Norwegen Rundreise: Unsere Route und Tipps

Norwegen ist riesig und weil es so viel zu sehen gibt, kommst du nur langsam voran. Eine genaue Planung ist daher super wichtig für eine unvergessliche Reise durch Norwegen. Julie & Daniel zeigen dir detailliert die Route ihrer Norwegen Rundreise.

Wenn du das ganze Land sehen und erleben möchtest müsstest du mehrere Monate Zeit haben.

Wir hatten leider insgesamt nur drei Wochen Zeit und haben uns bei unserer ersten Norwegen Rundreise auf den südlicheren Teil Norwegens konzentriert.

Wir haben uns anfangs viele Gedanken gemacht: Wie weit sollen wir fahren? Wie schnell kommen wir voran? Was dürfen wir auf keinen Fall verpassen? Und, und, und.

Mit diesem Artikel wollen wir dich bei deiner Reiseplanung für Norwegen ein wenig unterstützen und hoffen, einige deiner Fragen schon vorab zu beantworten.

So kannst du die Route für deine Norwegen Rundreise ganz einfach vor deiner Reise planen und vor Ort den Urlaub genießen.

Lies auch unsere praktischen Reisetipps für Norwegen

Alle wichtigen Tipps zum Wohnmobil mieten für Norwegen

Die wichtigsten Fakten zu unserer Norwegen Rundreise

#1 Reiszeit: 18 Tage vom 13.-30. Juni 2019

#2 Reiseziel: Süd-Norwegen, von Oslo über Ålesund und Bergen nach Kristiansand

#3 Wohnmobil: Sunlight Cliff 600

#4 gefahrene Kilometer: ca. 2.100

#5 Anzahl Fjordfähren: 9

Unsere Top-Tipps im Überblick

#1 Buche deine Fährtickets nach Norwegen frühzeitig. Vor allem im Sommer sind die Fähren schnell voll.

#2 Plane die Route nicht zu lang, du wirst viel langsamer voran kommen, als du im Vorfeld glaubst!

#3 Hol dir die Park4Night App. Damit haben wir super schöne, einsame Stellplätze gefunden.

Park4Night im Google Play Store
Park4Night im Apple Store 

#4 Nimm nicht immer den direkten Weg von A nach B, sondern plane so viele Landschaftsrouten wie möglich mit ein, es lohnt sich.

Insgesamt gibt es 18 Landschaftsrouten und sie sind immer mit folgendem Logo versehen:

Norwegen Landschaftsrouten-Markierung
Straßenmarkierung in Norwegen für Landschaftsrouten

Auf diesen Straßen ist das Fahren teilweise etwas mühsamer, aber es hat ja auch einen Grund, warum sie Landschaftsrouten genannt werden.

Die Routen sind wirklich außergewöhnlich schön oder bieten tolle Ausblicke von architektonischen Meisterwerken hinab auf Fjorde oder Täler.

Hier findest du zu jeder Landschaftsroute in Norwegen viele nützliche Informationen.

Unsere Route durch Norwegen auf einer Karte

Damit du dir ein Bild davon machen kannst, wo uns unsere Reise langführte, haben wir dir unsere Route durch Norwegen und unsere Lieblingsspots mal auf einer Karte eingezeichnet.

Die roten Abschnitte in der Strecke markieren die Landschaftsrouten.

Norwegen Rundreise Route Karte
Unsere Norwegen Rundreise-Route auf einer Karte

Unsere Norwegen Rundreise: Die Route

Wichtig bei der Routenplanung für Norwegen ist, dass du nicht so viel und nicht zu lange Strecken einplanst!

Wir haben eigentlich immer Google Maps als Navi genutzt. Auf die Zeitangaben kannst du dich aber nicht verlassen. Wenn es keine Geschwindigkeitslimits gibt, darfst du auf Landstraßen maximal 80 Kmh fahren.

Aber in den seltensten Fällen ist das mit dem Wohnmobil oder auch mit einem normale PKW möglich, denn die Straßen sind eng, kurvenreich und steil. Außerdem ist die Landschaft so schön, dass wir am liebsten hinter jeder Ecke wieder angehalten hätten, um ein neues Foto zu machen!

Noch ein kleiner Hinweis zu diesem Artikel: Die angegebenen Fahrzeiten sind immer inklusive Foto- & Snackpausen. Die Öffnungszeiten und Preise der Campingplätze gelten für die Sommersaison und können in der Nebensaison und im Winter abweichen. Auf den Websites der Campingplätze findest du aber in der Regel die aktuellen Informationen.

Tag 1: Fähre von Frederikshavn nach Oslo

Wir wollten auf unserer Route definitiv Olso mitnehmen und haben deshalb eine Fähre von Frederikshavn in Dänemark direkt nach Oslo gebucht. Das ist zwar nicht die kürzeste Verbindung zwischen Dänemark und Norwegen, aber dafür bist du direkt in Oslo.

Wir haben die Fähre so gebucht, dass wir Abends in Frederikshavn ankamen und morgens die Fähre um 9:15 Uhr nehmen konnten. Die Überfahrt hat etwa 9 Stunden gedauert.

Wir empfehlen dir, die Fährtickets frühzeitig zu buchen, denn dann sind sie oft deutlich günstiger. In den Sommermonaten kann so eine Fähre auch mal schnell voll werden, so dass du ohne Reservierung gar nicht mit kannst.

