Nachdem wir die ersten Tage in Colombo verbracht und unser Visum für Sri Lanka verlängert haben, ging es nun endlich richtig los: Unser nächstes Ziel war der Osten Sri Lankas und zwar die Stadt Trincomalee.

In diesem Beitrag erfährst du, was wir alles in Trincomalee erlebt haben. Wenn du auch planst, in Sri Lankas Osten zu reisen, haben wir eine ganze Menge Tipps für Trincomalee und Umgebung für dich. Also, auf geht’s.

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Allgemeine Informationen zu Trincomalee

Die Region rund um Trincomalee hat schwere Zeiten hinter sich. Der Jahrzehnte andauernde Bürgerkrieg tobte hier besonders heftig und auch der Tsunami im Jahr 2004 traf die Gegend mit voller Wucht.

Erst seit wenigen Jahren öffnet sich der Osten langsam für Touristen. Jetzt ist also die Chance noch etwas vom unberührten Sri Lanka zu erleben, das im Westen und Süden der Insel immer mehr verschwindet.

Die Einheimischen nennen den Ort übrigens liebevoll Trinco, da schließen wir uns natürlich gerne an.

Sehenswürdigkeiten in Trincomalee

Der Osten Sri Lankas ist stark hinduistisch geprägt. Deswegen ganz am Anfang ein kleiner Hinweis: Jenny ist dort mit langer Hose und T-Shirt (also Beine und Schultern bedeckt) rumgelaufen und es ist angeraten, aus Respekt mit kurzer Hose und T-Shirt baden zu gehen, wobei keiner der Touristen das in Uppuveli beachtet hat.

Nun aber weiter im Text: Durch die hinduistische Prägung, zählen zwei Hindutempel zu den interessantesten Sehenswürdigkeiten. Direkt im Zentrum gegenüber der Busstation findest du den Sri Pathrakali Tempel.

Sri Pathrakali Tempel
Sri Pathrakali Tempel

Sri Pathrakali Tempel, Trincomalee
Sri Pathrakali Tempel, Trincomalee

 

Wesentlich größer und beeindruckender ist der Thiru Koneswaram Tempel. Mit seiner großen Shiva-Statue thront der Thiru Koneswaram auf einem Hügel über Trinco.

Shiva-Statue im Thiru Koneswaram Tempel, Trincomalee
Shiva-Statue im Thiru Koneswaram Tempel, Trincomalee

Thiru Koneswaram Tempel, Trincomalee
Thiru Koneswaram Tempel, Trincomalee

 

Der Tempel befindet sich auf dem Gelände des alten holländischen Forts. Den Besuch im Tempel kannst du also direkt mit einem Spaziergang durch das Fort verbinden.

Wie in einem buddhistischen Tempel musst du übrigens auch hier deine Schuhe ausziehen. Zum Abstellen gibt es am Tempel extra Fächer, wo du für ein kleines Trinkgeld deine Schuhe sicher verstauen kannst.

Oben angekommen, stehst du nicht nur vor der beeindruckenden Shiva-Statue, du hast auch gleich noch einen wunderschönen Ausblick auf das Meer. Man sagt, mit etwas Glück kann man von hier oben sogar Wale beobachten. Das können wir aber nicht bestätigen.

Das Fort hat uns auch mit einem sehr unerwarteten Anblick überrascht: Die Rehe von Trincomalee. Rund um den Tempel laufen wilde Rehe und Hirsche umher, die man eigentlich eher in europäischen Wäldern vermuten würde. Die Population gibt es in Trinco schon seit mehreren Jahrhunderten.

Da die Tiere von den Einheimischen nicht gejagt werden und es rund um den Tempel wohl auch immer genug zu futtern gibt, sind die Rehe überhaupt nicht scheu und posieren auch gerne mal für ein Foto.

Die Rehe und Hirsche von Trincomalee
Die Rehe und Hirsche von Trincomalee

Trincomalee besitzt außerdem einen der größten Naturhäfen der Welt. Heute hat der Hafen für die internationale Seefahrt jedoch keine Bedeutung mehr.

Besonders beeindruckend ist so ein Naturhafen jetzt auch nicht. Aber vielleicht gibt es ja unter unseren Lesern so etwas wie Hafenfanatiker. Dann ist der Naturhafen auf jeden Fall ein Must-See.

Ein Must-See für jeden Trinco-Besucher ist definitiv die Pigeon Island. Die kleine Insel, etwa zehn Kilometer nördlich von Trincomalee vor der Küste bei Nilaveli gelegen, ist ein Paradies für Schnorchler Leider hat es bei unserem Aufenthalt in Trincomalee die ganze Zeit geregnet, weshalb wir Pigeon Island ausgelassen haben. Da müssen wir wohl noch einmal wieder kommen. Juhuu!

Uppuveli – Der schönste Strandort in der Gegend

Wir haben nicht in Trincomalee übernachtet, sondern im etwa zwei Kilometer nördlich gelegenen Uppuveli. Der kleine Ort verfügt über einen wunderbaren, langen und breiten Sandstrand. Es gibt hier viele kleine Restaurants, überfüllt ist es am Strand von Uppuveli aber noch lange nicht.

