als kostengünstig bezeichnen kann, aber die öffentlichen Verkehrsmittel sind es tatsächlich.

Metro und Busse sind in Paris unschlagbar günstig. Für den Preis eines 90 Minuten gültigen Tickets für ganz Paris bekomme ich in Düsseldorf nicht mal eine Kurzstrecke.

Die Pariser Metro wurde bereits im Jahr 1900 anlässlich der damaligen Weltausstellung mit einer Linie eröffnet. Seither ist das Netz natürlich kräftig gewachsen und bietet heute eine hervorragende Möglichkeit in Paris schnell von A nach B zu kommen.

Mit den heutigen 14 Linien freundest du dich mit ein klein wenig Übung schnell an und nach wenigen Fahrten hast du das System durchschaut.

Ein wenig anders sieht es beim Pariser Busnetz aus. Das ist leider nicht ansatzweise übersichtlich. Trotzdem sind die Busse nicht zu verachten, da du während der Fahrt nicht durch unterirdische Röhren unterwegs bist, sondern auch noch was von der Stadt siehst.

Wie die Metro und die Busse genau funktionieren, welche Tickets es gibt und welche Metro-Tickets für dich am sinnvollsten sind, erfährst du in diesem Artikel.

Noch viel mehr Infos für deine Paris-Reise findest du in meinen anderen Artikeln über Paris:

Alle Paris Tipps im Überblick

Tickets und Optionen im schnellen Überblick

Dem Pariser Ticketsystem steht eine kleine Revolution bevor. Die kleinen Tickets, die in nur leicht abgewandelter Form über ein Jahrhundert lang im Einsatz waren, werden im Herbst 2020 abgeschafft.

Navigo easy
So sehen die neuen Navigo Easy Tickets aus

Sie werden durch eine neue Karte namens Navigo Easy ersetzt, die in etwa so funktioniert wie die Oyster Card in London.

Seit dem 12. Juni 2019 sind die neuen Navigo Easy erhältlich. Für die Ausstellung dieser Chipkarte fallen einmalig 2 Euro an. Diese Karte ist 10 Jahre gültig und du kannst sie immer wieder aufladen.

Bis zum Herbst 2020 hast du noch die Wahl zwischen den traditionellen Tickets und dem neuen Navigo Easy.

Beide Versionen haben ihre Vorteile und Nachteile. Bei der genaueren Beschreibung der verschiedenen Tickets gehe ich darauf noch näher ein. Nun aber zuerst mal zu den Preisen, die bei beiden Ticketsystemen gleich sind.

Diese Ticket-Optionen für die Metro gibt es:

Einzelticket: 1,90 Euro
10er Paket (Carnet): 14,90 Euro
Tagesticket (Mobilis/Navigo Jour): ab 7,50 Euro
Wochenticket (Navigo Découverte): 22,80 Euro + 5,00 Euro einmalig für die Karte
Touristenticket (Paris Visite): ab 12,00 Euro
Ermäßigtes Ticket (Jeunes Week-End) für alle unter 26 Jahren an Wochenenden und Feiertagen: 4,10 Euro

Welche Ticket Option lohnt sich am meisten?

Die schnelle Antwort auf diese Frage ist: Ab sechs Fahrten am Tag lohnt sich das Tagesticket.

Wenn du mit jemandem zusammen unterwegs bist, und weniger als fünf Fahrten pro Tag planst, nimm ein 10er Paket in der alten Version.

Die ausführliche Antwort ist jedoch ein wenig komplexer, deshalb erkläre ich dir nun noch ein wenig genauer, was dir welches Ticket bietet.

Paris Metro
Die Metrostation Montmartre

Die verschiedenen Tickets für die Metro Paris

Das Einzelticket: Für wenige Fahrten

Wenn du während deines gesamten Aufenthalts nur ein, zwei oder drei Fahrten planst, dann solltest du die Einzeltickets wählen. Alles andere wäre einfach überflüssig.

Solange es die alten Tickets noch gibt, empfehle ich diese zu nehmen, da sich für die wenigen Fahrten die Kartenanschaffung des Navigo Easy von 2 Euro nicht lohnt.

