Geheimtipps Leipzig: 11 echte Insidertipps

Du möchtest in Leipzig nicht nur das Völkerschlachtdenkmal und die historische Innenstadt erkunden, sondern abseits der ausgetretenen Touristenpfade das verborgene Leipzig entdecken? Wie schön! Wir zeigen dir 11 echte Insidertipps in Leipzig.

Die Stadt hat es uns sofort angetan und wir könnten immer wieder einen Städtetrip nach Leipzig machen, um jedes Mal neue Orte mit Industriecharme, liebevolle Cafés und lokale Shops zu entdecken.

Wir kommen gerne nach Leipzig, um uns vom außergewöhnlichen Kulturprogramm mitreißen und im Grünen, am See oder auf dem Wasser einfach nur die Seele baumeln zu lassen.

Leipzig hat aber noch einiges mehr zu bieten als das klassische Touri-Programm. In diesem Artikel zeigen wir dir 11 echte Geheimtipps für Leipzig, die du unbedingt gesehen haben solltest.

So kannst du auf deinem Städtetrip nach Leipzig neben den klassischen Attraktionen auch ein bisschen in das „echte“ Leipzig eintauchen.

#1 Auf der Feinkost

Die Feinkostgenossenschaft in der Südvorstadt auf der Karl-Liebknecht-Straße – liebevoll Karli genannt – handelt nicht etwa mit Trüffeln, Kaviar und Co., sondern ist der ehemalige Firmensitz der VEB Feinkost Leipzig und heute ein abwechslungsreiches Kulturzentrum.

In den warmen Sommermonaten findest du „Auf der Feinkost“ ein Biergarten, Open-Air-Kino, Freiluft-Theater und regelmäßig Flohmärkte.

Okay, so ein richtiger Insidertipp ist „Auf der Feinkost“ in Leipzig nicht mehr. Aber wusstest du, das du die Leuchtreklame „Löffelfamilie“ per SMS zum Leuchten bringen und damit für ihren Erhalt 3 Euro spenden kannst. Wie cool ist das denn bitte?

Seit der Kinderbuchladen Serifee 2020 den Deutschen Buchhandlungspreis als „ausgezeichneter Ort der Kultur“ erhielt, ist er zwar bestimmt kein Geheimtipp mehr. Aber da musst du unbedingt hin, wenn du Bücher, Kaffee, nette Gespräche und charmant alternative Innenhöfe magst!

Mein Tipp: In der Gegend findest du einen dieser kultigen Photoautomaten, der für 2 Euro eine schöne Erinnerung von der Leipziger Karli in Schwarz/Weiß knipst.

Karl-Liebknecht-Straße in Leipzig
Die Karl-Liebknecht-Straße – Karli genannt – ist eines der Highlights in der Südvorstadt.

#2 Café Dankbar im Waldstraßenviertel

Im herausgeputzten Waldstraßenviertel sieht die ehemalige Fleischerei von außen noch genau so aus wie vor ein paar Jahrzehnten. Die Jugendstilfliesen an der Fassade samt Schriftzug FLEISCHEREI sowie innen an den Wänden sind erhalten geblieben. Vieles erinnert an vergangene Zeiten.

Theke, Tische und Stühle aber sind neu und gehören dem Café Dankbar. Mega lecker, mega nett und so kreativ! Zum draußen sitzen nicht ganz so schön, weil an einer großen Straße gelegen, aber im Innenbereich ist es eh so hübsch, dass du vermutlich eh am liebsten drinnen sitzt.

Im kleinen Raum im hinteren Teil des Cafés lohnt ein Blick nach oben und du kannst versuchen, ein Selfie von dir im Spiegel an der Decke zu machen.

Im Café Dankbar kannst du auch mittags und abends essen. Besonders beliebt und schnell ausgebucht ist das Menü, das einmal im Monat zum Vier-Gänge-Dinner einlädt.

#3 Venedig-Feeling auf der Weißen Elster

Im Westen von Leipzig wird dir immer wieder Wasser begegnen. Hier fließen die Weiße Elster und die Pleiße und einige künstlich angelegte Kanäle. Auf dem Wasser fahren Ausflugsboote, Paddelboote, Tretboote, Kanus, Kajaks und: venezianische Gondeln.

Jawohl, ein italienischer Restaurantbesitzer hat 1999 drei Gondeln aus Venedig importiert und Gondolieri angelernt. So kannst du heute eine private einstündige Gondelfahrt für fünf Personen im Da Vito Ristorante in Plagwitz für 85 Euro buchen und „Klein Venedig“ vom Wasser aus erkunden.

