Südafrika Autofahren

Unsere Tipps zum Automieten und -fahren in Südafrika

Autofahren am Kap der guten Hoffnung

Kurz und knackig: Mit dem Auto in Südafrika unterwegs

  • Buche deinen Mietwagen so früh wie möglich und achte genau auf die Leistungen, z. B. den Versicherungsschutz.
  • Besorge dir einen internationalen Führerschein.
  • In Südafrika herrscht Linksverkehr.
  • Achte beim Fahren in Nationalparks besonders auf Tiere und Schlaglöcher.
  • Sicherheit geht vor: Nimm keine Anhalter mit, fahre mit geschlossenen Fenstern und Türen und parke nur auf bewachten Parkplätzen.

Das waren unsere wichtigsten Tipps zum Autofahren in Südafrika im Schnelldurchlauf. Du willst es genauer wissen? Dann lies jetzt unbedingt weiter und erfahre noch mehr über unsere Erfahrungen beim Automieten in Südafrika.

Ein Auto mieten in Südafrika

Mit einem Mietauto in Südafrika kannst du viel mehr vom Land sehen, als mit den Öffis. Wir zeigen dir, worauf du achten musst.

Mit dem Mietwagen im Addo Nationalpark
Mit dem Mietwagen kannst du Südafrika super auf eigene Faust erkunden

Wann solltest du deinen Mietwagen für Südafrika buchen?

Kurz gesagt: je früher, desto besser! Der ideale Zeitpunkt ist unserer Meinung nach, sobald du deine Flüge gebucht hast und deine Reiseroute steht.

Wenn du früh buchst sind noch alle Fahrzeugklassen verfügbar und oft gibt es Frühbucherrabatte oder kostenlose Extras wie z. B. ein Navi oder einen Zusatzfahrer. Buchst du erst kurzfristig, ist es meist wesentlich teurer, Extras wie Kindersitze sind nicht mehr verfügbar oder es gibt überhaupt keine Fahrzeuge mehr.

Du kannst deinen Mietwagen für Südafrika entweder direkt bei den Autovermietungen wie Sixt oder Europcar buchen oder über ein Vergleichsportal. Wir persönlich nutzen immer Check24, da du hier die Preise sämtlicher Mietwagenanbieter siehst und den günstigsten auswählen kannst.

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Preise für ein Mietauto in Südafrika

Die Preise für Mietwagen variieren stark. Das hängt vor allem von der Fahrzeugklasse ab. Einen Kleinwagen bekommst du in der Hauptsaison bereits ab 40 Euro pro Tag mit Vollkasko. Für einen SUV zahlst du zur gleichen Zeit ab 100 Euro.

Wenn dein Budget es zulässt, raten wir dir zu einem SUV. Durch den höheren Sitz hast du – gerade in den Nationalparks – einen viel besseren Überblick. Außerdem fährt es sich so auf den Schotterpisten um einiges leichter. Auch eine gute Motorisierung ist empfehlenswert, denn z. B. auf der Route 62 geht es ständig bergauf und bergab.

Achte außerdem unbedingt auf die enthaltenen Leistungen. Eine Einwegmiete, d.h. ein unterschiedlicher Ort zum Abholen und Abgeben des Autos, ist beispielsweise immer recht teuer. Ein Navi brauchst du in der Regel nicht. Wenn du dir nach Ankunft eine südafrikanische SIM-Karte kaufst, kannst du prima mit Google Maps navigieren.

Achtung: Tanke dein Mietauto an der letzten Tankstelle randvoll. Muss der Autovermieter nachtanken, ist das viel teurer!

Welche Versicherung solltest du wählen?

Bei den Versicherungen kannst du ganz normal zwischen Haftpflicht, Teil- und Vollkasko wählen. Hier solltest du definitiv nicht sparen – wir haben uns daher für Vollkasko entschieden. Zusätzlich haben wir einige mögliche Schäden gesondert versichern lassen:

  • Glasschutz (Steinschläge)
  • Reifenschutz (Schlaglöcher)
  • Unterbodenschutz
  • Wasser- und Sandschäden (v. a. in den Nationalparks)

Achtung: Kontrolliere deinen Mietwagen beim Abholen auf mögliche Schäden und mach ggf. Fotos davon als Beweis.