Das 10er Paket (Carnet): Für mehrere Personen und/oder mehrere Tage

Hier kommt zum ersten Mal ein größerer Unterschied zwischen dem alten und dem neuen Ticketsystem zutage.

In der alten Version kaufst du mit einem Carnet 10 einzelne Fahrten, die du unter mehreren Personen aufteilen und an unterschiedlichen Tagen nutzen kannst.

In dem Fall zahlst du für eine Fahrt nur 1,49 Euro, statt 1,90 Euro für ein Einzelticket.

Falls du zum Beispiel…
… für zwei Tage in Paris bist
… und mit einer zweiten Person zusammen unterwegs bist
… und nicht mehr als fünf Fahrten pro Tag planst, dann macht ein Carnet Sinn.

In der alten Ticketversion hast du damit 10 kleine Einzeltickets in der Hand, die du mit deinem Mitreisenden teilen kannst, so dass jeder fünf Tickets hat.

Achtung: Die neuen Tickets Navigo Easy können zwar auch mit einem Carnet geladen werden, jedoch kann man diese 10 Fahrten nicht mehr unter mehreren Personen aufteilen. Natürlich kannst du die Fahrten aber immer noch an unterschiedlichen Tagen unternehmen. Falls du also nicht selbst 10 Fahrten benötigst, sondern lieber teilen möchtest, dann sind hier die alten Tickets die bessere Wahl.

Tageskarte: Für viele Fahrten an einem Tag

Die Tageskarte heißt im alten Ticketsystem „Mobilis“, im neuen Ticketsystem heißt sie „Forfait Jour“.

Alt: Mobilis

Die Carte Mobilis empfiehlt sich ab sechs Fahrten am Tag. Das ist für das kleine Paris sehr viel, da gerade im Zentrum die Highlights fußläufig voneinander entfernt liegen.

Falls deine Tagesplanung sich also auf das Zentrum konzentriert, würde ich von der Carte Mobilis abraten. Gerade bei schönem Wetter kannst du entlang der Seine viel zu Fuß erledigen.

Du kannst die Carte Mobilis auch an einem Tag kaufen, und erst am nächsten Tag nutzen. Das Ticket gilt ab dem Moment, in dem du es zum ersten Mal nutzt, für diesen Tag.

Achtung: Auf das Tagesticket musst du deinen Namen und den Tag, an dem du es nutzt drauf schreiben. Sonst gilt es bei einer Kontrolle als ungültig.

Neu: Forfait Jour

In der neuen Version kannst du deine Navigo Easy-Ksrte mit einem Forfait Jour beladen.

Ab dem Moment, in dem du deine Karte mit diesem Tagesticket aufgeladen hast, ist es auch gültig. Du musst das Forfait Jour also an dem Tag auf deine Karte laden, an dem du es auch benutzen möchtest.

Man munkelt aber, dass es bald geändert werden soll, so dass man in Zukunft den Nutzungstag beim Kauf auswählen kann.

Achtung: Die Tagestickets, in der alten und neuen Variante, gelten immer für einen Kalendertag, nicht für 24 Stunden!

Spar-Tipp: Für alle unter 26 Jahren gibt es an Samstagen, Sonntagen und Feiertagen das Ticket „Jeunes Week-End“. Das Jeune Week-End ist ein Tagesticket, das für 4,10 Euro verkauft wird. Du kannst es als Papierticket kaufen, oder auf deine Navigo Easy Karte laden.

Wochenticket: Für den längeren Aufenthalt

Das Wochenticket (Navigo Découverte/Forfait Semaine) für 27,80 Euro bietet für einen längeren Aufenthalt einen unschlagbar günstigen Preis.

Wenn du das Ticket volle 7 Tage nutzt, zahlst du nur 3,97 Euro pro Tag für die Zonen 1-5. Das bedeutet, dass auch Fahrten zum Flughafen Charles de Gaulle, nach Versailles und ins Disneyland in diesem Ticket enthalten sind.

