Rom abseits der Touristenpfade: 11 ganz besondere Geheimtipps

Du kennst die Sehenswürdigkeiten von Rom und möchtest nun auch das Rom abseits der Touristenpfade erkunden? In diesem Artikel findest du unsere spannendsten Rom Geheimtipps, an die sich nur selten ein Tourist verirrt.

Auch wenn Rom jährlich von Millionen Menschen besichtigt wird, gibt es noch viele Ecken der Stadt, die von den Besuchern übersehen werden.

Kein Wunder, schließlich sind allein schon die bekannten Sehenswürdigkeiten in Rom so zahlreich, dass kaum Zeit für die Highlights abseits der Touristenpfade bleibt.

Wenn du aber trotzdem auch die Attraktionen sehen willst, die jeder Römer kennt, aber nur wenige Touristen, dann haben wir hier 11 besondere Geheimtipps für Rom.


San Lorenzo: Streetart & alternatives Nachtleben

Restaurant mit Spruch
Im alternativen Studentenviertel San Lorenzo kann man sehr lecker und günstig essen und ausgehen

Nur wenige Gehminuten vom Hauptbahnhof Termini entfernt, liegt das Studentenviertel San Lorenzo. Hier findet sich die Universität von Rom und vor allem abends und nachts ist hier immer etwas los.

Entlang der Straßen von San Lorenzo gibt es riesige Hauswände mit Straßenkunst und rund um die Piazza dell’Immacolata gibt es unzählige Bars und Restaurants mit weit günstigeren Preisen als in der nahegelegenen Altstadt.

Es findet jeden Abend irgendwo auf einer Piazza in San Lorenzo eine Veranstaltung statt, Parties oder die Einweihung einer neuen Kunstgalerie.

San Lorenzo solltest du also unbedingt mal einen Abend besuchen: oder gleich hier dein Hotel buchen!

Porta Portese Flohmarkt

Markt mit Menschen
Der wöchentliche Treffpunkt in Rom für Schnäppchenjäger: Der Flohmarkt Porta Portese (© Marko Beric)

Jeden Sonntag zwischen 9 und 14 Uhr findet der Flohmarkt Mercato di Porta Portese statt, im Viertel Monteverde.

Hier gibt es wirklich alles zu kaufen: Second Hand Möbel, Klamotten, Schmuck, Spielzeug, Kunstwerke, Bücher, aber auch neue Produkte.

Der Markt zieht sich über mehrere Straßen: In der Via Portuense findest du hauptsächlich Mode und Accessoires, während du in der Via Ippolito Nievo überwiegend antike Möbel findest. In der Via Clivio Portuense kannst du dagegen Fahrräder und Accessoires für Autos und Motorräder shoppen.

Es lohnt sich also auf jeden Fall einen Bummel zu machen, denn die Auswahl ist groß!

Wie auf jedem Flohmarkt musst du für die guten Deals an zwei Tageszeiten kommen: früh morgens bei der Öffnung, weil du dann die größte Auswahl hast und kurz vor Schließung, weil du dann den Preis leichter verhandeln kannst.

Buco della Serratura: Das Schlüsselloch

Das nicht mehr so geheime, aber absolut sehenswerte Schlüsselloch am Tor des Malteserordens in Rom

In einer ruhigen Gegend von Rom, unweit des Zentrums auf dem Aventin Hügel, gibt es ein großes eisernes Tor, was zur Villa des Malteserordens gehört.

Was dieses Tor so besonders macht, ist sein Schlüsselloch: wenn du durchguckst, hast du einen perfekten Blick auf die Kuppel des Petersdoms, eingerahmt von den Hecken des Gartens auf der anderen Seite des Tors.

Ein echter Geheimtipp ist das Schlüsselloch leider nicht mehr und du findest hier immer eine Warteschlange mit Leuten, die durch das Loch blicken wollen.

Trotzdem lohnt es sich auf jeden Fall, vor allem, wenn du eine gute Kamera mit Teleobjektiv hast!

Unser Tipp: Am schönsten ist der Blick zum Sonnenuntergang oder zum Sonnenaufgang. Zum Sonnenaufgang gibt es mit etwas Glück auch keine Warteschlange.