Checkliste: Darauf musst du beim Mietauto achten

  • Versicherungsschutz (Haftpflicht, Teil- oder Vollkasko)
  • Selbstbeteiligung
  • Zusätzliche Versicherungen (z. B. Reifen, Glas, Unterboden)
  • Tankregelung (meist gilt full-to-full)
  • Kilometerregelung (möglicher Aufschlag für jeden gefahrenen Kilometer)
  • Kosten für Einwegmiete
  • Mindestalter
  • Fahrzeugklasse (welches Auto macht für deine Reisepläne Sinn?)
  • Stornierungsbedingungen
  • Extras wie Kindersitz, Navi oder Zusatzfahrer

Wichtige Dokumente zum Automieten in Südafrika

Um ein Auto in Südafrika zu mieten, brauchst du drei Dokumente:

  • deinen Personalausweis,
  • deinen Führerschein
  • und zusätzlich einen internationalen Führerschein.

Der internationale Führerschein ist quasi eine englische Übersetzung deines normalen Führerscheins. Viele Mietwagenanbieter verlangen in der Praxis gar nicht, dass du ihn vorzeigst. Falls du allerdings in eine Polizeikontrolle gerätst, musst du ihn dabei haben. Besorge ihn dir also auf jeden Fall!

Du bekommst deinen internationalen Führerschein ganz einfach bei der nächsten Führerscheinstelle in deinem Wohnort. Er wird direkt vor Ort ausgestellt und ist zwei Jahre gültig, allerdings nur zusammen mit deinem normalen Führerschein. Zum Beantragen brauchst du diese Dokumente:

  • deinen Personalausweis oder Reisepass,
  • deinen deutschen Führerschein,
  • ein biometrisches Passfoto
  • und ca. 15 bis 25 Euro.

Die wichtigsten Verkehrsregeln in Südafrika

Eines vorweg: Vor dem Autofahren in Südafrika brauchst du keine Bange zu haben. Wir erklären dir kurz die wichtigsten Verkehrsregeln, die du beachten musst.

Linksverkehr

Autofahren am Kap der guten Hoffnung
In Südafrika herrscht Linksverkehr! Aber keine Sorge, du gewöhnst dich sicher schnell daran

In Südafrika fährst du auf der linken Seite. Lenkrad, Blinker, Scheibenwischer – alles im Auto ist spiegelverkehrt.

Ganz besonders wichtig: Linksverkehr bedeutet auch, dass du im Kreisverkehr im Uhrzeigersinn fährst und nicht wie bei uns gegen den Uhrzeigersinn.

Wenn dir das Fahren auf der „falschen“ Seite nicht geheuer ist, buchst du am besten ein Auto mit Automatikgetriebe. Das macht das Fahren etwas stressfreier. Ansonsten hilft es, wenn du dich einfach an den Autos vor dir orientierst.

Du wirst dich viel schneller an den Linksverkehr gewöhnen, als du denkst!

Geschwindigkeitsbegrenzungen

Berglandschaft in Südafrika
Auf solchen Straßen kannst du bis zu 120 km/h fahren – das ist aber eher die Ausnahme in Südafrika
  • Innerorts: 60 km/h
  • Auf Autobahnen und Hauptstraßen: 120 km/h
  • Auf kleineren Landstraßen und Schotterpisten: 80 km/h.

Achtung: Sei auf Schotterpisten (gravel roads) besonders vorsichtig! Bei Gegenverkehr solltest du so weit wie möglich links fahren und etwas abbremsen.

Ampeln

Ampeln in Südafrika nennt man robots. Wenn diese defekt sind, gilt die 4-way-Regel. Das bedeutet, stehen vier Autos an der Kreuzung, muss erst mal jeder halten. Dann fährt der zuerst, der als Erster an die Kreuzung gekommen ist. Das Gleiche gilt übrigens auch an Kreuzungen mit vier Stoppschildern.

Überholen

Du wirst schnell bemerken, dass es völlig normal ist, schneller fahrenden Fahrzeugen Platz zu machen, sodass diese überholen können. Du fährst einfach ein Stück zur linken Seite und – wenn vorhanden – hinter die gelbe Linie.

