Schwarzwald: Die besten Tipps einer Einheimischen

Der Schwarzwald wird oft mit den Gebrüdern Grimm in Verbindung gebracht. Und wenn du einmal durch die verwunschenen Wälder und Wiesen streifst, merkst du schnell, woher die Inspiration kam. Sabine ist eine echte Schwarzwälderin und teilt ihre besten Tipps für einen Besuch mit dir.

Im Schwarzwald gibt’s nichts, was es nicht gibt! Den Eindruck haben wir jedenfalls seit wir Sabine für unsere Heimatliebe-Serie zum Schwarzwald interviewt haben. Und als Einheimische weiß Sabine, wovon sie spricht.

Wander- und Radfahrparadies, Winterwunderlandschaft, charmante Städtchen mit viel Geschichte, diverse Museen und allerlei lokale Leckereien. Jap, die Region in Baden-Württemberg ist wirklich vielseitig.

Du wolltest schon immer mal in einem hängenden Zelt zwischen Baumwipfeln übernachten? Na klar, auch das ist möglich. Aber keine Sorge, nicht nur Outdoor-Enthusiasten kommen hier auf ihre Kosten.

Daher zeigt dir Sabine nun die besten Sehenswürdigkeiten, Restaurants und noch vieles mehr, um deinen Kurztrip in den Schwarzwald perfekt zu machen.

Tipps und Infos für eine Reise in den Schwarzwald

Bevor wir mit unserem Interview loslegen, haben wir dir die wichtigsten Infos zusammengestellt, die du vor einer Reise in den Schwarzwald brauchst.

Unsere Hoteltipps für den Schwarzwald

Im Schwarzwald gibt es viele stilvolle Hotels oder kleinere Pensionen. Hier kommen unsere Tipps für jedes Budget:

Ferienwohnungen im Schwarzwald

Alternativ kannst du natürlich auch eine Ferienwohnung mieten. Ein großes Angebot findest du zum Beispiel bei Airbnb:

Ferienwohnungen im Schwarzwald bei Airbnb

Reiseführer für den Schwarzwald

Möchtest du noch mehr über den Schwarzwald erfahren? Dann können wir die folgenden drei Reiseführer empfehlen:

MARCO POLO Reiseführer Schwarzwald: Die Bücher der Marco Polo Serie gehören zu den Klassikern. Kurz und kompakt, findest du hier alle wichtigen Sehenswürdigkeiten einer Region, die auf einem Kurztrip auf keinen Fall fehlen sollten.

52 kleine & große Eskapaden im Schwarzwald: Ab nach draußen!: Du willst lieber raus ins Grüne? Dann bist du im Schwarzwald schon mal richtig und findest in diesem Reiseführer viele Tipps für Touren – ganz egal ob zu Fuß, auf dem Fahrrad oder auf dem Wasser.

DuMont Reise-Taschenbuch Reiseführer Schwarzwald: Auch diese Reihe gehört zu den Klassikern. Dieser Schwarzwald-Reiseführer ist eine gute Mischung aus Ausflügen in die Natur und Sehenswürdigkeiten in der Stadt. Tipps für gutes Essen findest du natürlich auch.

Interview mit einer Einheimischen: Die besten Insider-Tipps für den Schwarzwald

Sabine kennt sich als Schwarzwälderin bestens aus und hat unsere Fragen für das Heimatliebe-Interview beantwortet.

#1 Wer bist du und wieso bist du Expertin für den Schwarzwald?

Hi, ich bin Sabine – Weltenbummlerin, Naturliebhaberin und Hobbybloggerin. Vor kurzem sind mein Mann und ich von unserer sechsjährigen Weltreise zurückgekehrt und seitdem liebe ich es, meine Heimat, den Schwarzwald, mit neuen, weit gereisten Augen (wieder-) zu entdecken. Schwarzwald Insiderin Sabine

Ich komme aus dem kleinen Dorf Waldmössingen im mittleren Schwarzwald.

Hier bin ich aufgewachsen, habe zu dem sanften Rauschen des Windes in den dunklen Tannen im Winter meine ersten Schneebälle geformt und im Sommer am Waldrand im kühlen Schatten der Tannen Fahrradfahren gelernt.

Wie wunderschön der Schwarzwald ist, wusste ich schon als Kind, so richtig zu schätzen gelernt habe ich ihn aber erst im Laufe der Jahre.