Hier kannst du Fährpreise vergleichen und Tickets buchen.

In Oslo haben wir uns für einen einfachen Stellplatz an einer Marina entschieden. Der Stellplatz ist definitiv nicht der schönste, aber wenn du weißt was dich erwartet, ist es für 1-2 Nächte auf jeden Fall in Ordnung.

Der größte Vorteil dieses Stellplatzes in Oslo ist die gute Anbindung in die Stadt. In nur 5-10 Minuten bist du mit dem Bus oder der Bahn in der Innenstadt. Wenn du ein Fahrrad dabei hast, kannst du am Wasser entlang in 15 Minuten in die Stadt radeln.

Vom Platz selbst solltest du aber nicht zu viel erwarten. Es handelt sich um eine einfache Teerfläche, mit einfachen Sanitären Anlagen. Die Wohnwagen stehen dicht an dicht, aber wenn du sowie wir, eigentlich nur zum Schlafen hier bist, ist es völlig ausreichend.

Achtung: Wir kamen an einem Donnerstagabend an, Freitagabend war der Platz voll. Schau also, dass du entweder unter der Woche oder früh am Tag in Oslo ankommst, wenn du hier übernachten möchtest. Eine Reservierung ist leider nicht möglich.

Oslo
Stellplatz

Sjølyst Bobilparkering

Kosten

300 NOK pro Nacht (24h), 10 NOK für 3 Minuten Duschen

Austattung

Einfacher Teerfläche, mit einfachen Sanitäranlagen, 5-10 Minuten mit dem ÖPNV in Oslo

Öffnunfszeiten

7-21 Uhr

Adresse

Drammensveien 164, 0277 Oslo

Link

Website

Dyna Fyr Kirche im Oslofjord
Dyna Fyr Kirche im Oslofjord

Tag 2: Oslo

Oslo selbst ist traumhaft schön. Ein Mix aus alter und moderner Architektur, in tolles Flair und eine entspannte Atmosphäre. Wir hätten hier locker noch 1-2 Tage länger bleiben können.

Zu den Dingen, die du in Oslo gesehen haben musst, zählen

  • Opernhaus und die Gegend drumherum
  • Karl-Johanns Gate & Grand Hotel
  • Schloss, wenn die Fahne auf dem Dach zu sehen ist, ist die königliche Familie anwesend
  • Guard-Wechsel vor dem Schloss, findet täglich um 13:30 Uhr statt, ein großes Spektakel mit Marching Band, Dauer ca. 45 Minuten
  • Anker Brygge, Restaurant- & Ausgeh-Viertel
  • Storting (Parlamentsgebäude)
  • Nationaltheater
  • Dom

Unser Tipp: Falls du trotz der teuren Preise Lust hast, etwas Trinken und Essen zu gehen, empfehlen wir dir das Lekter’n in Aker Brygge. Hier sitzt du superschön direkt am Wasser oder besser gesagt auf dem Wasser.

Zum Essen selbst können wir nicht viel sagen, da wir nur etwas getrunken haben, aber es gibt eine Auswahl an Burgern, Sandwiches und Seafood. Es hat auf jeden Fall am Nachbartisch sehr lecker ausgesehen.

Wenn du danach noch nicht genug hast, geh noch auf ein Bier in den Beer Palace. Ein relativ großer, trotzdem gemütlicher Pub mit einer großen Craft Beer Auswahl vom Fass und wenn dir langweilig ist, spiele einfach eine Runde Shuffleboard.

Königspalast in Oslo
Königspalast in Oslo

Tag 3: Oslo – Holmenkollenbakken – Nes

Kilometer: 109
Dauer: 2,25 Stunden

Highlights des Tages

  • Skisprungschanze Holmenkollenbakken
  • Idyllischer See (Vestre Bjonevatnet)

Am 3. Tag haben wir den Vormittag noch in Oslo verbracht und haben uns dann mit dem Wohnmobil auf zum Holmenkollen gemacht.

Als Wintersport-Fans mussten wir natürlich einen Abstecher zu Oslos Skisprungschanze Holmenkollenbakken machen. Aber auch wenn du kein Fan bist, lohnt sich ein Besuch auf jeden Fall.

Die Sprungschanze ist ein imposantes Bauwerk und von ganz oben, hast du einen atemberaubenden Blick auf ganz Oslo und das Umland.

Wir mussten ca. 20 Minuten am Aufzug nach oben warten, das war absolut im Rahmen. Wenn du zur Hauptreisezeit im Juli/August in Oslo bist, raten wir dir deinen Besuch am Holmenkollen so früh wie möglich zu planen.

Am Nachmittag ging es weiter ins Inland. Unsere grobe Richtung war Ålesund, aber wir hatten keinen festen Zeitplan und haben uns eher von Tag zu Tag angeschaut, was auf dem Weg liegt, was wir gerne sehen wollen und wie weit wir kommen.

Wir haben einen Übernachtungsstop nahe unserer Route auf der E16 und zwischen den kleinen Orten Nes und Bjoneroa an einem idyllischen See gemacht.

Diesen Ort haben wir dank der Park4Night App gefunden.