Das überholende Fahrzeug fährt vorbei und bedankt sich bei dir mit der Warnblinkanlage. Im Gegenzug betätigst du die Lichthupe als „gern geschehen“.

Schulterblick beim Überholen nicht vergessen. Oft wird ein überholendes Fahrzeug von einem dritten überholt.

Menschen und Tiere

Autofahren am Kap der guten Hoffnung
Achtung Strauße! In Südafrika keine Seltenheit, dass Tiere am Straßenrand laufen

Oft laufen Menschen direkt am Fahrbahnrand entlang und zwar auch auf den Nationalstraßen und Autobahnen. Das ist besonders nachts super gefährlich. Das Gleiche gilt übrigens auch für Tiere. Kühe, Nilpferde, Pinguine – alles schon vorgekommen.

Schlaglöcher

Solltest du Warnschilder für Potholes (Schlaglöcher) sehen, dann unbedingt runter vom Gas.

Entlang der Garden Route gibt es nicht so viele Schlaglöcher, aber in anderen Teilen des Landes hast du schnell mal einen Reifenplatzer. Spätestens dann freust du dich über deine Reifenversicherung.

Unbefestigte Straßen

In Südafrika werden dir auch immer mal wieder unbefestigte Straßen begegnen. Vor allem, wenn du blind Google Maps vertraust, kann es schon mal vorkommen, dass du über eine Schotterpiste geleitet wirst.

Das ist grundsätzlich nicht schlimm. Die meisten dieser Straßen sind gut befahrbar. Es macht aber auch nicht unbedingt viel Spaß, länger als ein paar Minuten auf einer solchen Straße zu fahren. Guck also lieber nochmal nach, wenn du aus Versehen auf einer Schotterpiste gelandet bist, ob es nicht doch einen besseren Weg gibt.

Vermeiden lässt es sich nicht immer, denn manche Ziele sind nur über solche Gravel Roads erreichbar.

Schotterpiste Südafrika
Manche Strecken sind nur über Schotterpisten zu bewältigen, wie zum Beispiel der Swartberg Pass hier im Bild

Fahren in Nationalparks

Autofahren im Addo Nationalpark
Tierische Begegnung im Addo Nationalpark – hier heißt es: Ruhe bewahren!

Das Fahren in den Nationalparks hat noch mal seine ganz eigenen Tücken. Hier sind unsere wichtigsten Tipps.

  • Meist darfst du nicht schneller als 30 oder 40 km/h fahren, um die dort lebenden Tiere nicht zu stören.
  • Aussteigen ist nur in markierten Gebieten (rest areas) erlaubt.
  • Fahr auf Schotterpisten besonders vorsichtig und achte auf Schlaglöcher.
  • Fahr nicht zu schnell über Speedbumps, also Bremsschwellen.
  • Beim Verlassen gibt es teilweise Autokontrollen, um Wilderer zu entdecken.
  • Begegnest du einem Elefanten oder Nashorn, lass den Tieren Zeit und fahr auf keinen Fall dicht heran.

Unser Tipp: Mit einem SUV geht das Fahren in den Nationalparks um einiges leichter. Außerdem sitzt du höher und entdeckst so schneller Tiere in der Umgebung.

Sicherheit beim Fahren in Südafrika

Südafrika hat bei vielen immer noch den Ruf, super gefährlich zu sein. Wir können dich da beruhigen: Südafrika ist sicher, wenn du dich an einige wenige Verhaltensregeln hältst. Welche das sind, erfährst du ganz ausführlich in unserem Artikel über Sicherheit in Südafrika.

Hier wollen wir dir speziell erklären, wie du beim Autofahren in Südafrika möglichst sicher bist.

Wo kann man sicher parken?

Parke immer auf überwachten Parkplätzen und niemals weit weg vom Trubel.

Die Parkplatzwächter nennt man car guards und das ist so eine Sache: Oftmals sind es offizielle car guards, die fest bei einem Sicherheitsunternehmen angestellt sind und sogar Uniform tragen. Dann kannst du dir sicher sein, dass du dein Auto genau so wiederfindest, wie du es verlassen hast. Solche Parkplätze kosten aber auch eine kleine, fixe Gebühr.