Der Nachteil: Das Navigo Découverte gilt leider nicht 7 Tage ab der ersten Aktivierung, sondern immer für eine Kalenderwoche, also von Montag bis Sonntag.

Derzeit ist es leider auch noch nicht möglich, dieses Ticket im Voraus online zu kaufen, sondern nur an den Metroschaltern in Paris.

Du kannst immer ab Freitag das Navigo Découverte für die darauffolgende Woche kaufen. Für die laufende Woche kannst du das Ticket bis Donnerstag kaufen. Danach macht es aber auch keinen Sinn mehr.

Ich empfehle dieses Ticket nur zu kaufen, wenn du es spätestens ab Mittwoch nutzt. Dann zahlst du quasi pro Tag 5,56 Euro.

Wichtig: Für ein Navigo Découverte musst du ein Passfoto dabei haben wenn du zum Schalter gehst. Dieses Passfoto wird dann auf dein Navigo Découverte geklebt und nur du kannst dieses Ticket nutzen.

Bei diesem Ticket ändert sich durch die Umstellung nichts. Auf die neuen Navigo Easy Karten kann man das Découverte leider noch nicht laden.

Touristenticket (Paris Visite): Metro mit extra Vergünstigungen

Das Touristenticket Paris Visite gibt es für ein bis fünf Tage. Je länger der Zeitraum, umso günstiger wird es pro Tag.

Das Ticket ist im Vergleich zu normalen Metro-Tickets relativ teuer, bringt aber auch ein paar Vergünstigungen mit sich.

Diese Vergünstigungen sind zum Beispiel:

  • Triumphbogen: 2,00 Euro Rabatt
  • Musée du Quai Branly: 30% Rabatt
  • Armeemuseum und Invalidendom: 20% Rabatt
  • Pantheon: 20% Rabatt
  • Turm Montparnasse: 25% Rabatt
  • Hop On Hop Off (Open Tour): für 28,00 Euro statt 34,00 Euro

Ganz grob gesagt: Wenn du mindestens fünf der angebotenen Vergünstigungen in Anspruch nimmst, lohnt sich dieses Ticket.

Der Nachteil: Die Vergünstigungen gelten nur für den Ticketverkauf vor Ort. Du erhältst keinen Rabatt, wenn du z. B. dein Ticket für den Triumphbogen vorher online bestellst. Das bedeutet, dass du eventuell in einer gewaltigen Warteschlange landest, um deine zwei Euro Rabatt abzugreifen.

Ich selbst bin kein Freund des Paris Visite Tickets, da es den Besuch einiger Attraktionen tatsächlich unnötig verkompliziert.

Falls du viele Museen und Sehenswürdigkeiten während deines Aufenthaltes besuchen möchtest, schau lieber in meinem Artikel zu den Paris Pässen, ob nicht einer der City Pässe was für dich ist.

Zum Paris Pass Vergleich

Meine Empfehlung für das optimale Metro-Ticket

Ich persönlich bin weiterhin ein großer Fan des 10er Pakets Carnet in der alten Version. Die einzelnen Fahrten sind günstig, ich kann die Tickets mit meinen Mitreisenden teilen, und ob ich sie heute, morgen oder nächste Woche nutze, bleibt mir überlassen.

Auch in der neuen Version würde ich zum Carnet raten, auch wenn du dann deine 10 Fahrten selbst abarbeiten musst.

Für einen dreitägigen Aufenthalt brauchst du 10 Fahrten allemal. Und falls du doch noch eine Fahrt mehr brauchst, kannst du auf die Karte nochmal ein Einzelticket laden.

Metro Tickets für Paris kaufen

Welches das richtige Ticket für dich ist, hast du nun schon rausgefunden. Als nächstes verrate ich dir, wie du nun an diese Tickets kommst.

Metro Tickets für Paris online kaufen

Bisher ist es leider nicht möglich, alle Ticket-Arten vorher online zu bestellen.

Bis zum Herbst 2020, wenn die Umstellung komplett vollzogen wird, sollen aber auch Handytickets angeboten werden, die dann hoffentlich auch vorher schon gekauft werden können.