Oslo
Stellplatz

Freier Stellplatz am See

Koordinaten

60.52875, 10.12104

Holmenkollenbakken Oslo
Die Skisprungschanze Holmenkollenbakken in Oslo
Idyllischer Stellplatz am See
Idyllischer Stellplatz am See

Tag 4: Nes – Sjoa, auf der Landschaftsroute Valdresflye

Kilometer: 173
Dauer: ca. 5 Stunden

Highlights des Tages

  • Landschaftsroute Valdresflye
  • See Gjende
  • Jotunheimen Nationalpark

Die Strecke führte uns von E16 auf die 51 Richtung Randsverk. Ein Teil der 51 ist als eine der 18 Landschaftsrouten in Norwegen gekennzeichnet.

Unsere erste Landschaftsroute war Valdresflye. Die Straße führt durchs Gebirge und wir waren sofort beeindruckt von den weiten Hochebenen, den schneebedeckten Bergen und der Ruhe, die diese Landschaft ausgestrahlt hat.

Wenn du hier einen Zwischenstopp machen möchtest, eignet sich der See Gjende im Jotunheimen Nationalpark gut für eine kleine oder größere Wanderung.

An diesem Tag sind wir bis zum Sjodalen Campingplatz gefahren. Dieser liegt ruhig im Wald, mit Blick auf ein paar Berge ringsherum und in ein paar Schritten bist du direkt am Fluss Sjoa, der uns bereits eine ganze Weile neben der Straße entlang begleitet hat.

Tessanden
Stellplatz

Sjodalen Hyttetun og Camping AS

Kosten

290 NOK pro Nacht, 10 NOK für 5 Minuten Duschen

Austattung

Schön gelegener, ruhiger Campingplatz in der Natur, mit einfachen sauberen Sanitäranlagen

Öffnungszeiten

9-12 Uhr, 16-20 Uhr

Adresse

Riksveg 51, 2680 Tessanden

Link

Website

Landschaftsroute Valdresflye
Die Weiten auf der Landschaftsroute Valdresflye musst du selbst gesehen haben

Tag 5: Sjoa – Geiranger, über die Landschaftsroute Gamle Strynfjellsvegen

Kilometer: 181
Dauer: ca. 6,5 Stunden

Highlights des Tages

  • Donfoss Bru
  • Gamle Strynfjellsvegen
  • Stryn Sommerskigebiet
  • Europas höchster Fjord-Blick
  • Aussichtspunkt Flydalsjuvet
  • Geiranger Fjord

Auf der 15 führte uns unsere Route durch Norwegen nach Geiranger, einen der bekanntesten Fjorde und UNESCO-Weltnaturerbe.

Auf dem Weg dorthin haben wir aber noch einige schöne Zwischenstopps gemacht.

In Donfoss Bru am Campingplatz. Nicht um dort zu übernachten, sondern um den Wasserfall und den vom Fluss gespeisten Swimming Pool zu bestaunen.

Das ist auf jeden Fall einen kurzen halt wert. Leider war es zu kalt, um Schwimmen zu gehen.

Ein Stück weiter die Straße herauf haben wir für einen kleinen Snack und einen weiteren Wasserfall noch einmal gehalten.

Von der 15 haben wir noch einen Abstecher auf die Landschaftsroute Gamle Strynfjellsvegen gemacht. Es ist zwar ein kleiner Umweg, aber er hat sich definitiv gelohnt!

Von der doch ganz gut ausgebauten Landstraße biegst du nach links ab und findest dich plötzlich auf einer Schotterstraße wieder.

Hier kommst du also nur sehr langsam voran, aber das ist ok, denn die Landschaft dort ist überragend.

Eine karge Berglandschaft übersät mit Schneefeldern und zugefrorenen Seen – und das mitten im Juni! Aber wir waren ja darauf vorbereitet, dass es auch kalt werden kann.

Der Weg führt bis zum Stryn Sommerskigebiet und ja, wenn wir früher da gewesen wären, ich hätte uns zugetraut, dass wir uns ein paar Ski geliehen hätten und die Abfahrt 1-2 gemacht hätten. Nur fürs Feeling und natürlich um sagen zu können, dass wir in Norwegen Ski gefahren sind. Aber leider waren wir spät dran und die Lifte hatten gerade zugemacht.

Nach einem kurzen Halt am Skigebiet ging es unsere ersten richtigen Serpentinen runter und weiter Richtung Geiranger.

Auf dem Weg dorthin kommst du noch an Europas höchstem Fjord-Ausblick vorbei. Den haben wir uns aber gespart, da wir bereits gelesen haben, dass dies nicht der bekannte Ausblick auf den Fjord ist. Dennoch wirst du sicher einen atemberaubenden Blick auf den Fjord und die umliegende Berglandschaft haben.

Runter zum Fjord führen nun über 20 Haarnadelkurven und am liebsten wollten wir nach jeder Kurve anhalten und ein Foto machen. Das geht aber leider nicht, denn die Straße ist eng und nicht überall hast du die Möglichkeit zu halten.

Achte besonders auf den entgegenkommenden Verkehr, der besteht zu 90% aus anderen Wohnmobilen und Reisebussen. Da kann es in den Kurven schon mal eng werden.

Etwa 4 km vor Geiranger kommt der Aussichtspunkt Flydalsjuvet. Von hier aus kannst du das bekannte Foto vom Geiranger Fjord machen.

In Geiranger selbst gibt es einen Campingplatz direkt am Fuße des Fjords, dort und im Ort ist es aber sehr voll. In Geiranger legen regelmäßig Kreuzfahrtschiffe an und mit einer großen Schiffsladung voll Touristen ist das kleine Örtchen schnell überlaufen.