#2 Wenn du den Schwarzwald in drei Worten beschreiben müsstest, welche wären das?

Immergrün, Märchenlandschaft, Outdoor-Abenteuerspielplatz

#3 Warum sollte jeder unbedingt einmal in den Schwarzwald reisen?

Weil der Schwarzwald als Reiseregion unglaublich vielseitig und trotzdem (noch) nicht überlaufen ist. Mit Bergen, Seen, Schluchten, Höhlen, Wäldern, Wiesen und Wildnis bietet die Naturlandschaft alles, was das Herz von Outdoor-Enthusiasten begehren kann.

Gleichzeitig gibt es viele Dörfer und Schwarzwald-Städtchen, in denen sich auf charmante Weise die Tradition mit der Moderne verbindet.

Sei es Freiburg, die größte Stadt im Schwarzwald mit ihren zahlreichen „Bächle“, dem Münster und dem Flair einer grünen Studentenstadt. Genauso auch Rottweil, die älteste Stadt Baden-Württembergs, mit ihrer historischen Innenstadt und dem „Schwarzen Tor“, welches wie ein Tor in die Vergangenheit den Durchgang in die von stolzen Bürgerhäusern gesäumte Fußgängerzone gewährt.

Auch kulturell hat der Schwarzwald einiges zu bieten, wie das Freilichtmuseum Vogtsbauernhof. Hier kannst du in alten, liebevoll restaurierten Originalgebäuden hautnah erleben, wie die Menschen im Schwarzwald in den letzten 600 Jahren gewohnt, gearbeitet und gelebt haben.

Darüber hinaus gibt es eine ganze Reihe an spannenden Museen, bei denen sicher für fast alle Interessen etwas dabei ist:

Da gibt es das Schwarzwald-Museum in Triberg, das Deutsche Uhrenmuseum in Furtwangen, die Auto & Uhrenwelt Schramberg oder das Erlebnis-Museum Experimenta in Freudenstadt, in welchem kleine (und auch große) Entdecker in vielen interaktiven Experimenten naturwissenschaftlichen Phänomenen auf den Grund gehen.

Auch geschichtlich Interessierte kommen im Schwarzwald auf ihre Kosten – neben zum Teil sehr gut erhaltenen Burgen, viel traditioneller Fachwerkarchitektur und zahlreichen Displays zu lokalen Handwerken wie der Glasbläserei und der Flößerei, haben auch die Römer bereits vor fast 2.000 Jahren ihre Spuren im Schwarzwald hinterlassen – wovon unter anderem das teils rekonstruierte Römerkastell in Waldmössingen zeugt.

#4 Was gibt es im Schwarzwald, was es nirgends sonst gibt?

Breiteste Kuckucksuhr der Welt
Die breiteste Kuckucksuhr der Welt bei Triberg

Kuckucksuhren! Und Bollenhüte!

Der Schwarzwald ist die Heimat der weltberühmten Kuckucksuhren. Schon seit Jahrhunderten gibt es hier eine große Uhrmacherindustrie, die die hölzernen Wanduhren, aus denen zur vollen Stunde der Kuckuck heraus schreit, in allen Teilen der Welt bekannt gemacht hat.

Auch die bekannten Junghans-Uhren kommen aus dem Schwarzwald.

Etwas ganz einmaliges sind auch die Bollenhüte, die Teil der traditionellen Trachten der Schwarzwälder sind. Die Pompons – oder schwäbisch eben „Bollen“ – der Hüte sind bei jungen Mädchen und unverheirateten Frauen rot, bei verheirateten Frauen schwarz.

Ursprünglich stammen die Trachten mit Bollenhüten nur aus drei Schwarzwald-Dörfern, aufgrund ihres niedlichen Aussehens wurden sie aber zum allgemeinen Symbol für den ganzen Schwarzwald.

Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten im Schwarzwald

#5 Welche Sehenswürdigkeiten muss man unbedingt gesehen haben, wenn man in den Schwarzwald kommt?

Nicht entgehen lassen sollte man sich die weltgrößte Kuckucksuhr in Schonach!

Nach historischen Original-Bauplänen wurde hier eine Kuckucksuhr in 60-facher Größe erbaut.

Die Ausmaße sind beeindruckend: das Uhrwerk ist 4,5 Meter groß, die Pendellänge misst 8 Meter und der Kuckuck ist 5 Meter lang und 150 kg schwer.