Passeggiata del Gelsomino: die Jasminpromenade

Der geheime und duftende Spaziergang über den Straßen von Rom: die Passeggiata del Gelsomino (© Hernandez José Maria)

Wo früher einst die Zuggleise zwischen Vatikanstadt und dem Königreich Italien verliefen, befindet sich heute eine der am wenigsten bekannten Promenaden Roms.

Die Passeggiata del Gelsomino, übersetzt Jasminpromenade, ist ein hochgelegter, rund 1 Kilometer langer Fußgängerweg zwischen dem Bahnhof des Vatikans und dem Bahnhof San Pietro.

Der Name rührt daher, dass hier im Frühling unzählige Jasminblüten blühen und Spaziergänger mit ihrem Duft betören.

Von der Promenade hast du mal einen etwas anderen Blick auf den Petersdom. Voll ist es hier oben selten, denn die kleine Promenade ist immer noch ein echter Insider Tipp in Rom.

Den Zugang findest du am Bahnhof San Pietro auf dem Gleis 1, er ist auch ausgeschildert.

Unser Tipp: Falls du mit Kindern unterwegs bist, findet sich entlang der Passeggiata das hübsche Kleinod Fattorietta, ein Kinderbauernhof mitten in Rom.

Pigneto: Multikulturell & unabhängig

Bahnhof Pigneto in Rim
Der U-Bahnhof Pigneto ist der perfekte Ausgangspunkt um das gleichnamige Viertel Pigneto zu Fuß zu erkunden (© canbedone)

Das Viertel Pigneto galt früher einmal als heruntergekommen, aber in den letzten Jahren hat auch hier die Gentrifizierung Einzug gehalten.

Der Stadtteil liegt, ähnlich wie San Lorenzo, in der Nähe der Uni und ist multikulturell, alternativ und voller unabhängiger Buchläden, Kulturzentren, Streetart, LGBTQ Bars und Vintage Läden.

Auf jeden Fall sehenswert ist die ehemalige Industrieanlage Ex Snia. Hier wird das Gelände seit Jahren von einer linken Bewegung besetzt und es finden vielerlei Veranstaltungen und Aktivitäten statt. Vor allem wenn du Streetart liebst, solltest du in der Ex Snia vorbeischauen!

Gazometro: Industrielle Archäologie

Eins der markantesten Beispiele Roms für industrielle Archäologie: Das ehemalige Gasometer (© Paolo Savegnago)

Ähnlich wie in Berlin gibt es auch in Rom eine Vielzahl an Lost Places. Das wohl markanteste Beispiel ist das Gazometro, das ehemalige Gasometer Roms. Als es noch in Betrieb war, war es das größte Gasometer Europas.

Heute ist es ein riesiges, verlassenes Skelett am Ufer des Tiber, umgeben von bunter Street Art. Das Gelände kann man nicht betreten, aber der Anblick von unten auf das rund 90 Meter hohe und 60 Meter breite Gestell ist doch sehr beeindruckend.

Centrale Montemartini: Zwischen Turbinen und Marmorbüsten

Statuen in Fabrik
Das Montemartini Museum ist ein ganz besonderes Museum abseits der Touristenpfade in Rom (© Andrea Izzotti)

Damit das ehemalige Elektrizitätswerk Montemartini nicht zu einer weiteren Industrieruine Roms wird, hat sich die Stadt etwas Tolles ausgedacht: eine Ausstellung an Statuen und Büsten des Antiken Roms im Maschinensaal des E-Werks.

Die weißen Marmorkunstwerke, die sonst im Depot der Kapitolinischen Museen verstauben würden, weil im Museum kein Platz mehr ist, stehen hier zwischen Dieselmotoren, Messuhren und Turbinen.

Und obwohl die alten Maschinen und weißen Skulpturen aus völlig unterschiedlichen Epochen stammen und eigentlich überhaupt nichts gemeinsam haben, bilden alle Gegenstände im Saal eine faszinierende Harmonie.