Wir haben auf dem Campingplatz Vinje Camping übernachtet. Hier stehst du im Grünen und umgeben von Wasserfällen.

Geiranger
Stellplatz

Vinje Camping

Kosten

300 NOK pro Nacht, 10 NOK für 5 Minuten Duschen

Ausstattung

Direkt an der Straße nach Geringer gelegen, aber im Grünen, mit großzügigen, sauberen Sanitäranlagen

Adresse

Geirangervegen 146, 6216 Geiranger

Link

Website

Campingplatz Donfuss Bru
Campingplatz Donfuss Bru

Tag 6: Geiranger – Ålesund, auf den Landschaftsrouten Ørneveien und Trollstigen

Kilometer: 191
Dauer: 6 Stunden

Highlights des Tages

  • Wanderung zum Storsetfossen
  • Landschaftsroute Ørneveien
  • Reinheimen Nationalpark
  • Landschaftsroute Trollstigen
  • Trollstigen Aussichtsplattform

An Tag 6 unserer Reise haben wir Vormittags noch eine kleine Wanderung zu einem weiteren Wasserfall gemacht. Wasserfälle gibt es in Norwegen wirklich wie Sand am Meer, aber trotzdem haben wir uns über jeden einzelnen gefreut.

Wir haben am Hotel The View geparkt, hier darfst du bis 15 Uhr kostenlos parken, danach ist der Parkplatz für Hotelgäste reserviert. Von da aus sind wir über Vasteras zum Wasserfall Storsetfossen gewandert. Eine leichte Wanderung, die die meiste Zeit über breite, aus Stein angelegte Stufen nach oben führt.

Das besondere an diesem Wasserfall ist, dass du hinter dem Wasserfall hergehen kannst!

Achtung: Der schmale Weg hinunter zum Wasserfall ist feucht und kann rutschig sein. Außerdem sind die Felsüberhänge sehr niedrig, so dass wir gebückt gehen mussten. Achte also auf deinen Kopf! Da es so eng dort war, haben wir unsere Rucksäcke oben stehen gelassen.

Mit uns war lediglich ein weiters Pärchen dort oben, auf dem Rückweg kamen uns aber noch andere Wanderer entgegen. Starte deine Wanderung also am besten früh, wenn du alleine am Wasserfall sein möchtest.

Für diese Wanderung solltest du ca. 1,5 – 2 Stunden einplanen, je nachdem wieviel Zeit du auch oben verbringen möchtest.

Danach sind wir weiter auf der Landschaftsroute Ørneveien Richtung Ålesund gefahren. Wir haben natürlich mal wieder nicht den direkten Weg genommen, denn wir wollten auf jeden Fall noch ein weiteres Highlight Norwegens mitnehmen: Die Trollstigen.

Die Landschaftsrouten Ørneveien und Trollstigen gehen eigentlich nahtlos ineinander über. Getrennt sind sie nur durch den Norddalsfjord, der mit einer Fähre zu passieren ist.

Infos zu den Fjord-Fähren findest du in unserem Reisetipps-Artikel.

Die Route führt direkt am Reinheimen Nationalpark entlang. Frei übersetzt heißt Reinheimen so viel wie „Heim der Rentiere“. Davon soll es hier nämlich jede Menge geben, wir hatten leider Pech und haben keine gesehen.

Aber die Chancen sollen sich erhöhen, wenn du Wanderungen weiter rein in den Nationalpark machst. Autos und Motorengeräusche mögen die Rentiere nämlich nicht.

Die Trollstigen ist eine der bekanntesten Serpentinenstraßen Norwegens und das beliebte Bild findet sich in jedem Reiseführer wieder.

Du kannst die Aussichtsplattform, von der du das beliebte Motiv fotografieren kannst, gar nicht verpassen.

Ein riesiger Parkplatz und ein groß angelegtes Besucherzentrum mit Souvenir-Shops und Restaurant sind nicht zu übersehen. Entsprechend voll ist es auch auf der Aussichtsplattform. Trotzdem solltest du dir diesen spektakulären Ausblick ins 852 m tiefer gelegene Tal nicht entgehen lassen.

Unser Tipp: Vom Weg zur Aussichtsplattform führt ein kleiner Wanderweg ab. Diesen sind wir ein Stück rauf gelaufen, gar nicht weit und hatten dann eine tollen Blick auf die Besucherplattform und den Ausblick im Hintergrund.

Die Serpentinenstraße zu befahren war dann aber gar nicht groß anders als andere Serpentinenstraßen in Norwegen, dennoch sind die engen kurven immer wieder ein Erlebnis.

Von da aus ging es direkt nach Ålesund zum Volsdalen Campingplatz. Dieser ist sehr gut gelegen, denn du kannst zu Fuß in 15 Minuten in die Stadt laufen.

Außerdem hast du die Möglichkeit nach dem Check-Out am nächsten Tag noch kostenfrei den Parkplatz nutzen, um dir Ålesund anzuschauen.

Wir kamen gegen ca. 19 Uhr an, das war schon recht spät. Wir hatten aber Glück und haben noch einen der letzten Plätze ergattert. Wenn du hier übernachten willst, plane ein bisschen besser als wir, um früher vor Ort zu sein und ruf am besten vorher an, ob noch etwas frei ist.