Die einzige Möglichkeit, vorher online Metro-Tickets zu kaufen, ist aktuell ein Angebot von rent-a-guide.

Hier kannst du dir das Touristenticket „Paris Visite“ mit einer Dauer von 1 bis 5 Tagen online bestellen und bekommst es per Post nach Hause geschickt.

Es ist etwas teurer, als wenn du es vor Ort kaufst. Wenn du dich aber vor Ort nicht mit den Automaten auseinander setzen möchtest und alles vorher erledigt haben willst, ist dieses Angebot eine gute Option.

Zu den Metro Tickets bei rent-a-guide

Metro Tickets für Paris vor Ort kaufen

Alle anderen Tickets gibt es nur in den Metrostationen.

Halte dort zuerst Ausschau nach dem grünen Schild, auf dem „Services Tickets“ steht. Diese Schilder führen dich zum Schalter und zu den Automaten.

Das Wochenticket Navigo Découverte, sowie derzeit noch die neuen, wieder aufladbaren Navigo Easy gibt es nur am Schalter. Das Navigo Easy soll aber in Zukunft auch am Automaten erhältlich sein.

Alle anderen Tickets bekommst du sowohl am Schalter, als auch am Automaten.

Die neueren Automaten haben einen Touch Screen, während die älteren Automaten über ein drehbares Rad unterhalb des Bildschirms bedient werden.

Achtung: Viele Automaten akzeptieren nur Kartenzahlung oder Münzen, aber keine Scheine. Das erkennst du immer an der oberen, rechten Ecke des Automaten. Wenn dort nur eine Karte und Münzen auf den Automaten drauf gemalt sind, dann nimmt dieser Automat keine Scheine.

So bekommst du deine Metro Tickets am Automaten

Was du am Automaten tun musst, erkläre ich dir am besten Schritt für Schritt:

#1 Sprache auswählen

Im Gegensatz zu den meisten Verkäufern an den Schaltern sprechen die Automaten einige Sprachen. Unter anderem auch Deutsch.

Auf den neueren Touch Screens also einfach auf Deutsch tippen, auf den älteren Automaten mit dem Rad zu Deutsch runterscrollen und dann mit dem runden Knopf rechts neben dem Rad die Auswahl bestätigen.

#2 Ticket auswählen

Im nächsten Schritt wählst du aus, welches Ticket du haben möchtest. Du hast hier die Wahl zwischen folgenden Optionen:

  • Ticket t+: Das sind die Einzeltickets. Egal ob du nur eins, oder ein 10er Paket als Carnet kaufen möchtest.
  • Fahrscheine für die Parisregion: Falls du zum Beispiel ein Ticket für einen Besuch in Versailles brauchst, ist das die richtige Wahl
  • MLV Chessy: Disney Tickets für die Fahrt zum Disneyland
  • Flughafen: Tickets für die Fahrt zum Flughafen Charles de Gaulle (nicht Orly!)
  • Paris Visite: Das sind die Touristentickets mit den Vergünstigungen
  • Mobilis: Tagestickets und hier versteckt sich auch das Jeunes Week-End

Alle anderen Fahrkarten, die du in diesem Schritt am Automaten auswählen kannst, sind nicht relevant für Besucher.

#3 Tarif auswählen

Außer beim Ticket Jeunes Week-End müssen hier alle über 10 Jahre den vollen Tarif wählen

#4 Zone Auswählen

Für Paris benötigst du nur die Zone 1-3. Das ist die kleinste Zone die es gibt.

Wenn du nach Versailles fahren möchtest, benötigst du die Zone 1-4.

Für die Fahrt zum Flughafen Charles de Gaulle brauchst du das einfache Flughafen-Ticket (oder das Touristenticket Paris Visite für die Zone 1-5.

Achtung: Die Tagestickets „Carte Mobilis/Forfait Jour“ und „Jeunes Week-end“ sind auch mit Auswahl der Zone 1-5 nicht für den Flughafen gültig.

#5 Anzahl Tickets auswählen

Jetzt musst du entscheiden, wie viele Tickets du brauchst. Falls du ein 10er Paket Carnet kaufen möchtest, gibst du jetzt einfach 10 an.