Wenn du eher Lust auf eine Kanutour durch Leipzig hast, dann schau dir mal diese Tour an:

Leipzig: 3-stündige Kanutour durch die Stadt

Karl-Heine-Kanal in Leipzig
Kanutour durch den Karl-Heine-Kanal in Leipzig Plagwitz

#4 Eisenbahnstraße

Die Eisenbahnstraße hat keinen besonders guten Ruf und war schon häufig Schauplatz für manch reißerische TV-Doku. Vermutlich verirren sich nur wenige Touristinnen hierher.

Besonders ist hier aber zum einen die durchaus interessante Architektur und zum anderen die Möglichkeit Manakish mit jeder Menge Thymian und Baklava in großer Auswahl zu essen.

Vor dem Bistro Syrien in der Eisenbahnstraße bilden sich sogar manchmal Schlangen. Die Manakish sind mein kulinarischer Geheimtipp für Leipzig und wenn du Glück hast, ergatterst du noch eine ganz frische Falafel aus der riesigen Pfanne, die dann halb über den Bürgersteig aus dem Ladenlokal hinausragt.

#5 Kunstkraftwerk

Wenn du große Literatur wie „Alice im Wunderland“ und „Die unsichtbaren Städte“ oder große Kunst wie die von Vincent van Gogh in einer faszinierenden 360°-Videoinstallation erleben möchtest, musst du das Kunstkraftwerk in Lindenau besuchen.

Die riesige Halle des ehemaligen Heizwerks versprüht Industriecharme und lässt dich mit den bewegten Bildern an Wänden und auf dem Boden in eine ganz andere Welt eintauchen.

Die Shows wechseln von Zeit zu Zeit. Also gibt es bei jedem Leipzig-Besuch etwas Neues zu entdecken.

Das Kunstkraftwerk liegt ganz in der Nähe vom Bahnhof Leipzig-Plagwitz.

#6 Villa Hasenholz

Die Villa Hasenholz ist Biergarten, Eventlocation, Pension, Frühstückscafé und Kleintierzoo. Idyllisch gelegen im Grünen in Leutzsch, nordwestlich vom Zentrum. Dort kannst du runterkommen, im Garten in der Hängematte die Seele baumeln lassen.

Ein Frühstücksbuffet gibt es jeden Sonntag und in der Zeit der Sommerfrische bietet die Villa Hasenholz an Wochenenden Kuchen, Waffeln und Eis.

Mein Tipp: Checke auf jeden Fall vorher die Webseite der Villa Hasenholz, ob die Küche am Tag deiner Wahl auch geöffnet hat und keine geschlossene Gesellschaft in der Villa Hasenholz feiert.

#7 Wildwasser-Rafting im Leipziger Neuseenland

Seit den 1990er Jahren entstehen immer mehr Seen auf stillgelegten Braunkohle-Tagebauflächen. Dadurch ist im Leipziger Neuseenland ein richtiges Freizeit- und Erholungsgebiet entstanden. Wassersportler und Adrenalinjunkies finden zum Beispiel am Markkleeberger See eine große Auswahl an verschiedenen Wassersport-Aktivitäten.

Zugegeben, der Markkleeberger See ist kein Geheimtipp. Aber wusstest du, dass du dich dort auch beim Wildwasser-Rafting so richtig austoben kannst?

Der Kanupark Markkleeberg wurde ursprünglich für die Bewerbung zu den Olympischen Spiele 2012 gebaut. Aus den Olympischen Spielen in Leipzig wurde bekanntlich nichts, aber so ist eine der modernsten Wildwasseranlagen Europas entstanden. Hier trainieren sogar künftige Olympioniken des Kanusports.

Auf verschiedenen Anlagen kannst du dich auch als ungebübter Wassersportler mal beim Wildwasser-Rafting oder Hydrospeed probieren. Klingt spannend oder?

Mein Insider-Tipp: Wenn du es lieber ruhig magst, dann empfehle ich dir den See des ehemaligen Steinbruchs in Beucha. Fast malerisch thront direkt am Ufer eine weiß-rote Bergkirche, bevor es steil hinuntergeht zum Wasser.

Für Familien mit (kleineren) Kindern ist der See eher nicht zu empfehlen. Du gelangst an der Ostseite des Sees über eine Treppe zum See oder wagst einen mutigen Sprung ins kristallklare Wasser.

Kanupark Markleeberger See
Wildwasser-Rafting im Kanupark Markleeberg (© Leipzig Travel, Foto: Andreas Schmidt)

#8 Wackelturm im Leipziger Auwald

Mit Höhenangst kann einem schon ganz schön mulmig werden, wenn man den Turm sieht. Er ist eigentlich nicht mehr als eine Treppe im Freien.

