Das erste Mal Japan! Ganz unvorbereitet waren wir vor unserer ersten Japan-Reise natürlich nicht. Wir waren eingestellt auf die vielen verrückten Dinge, die in diesem Land ganz alltäglich sind. Und doch ist es nochmal etwas ganz anderes, wenn man diese Verrücktheiten mit eigenen Augen sieht und dieses Land in seiner ganzen Pracht erlebt.

In diesem Artikel geht es genau um diese verrückten Dinge, die Japan so einzigartig machen. Verrückt ist natürlich relativ, denn in Japan ist all das ganz normal, was für uns eigenartig wirkt. Also, lass dich entführen auf eine verrückte Reise nach Japan.

Alle unsere Reiseberichte und Tipps zur Reiseplanung für Japan, findest du auf unserer Übersichtsseite Japan Reiseberichte.

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#1 Die japanischen Toiletten

Die Frage, welcher Punkt hier an Nummer 1 stehen soll, hat sich nicht gestellt. Das war einfach klar: die Toiletten.

Als wir unsere Hotels für Japan gebucht haben, sind wir bei booking.com auf eine seltsame Bewertung gestoßen. Ein Hotelgast hat bei einem Hotel bemängelt, dass es keine beheizbare Klobrille gab.

Was haben wir uns darüber lustig gemacht, bis es uns in unserer letzten Unterkunft auch getroffen hat: keine beheizbare Klobrille. Wir wissen jetzt: Ein Leben ohne beheizbare Klobrille ist möglich, aber sinnlos.

Japan wäre nicht Japan, wenn die Heizung das einzige Feature einer Toilette wäre. Die Toilettenbenutzung ist eine Wissenschaft für sich. Während es bei uns einen Knopf zum Spülen gibt oder maximal zwei zum kurz oder lang spülen, werden japanische Toiletten mit einem Steuerungspanel bedient. Dort findest du viele, lustige Knöpfe mit japanischer Beschriftung.

Japanische Toiletten haben eine integrierte Reinigungsfunktion, aber nicht für die Toilette sondern für den Toilettenbenutzer. Es gibt verschiedene Arten von Wasserstrahlen, die in verschiedenen Intensitäten eingestellt werden können. Öffentliche Toiletten haben außerdem oft verschiedene Geräuschprogramme, mit denen du deine eigenen Geräusche übertönen kannst. Toll, oder?

Wenn wir mal wieder eine eigene Wohnung haben, wollen wir auf jeden Fall auch so einen Hightech-Toilettensitz. Die kann man natürlich online kaufen. Haben wir direkt mal gecheckt.

Japan Toilette
So sieht die Bedienung einer japanischen Toilette aus. Finde da mal den Knopf zum Spülen!

#2 Menschen, Menschen, Menschen. Überall Menschen.

Japan ist voll. Voll mit Menschen. Das trifft natürlich nicht auf das ganze Land zu, aber zumindest auf die Großstädte, allen voran auf Tokio.

Hast du schonmal diese Fotos aus der Tokioter U-Bahn gesehen, auf denen Menschen mit ihren Gesichtern an der Scheibe kleben? Das gibt es wirklich. Zur Stoßzeit sind die Bahnen brechend voll und es gibt lange Schlangen an den Bahnsteigen, obwohl die Metro alle zwei Minuten fährt. Vollkommen verrückt!

Weil es so voll ist, braucht es natürlich auch Regeln. In vielen Bahnhöfen ist ganz klar geregelt, an welcher Stelle du in welche Richtung laufen darfst und dass du zu Stoßzeiten auf der Rolltreppe keine Stufe Platz zwischen dir und deinem Vordermann lassen darfst. Ordnung muss sein!

Wir hätten stundenlang damit verbringen können, die großen Kreuzungen in Japan zu beobachten. Besonders beeindruckend ist natürlich die Shibuya-Kreuzung in Tokio, über die zu Stoßzeiten bei jeder Grünphase bis zu 15.000 Menschen die Straße überqueren.

Shibuya Kreuzung
Shibuya Kreuzung

#3 Die wohl winzigsten Hotelzimmer der Welt

Japans Städte sind voll und entsprechend knapp ist der Platz. Wir dachten ja, dass unser Hotels in Hong Kong die kleinsten Zimmer der Welt hätten, bis wir in Japan waren.