Uppuveli
In Sri Lanka haben Kühe immer und überall Vorfahrt! Im vom Hinduismus geprägten Osten erst recht!

Strand von Uppuveli, Sri Lanka
Auch am Strand von Uppuveli fühlen sich die Kühe zuhause.

 

Wenn das Wetter etwas besser gewesen wäre, hätten wir es uns hier sicher länger gut gehen lassen, aber wir wollen ja sowieso irgendwann wieder kommen.

Uppuveli
Der Strand von Uppuveli, ein paar Kilometer nördlich von Trincomalee im Osten Sri Lankas

Wale beobachten rund um Trincomalee

Neben Mirissa im Süden ist Trincomalee der beste Ort in Sri Lanka, um Wale zu beobachten. Vor der Küste tummeln sich verschiedene Arten von Walen, unter anderem Pottwale und die riesigen Blauwale.

Die beste Zeit zur Walbeobachtung ist von Mai bis Oktober. Whale Watching Touren kannst du in Uppuveli und Trincomalee an jeder Ecke und in jedem Guesthouse buchen. Die Beobachtungstouren starten in den frühen Morgenstunden zwischen 6:00 und 7:00 Uhr und finden mit kleinen Motorbooten statt.

Walbeobachtungsboot in Uppuveli
So sieht Uppuveli um 6 Uhr morgens aus und mit so einem kleinen Boot sind wir dann raus aufs offene Meer!

 

Je nach Verhandlungsgeschick zahlst du um die 6.000 LKR (ca. 40 €) pro Boot. Am besten suchst du dir vor Ort also noch ein paar Mitfahrer, dann wird es pro Person billiger. Da es aufs offene Meer hinaus geht, kann es natürlich auch ganz schön wellig werden Auf unserer Fahrt ist unser Boot jedenfalls ganz schön heftig über die Wellen gerumpelt.

Wir hatten auf unserer Tour leider das ultimative Pech: Nachdem wir ca. 100 Meter gefahren sind, hat erst einmal der Motor schlapp gemacht. Die Zündkerzen! Und natürlich hatte unser Fahrer vergessen, Ersatz einzupacken.

Irgendwann kam dann ein anderes Boot und mit vereinten Kräften haben sie es geschafft, das Boot soweit fit zu machen, dass wir wenigstens an Land zurückkehren konnten und die Zündkerzen wechseln konnten.

Als der Motor dann wieder rund lief, fing es an zu schütten, aber so richtig. Aaaah, wir hatten doch unsere Kameras dabei.

Wir haben uns schützend über unsere Kameras gelegt und noch einen Stapel Schwimmwesten drauf gepackt. Irgendwie ist es uns so gelungen, unsere Foto-Ausrüstung trocken zu halten. Das ging gerade nochmal so gut. Dieses Erlebnis hat uns aber dazu gebracht, dass wir uns einen wasserdichten Packsack für unsere Technik zugelegt haben.

Die Wale hatten dann wohl auch keine Lust auf Regen und haben sich an diesem Tag nicht gezeigt. Schade! Dafür haben wir aber viele Delfine gesehen und ab uns zu ist ein fliegender Fisch an unserem Boot vorbei geschwirrt. Die Walsaison neigt sich im Oktober schon dem Ende zu und die Chancen waren ohnehin nicht die allerbesten. Wir waren also schon auf eine Enttäuschung vorbereitet.

Delphine in Uppuveli
Ein paar Delphine haben uns dann doch noch mit ihrer Anwesenheit beglückt.

Anreise nach Trincomalee

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um nach Trincomalee zu gelangen. Wir sind direkt von Colombo nach Trinco geflogen und stellen dir im Folgenden die verschiedenen Optionen vor.

Mit Helitours von Colombo nach Trincomalee fliegen

Inlandsflüge sind in Sri Lanka nicht wirklich üblich. Es gibt zwar einige kleine Inlandsfluggesellschaften, allerdings sind die Tickets in der Regel sündhaft teuer. Eine Ausnahme ist Helitours.

Helitours gehört zur Sri Lanka Airforce, bietet aber auch Inlandsflüge für Zivilisten an. Die Tickets kosten fix 4.650 LKR (ca. 30 Euro) und können online auf der Webseite von Helitours gebucht werden. Wenn du kurzfristig 48 Stunden vor Abflug noch ein Ticket buchen willst, geht das online leider nicht mehr. Du musst dann ins Helitours-Büro in Colombo (Adresse: Sir Chithampalam Gardiner Mawatha) fahren und das Ticket dort kaufen. Am besten rufst du vorher unter 0113-144244 an und fragst, ob noch Tickets verfügbar sind.

Der Flughafen von Trincomalee ist etwas außerhalb. Bis nach Trinco sind es etwa 10 Kilometer, nach Uppuveli sind es 12 Kilometer. Einige Tuk Tuk-Fahrer warten vor dem Gebäude, um die Gäste der Helitours-Flüge abzufangen, ansonsten gibt es leider keine Möglichkeit dort wegzukommen. Die Verhandlungsbasis ist deshalb entsprechend schlecht. Mit 800 bis 1.000 LKR bis nach Uppuveli solltest du deshalb kalkulieren.