Lanificio: Wollweberei mit Rooftop Bar

Rooftop Bar im Lanificio in Rom
Die Rooftop Bar im Lanificio ist unser Geheimtipp für einen Abend in Rom (© Lanificio)

Das Lanificio, zu Deutsch Wollweberei, ist ebenfalls eine ehemalige Fabrik, die aber in ein cooles Kulturzentrum umfunktioniert wurde.

Auf rund 3500 Quadratmetern findest du hier ein stylisches Restaurant und Bar mit Rooftop Terrasse, Liegestühlen und Live Musik.

Dabei ist das Gebäude von außen ziemlich unscheinbar und eher heruntergekommen, was die Überraschung beim Betreten dann umso größer macht.

Die Rooftop Bar hat von Mai bis September täglich von 18 bis 2 Uhr morgens geöffnet, im Winter verlagert sich die Bar nach Innen.

Das Lanificio befindet sich etwas außerhalb des Stadtzentrums und du erreichst es am besten mit dem Bus oder dem Auto.

Gelateria Fassi

Eis essen in Rom
Eis essen gehört in Rom zum Pflichtprogramm – unser Tipp für das beste Eis der Stadt: Gelateria Fassi!

In Rom gibt es unzählige Eisdielen und viele davon sind wirklich hervorragend. Aber als die allgemein beste Eisdiele der Stadt gilt einzig und allein die Gelateria Fassi.

Und das Eis ist auch wirklich unheimlich gut. Seit 1880 stellt die Familie Fassi hier ihr berühmtes Eis her und gehört damit zu den ältesten Eisdielen Italiens.

Im Vergleich zu den Eisdielen in den touristischen Straßen Roms stimmt hier auch das Preis-Leistungsverhältnis: Eine große Waffel mit drei Kugeln kostet lediglich 3 Euro.

Grattachecca

Glas mit geraspeltem Eis
Die römische Alternative zum Eis: Grattachecca

Die typische römische Abkühlung an heißen Sommertagen heißt Grattachecca. Dabei handelt es sich um aus einem Eisblock geschabtes Eis, was dann mit einem Sirup deiner Wahl übergossen wird. Die Auswahl ist immer groß: von Minze bis hin zu Zitrone, Melone oder Mandelmilch.

Oben drauf gibt es meist noch Obststückchen, Kokosraspeln oder Himbeeren.

Im Sommer einfach die perfekte Alternative zum Eis in der Waffel und absolut typisch Rom!

Grattachecca gibt’s an speziellen Kiosken, die überall in der Stadt zu finden sind. Der berühmteste und älteste ist La Fonte d’Oro in Trastevere, den es schon seit 1913 gibt. Auch sehr bekannt ist die Grattachecca von Sora Mirella, ebenfalls in Trastevere.

La Parolaccia: Spaghetti mit Beleidigungen

Restaurant
Das Restaurant La Parolaccia ist eine römische Institution: Abendessen mit Schimpfwörtern als Beilage (© Angelo Calvino)

Eine echte römische Institution und weit über die Stadtgrenzen bekannt ist das Restaurant La Parolaccia, zu deutsch Das Schimpfwort.

Wenn du hier einkehrst und ein wenig Italienisch sprichst, musst du dickes Fell mitbringen, denn zum Service gehören auch persönliche Beleidigungen und vulgäre Ausdrücke des römischen Dialekts.

Während dir deine Pasta serviert wird, könnte zum Beispiel eine abfällige Bemerkung über dein Aussehen fallen oder der Kellner macht sich auf irgend eine andere Weise lautstark über dich lustig. Das ist alles Teil des Restaurant-Konzepts.

Zwischendurch gibt es auch mal Gesang, es werden Witze gerissen und Tänze aufgeführt.

Aber auch wenn du kein Italienisch sprichst, ist das Restaurant immer noch ein Erlebnis. Ohne Italienischkenntnisse bist du dann sowieso auch gegen die Kraftausdrücke der Kellner immun.

Das waren unsere 11 echten Rom Geheimtipps!

Hast du noch mehr spannende Insider Tipps für Rom? Oder kennst du einen unserer Geheimtipps aus Rom und willst über deine Erfahrungen berichten? Dann hinterlasse uns gerne einen Kommentar!