Die Kuckucksuhr kann von innen begangen werden und erlaubt so einen einzigartigen Blick in die Entstehung der Zeit. Und zu jeder halben wie vollen Stunde ertönt selbstverständlich der Kuckuck.

Triberger Wasserfälle
Die Triberger Wasserfälle gehören zu den höchsten Wasserfällen Deutschlands

Ebenfalls ein Muss bei einem Besuch im Schwarzwald: die höchsten Wasserfälle Deutschlands.

Diese befinden sich in Triberg, wo das Wasser des Flusses Gutach über 163 Meter tosend hinab stürzt.

Wer nur Zeit für einen kurzen Stopp hat, sollte unbedingt die Schwarzwaldhochstraße (B500) von Baden-Baden bis Freudenstadt fahren.

Auf der ungefähr 60 Kilometer langen Strecke bieten sich zahlreiche Panorama-Blicke weit über den Schwarzwald, ins Rheintal und ins Elsaß bis in die Vogesen.

Dazwischen laden mehrere Sehenswürdigkeiten wie der sagenumwobene Mummelsee (ein in der Eiszeit entstandener, über 1.000 Meter hoch liegender Karsee), die Hornisgrinde (der höchste Berg des Nordschwarzwalds), der Lothar-Pfad oder der Nationalpark Schwarzwald zu einem kleinen Ausflug in die Natur ein.

#6 Was kann man im Schwarzwald machen, wenn es regnet?

Bei Regen kann man die Gelegenheit nutzen, um eine der ältesten Tropfsteinhöhlen Deutschlands zu erkunden: Die Erdmannshöhle Hasel. Die über 2 Kilometer lange Höhle beherbergt den wohl ältesten und größten Tropfstein Deutschlands. Er ist 4 Meter lang und auf ein Alter von über 135.000 Jahren geschätzt wird. Ein richtiger Urgroßvater unter den Tropfsteinen!

Ebenfalls unter Tage abtauchen kann man im Besucherbergwerk Grube Wenzel in Oberwolfach. Ausgestattet mit Helm, Grubenlampe, Jacke und Gummistiefeln geht es hinab in die Tiefen eines der ehemals bedeutendsten Silberbergwerke, die im Kinzigtal an vielen Orten beheimatet waren.

In dem gut erhaltenen Stollen bieten sich einmalige Einblicke in den historischen Bergbau und die örtlichen Mineralien und Gesteine – und wer Glück hat, erhascht vielleicht sogar einen der hier heimischen Bergtrolle.

Wer sich lieber nicht unter die Erde begeben möchte, kann bei schlechtem Wetter die Dorotheenhütte Wolfach besuchen und in der letzten aktiven Mundblashütte des Schwarzwalds staunend den Glasbläsern zu sehen, wie sie bei über 1.400 Grad Celsius aus Quarzsand flüssiges Glas herstellen und die schönsten filigranen Formen blasen.

Die Glasmacher helfen einem auch, wenn man das Glas blasen einmal selbst probieren möchte. Wer sich die schönen Formen lieber fertig geschliffen anschauen möchte, kann in der Glaswelt nebenan alte und neue Meisterwerke aus den traditionellen Glashütten des Schwarzwalds bewundern.

Für Wasserratten gibt es außerdem das Erlebnisbad Galaxy in Titisee-Neustadt. Das größte Spaß- und Erlebnisbad im Schwarzwald bietet ein Wellenbad und Badespaß für die ganze Familie. Bei 23 verschiedenen Rutschen ist sicher auch die eine richtige für das persönliche Wohlfühl-Level an Adrenalin dabei.

Titisee-Neustadt
Blick auf Titisee-Neustadt im Hochschwarzwald

#7 Was kann man mit Kindern im Schwarzwald machen?

Der Schwarzwald eignet sich hervorragend für Ferien auf dem Bauernhof. Viel mehr Programm als Hühner, Kühe, Schafe, Pferde und die ein oder andere Stallkatze braucht es da oft gar nicht. Viele Schwarzwaldhöfe bieten darum auch genau das in liebevoll hergerichteten und familiären Zimmern oder Ferienwohnungen auf ihren Höfen an.

Da die Höfe meist außerhalb liegen, wo es viel Platz im Grünen zum Toben aber keine viel befahrenen Straßen gibt, ist das ideal zur Entspannung.