Dann gibt es aber noch inoffizielle car guards. Das kann jeder machen und dadurch gerätst du teilweise sogar an betrunkene car guards, die dich wild gestikulierend in eine Parklücke einweisen wollen, aber überhaupt nicht mitbekommen, ob jemand in dein Auto einbricht.

In der Regel gibt man trotzdem ein kleines Trinkgeld, um den Frieden zu bewahren. Außerdem sind inoffizielle car guards meist bettelarm und versuchen sich so nur über Wasser zu halten.

Lass niemals deine Wertgegenstände im Auto liegen!

Gelbe und rote Straßenmarkierungen bedeuten Parkverbot.

Vorgetäuschte Unfälle

Lass dich nicht aus deinem Auto locken!

Das gilt besonders für zwei Situationen: Wenn dich Passanten auf einen defekten Reifen oder ähnliches aufmerksam machen, fahr ein Stück weiter und guck an geeigneter Stelle nach. Genauso bei Unfällen, die oft gar keine sind. Fahr weiter und ruf die Polizei.

Keine Anhalter mitnehmen

Nimm niemals jemanden per Anhalter mit. Die Gefahr, in einen Überfall zu geraten, ist zu groß.

Vorsicht vor „Smash and Grab“ Überfällen

Smash and Grab sind Blitzeinbrüche, beispielsweise wenn du an einer roten Ampel stehst. Innerhalb von Sekunden werden deine Wertsachen aus dem Auto geklaut. Versuch auf keinen Fall zu diskutieren oder dich zu verteidigen, die Täter könnten bewaffnet sein.

Lass deshalb deine Fenster und Türen auch während der Fahrt geschlossen. Leg deine Wertgegenstände beim Fahren nicht offen auf den Beifahrersitz.

Aber keine Sorge: Smash and Grab Überfälle gibt es sehr selten in touristischen Gebieten, sondern eher in Townships.

Nicht im Dunklen fahren

Auf Überlandfahrten bei Nacht solltest du besser verzichten. Schlaglöcher, Wildwechsel, Autos mit defektem Licht oder unzureichend gekennzeichnete Baustellen können schnell gefährlich werden.

Achtung bei Minitaxis

Halte immer großen Abstand zu Minitaxis. Das sind weiße Toyota Vans mit einer südafrikanischen Flagge an beiden Seiten. Minitaxis halten sich quasi nie an Verkehrsregeln. Es kommt nicht selten vor, dass sie dich aus der Spur drängeln oder kurz vor dir plötzlich anhalten.

Mautstraßen in Südafrika

Manche Nationalstraßen in Südafrika sind mautpflichtig, besonders in und um Johannesburg. Die Höhe der Gebühr richtet sich nach Region und Länge der Strecke. Meist sind das nur sehr kleine Beträge um die ein bis zwei Euro.

Beachte, dass du nicht bei allen Maut-Häusern mit Kreditkarte zahlen kannst, sondern nur bar.

An den viel befahrenen Mautstraßen wird die Mautgebühr außerdem direkt abgezogen (E-Toll). In deinem Mietwagen hängt dafür ein kleiner Kasten hinter dem Rückspiegel. Dieser piepst kurz auf, wenn du die Mautstation passierst.

Tanken in Südafrika

Das Tankstellennetz in Südafrika ist sehr dicht. Die Benzin- und Dieselpreise sind etwas günstiger als in Deutschland. Derzeit zahlst du für einen Liter Benzin ca. 1,10 Euro. Diesel kostet ca. 1,20 Euro den Liter.

An Tankstellen in Südafrika gibt es Tankwarts. Du kannst also einfach im Auto sitzen bleiben. Ein Mitarbeiter kommt zu dir und tankt für dich. Nebenher werden oft deine Scheiben sauber gemacht oder Öl- und Wasserstand geprüft. Dann solltest du auch ein kleines Trinkgeld geben.

Bezahlt wird nach dem Tanken. Du kannst sowohl mit Kreditkarte als auch in bar bezahlen.

Noch Fragen zum Autofahren in Südafrika?

Das waren unsere Tipps und Erfahrungen zum Automieten in Südafrika. Bist du schon mit dem Mietauto durch Südafrika gereist? Wie hast du das Autofahren in Südafrika empfunden? Erzähl uns gerne mehr in den Kommentaren, wir freuen uns riesig!