#6 Kauf bestätigen

Du kannst nochmal kontrollieren, was du grade ausgewählt hast und dann über „Bestätigen“ den Zahlvorgang starten.

#7 Bezahlen

Je nach Automat kannst du mit Karte, Münzen oder auch manchmal mit Scheinen zahlen. Im Anschluss werden deine Tickets automatisch gedruckt und fallen in das Ausgabefach. Bei Kartenzahlung die Karte nicht vergessen!

#8 Beleg?

Zum Abschluss wirst du noch gefragt: Benötigen Sie einen Beleg? Als Antwortmöglichkeiten stehen dir „Ja“ oder „Nicht“ zu Verfügung.

Das war es. Jetzt bekommst du deine Tickets und kannst losfahren.

Infos zur Nutzung der Tickets in der Metro

Jetzt weißt du, welche Metro Tickets es in Paris gibt. Nun zeige ich dir noch, wie du sie richtig benutzt.

Um zur Metro zu gelangen, musst du zuerst durch ein Drehkreuz bzw. einen drehkreuzähnlichen Durchgang. Dafür benötigst du dein Ticket.

Mit den alten Tickets:

Metro Drehkreuz
Das alte Ticket wird am Drehkreu einfach eingesteckt

Schieb dein Ticket mit dem Magnetstreifen nach unten in den Schlitz vorne am Drehkreuz.

Es wird eingezogen und kommt oben aus dem Automaten wieder raus. Nimm es raus und geh durch das Drehkreuz.

Behalte auch die Einzeltickets auf jeden Fall, bis du am Ende deiner Fahrt die Metro verlässt.

Manchmal finden an den Ausgängen Kontrollen statt, und wenn du dein Einzelticket während der Fahrt schon entsorgt hast, gilt das als Schwarzfahren und kostet 80 Euro.

Mit den neuen Tickets:

Die neuen Navigo Easy Tickets musst du oben auf den Scanbereich des Automaten legen und kannst dann durch das Drehkreuz gehen. Dein Ticket musst du natürlich auch hier mitnehmen.

An einigen wenigen Ausgängen benötigst du dein Ticket auch um die Metro zu verlassen. An den meisten jedoch nicht, in der Regel gehst du einfach durch ein Drehkreuz raus.

Vorsicht: Die alten Tickets funktionieren über einen Magnetstreifen. Diese Magnetstreifen sind ziemlich empfindlich. Wenn dein Ticket in direkte Berührung mit deinem Handy oder einer Hotelzimmerkarte kommt, ist es ruck zuck futsch. Du kannst dein entmagnetisiertes Ticket aber einfach an jedem Schalter umtauschen. Du bekommst dann kostenfrei ein neues Ticket.

Paris Metro Eingang
Eingang zu einer Metro-Station in Paris

Häufige Fragen zum Metro fahren in Paris

Kann man mit den Tickets in der Pariser Metro umsteigen?

Ein Einzelticket, egal ob einzeln oder im 10er Paket gekauft, gilt jeweils für 90 Minuten, oder bis du die Metro wieder durch ein Drehkreuz verlässt.

Innerhalb dieser 90 Minuten kannst du so oft umsteigen, wie du möchtest und du kannst dich verfahren und wieder zurückfahren.

Auch beim Busfahren kannst du mit einem Einzelticket 90 Minuten fahren und so oft umsteigen wie du möchtest.

Allerdings nur von Bus zu Bus und auch nur von Metro zu Metro. Ein Umsteigen von Metro zu Bus, oder andersrum ist mit einem Einzelticket nicht möglich.

Zum Thema Busfahren kommen wir gleich auch noch ausführlicher.

Mit den Tagestickets und Mehrtagestickets kannst du natürlich so lange fahren, wie du möchtest, und so oft umsteigen wie du möchtest. Auch von der Metro in den Bus und andersherum.

Wie lange fährt die Pariser Metro in der Nacht?

Morgens fährt die Metro ab 5:00 Uhr.