Wer etwas aktiver sein und Ausflüge unternehmen will, hat auch da große Auswahl:

Ein kleiner Geheimtipp ist das Tiergehege und der Abenteuerspielplatz in Waldmössingen. Das Tiergehege ist eine Art Erlebnisbauernhof mit angeschlossenem Wildgehege. Besucher können nicht nur Tiere streicheln, sondern auch viel Informatives über die Tiere auf einem Bauernhof erfahren und selbst mit anpacken.

Neben den typischen Tieren eines Bauernhofes wie Kühen, Schafen, Schweinen, Ziegen, Pferden und Hühnern gibt es auch Lamas, Alpakas, Hirsche, Fische und Enten zu bestaunen. Manche munkeln sogar, bei den Fischen im Teich lebe ein Krokodil…

Nach einem ausgiebigen Besuch bei den Tieren kann man sich entweder in der angeschlossenen Vesperstube mit Biergarten gemütlich noch ein Eis gönnen oder man läuft einige Hundert Meter zum nahen Abenteuerspielplatz, um noch mehr Energie rauszulassen.

Wer noch mehr Action erleben möchte, besucht am besten die Rodelbahn Gutach. Nachdem man in einen der Schwarzwaldbobs eingestiegen ist, zieht einen der Lift 300 Meter den Berg hoch. Anschließend geht es über einen Kilometer lang in Kreiseln, über Jumps und durch Tunnel hindurch rasant hinunter.

Sofort in einen Kindheitstraum versetzt fühlt man sich bei einer Fahrt mit der „Sauschwänzlebahn“ von Zollhaus nach Weizen. Wie in einer perfekten Modelleisenbahn-Welt schlängelt sich die 25 km lange Fahrt mit einer historischen Dampflok über stattliche Brücken durch tiefe Schluchten, hügelige Täler und steile Anhöhen hinauf. Perfekt für kleine Zugführer, die sich schon immer einmal wie Jim Knopf fühlen wollten.

Für ein bisschen Bewegung gibt’s das Baumwipfelpfad in Bad Wildbad und den Baumkronenweg in Waldkirch.

Für einen ganzen Tag voller Action und  Abenteuer bietet sich ein Ausflug in den Europapark Rust an. Der größte Freizeitpark Deutschlands bietet von rasanten Achterbahnen über unheimliche Gruselkabinetts bis hin zu gemütlichen Bootsfahrten und amüsanten Zirkusparaden fantastische Erlebnisse für Jung und Alt.

#8 Lohnt es sich auch im Winter, in den Schwarzwald zu reisen? Was kann man um diese Jahreszeit machen?

Auf jeden Fall! Wenn Schnee liegt, sehen die weißen Wipfel der Tannen aus wie mit Puderzucker überzogen und die Landschaft verwandelt sich in einen wahren Märchenwald. Spätestens wenn auch die Bäche zufrieren und funkelnde Eiskristalle in der klirrend kalten Winterluft glitzern, kommt man sich vor wie im Reich der Eiskönigin.

Das Winterwunderland kann man auf zahlreichen gespurten Loipen auf Langlauf Ski erkunden, mit Schneeschuhen durchwandern oder auf den verschiedenen Skipisten des Schwarzwalds die Hänge hinunter sausen.

In der Vorweihnachtszeit lockt außerdem der weltgrößte Adventskalender. Auf dem Weihnachtsmarkt in der historischen Altstadt von Gengenbach wird in der Adventszeit jeden Abend ein neues der 24 Fenster des Rathauses geöffnet, hinter denen die Bilder namhafter Künstler leuchten.

Ein weiteres weihnachtliches Highlight ist der Weihnachtsmarkt in der Ravenna-Schlucht. Bei diesem wird ein Holzhüttendorf in einer tiefen Schlucht unter dem Viadukt der Höllentalbahn aufgebaut. Vor dieser beeindruckenden Kulisse kann man dann bei weihnachtlicher Musik durch das Weihnachtsdorf schlendern, kulinarische Köstlichkeiten aus der Region probieren und ganz gemütlich lokales Kunsthandwerk und Weihnachtsschmuck shoppen.

#9 Welchen Ort kannst du zum Durchatmen und einfach mal die Seele baumeln lassen empfehlen?