Ålesund
Stellplatz

Volsdalen Camping

Kostens

350 NOK pro Nacht, 10 NOK für 5 Minuten Duschen

Ausstattung

ca. 15 Gehminuten bis in Stadtzentrum von Ålesund, mit großzügigen, sauberen Sanitäranlagen.

Öffnungszeiten

9-11 Uhr, 13-22 Uhr

Adresse

Sjømannsvegen 1, 6001 Ålesund

Link

Website

Reinheimen Nationalpark
Irgendwo in den weiten des Reinheimen Nationalparks wohnen Rentiere, wir haben leider keine gesehen.
Trollstigen Aussichtsplattform
Ausblick vom Wanderweg oberhalb der Trollstigen Aussichtsplattform.

Tag 7: Ålesund – Gurskøya

Kilometer: 69
Dauer: ca. 1,75 Stunden

Highlights des Tages

  • Ålesund „Stadt des Jugendstils“
  • Café Trankokeriet Antikk
  • Berg Aksla und Aussichtspunkt Byrampen

Das kleine Städtchen Ålesund hat uns besonders gut gefallen. Nach einem Feuer Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die Stadt dank Kaiser Wilhelm II. mit deutscher Hilfe innerhalb von nur drei Jahren wieder ganz aufgebaut.

Und zwar komplett im Jugendstil, welcher das heutige Stadtbild besonders geprägt hat. Deshalb wird Ålesund auch „Stadt des Jugendstils“ genannt. Es macht einfach Spaß durch die Straßen zu spazieren und die Häuserfassaden anzuschauen.

Unser Tipp: Für einen leckeren Kaffee abseits der Touristenmassen empfehlen wir das Café Trankokeriet Antikk. Hier gibts nicht nur Kaffee, sondern auch Antiquitäten, Second Hand Sachen und mehr. Ein Indoor-Flohmarkt & Café in einem.

Den besten Ausblick auf die Stadt hast du vom Berg Aksla, den du von der Stadt kommend in 418 Stufen aus bezwingen kannst. Auch hier ist es natürlich voll, aber auch diese Aussicht lohnt sich wirklich!

Das Geld für die Aussichtsplattform oben haben wir uns gespart, es war super voll. Außerdem fanden wir, den Blick von den Stufen schon so großartig, dass wir uns das Geld und das Gedrängel sparen wollten.

Besonders schön ist der Blick vom Aussichtspunkt „Byrampen“, etwa auf der Hälfte der 418 Stufen nach oben.

Von Ålesund aus, sind wir nur ein kleines Stück weiter die Westküste runter und haben uns hier einen schönen Übernachtungsplatz auf der Insel Gurskøya gesucht.

Hier standen wir mit Blick aufs Meer endlich mal wieder völlig allein, an einer ruhigen Straße und haben bei einem Glas Wein den Sonnenuntergang genossen.

Gurskøya
Stellplatz

Freier Stellplatz am Meer auf der Insel Gurskøya.

Koordinaten

62.28735, 5.55506

Ålesund Ausblick
Der Ausblick vom Berg Aksla.
Gurskoya Stellplatz
Unser Stellplatz auf Gurskoya, direkt am Meer.

Tag 8: Guskøya – Viksdalen

Kilometer: 258
Dauer: ca. 7,5 Stunden

Highlights des Tages

  • Campingplatz Hoy Hyttegrend

Nach einem ausgiebigen Frühstück, haben wir heute mal ein paar Kilometer gemacht.

Zu diesem Tag gibt es sonst tatsächlich gar nicht viel zu sagen. Es war schlechtes Wetter, die Wolken hingen tief, so dass wir auch keine nennenswerten Zwischenstopps eingelegt haben.

Erst am Ende führte uns unsere Strecke auf ein weiteres Highlight: Die Landschaftsroute Gaularfjellet. Nach sieben Stunden Fahrt wollten wir aber erst mal ein Plätzchen für die Nacht finden.

Direkt an der Landschaftsroute liegt der Campingplatz Hov Hyttegrend. Der Campingplatz ist von Wäldern und Bergen umgeben und liegt direkt an einem Fluss, der sich genau dort wo die Stellplätze sind, zu einem kleinen See weitet.

Rezeption, Küche und sanitären Anlagen sind in einem großzügigen Holzhaus untergebracht. Es roch ein bisschen nach Sauna und strahlte Wärme und Gemütlichkeit aus.

Trotz schlechten Wetters hat uns dieser Platz besonders gut gefallen. Daniel hat ihn sogar zu seinem Lieblings-Campingplatz benannt.

Und wir hatten sogar noch Glück, am Abend riss die Wolkendecke für ein halbes Stündchen auf.

Viksdalen
Stellplatz

Hov Hyttegrend

Kosten

170 NOK pro Nacht, 10 NOK für 5 Minuten Duschen

Ausstattung

sehr schön und ruhig an der Landschaftsroute Gaularfjellet gelegen, mit großzügigen, sauberen Sanitäranlagen.

Adresse

Hov Hyttegrend, 6978 Viksdalen

Campingplatz Hov Hyttegrend
Auf dem Campingplatz Hov Hyttegrend waren wir mit nur vier anderen Campern. Es war total idyllisch.