Ganze 11 m² groß war das Zimmer in unserem Hotel in Tokio, in unserem Hotel in Kyoto waren es sogar nur 9 m², inklusive Badezimmer natürlich. Es ist jetzt aber nicht so, dass wir bei der Zimmerbuchung gespart hätten. Nein, nein. Für beide Zimmer haben wir jeweils mehr als 140 Euro pro Nacht auf den Tresen geblättert.

Wenn du also nach Japan reisen möchtest und das am liebsten in der Hauptreisezeit, dann stell dich auf kleine, teure Hotelzimmer ein. Aber hey, man fährt ja schließlich nicht nach Japan, um auf dem Zimmer zu verweilen, deshalb ist das auch kein großes Problem. Immerhin waren alle Zimmer sehr gut ausgestattet und die Hotels hatten eine sehr gute Lage. Was will man mehr?

Nur mit großen Gepäck kann es etwas kritisch werden, denn Schränke gibt es in den Mini-Zimmern selten. Also, nicht so viel einpacken! Wie man möglichst minimalistisch packt, zeigen wir dir übrigens in unseren Packlisten: Packliste für Städtereisen & Packliste für Südostasien.

Wenn deine Reisedaten feststehen, solltest du so früh wie möglich buchen. Wir haben unsere Hotels alle über booking.com gebucht, wo du die meisten Zimmer kostenfrei bis kurz vor der Reise stornieren kannst. Das ist natürlich sehr praktisch.

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Tokyo Tower
Fotografiert vom Tokyo Tower – In der Metropolregion Tokio wohnen fast 38 Millionen Menschen. Bei dieser Zahl wundert man sich nicht mehr über 9 m² kleine Zimmer.

#4 Mülltrennung auf Japanisch

Wenn du denkst, beim Thema Mülltrennung kann uns Deutschen so schnell keiner was vormachen, dann fahr mal nach Japan. In unserem ersten Hotelzimmer in Tokio standen wir etwas konsterniert vor unserem Mülleimer, denn da gab es zwei Fächer: „Combustibles“ und „Non Combustibles“. Brennbarer Müll und nicht brennbarer Müll. Puh, kompliziert.

Nicht brennbarer Müll ist alles, was recycelt werden kann und brennbarer Müll ist im weitesten Sinne Restmüll. Dazu gehören Bioabfälle, aber auch Plastikverpackungen, die nicht recycelt werden können. Woher weiß man nun, was recycelt werden kann und was nicht? Keine Ahnung!

Die Unterteilung unseres Hotelmülleimers ist aber noch gar nichts im Vergleich zur Mülltrennung, die ein japanischer Haushalt absolvieren muss. Da gibt es noch deutlich mehr Unterscheidungen. Für jede Müllart gibt es spezielle Tüten und spezielle Abholzeiten und wehe, du schmeißt deinen Müll in eine Mülltüte, die für eine andere Müllsorte gedacht ist oder aus einer anderen Stadt stammt. Alles verboten!

Das Paradoxe am Mülltrennungsfimmel der Japaner ist aber, dass es keine öffentlichen Mülleimer gibt. Anfangs dachten wir noch, wir sind einfach zu blöd, die zu finden, aber in vielen Städten gibt es einfach keine öffentlichen Mülleimer. Japaner nehmen ihren Müll in der Regel mit nach Hause, wo sie ihn dann fein säuberlich trennen.

Wenn du keine Lust hast, deine Essensreste und leeren Flaschen den ganzen Tag mit dir herumzutragen, gibt es aber auch eine Lösung: In Supermärkten gibt es immer Mülleimer, natürlich ebenfalls säuberlich nach der Art des Mülls getrennt und neben Getränkeautomaten gibt es ebenfalls oft eine Entsorgungsmöglichkeit.

Mülltrennung Japan
Mülltrennung in Japan

#5 Sauberkeit, Ordnung, Freundlichkeit

Die Mülltrennung in Japan haben wir ja schon angesprochen und obwohl es keinerlei öffentliche Mülleimer gibt, ist Japan unglaublich sauber. Auf den Straßen liegt kein bisschen Müll. Alles ist sauber, alles ist ordentlich, alles ist geregelt!

Apropos Ordnung: In Japan ist auch geregelt, wie du in einen Zug einsteigst. Wo sich in Deutschland eine große Menschentraube vor der U-Bahn bildet, stehen in Japan die Menschen fein säuberlich in Reih und Glied an, um ganz gesittet in die U-Bahn zu steigen, nachdem die anderen Fahrgäste ausgestiegen sind. Sehr angenehm!