Mein ganz persönlicher Wohlfühlort ist die Burgruine Hohenschramberg. Der 4 Kilometer lange Aufstieg von der Stadt Schramberg aus führt durch dichten Wald und durch das unterhalb der Burg liegende Felsenmeer.

Wenn man dann zum Rauschen des Windes den Blick über die Täler rundherum schweifen lässt, kehrt fast automatisch eine tiefe innere Ruhe ein.

Burgruine Hohenschramberg
Die Burgruine Hohenschramberg

#10 Wo ist der schönste Aussichtspunkt im Schwarzwald?

Der Gipfel des Feldberges, ganz klar. Der Feldberg ist mit knapp 1.500 Metern die höchste Erhebung im Schwarzwald. Von ihm hat man eine tolle Aussicht über die ganze Region, auf den Freiburger Hausberg „Schuainsland“ und bei guter Sicht sogar auf die Alpen und die Vogesen.

Wer sich die Aussicht vom Gipfel des Feldberges verdienen möchte, dem empfehle ich den Feldberg-Panoramaweg (4 Kilometer einfach).

Wer es lieber etwas weniger anstrengend mag und dennoch nicht auf eine schöne Aussicht verzichten will, findet mit der höchsten Aussichtsplattform Deutschlands den perfekten Aussichtspunkt ebenfalls im Schwarzwald. Denn auf dem Berner Feld bei Rottweil steht ein Thyssen-Krupp Testturm mit Panoramablick bis in die Schweizer Alpen. Und auf die 232 Meter hohe Aussichtsplattform gelangt man selbstverständlich im Aufzug.

#11 Ein Hobbyfotograf fragt dich nach coolen Orten zum Fotografieren in deiner Region, die er mithilfe eines Reiseführers niemals finden würde. Wo schickst du ihn hin?

Für Stadt- und Architekturfotografie würde ich einen Auslug in die Städtchen Schiltach und Alpirsbach empfehlen.

Der historische Schiltacher Ortskern mit seinen original erhaltenen Fachwerkhäusern liegt an der Mündung der Flüsse Kinzig und Schiltach und ist von malerischen Hängen umsäumt.

Mein Tipp: Nimm an einer der kostenlosen Stadtführungen am Freitag teil, um die besten und verstecktesten Plätze des Städtchens zu erkunden.

In Alpirsbach sorgt die 900 Jahre alte Klosteranlage samt angeschlossener Brauerei für interessante Motive. Wer lieber in der Natur unterwegs ist, dem empfehle ich von Alpirsbach aus zur „Talsperre Kleine Kinzig“ zu wandern.

Auf dem 6 Kilometer langen Pfad kreuzt immer wieder ein malerischer Bergbach mit vielen Stromschnellen, überwachsenen Steinen und kleinen Wasserfällen den Wanderweg, während auf der anderen Seite des Weges idyllische Bergwiesen und kleine Gehöfte die Schwarzwaldhänge säumen.

An der Talsperre angekommen, bietet der inmitten von Wald gelegene Stausee oberhalb der hohen Staumauer ebenfalls tolle Motive aus verschiedensten Blickwinkeln.

Ortsmitte Schiltach
Der historische Ortskern in Schiltach

#12 Welches ist die verrückteste Aktivität, die man in deiner Region machen kann?

Hängezelt
Übernachten in luftiger Höhe – eine Nacht im Hängezelt

Das ist ganz ohne Zweifel eine Übernachtung in einem Hängezelt auf Höhe der Tannenwipfel!

Diese Möglichkeit gibt es in der Nähe der Stadt Schiltach.

Mitten in der unberührten Natur des Heubachtals hängt hier an Stahlseilen ein leuchtend rotes Hängezelt zwischen den Baumwipfeln.

Mit seinen 2 Metern Durchmesser bietet die einzigartige Schlafstätte in luftiger Höhe gerade genug Platz für 2 Personen – und für jede Menge Nervenkitzel.

Für Abendessen und Frühstück steht am Rande der Schlucht ein prall gefüllter Picknickkorb mit lokalen Köstlichkeiten bereit.

Für die Nacht wird das Himmelbett per Muskelkraft dann in die Mitte der Schlucht gezogen oder eben so weit, wie man sich traut. Und dann erwartet einen eine unvergessliche Nacht in den Lüften des Schwarzwalds.