Sie schließt um 1:00 Uhr, an Freitagen und Samstagen um 2:00 Uhr. Dann werden alle Stationen mit Rollgittern verschlossen, du solltest also darauf achten, dass du nach einer Partynacht nicht aus Versehen in der Metro eingeschlossen wirst.

Wenn die Zeit zu knapp wird, bestell dir lieber noch einen Caipirinha und warte bis die Metro um 5:00 Uhr wieder öffnet.

Falls du wissen möchtest, wie lange du von einem Ort zum anderen brauchst, zähl einfach auf dem Metroplan die Stationen bis zu deinem Ziel und rechne dann mit zwei Minuten pro Station. Pro Umsteigen rechne nochmal fünf Minuten drauf.

Gibt es ermäßigte Tickets?

Kinder unter 4 Jahren benötigen kein Ticket.

Für Kinder unter 10 Jahren gibt es ermäßigte Tickets. Sie kosten etwa die Hälfte.

Für unter 26 Jährige gibt es am Wochenende und an Feiertagen das Tagesticket Jeunes Week-End für 4,10 Euro.

Fahrgäste mit Behindertenausweis oder Senioren erhalten leider keine Ermäßigung.

Hunde dürfen gratis mitfahren, wenn sie in einer Tasche stecken. Andernfalls benötigt ein Hund ein Kinderticket.

Welche Metro Linie muss ich nehmen?

Die Pariser Metro ist trotz ihrer 14 Linien relativ übersichtlich.

Die Linien sind von 1 bis 14 durchnummeriert und haben dazu noch unterschiedliche Farben. Egal an welcher Station du einsteigst, die Linie 1 ist immer gelb, die Linie 2 ist immer blau. So hat jede Linie ihre feste Farbe.

Bei der Suche nach der richtigen Linie kannst du also entweder auf die Zahlen, oder auf die Farben achten, oder auf beides. Schau am besten noch bevor du durch das Drehkreuz gehst, ob du deine Linie auf den Schildern sehen kannst. Wenn deine Linie zu sehen ist, geh durch das Drehkreuz durch.

In welche Richtung du fahren möchtest, musst du erst hinter dem Drehkreuz entscheiden.
Dann musst du aber darauf achten, dass du in die richtige Richtung fährst.

Keine der Linien fährt im Kreis, alle Linien haben einfach nur zwei Endstationen und fahren zwischen diesen Endstationen hin und her.

Neben der farbigen Zahl ist auf den Schildern in der Metro auch die Endstation mit angegeben. Um in die richtige Richtung zu fahren, musst du also schauen welches die Endstation deiner Richtung ist.

Falls du doch mal die falsche Richtung gewählt hast: Nicht schlimm, einfach an der nächsten Station aussteigen, das Gleis wechseln und zack, bist du wieder in der Spur. Das zählt in Paris als Umsteigen, du benötigst also kein neues Ticket.

Mein Tipp: An den Schaltern in den Metrostationen gibt es Metro Pläne im Hosentaschenformat. Steck dir davon einen ein, die sind super um mal eben schnell was nachzuschauen.

Paris Metroplan
So sehen die Metropläne für die Hosentasche aus

Woher weiß ich, dass ich aussteigen muss?

In den Wagen findest du immer einen Plan mit allen Stationen, die diese Linie passiert. Bei den neueren Wagen blinkt die Station, die als nächstes kommt, leider aber noch nicht auf allen Linien.

Auf diesem Plan siehst du auch, an welchen Stationen du in welche anderen Linien umsteigen kannst.

Die nächste Station wird außerdem immer gut hörbar durchgesagt, achte daher auf die Ansage. Alternativ kannst du auch einfach aus dem Fenster schauen, in den Stationen steht immer groß an der Wand, wie die Station heißt.

Und wenn du doch mal zu weit fährst, gilt auch hier: Aussteigen, Gleis wechseln und zurückfahren, als wär nichts gewesen.

Wie groß sind die Chancen auf einen Sitzplatz?