Tag 9: Viksdalen – Nesheimstunet, über die Landschaftsrouten Gaularfjellet und Aurlandsfjellet

Kilometer: 223
Dauer: ca. 8,5 Stunden

Highlights des Tages

  • Landschaftsroute Gaularfjellet
  • Aussichtspunkt Gaularfjellet
  • Sognefjord
  • Landschaftsroute Aurlandsfjellet
  • Aussichtspunkt Vedahaugane
  • Rastplatz Flotane (Wanderparkplatz)
  • Aussichtsplattform Stegastein

Auch Tag 9 haben wir genutzt, um ein paar Kilometer zu machen und waren mit Pausen wieder den ganzen Tag unterwegs.

Unsere Route führte uns erst einmal weiter auf der Landschaftsroute Gaularfjellet. Nach nur wenigen Kilometer kamen wir zur Gualarfjellet Utsikten (Utsikten heißt übrigens „Aussicht“ auf deutsch).

Ein imposanter Bau mitten in der Natur. Von hier aus hast du einen tollen Blick auf die Berge ringsum und das Tal unter dir. Dabei stehst du direkt über dem Abgrund auf einer Plattform in 700 Metern Höhe.

Unsere Norwegen Rundreise führte uns auch ein Stück am Sognefjord entlang. Mit 204 Kilometern ist er der längste Fjord der Welt und ist ebenfalls ein UNESCO-Weltnaturerbe.

Wir folgten dem Sognefjord bis Lærdalsøri, von wo die 47 Kilometer lange Landschaftsroute Aurlandsfjellet von Norden kommend beginnt.

Achtung: Achte darauf, wo dein Navi dich lang führen will. Wenn du beispielsweise Aurland als Ziel angegeben hast, wird dich dein Navi durch den Lærdal-Tunnel führen. Das ist mit Sicherheit auch ein Erlebnis, denn dieser Tunnel ist mit 24,5 Kilometern der längste Straßentunnel der Welt.

Das ist natürlich auch der deutlich schnellere Weg, aber die Landschaftsroute ist auf jeden Fall ein Highlight, dass du nicht verpassen solltest.

Zuerst schlängelt sich die Straße am Fluss entlang den Berg hoch auf 1.300 Meter Höhe. Der erste Höhepunkt der Route ist der Aussichtspunkt Vedahaugene. Von hier aus hast du einen tollen Blick auf die umliegende Berglandschaft und ein bisschen Kunst gibt es sogar auch noch.

Weiter ging es auf der Aurlandsfjellet und nach wenigen Kilometern waren wir mal wieder mitten im Winter und um uns herum nur Schneefelder und zugefrorene Seen.

Unser Thermometer sank immer weiter bis auf 3 Grad und zwischendurch gab es sogar kurz Schneeregen. Nur fürs Gefühl sind wir einmal kurz am Rastplatz Flotane ausgestiegen. Aber auch ganz schnell wieder eingestiegen.

Von dem Rastplatz kannst du einige Wanderungen starten und der Parkplatz wäre auch groß und eben genug für eine Übernachtung. Das war uns aber definitiv zu kalt da oben.

Das dritte Highlight der Aurlandsfjellet ist die Aussichtsplattform Stegastein. Eine 30 Meter lange Rampe aus Stahl und Holz ragt frei über den Aurlandsfjord in 650 Meter Höhe.

Natürlich wird es auch hier sehr voll, aber der Ausblick ist mal wieder atemberaubend!

In Aurland endet die Aurlandsfjellet und wir folgten der E16 bis zu unserem Übernachtungsplatz Nesheimstunet. Ein ruhiger kleiner Parkplatz etwas Abseits der E16 mit Blick über einen See.

Nesheimstunet
Stellplatz

Freier Stellplatz mit Blick auf einen See

Koordinaten

60.69783, 6.48997

Gaularfjellet Aussichtspunkt
Blick ins 700m tiefere gelegene Tal vom Gaularfjellet Aussichtspunkt.
Stegastein Aussichtsplattform
Aussicht auf den Aurlandsfjord von der Stegastein Aussichtplattform.

Tag 10: Nesheimtunet – Bergen, über die Landschaftsroute Hardanger

Kilometer: 150
Dauer: ca. 4,5 Stunden

Highlights des Tages

  • Tvindefossen
  • Landschaftsroute Hardanger & Hardangerfjord
  • Steindalsfossen
  • Bryggen in Bergen
  • Fischrestaurant Enhjørningen in Bergen
  • BarKollektiv (mit Indoor-Minigolf) in Bergen

Wir sind noch mal ein kleines Stück auf der E16 zurück gefahren, um uns den Wasserfall Tvindefossen anzuschauen. Wir sind am Vortag schon daran vorbeigefahren, waren aber müde und wollten uns erst mal einen Übernachtungsplatz suchen.

Der Tvindefossen ist auch ein beliebtes Touristenziel und entsprechend voll ist es bereits morgens um 10:30 Uhr. Aber es ist halt auch ein schöner Wasserfall, bei dem das Wasser über Kaskaden nach unten rauscht.

Der direkte Weg nach Bergen würde über die E16 führen, wir empfehlen dir aber auch hier einen Umweg zu fahren und die Landschaftsroute Hardanger mitzunehmen.

Die Strecke führt die meiste Zeit direkt am Wasser entlang und du hast einen tollen Blick über den Hardanger Fjord.

In Bergen haben wir auf einem Stellplatz direkt neben der Eishalle Bergenshallen geparkt und übernachtet. Der Platz ist extra für Wohnmobile gedacht und hat Ver- und Entsorgung sowie Strom, jedoch keine Sanitäranlagen.