Zur Übernachtung im Hängezelt 

Picknick Hängezelt
Picknick im Hängezelt

#13 Welches ist das beste Event des Jahres in deiner Region? Wofür lohnt es sich, in den Schwarzwald zu kommen?

Keine Frage: die Schwäbisch-Alemannische Fasnet!

Außer der allgemeinen Feierstimmung hat die traditionsreiche Fasnet nur sehr wenig mit ihrem zeitgleich stattfindenden Pendant, dem Rheinischen Karneval, gemeinsam.

Dafür finden in fast allen großen und kleinen Ortschaften des Schwarzwalds vom „Schmotzige Dauschtig“ (Schmutziger Donnerstag) bis zum Fasnetsdienstag durchweg prächtige Umzüge und Narrensprünge statt.

Jeder Ort hat dabei eigene, einmalige Narren. Die „Narrenkleidle“ (Verkleidungen) werden bis heute von Hand genäht  und kunstvoll bemalt und die zugehörigen Holzlarven handgeschnitzt (Larven sind die Masken vor dem Gesicht der Narren. Aber sie heißen Larven, bitte nicht Masken sagen. Niemals. Wir Schwarzwälder sind da eigen).

Eine Fasnets-Hochburg ist neben Rottweil und Oberndorf am Neckar auch die 5-Täler-Stadt Schramberg, in der jedes Jahr am Fasnetsmontag (Rosenmontag) die weltweit einmalige „Bach-Na-Fahrt“ stattfindet.

Bei dieser fahren wagemutige Teilnehmer unter den Augen tausender Zuschauer in selbst gezimmerten Kähnen einen Fluss durch die Stadt hinunter. Kleiner Spoiler: die wenigsten schaffen es trocken ins Ziel. Ein Riesenspektakel.

Essen und Trinken im Schwarzwald

#14 Welche kulinarische Spezialität muss man im Schwarzwald unbedingt mal probiert haben?

Die süßeste Verführung im Schwarzwald ist kugelrund, dick geschichtet, mächtig und beschwipst: die Schwarzwälder Kirschtorte.

Über die Entstehung der Schwarzwälder Kirschtorte ranken sich zahlreiche Geschichten – über die Zahl an Kalorien, die ein solches Stück Torte hat, schweigt man besser.

Aber wenigstens ein schmales Stückchen musst du von der als „Black Forest Cake“ weltweit bekannten Torte probieren, die nur mit Original Schwarzwälder Kirschwasser echt ist. Im Schwarzwald selbst schmeckt sie natürlich am besten und fast jedes Café und jede Konditorei hat die „Schwarzwälder Kirsch“ im Sortiment.

#15 Welches sind deine drei Lieblingsrestaurants und was sollte man dort unbedingt probiert haben?

Eine Einkehr in der Grünhütte lohnt sich immer und zu jeder Jahreszeit.

Diese gemütliche Berghütte liegt in bester Aussichtslage auf dem Sommerberg oberhalb von Bad Wildbad.

Dieser kann entweder in einer guten Stunde von Bad Wildbad oder Kaltenbronn aus erwandert werden oder ganz bequem mit der Bad Wildbader Bergbahn erreicht werden.

Oben gibt es herrliche Wanderwege mit tollen Aussichten über das Enztal und die Höhen des Schwarzwaldes. Und wenn dann nach einem schönen Spaziergang der Magen brummt, ist es Zeit für eine wohlverdiente Pause in der Grünhütte.

Ihrem Standort gemäß bietet die Speisekarte der Grünhütte badisch-schwäbische Spezialitäten und man hat die Qual der Wahl zwischen gleich mehreren regionalen Köstlichkeiten.

Auf jeden Fall probieren solltest du die hausgemachten Heidelbeer-Pfannkuchen. Die sind genauso frisch zubereitet wie lecker und eine Portion macht locker 1-2 Personen pappsatt.

Ein weiterer Favorit ist die Marktscheune in Offenburg. Hier werden im rustikalen Bauerncafé original Schwarzwälder Spezialitäten aus frischen, regionalen Bio-Zutaten zubereitet. Besonders empfehlenswert sind die Kässpätzle, an denen bei einem Besuch in Offenburg kein Weg vorbei führt.

Unter demselben Dach gibt es auch noch einen Bauernmarkt, in dem regionale, landwirtschaftliche Produkte vertrieben werden.