Nur in seltenen Fällen wirst du in Paris länger als 10 Minuten in einem Zug verbringen. Ein Sitzplatz ist ja aber manchmal auch für nur 10 Minuten eine feine Sache.

Ganz vorne im Zug oder ganz hinten sind die Chancen auf Sitzplätze höher als in der Mitte. Achte bei der Einfahrt des Zuges auch darauf, wie voll es wo aussieht.

Manchmal ist es bei einer Tür dichtgedrängt gefüllt, während bei der Nachbartür kaum was los ist. Die Türen sind nur etwa 4 Meter voneinander entfernt.

Im Bereich der Türen findest du Klappsitze. Wenn sich deine Metro füllt und sich die Leute im Türbereich langsam drängen, solltest du von diesem Klappsitz aufstehen. Es gilt als höchst unhöflich im Gedränge die Klappsitze zu benutzen.

Paris Metrostation
Viele Metrostationen sind in die Jahre gekommen und leider kaum barrierefrei

Ist die Metro in Paris barrierefrei?

Leider ist die Pariser Metro alles andere als barrierefrei. Mit einem Rollstuhl ist die Metro gar nicht nutzbar. Leider gibt es auch keinerlei Anhaltspunkte für Blinde. Hier besteht in der Metro noch ein enormer Handlungsbedarf.

Metrofahren mit Gepäck oder Kinderwagen macht leider so gar keinen Spaß. Mit einem Koffer elegant durch die Drehkreuze zu kommen ist nahezu unmöglich.

Frag einfach jemanden, der vertrauenswürdig aussieht, nach Hilfe. Irgendjemand findet sich immer, der hilft den Koffer über das Drehkreuz zu hieven.

An Eingängen mit einem Ticketschalter gibt es auch immer Durchgänge für diesen Fall. Wende dich dafür einfach an das Personal im Schalter.

Wenn du die Hürde Drehkreuz mit Gepäck oder Kinderwagen gemeistert hast, wird es leider nicht besser. Rolltreppen sich nicht überall zu finden, von Aufzügen ganz zu schweigen. Wenn du nicht alleine unterwegs bist, ist es nicht allzu schlimm.

Falls du aber Solo unterwegs bist, solltest du tatsächlich schon beim Packen an die Metro denken, oder für den Weg mit Gepäck vielleicht doch auf ein Taxi zurückgreifen.

Alternativen zur Metro in Paris

Es muss natürlich nicht immer die Metro sein. Es gibt auch noch andere Wege, um in Paris von A nach B zu kommen. Die wichtigsten Alternativen zeige ich dir jetzt.

Bus fahren in Paris

Als eine Alternative zur Metro bietet sich der Bus an. Du benötigst dafür keine separaten Tickets, es sind die gleichen Tickets wie für die Metro.

Eingestiegen wird immer vorne. Beim Busfahrer an der Seite hängt ein kleiner Kasten, in den du unten das alte Ticket reinstecken musst.

Der Kasten saugt dein Ticket ein, macht ein Geräusch und dann kommt das Ticket wieder raus. Nimm auch im Bus dein Ticket wieder an dich und behalte es bis zum Ende der Fahrt.

Die neuen Tickets musst du auf das Ticketlesegerät vorne beim Busfahrer kurz auflegen und lesen lassen.

Falls du gar kein Ticket hast, kannst du den Bus trotzdem benutzen. Eine einzelne Fahrt kannst du direkt beim Fahrer zahlen. Die kostet dann zwei Euro.

Mit diesem Ticket kannst du aber nicht umsteigen, es gilt nur für die einmalige Fahrt mit genau diesem Bus in dem du es gekauft hast.

Das Busnetz ist leider sehr unübersichtlich. Ich selbst schaue nie auf den Busplan, sondern schaue einfach in der nächstgelegenen Bushaltestelle auf den Streckenfahrplan der einzelnen Linien, die dort halten.

Prominente Ziele wie die Bahnhöfe finde ich dann in den meisten Fällen direkt. Wenn nicht, gebe ich den Versuch, Bus zu fahren meistens schnell wieder auf und steige doch in die Metro.

