Warum unser Gastautor Nikolai Kaltschmidt nie ohne sein Stativ vor die Tür geht und warum du und dein Stativ beste Freunde werden sollten. Ein Gastbeitrag von Nikolai Kaltschmidt.

Nikolai KaltschmidtHallo, mein Name ist Nikolai Kaltschmidt und ich komme aus Heidelberg. Fotografie begann für mich als Hobby und ist nun seit 1,5 Jahren ein Nebenberuf für mich.

Ganz besonders gepackt hat mich die Landschaftsfotografie: Morgens früh raus um der Sonne zuvor zu kommen, wunderbare Motive in der Natur erleben und die Ruhe genießen.

Ich freue mich sehr, diesen Gastbeitrag auf 22places für dich verfassen zu dürfen!

Als Natur- und Landschaftsfotograf weiß ich die Bedeutung eines ordentlichen Stativs zu schätzen und deshalb möchte ich dir in diesem Artikel zeigen, wieso ich ein absoluter Stativ-Fan bin.

 

Ein ordentliches Stativ ist wohl in keinem Bereich so wichtig wie in der Landschaftsfotografie. Wo sonst kommen in diesem Ausmaß ND-Filter, schlechte Lichtverhältnisse oder solch kleine Blenden vor?

Für lange Verschlusszeiten brauchst du ein Stativ

Wie du sicher schon in Jennys Beitrag über die Verschlusszeit gelesen hast, bietet diese tolle Möglichkeiten um besondere Bildwirkungen zu erzielen.

Immer wenn Bewegung vor meiner Kamera abläuft – z.B. Autos, die bei Nacht Lichtspuren ziehen, fließendes Wasser oder die Wolken, die am Himmel ziehen – denke ich an mein Stativ und freue mich schon, das Rad für die Verschlusszeit an meiner Kamera ziemlich weit nach rechts zu drehen.

Ich liebe einfach den Effekt, den ziehende Wolken am Himmel in meinen Landschaftsaufnahmen hinterlassen.

Ziehende Wolken im Morgengrauen
Ziehende Wolken im Morgengrauen

 

Um so etwas auf dem Sensor bannen zu können, benötigst du entweder eine sehr, sehr, sehr, sehr ruhige Hand, oder – noch viel besser: Einen festen Standpunkt für deine Kamera.

Und genau hier kommt dein Stativ ins Spiel! Denn nicht immer ist ein geeigneter Punkt vorhanden, an dem man seine Kamera problemlos und sicher ablegen kann und an dem dann auch noch der gewünschte Bildausschnitt stimmt.

Wie praktisch ist es da, sein Dreibeinstativ aufbauen zu können, ganz bequem den Bildausschnitt zu wählen um dann, im perfekten Moment, auf den Auslöser drücken zu können.

Wenn dann auch noch Dunkelheit und / oder kleine Blendenöffnungen mit Verschlusszeiten teils weit über einer halben Sekunde ins Spiel kommen ist uns allen klar, dass wir eine solche Aufnahme nicht mehr „aus der Hand“ halten können und irgendeinen festen Punkt benötigen.

Heidelberg bei Nacht
Heidelberg bei Nacht

Warum ich auch bei kurzen Verschlusszeiten ein Stativ benutze

Aber ich schieße auch meine „ganz normalen“ Aufnahmen bei Tag, mit wunderbarem Licht und Verschlusszeiten um die 1/1000 Sekunde mit dem Stativ. Warum? Weil ich’s kann! Na ja, und weil ich so einfach viel besser den genauen Bildausschnitt festlegen und meine Aufnahme in Ruhe planen kann.

Seit ich damit angefangen habe, sind meine Bilder deutlich besser geworden! Ich kam nicht mehr nach Hause und saß völlig enttäuscht vor dem Rechner, weil ich versehentlich bei einer Aufnahme eine falsche Blende o. Ä. eingestellt hatte. Eine Situation wie du sie sicherlich auch schon erlebt hast. Mit Stativ nehme ich meine Bilder einfach viel gewissenhafter auf. Das spüre ich und hat einen immensen Einfluss auf die Qualität meiner Arbeiten!