Einen festen Platz unter meinen Lieblingsrestaurants hat auch die Aichhalder Mühle in der Nähe von Schiltach. Es liegt total versteckt im Wald eines engen Tals – welches passenderweise den Namen „Loch“ trägt. Im Landgasthof dieser ehemaligen und denkmalgeschützten Mühle aus dem Jahr 1792 werden in familiärer Atmosphäre Schwarzwälder Spezialitäten und hochwertige Speisen aus regionalen Zutaten frisch zubereitet.

Dabei stammen die Wildspezialitäten aus heimischer Jagd und die Kroketten werden bis heute selbst gemacht. Absolut fangfrisch sind auch die frischen Forellen auf der Speisekarte: diese kann sich der Gast aus dem hauseigenen Forellenteich selbst aussuchen und bei der Zubereitung dem Koch über die Schulter schauen.

Und nach dem Essen gibt es zum Abschluss einen selbst gebrannten Mühlenschnaps, den „Mühlengeist“.

#16 Wo gibt es das beste Eis im Schwarzwald?

Das leckerste Eis im Schwarzwald gibt es seit 60 Jahren im Eiscafé Rino in Schramberg. In der kleinen, familiengeführten Eisdiele werden alle Sorten selbst hergestellt. Unbedingt probieren solltest du die Zartbitterschokolade und das Mangoeis!

#17 Wo kann man im Schwarzwald am besten Wellness machen? Gibt es ein Wellness Hotel oder eine Therme, die du empfehlen kannst?

Schöne Thermen gibt es gleich mehrere im Schwarzwald und so hat man zum Entspannen die Qual der Wahl. Je nachdem, wo im Schwarzwald man gerade ist, finde ich die Paracelsus Therme in Bad Liebenzell, das Wellness- und Gesundheitsbad Solemar in Bad Dürrheim oder die Caracalla Therme in Baden-Baden besonders schön.

Mein absoluter Favorit für einen entspannten Wellness-Tag mit Sauna und Relaxen ist aber das Badeparadies Schwarzwald bei Titisee-Neustadt. Zwischen Palmen und Orchideen kommt hier bei jedem Wetter ein tropisch leichtes Gefühl auf.

#18 Welche ist die schönste Wanderung in deiner Region?

Puh, im Schwarzwald gibt es hunderte tolle Wanderungen verschiedenster Längen, Anforderungen und mit den unterschiedlichsten Zielen.

Daraus einen Favoriten zu küren, ist mir unmöglich. Allein auf Anhieb fallen mir über 10 Wanderungen ein, die alle für sich besonders schön sind und für die es sich bei jedem Wetter lohnt, die Wanderschuhe zu schnüren.

Unter den Fernwanderwegen ist der Westweg einer der zurecht bekanntesten, aber auch der Mittel- und der Ostweg bieten tolle Schwarzwald-Erlebnisse.

Bei den Halbtages- oder Tagestouren gibt es an die 50 Genießerpfade, die neben besonders attraktiven Landschaften noch zusätzliche Genuss-Erlebnisse versprechen. Das können z.B. Obststationen, Himmelsliegen oder „Schnapsbrünnele“ sein.

Darüber hinaus gibt es über 300 tolle und informativ angelegte Themenwege (empfehlenswert sind u.a. der Yogapfad bei Lauterbach, der Auerhahnweg, der Prechtäler Bienenweg und der Brotweg Elzach) und unzählige als Premium-Wanderwege gekennzeichnete Wanderungen, die abwechslungsreiche, naturnahe Wanderwege abseits von Straßen und Ortschaften garantieren.

Um die Qual der Wahl zu erleichtern, gibt es die Schwarzwald-App von outdooractive. Mit dieser kann man eine Aktivität auswählen und bekommt Tourenvorschläge mit Fotos, topografischen Karten und detaillierten Wegbeschreibungen.

Karlsruher Grat Oppenau
Der Karlsruher Grat in Oppenau

#19 Welche ist die schönste Radstrecke in deiner Region?

Auch bei den Radtouren hat man im Schwarzwald eine Vielzahl an möglichen Strecken und Touren. Jenachdem, ob man eine Stunde, 3 Tage oder 2 Wochen radeln möchte. Oder viel eher mit dem Mountainbike technische Trails bezwingen und Downhill brettern möchte.