Für eine Nacht aber vollkommen in Ordnung und perfekt, um sich Bergen anzuschauen. Mit der Straßenbahn bist du in nur 15 Minuten im Zentrum. Von hier aus kannst du alle Sehenswürdigkeiten gut zu Fuß erkunden.

Wir sind gegen 14:30 Uhr bei dem Stellplatz angekommen und haben gerade so einen Platz ergattern können. Wenn du hier übernachten möchtest, solltest du am besten gegen Mittag da sein.

Die Stellplatz-Gebühren fallen immer für 24 Stunden an. Viele kommen Mittags und fahren dann auch wieder Mittags oder bleiben zwei Nächte und fahren dann Vormittags ab. Vormittags bis Mittags hast du also die besten Chancen einen Stellplatz zu bekommen.

Was du in Bergen gesehen haben musst

  • Aussichtsberg Fløyen
  • Fischmarkt Torget
  • Bryggen
  • Kreuzkirche
  • Dom
  • Bergendes Fortress
  • Fischrestaurant Enhjørningen

In Bergen solltest du dir unbedingt ein Essen im Fischrestaurant Enhjørningen gönnen. Das Essen dort ist nicht günstig, aber auf jeden Fall empfehlenswert. Zur Vorspeise solltest du die Muschelsuppe probieren. Mhmm, wir schwärmen immer noch davon!

Wenn du hier essen möchtest, sei am besten früh am Abend da oder reserviere dir vorab einen Tisch.

Wenn du schon mal im Fischrestaurant Enhjørningen bist, kannst du danach direkt durchs Hanseviertel Bryggen schlendern.

Unser Tipp: Wenn du keinen Geschäftebummel machen möchtest, komm am besten nach Ladenschluss her. Wir hatten das kleine ehemalige Handelsviertel quasi für uns allein.

Wenn wir mehr Zeit gehabt hätten, hätten wir eine Stadtführung mitgemacht. Besonders über das Hanseviertel gibt es super viele spannende Geschichten.

Zur Bergen Stadtführung

Und noch ein Tipp: Wenn du noch etwas Trinken gehen willst, können wir dir die Bar BarKollektiv empfehlen. Neben leckeren Cocktails, Longdrinks und einer großen Bierauswahl kannst du hier auch eine Runde Indoor-Minigolf spielen. Und das ganze bei Wohnzimmer-Flair.

Bergen
Stellplatz

Caravan Parking Bergenshallen

Kosten

240 NOK pro Nacht (24h)

Ausstattung

Strom für die Stellplätze an der Halle, keine Sanitäranlagen

Öffnungszeiten

24/7

Adresse

9935+RG Bergen

Hardanger Fjord
Wolkenverhangener Hardanger Fjord.
Bergen
Blick auf Bryggen in Bergen.

Tag 11: Bergen – Herand, über die Landschaftsroute Hardanger

Kilometer: 109
Dauer: ca. 4,5 Stunden

Highlight des Tages

  • Stellplatz bei Herand mit Blick über den Hardangerfjord

Den nächsten Vormittag haben wir noch in Bergen verbracht. Wir mussten ja den Fischmarkt noch erkunden, dessen Stände am Vortag bereits geschlossen hatten.

Trotz der überteuerten Preise, haben wir es uns nicht nehmen lassen, ein Fischbrötchen zu essen und ein Stück frischen, marinierten Lachs in Sashimi Qualität mitzunehmen. Der Lachs wurde an Ort und Stelle eingeschweißt und hält sich so bis zu vier Wochen im Kühlschrank.

Wir haben ihn ein paar Tage später gegessen, aber möchten dir schon mal an dieser Stelle verraten: es war purer Genuss! Solltest du also mit den Preisen hadern, gönn dir wenigstens ein kleines Stück! Diese Qualität und den Geschmack wirst du so schnell nicht wieder bekommen.

Eine Sache hat uns aber ein bisschen am Fischmarkt gestört: Hier gibt es nicht nur norwegischen Fisch zu kaufen und norwegische Gerichte zu essen, die meisten Stände werden von Spaniern betrieben und an vielen Stellen gab es Paella und andere spanische Fischgerichte. Das passte nicht so richtig ins Bild.

Wir sind wieder zurück nach Norheimsund gefahren um weiter auf der Landschaftsroute Hardanger zu fahren.

Der Landschaftsroute sind wir aber nur noch ein kleines Stück gefolgt und haben uns dann einen Übernachtungsplatz gesucht. Von den freien Stellplätzen, war dieser unser Lieblingsplatz.

Einsam auf einem Felsplateau, von Bäumen umgeben, mit Blick auf den Hardangerfjord und mit einem traumhaften Sonnenuntergang. Die letzten Tage waren wettertechnisch eher durchwachsen, umso mehr haben wir die abendliche Sonne an unserem Stellplatz genossen.

Herand
Stellplatz

Freier Stellplatz mit Blick auf den Hardanger Fjord

Koordinaten

60.34941, 6.3691

Herand Stellplatz
Unser Lieblingsstellplatz mit Blick über den Hardanger Fjord!

Tag 12: Herand – Odda, über die Landschaftsroute Hardanger

Kilometer: 96
Dauer: ca. 4 Stunden

Highlight des Tages

  • Sørfjord

Die Landschaftsroute Hardanger hat uns auch noch einen dritten Tag begleitet. Dies mal führte sie direkt am Sørfjord, einem Nebenarm des Hardangerfjords, vorbei.