Mein Tipp: Auf den meisten Streckenfahrplänen ist die Seine eingezeichnet. Wenn du nur irgendwohin ins Zentrum willst, fahr einfach bis zum Fluss.

Noch ein Tipp: Der Bus 72 fährt durchs Zentrum entlang der Seine. Hier bekommst du sozusagen eine kleine Sightseeing Fahrt geboten.

Taxi und Uber

Taxifahren in Paris ist bei weitem nicht so teuer ,wie man vermuten würde. Für eine 10 Kilometer Fahrt musst du mit etwa 20 bis 25 Euro rechnen.

Aufgrund der doch recht moderaten Taxi Preise ist Uber gar nicht so viel günstiger. Eine 10 Kilometer Fahrt liegt hier bei 15-20 Euro.

Hop-On-Hop-Off-Bus

Es gibt in Paris verschiedene Anbieter für Hop-On-Hop-Off-Touren. Der Anbieter „Open Tour“ deckt mit seinen drei verschiedenen Linien das größte Gebiet ab. Audiokommentare gibt es während der Fahrt auch auf Deutsch.

Übrigens: Das Ticket für zwei Tage kostet gerade mal vier Euro mehr, als das für einen Tag.

Tickets für den Hop-on-Hop-off-Bus buchen

Batobus

Der Batobus ist gar kein Bus, sondern eigentlich ein Boot. Das Hop-On-Hop-Off-Prinzip gibt es nämlich auch auf der Seine.

Der Batobus hält neun Stellen in Paris und funktioniert genauso wie der Hop-On-Hop-Off-Bus. Ein-Tages-Tickets gibt es für 17 Euro, Zwei-Tages-Tickets für 19 Euro.

Ich finde den Batobus prinzipiell gut, weil ich Boot fahren toll finde. Praktisch gesehen ist der Batobus aber eigentlich nichts für Kurzaufenthalte, da man doch oft Zeit an den Haltestellen verliert, weil man auf das nächste Boot wartet.

Die Boote fahren zwar im 20-Minuten Takt, manchmal ist aber so viel los, dass man erst auf das übernächste Boot rauf kommt. Wenn du aber vier oder mehr Tage in Paris verbringst, dann ist ein Tag mit dem Batobus sicher eine tolle Option.

Tickets für den Batobus kaufen

Velib‘ Leihfahrräder

Die Mietfahrräder gibt es in Paris schon seit vielen Jahren. Nachdem in den letzten zwei Jahren alle Fahrräder erneuert wurden, sind sie auch wieder in einem empfehlenswerten Zustand.

Für 7 Euro kannst du dich für eine Woche registrieren. Dann kannst du dir ein Mietfahrrad schnappen und für die ersten 30 Minuten kostenlos nutzen.

Wenn du es innerhalb von 30 Minuten wieder in einer anderen Station abstellst, fallen für diese Fahrt gar keine Kosten an.

Nach den ersten 30 Minuten kosten die nächsten 30 Minuten einen Euro, die übernächsten 30 Minuten zwei Euro. Je länger du das Rad behältst, umso teurer wird es.

Meine Empfehlung: Um kurz von A nach B zu fahren sind die Räder super. Du solltest aber auf jeden Fall vorsichtig fahren, mit dem Pariser Stadtverkehr ist nicht zu spaßen.

Fahrrad Paris
Die Velib Leihfahrräder sind eine nette Alternative zur Metro

E-Scooter

E-Scooter wurden in Paris schon zwei Jahre früher eingeführt als in Deutschland. Sie sind zwar sehr günstig und auch derzeit voll angesagt, aber ich persönlich würde davon abraten.

Wenn ich die winzigen Räder der Scooter den fiesen Schlaglöchern in den Straßen von Paris gegenüberstelle, dann erweckt der Scooter keinerlei Vertrauen in mir. Dann doch lieber ein Fahrrad.

Das war ein Überblick über die Verkehrsmittel in Paris und ein Schnelldurchlauf durch die wichtigsten Ticket-Optionen für die Metro. Hast du noch Fragen oder Anmerkungen? Dann freuen wir uns über deinen Kommentar.