Und nicht nur das: In Japan sehen sogar die Taxifahrer aus, wie bei uns höchstens ein Chauffeur einer Luxus-Limousine. Jeder Taxifahrer trägt einen Anzug, Krawatte und die meisten sogar weiße Handschuhe!

Japaner sind aber nicht nur korrekt, ordentlich und sauber, sie sind auch überaus freundlich und zuvorkommend. Japaner halten Gästen zum Beispiel immer die Fahrstuhltür auf und lassen dich zuerst aussteigen. Immer!

Higashiyama, Kyoto
Japans Straßen sind sehr sauber!

#6 Ausnahmezustand zur Kirschblüte

Obwohl die Japaner sehr gefasst sind, rasten sie doch alle einmal im Jahr komplett aus. Während der Kirschblütenzeit in Japan ist das ganze Land in einem kollektiven Ausnahmezustand.

Dafür gibt es sogar ein eigenes Wort: Hanami. Hanami bezeichnet das Betrachten der Kirschblüten und alles Drumherum. Dieses Drumherum heißt picknicken und oft auch hemmungsloses Betrinken.

Zur Kirschblüte brechen alle Dämme, der Winter wird abgeschüttelt und die schöne Jahreszeit eingeläutet. Zu Tausenden strömen die Japaner in die Parks, sitzen auf Decken und Plastikplanen mit ihrem mitgebrachten Speisen und Getränken und erfreuen sich der Blütenpracht.

Als wir eines morgens in den Ueno-Park in Tokio gegangen sind, um die Kirschblüten zu fotografieren, roch es doller nach Alkohol als in der schäbigsten Neuköllner Eckkneipe. Da haben sie es offenbar richtig krachen lassen beim Hanami.

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Ueno-Park
Ueno-Park in Tokio zur Kischblütenzeit.

#7 Arbeiten, Trinken, Aufs Handy gucken, Schlafen

Ansonsten sind die Japaner allerdings nicht ganz so impulsiv. Wir hatten oft das Gefühl, da laufen nur Roboter durch die Städte, keine echten Menschen. Das Leben vieler Japaner scheint nur aus Arbeiten zu bestehen. Auf dem Weg von und zur Arbeit wird in der U-Bahn geschlafen oder aufs Handy gestarrt und nach Feierabend stellt man sich den ein oder anderen Sake in den Hals.

Ziemlich traurig eigentlich. Eigenständiges Denken scheint in Japan auch nicht so weit verbreitet zu sein. An roten Ampeln an jeder noch so kleinen Straße bleiben Japaner z. B brav stehen, obwohl weit und breit kein Auto zu sehen ist.

Japaner in der U-Bahn
Japaner in der U-Bahn

#8 Die wohl pünktlichsten und schnellsten Züge der Welt

Ordnung und Pünktlichkeit sind ja eigentlich typisch deutsche Tugenden, aber die Japaner können das definitiv besser. Vor allem die japanische Bahn. Wir sind ausschließlich mit dem Zug durch Japan gereist und jeder, wirklich jeder Zug, war auf die Minute pünktlich. Wahnsinn!

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So sehen die Shinkansen, die japanischen Schnellzüge aus.
So sehen die Shinkansen, die japanischen Schnellzüge aus.

#9 Endlose Bahnhöfe

Apropos Züge! Wir haben hochgerechnet wahrscheinlich einen ganzen Tag unserer Reise in Bahnhöfen verbracht. Ein Bahnhof in Japan ist nicht vergleichbar mit einem Bahnhof bei uns.

Bahnhöfe in Japan sind riesig und bestehen meist aus unzähligen unterirdischen Gängen und Verbindungen. Man kann locker eine Viertel Stunde kalkulieren, um in einem Bahnhof seinen gewünschten Ausgang oder Bahnsteig zu finden. Das ist ganz normal, kann aber auf die Dauer auch etwas anstrengend sein!

Bahnhöfe in Japan
Bahnhöfe in Japan – Nicht nur die Bahnsteige sind endlos, sondern auch die vielen unterirdischen Gänge, die dich dorthin führen.

#10 Japanische Themencafés

Japaner stehen auf Themencafés. Es gibt Cafés, in denen du mit Katzen schmusen kannst und es gibt Cafés, in denen Eulen leben. Das ist übrigens aus Tierschutzgründen ziemlich scheiße, weshalb wir das gar nicht groß empfehlen wollen.