Deshalb: Versuch doch auch einmal bei Tag, ohne ND-Filter, ohne Blende 18 im Wald, ohne ISO 100 um 20 Uhr im Winter, deine Aufnahmen mit Stativ zu machen. Ich verspreche dir, du wirst begeistert sein!

Sonnenuntergang über Dossenheim
Sonnenuntergang über Dossenheim

 

Ich habe tatsächlich schon einige Fotografen getroffen, die sich ganz bewusst hinstellen und die Meinung vertreten, dass Stative zu schlechten Bildern führen. Klar, wenn man sie falsch einsetzt! Sicherlich kann es reizvoll sein auch mal ganz bewusst ohne Stativ loszuziehen. So ist man wirklich gezwungen sich etwas einfallen zu lassen. Tolle Perspektiven zu suchen und spannende Blickwinkel zu finden.

Auf Augenhöhe zu fotografieren ist auf Dauer langweilig

Irgendwann passiert es dann vielleicht, dass dich deine Stativ-Aufnahmen nerven. Nichts ist langweiliger als immer nur auf Augenhöhe zu fotografieren. Es ist aber auch einfach so bequem.

Zu genau diesem Zweck habe ich mir vor einiger Zeit schon das Cullmann Copter Mini-Stativ zugelegt. Für knappe 25 € kann man da nichts falsch machen. Es ist 22 cm hoch, sehr leicht und einfach genial! Ich hatte mich wirklich sofort in dieses kleine Ding verliebt!

Denn man hat wirklich die Vorteile von Beidem: Man muss sich bei der Standortwahl etwas einfallen lassen und hat trotzdem alle Vorteile, die ein Stativ bietet.

Während man die besten Aufnahmen macht sieht man meistens am bescheuertsten aus. Ich (2m groß) liege zum Beispiel gerne auf dem Boden, wenn ich fotografiere. Wenn es sein muss auch mittags um 12 Uhr in der Fußgängerzone. Du kannst dir sicherlich vorstellen, was da für Kommentare kommen. Aber was zählt ist das Foto am Ende!

Ich hoffe ich konnte dir meine Begeisterung für das Fotografieren mit dem Stativ näher bringen.

Also: Raus jetzt! Pack dein Stativ ein, stell es so hoch oder so niedrig wie möglich ein und experimentiere los. Viel Spaß! Auf meiner Facebookseite NK-Photographie und meiner Webseite nehme ich Euch mit in diese Welt.

Achso, ja: Poste doch mal deine Meinung hier unten in die Kommentare. Wann und wie benutzt du dein Stativ? Ich freu’ mich drauf!

2 Kommentare - Wir freuen uns auch über deinen netten Kommentar!

  1. Hallo Nikolai,

    ich habe zwar ein Stativ – gleich mit meiner ersten Kamera gekauft.
    Das war allerdings ein Fehlkauf, denn es ist Schrott. Es lässt sich sehr schwer einstellen, und hält meine Kamera nicht so, wie es sollte.

    Benutzt habe ich es erst 3 mal – und das war, als ich meine ersten Nachtaufnahmen versucht habe.
    Die sind zwar was geworden, aber da habe ich gemerkt, dass der Kauf dieses Stativs ein Fehlkauf war.

    Habe 2 Stative in die enge Wahl genommen – aber bei beiden ist das Portomonai noch nicht genug gefüllt. Aber es kommt bestimmt: ein gescheites Stativ.

    So, und nun muss ich weiter auf Deiner HP stöbern – bitte nicht stören.

    • Hallo Christel,

      jaaaaaa, das Problem mit dem ersten Stativ kenne ich… und das mit dem zu knappen Geldbeutel leider auch. ;-)
      Aber: Das Warten lohnt sich! Eine ordentliche Investition in dem Bereich zahlt sich wirklich aus.
      Und angeblich soll Vorfreude ja die schönste sein… ;-)
      Und viel Spaß beim Stöbern auf meiner Seite, hoffe, sie gefällt dir!

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