Der Wackelturm steht im Rosental im Leipziger Auwald. Er erstreckt sich über mehrere Stadtviertel von Leipzig.

Einen Aufstieg auf den Wackelturm verbindest du am besten mit einem Besuch im Leipziger Norden.

Oben angekommen kannst du einen herrlichen Blick über die Baumwipfel genießen und am Horizont Leipzigs Skyline entdecken.

Für diejenigen, die nicht ganz schwindelfrei sind, ist es im weitläufigen Areal des Leipziger Auwalds auch so sehr schön. Beim Spaziergang durch den Auwald kannst du tief durchatmen, bevor du dich wieder in Leipzigs Stadtgetümmel stürzt.

Rosental in Leipzig
Im Leipziger Auwald kannst du so richtig die Seele baumeln lassen und dich von der Hektik der Stadt erholen.

#9 Trödeln auf Flohmärkten

Mit etwas Glück findet während deines Besuchs in Leipzig irgendwo ein Flohmarkt statt. Gar nicht so unwahrscheinlich, denn davon gibt es einige in Leipzig.

Das WESTWERK auf der Karl-Heine-Straße in Plagwitz unweit vom Karl-Heine-Kanal hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Manche Mauer auf dem Gelände ist schon weit über 100 Jahre alt. Heute findest du hier Ateliers, kleine Werkstätten und einen großen Supermarkt.

Das Westfach mit Schallplatten und jeder Menge hübscher Artikel „Made in Leipzig“ im Sortiment solltest du auf gar keinen Fall verpassen. Zweimal im Monat ist auf dem Areal auch der Kiezflohmarkt Plagwitz zu Gast.

Und einmal im Monat schlägt das Trödlerherz Auf der Feinkost höher. Die meisten Stände beim Feinkostflohmarkt auf der Karli in der Südvorstadt sind überdacht. Also kannst du dort auch bei Wind und Wetter stöbern.

Einen etwas anderen Markt findest du auf dem Gelände des Täubchenthals in Plagwitz: den Design- und Streetfoodmarkt The Market. Dort mischt sich Industriekultur mit Design, Vintage, Kunst und kulinarischen Köstlichkeiten.

#10 Tour für Kaffeeliebhaber

Es gibt ja viele Wege, eine Stadt zu entdecken. Einer wäre, den Streifzug durch die City mit dem zu verbinden, was du auch sonst gern machst. Ich zum Beispiel: Kaffee trinken und Kuchen essen.

Der Kaffeekult ist natürlich auch in Leipzig angekommen und du findest eine Menge liebevoll eingerichtete Kaffeebars und Cafébars, Kaffeeröstereien, Pâtisserien und einfach nur Cafés.

Immer der Sonne nach empfehlen wir dir folgende Tour von Ost über Süd und West bis in den Norden:

#11 Industriecharme und verlassene Orte

In Leipzig findet man ziemlich geballt viele verlassene Orte – und das oft nur beim Durchfahren von der Straße aus. Vielen Gebäuden sieht man ihr Alter an. Sie sind (noch) nicht restauriert und oft mit Zäunen von neugierigen Besuchern abgeschottet. Manch rote Backsteinmauer lässt sich unter den vielen Graffitischichten nur erahnen.

Lost Places sind beliebte Fotomotive und in Leipzig kommen dir davon einige vor die Linse. Die umzäunten verlassenen Orte können wir dir an dieser Stelle natürlich nicht empfehlen. Oft lohnt sich aber schon der Blick von außen und du kannst interessante Aufnahmen machen.

Zum Beispiel von der Karl Krause Fabrik im Leipziger Stadtteil Anger-Crottendorf, in der bis in die 1990er-Jahre Buchbindemaschinen produziert wurden.

Am besten, du buchst ganz offiziell eine Fototour. Das geht unter anderem für das alte Stadtbad in Leipzig-Zentrum-Nord.

Aber auch einige ganz und gar öffentliche Orte konnten ihren Charme erhalten: die Baumwollspinnerei, das Tapetenwerk und das Kunstkraftwerk in Lindenau oder das WESTWERK und das Täubchenthal in Plagwitz.

Was sind deine Insider-Tipps für Leipzig?

Das waren 11 Insider-Tipps für Leipzig, von einer echten Leipzig-Kennerin. Hast du auch einen ganz persönlichen Geheimtipp für Leipzig, jenseits der bekannten Sehenswürdigkeiten? Dann freuen wir uns über deinen Kommentar.