Ähnlich skurril sind die sogenannten Maid-Cafés, in denen die Kellnerinnen in Dienstmädchenuniform arbeiten und besonders unterwürfig und freundlich zu ihren Kunden sind.

#11 Craziness, die dich kopfschüttelnd zurücklässt

Dieses Kopfschüttel-Gefühl hatten wir eigentlich fast jeden Tag, im positiven Sinne natürlich. Was uns aber wirklich sprachlos und kopfschüttelnd zurückgelassen hat, war unser Erlebnis im Robot Restaurant. Es ist eigentlich unmöglich zu beschreiben, was dort in 90 Minuten passiert. Wir probieren es trotzdem. Es heißt zwar Roboter Restaurant, ist aber eigentlich vielmehr eine Show, die abgefahrener nicht sein kann. Es ist verrückt, grell, laut und alles in allem ziemlich sinnfrei.

Und trotzdem war es ein unvergessliches Erlebnis, dass wir jedem Japan-Besucher ans Herz legen können. Es ist ein Erlebnis, dass es in dieser Form nirgendwo sonst auf der Welt gibt und das man so schnell nicht mehr vergessen wird. Mit ca. 60 Euro ist der Eintritt zwar nicht günstig, aber dafür bekommst du eben dieses für Japan typische Kopfschüttel-Gefühl.

Tipp: Du kannst die Tickets direkt auf der Webseite des Veranstalters buchen, aber wir empfehlen dir die Tickets hier vorher online zu kaufen, denn bei getyourguide sind sie ein paar Euro günstiger.

Roboter Restaurant
Roboter Restaurant

 

Roboter Restaurant
Roboter Restaurant

 

Roboter Restaurant
Roboter Restaurant

#12 Spielhöllen

In Japan blinkt und leuchtet es an jeder Ecke und besonders laut und grell sind oft die sogenannten Pachinkos. Ein Pachinko ist eine Spielhölle und die gibt es in Japan an jeder Ecke.

Hier gibt es Geldspielautomaten, Videospiele und typische Kirmesspiele, bei denen du ein Kuscheltier mit einem Greifarm aus dem Automaten ziehen musst. Wenn es in Japan mal regnet, dann ist ein Pachinko immer eine tolle Alternative.

Spielhallen in Japan
Spielhallen in Japan gibt es in vielen Variationen.

 

Shinsekai
Eine Spielhalle in Shinsekai, Osaka.

#13 Rauchen erlaubt! Aber nur drinnen!

Ein kleiner Nachteil vieler Pachinkos: Es ist oft sehr verraucht. Japan ist ein Raucherland. In den Zügen gibt es noch immer Raucherwaggons und tatsächlich wird in Japan auch in vielen Restaurants noch gequalmt.

Umso erstaunlicher ist es aber, dass man in Japan in vielen Städten nicht ohne Weiteres auf der Straße rauchen darf. Draußen rauchen ist lediglich in speziellen Raucherecken oder Raucherboxen möglich, sonst gibt es Ärger.

Während in Deutschland die Menschen also immer häufiger vor den Bars rauchen, gehen sie in Japan nach drinnen. Verkehrte Welt!

#14 Keiner versteht dich

Was uns wirklich erstaunt hat, ist die Tatsache, dass die meisten Japaner kein oder nur ganz minimal Englisch sprechen. Das hätten wir bei einem so stark entwickelten Land nicht erwartet.

Da der Tourismus aus dem Westen in Japan keine so große Rolle spielt, wirst du selbst in vielen Hotels niemanden finden, der Englisch spricht.

Irgendwie kommt man aber trotzdem immer durch. Mit Händen, Füßen und einem Lächeln geht alles!

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Piss Alley in Shinjuku
Essen bestellen ist meist sehr lustig, wenn einen keiner versteht. Aber egal was wir bestellt haben, es hat immer geschmeckt, wie z. B. hier in der Piss Alley in Shinjuku, Tokio.

Japan verrückt
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3 Kommentare - Wir freuen uns auch über deinen netten Kommentar!

  1. Toll euer Bericht! Wir waren vor 15 Jahren in Japan und was uns wunderte war, dass es „unschicklich“ war, Trinkgeld zu geben.
    Deshalb haben wir den Preis für das Essen nicht sooo hoch empfunden (anders als in den USA wo man dir wegen zuwenig Trinkgeld noch nachläuft).
    Freuen uns schon auf eure nächsten Blogs. lg

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