Wer es rasant auf dem Rad mag, kommt im Bikepark Bad Wildbad voll auf seine Kosten!

Ich persönlich bin eher der Typ Tourenradler und mir gefällt der Schwarzwald-Panorama-Weg besonders gut. Dieser führt von Pforzheim im Norden bis Waldshut-Tiengen im Süden und beinhaltet mehrere Teilstrecken verschiedener Radwege wie den Enztalradweg oder den Südschwarzwald-Radweg.

Die 280 Kilometer lassen sich gut in 5 Tagesetappen meistern und führen über die schönsten Höhen und durch die malerischsten Täler auf der Ostseite des Mittelgebirges. Besonders die erste Tagesetappe von Pforzheim durch das Enztal nach Freudenstadt ist ein traumhafter Einstieg in die Natur des Schwarzwaldes.

Tannenwipfel
Es gibt unzählige schöne Wanderungen und Radwege im Schwarzwald. Eigentlich kannst du einfach loslaufen oder fahren und die Umgebung genießen.

#20 Welche Orte eignen sich am besten für einen Stadtbummel?

Wer entspannt durch die Stadt bummeln möchte, ist in Freiburg, der größten Stadt des Schwarzwalds, am besten aufgehoben. Freiburg im Breisgau besticht durch seine pittoreske Altstadt, mit südländischem Flair und badischer Freundlichkeit.

Darüber hinaus sind die meisten Wege der Altstadt nicht mit dem Auto befahrbar, sodass du als Fußgänger ganz entspannt und ungehindert durch die vielen hübschen Gassen und verwinkelten Sträßlein der Altstadt flanieren kannst.

#21 Gibt es ein besonderes Hotel im Schwarzwald, das du Besuchern empfehlen möchtest?

Im Schwarzwald gibt es gleich mehrere ausgefallene Übernachtungsmöglichkeiten – allen voran die oben vorgestellte Übernachtung im Hängezelt – aber auch eine Nacht in einem ausgebauten Weinfass, einem Kuckucksnest oder einem Schlafwürfel sind möglich.

Mein liebster Rückzugsort für ein paar Nächte totaler Entspannung ist aber ein fast 100 Jahre alter Schwarzwaldhof „Fehrenbacher Hof“ im außergewöhnlich schönen Sulzbacher Hochtal. Der kleine Hof wurde von der Familie in den letzten Jahren liebevoll und nachhaltig zu einem Naturgästehaus ausgebaut.

Dort, wo früher die Heubühne war und das Stroh eingelagert wurde, befinden sich nun 4 urgemütliche Gästezimmer mit direktem Zugang in die Natur. Altes, Neues und Naturmaterialien miteinander kombiniert ergibt eine perfekte Wohlfühlatmosphäre und du merkst an vielen kleinen Details, dass der Hof mit Leidenschaft und Liebe geführt wird – hier erlebst du ehrliche Gastfreundschaft!

Sulzbachtal
Das Sulzbachtal – hier liegt der Fehrenbacher Hof

#22 Welchen Ort empfiehlst du Besuchern deiner Region als Ausgangspunkt für ihren Urlaub?

Baiersbronn im nördlichen Teil des Schwarzwalds liegt perfekt, um von hier aus die verschiedenen Ecken des Schwarzwalds zu erkunden. Mit der Schwarzwaldhochstraße quasi um die Ecke ist man schon bei der Anreise mitten im Schwarzwald und gelangt auch schnell und vor allem aussichtsreich in den mittleren und südlichen Teil der Region.

Mehr Schwarzwald geht landschaftlich kaum. Für Feinschmecker gibt es in Baiersbronn wahre Gourmetspeisen im bekannten Sternerestaurant Tonbach Traube und im „Wanderhimmel“ rund um Baiersbronn finden sich zahlreiche Genießer- und Premiumwanderwege.

Das waren Sabines Tipps für ihre Heimatregion, den Schwarzwald. Warst du auch schon mal dort? Wie hat es dir dort gefallen und hast du noch einen Tipp, der hier nicht unerwähnt bleiben sollte? Dann freuen wir uns über deinen Kommentar!

Der Schwarzwald gehört zu unseren 11 liebsten Natur-Reisezielen in Deutschland. Noch mehr Inspiration zu Reisezielen in Deutschland findest du in unserem Artikel:

Die 11 schönsten Natur-Reiseziele in Deutschland