Mit dem Zug nach Trincomalee

Zwischen Colombo und Trincomalee verkehrt auch ein Zug. Die Fahrt dauert ca. 8 Stunden. Los geht es in Colombo 21:30 Uhr. Am nächsten Morgen gegen 5:30 Uhr kommst du in Trincomalee an.

Die Tickets kosten 370 LKR in der zweiten Klasse (ca. 2,50 Euro). Die Fahrtzeiten können sich immer mal ändern. Checke am besten die aktuellen Zeiten auf der Webseite von Sri Lanka Railways.

Mit dem Bus nach Trincomalee

Egal, wo in Sri Lanka du hin möchtest. Ein Bus fährt immer. Es gibt direkte Busverbindungen nach Trincomalee unter anderem von Colombo (6-8 Stunden), Pollunaruwa (1 Stunde), Dambulla und Sigiriya (jeweils 2 Stunden) und von Kandy (4 Stunden).

Die Busse verkehren sehr regelmäßig. Am besten gehst du einfach zur Busstation und fragst, wann der nächste Bus zu deinem gewünschten Ziel startet. Busfahren in Sri Lanka ist ein echtes Abenteuer und garantiert unbequem. Kurze Strecken von bis zu 2-3 Stunden sind ok, von Colombo nach Trinco würden wir allerdings nicht mit dem Bus fahren wollen.

Übernachten in Trincomalee oder Uppuveli

Trincomalee hat außer den beschriebenen Sehenswürdigkeiten nicht so viel zu bieten. Wir würden dir daher empfehlen, lieber im benachbarten Uppuveli zu übernachten. Da hast du den Strand direkt vor der Haustür und es gibt viele Möglichkeiten lecker zu essen.

Wir haben im Little White House gewohnt, was leider unsere schlechteste Hotel-Erfahrung in ganz Sri Lanka war. Erstaunlicherweise hat das Guesthouse sonst sehr gute Bewertungen, vielleicht haben wir in der Nebensaison einfach einen schlechten Tag erwischt.

Direkt am Strand ist es natürlich am teuersten. In zweiter Reihe ist es aber fast genauso schön.

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Geld abheben in Trincomalee und Uppuveli

Der Osten in Sri Lanka ist noch nicht wirklich flächendeckend mit Geldautomaten ausgestattet. In Uppuveli gibt es nur einen einzigen Geldautomaten, in Trincomalee findest du einige mehr. Der Geldautomat in Uppuveli ist relativ weit weg von den meisten Hotels. Decke dich also am besten vorher mit etwas Bargeld ein. Ein Tuk Tuk bringt dich aber von den Hotels zum Geldautomaten und zurück. Das kostet dich etwa 100 LKR.

Kostenlos Geld abheben kannst du mit der DKB-Kreditkarte, die für uns absolut unverzichtbar ist.

Hast du auch Tipps für Sri Lanka?

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Wir sind Jenny und Basti - Reiseblogger, Reisefotografen und Weltenbummler aus Leidenschaft! Seit 2015 leben und arbeiten wir ortsunabhängig.Auf unserem Blog teilen wir unsere besten Reisetipps mit dir und verraten dir, wie du ganz einfach selbst atemberaubende Reisefotos machen kannst.

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  1. Das schönste Erlebnis hast du, wenn du via VAN inkl. Fahrer nach Trinco fährst. Du kannst jederzeit halten, dir etwas anschauen und unterwegs preiswert und richtig gut speisen. Empfehlenswert sind „Resthouses“. Meistens trügt der erste Eindruck. Das Essen ist immer lecker, vorausgesetzt du magst SriLanken-Essen und kannst es vertragen (Original schon scharf für ungeübte). Ist natürlich etwas teurer mit VAN und Fahrer, lohnt sich aber. Selbst 2011, während der Flut (4 Monate Regen) wurden wir immer freundlich empfangen. Den Leuten Stand das Wasser bis zum Hals. Egal wo! Zahl nicht gleich den Preis vom TucTuc-Fahrer. Das sind definitiv Touristenpreise (handeln!). Koneswaram Kovil … netter kleiner Tempel, aber kein Vergleich mit den Tempeln in Jaffna, Katargama etc. und auf der Insel Nainativu (Singhala: Nagedeepa) = die Schlangeninsel. „Waram“ ist eine direkte Widmung an Shiva und es gibt in SL 5 davon (hat aber nichts mit der Größe zu tun). Rund um Trinco gibt es reichlich Natur … die Quellen solltest du gesehen haben. Jede Quelle hat seine spezifische Temperatur.
    Naja, vergiss nicht zu handeln! Einen „kleinen“ Vorteil habe ich allerdings gegenüber Touristen … meine Frau ist aus SL …
    Trinkgeld: Bitte keine hiesigen Maßstäbe anwenden. Ein „Bänker“ bekommt ca. 200 Euro im Monat … Wünsche euch viel Spaß und „anpassen an das Land“ nicht vergessen.

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