Der Tag war ziemlich Wolken verhangen, dafür aber auch nahezu windstill. Die umliegenden Berge und kleinen Häuschen spiegelten sich total schön im Wasser.

Wenn du dem Sørfjord weiter folgst, kommst du irgendwann automatisch nach Odda. Der Ort muss wohl mal sehr schön gewesen sein und galt als größtes Ferienzentrum Norwegens, aber seit Anfang des 20. Jahrhunderts siedelte sich mehr und mehr Industrie an und der Tourismus wurden weniger.

Dennoch ist Odda einen Besuch wert, denn es bietet zahlreiche Ausflugs- und Wandermöglichkeiten. Eines der bekanntesten norwegischen Fotomotive ist von hier aus in einer knapp 10 stündigen Wanderung zu erreichen: die Trolltunga.

Wenn du längere Wanderungen machen möchtest, plane immer einen Puffertag ein, falls das Wetter mal nicht mitspielt.

Eigentlich sind wir auch für die Wanderung zur Trolltunga nach Odda gekommen. Aber schon Abends war schlechtes Wetter für den nächsten Tag angekündigt, so dass wir uns bereits dazu entschieden unser Vorhaben für unsere nächste Reise nach Norwegen aufzuheben.

Wenn du dir unsicher bist, ob du die ca. 10 – 12 stündige Wanderung zur Trolltunga alleine aufnehmen solltest, kannst du auch gut eine geführte Tour buchen, dann bist du auf der sicheren Seite. Gute Kondition und Ausrüstung sind für so eine Wanderung auf in jedem Fall Pflicht!

Hier gehts zur geführten Trolltunga-Wanderung

Odda
Stellplatz

Odda Hytte & Gjestegård

Kosten

300 NOK pro Nacht, 10 NOK für 5 Minuten Duschen

Ausstattung

schöner, ruhiger Campingplatz am See

Öffnungszeiten

8-22 Uhr

Adresse

Jordalsvegen 29, 5750 Odda

Link

Website

Sorfjord
Ohne Wind hat sich die Landschaft wunderschön im Fjord gespiegelt.

Tag 13: Odda – Røldal

Kilometer: 40
Dauer: ca. 1 Stunde

Highlights des Tages

  • Wanderung zum Buarbreen Gletscher
  • Låtefoss

Den Tag haben wir auf Grund des Wetters ruhig angehen lassen. Gegen Mittag hatte es aufgehört zu schütten und wir konnten wenigstens noch eine „kleine“ Wanderung zum Gletscher Buarbreen machen.

Du kannst auf einer engen Straße bis zum Wanderparkplatz hochfahren, direkt an einem Bauernhaus gelegen. In der Hochsaison solltest du am besten wieder früh hier sein, da es sonst schnell voll da oben werden kann.

Achtung: Auf der engen Straße liegen oder laufen schon mal Wisenten rum. Pass also bei der Hin- & Rückfahrt zum Parkplatz auf.

Der Parkplatz kostet ca. 150 Kronen. Aber du kannst hier auch über Nacht stehen bleiben. Mit dem Wohnmobil fährst du erst mal ein Stück über den Parkplatz auf das Bauernhaus zu. Dahinter ist noch mal eine große, ebene Fläche für Wohnmobile.

Die „kleine“ Wanderung, von ca. 6-7 Kilometer, stellte sich als anspruchsvolle, actionreiche und abwechslungsreiche Wanderung heraus. Es hat definitiv Spaß gemacht, aber ist auf keinen Fall etwas für Ungeübte. Gute Wanderstiefel, Trittsicherheit und eine gute Kondition sind hier auf jeden Fall erforderlich.

Wir waren ca. 4,5 Stunden unterwegs. Der Weg ist immer gut gekennzeichnet mit einem roten T.

Stellenweise ist es schon fast klettersteigverdächtig, nur eben ohne Sicherung. Flüsse mussten teilweise ohne Sicherung, Brücke oder ähnliches überquert werden, an steilen Felsen musst du dich an Tauen hochziehen und es kann sehr rutschig sein.

Wenn du die Wanderung machen möchtest, pass also auf jeden Fall gut auf und gehe kein unnötiges Risiko ein. Uns sind einige entgegen gekommen, die die Wanderung abgebrochen haben. Und Julie wäre an der ein oder anderen Stelle auch am liebsten umgedreht.

Dennoch ist es beeindruckend dem Gletscher so nah zu sein. Aber auch hier ist Vorsicht geboten, den Gletscher selbst darfst du nur mit Guide betreten.

Wir waren ziemlich fertig nach der Buarbreen Wanderung und sind nur noch ein kleines Stück weitergefahren und haben uns dann einen Campingplatz in Røldal gesucht.

Auf dem Weg von Odda nach Røldal kommst du aber noch am Låtefoss vorbei. Wir sind leider dran vorbei gefahren, weil wir den Parkplatz verpasst hatten und zu müde waren eine Wendemöglichkeit zu suchen.

Du solltest unbedingt ein bisschen aufmerksamer durch die Gegend fahren als wir, dann verpasst du ihn garantiert nicht.

Das beste am Campingplatz in Røldal waren die frischen, selbst gemachten Brötchen die es morgens vor Ort zukaufen gab. Für vier Brötchen haben wir zwar etwa 6-7 Euro bezahlt, aber sie waren noch warm und haben richtig lecker geschmeckt.

Aber auch sonst war der Campingplatz schön gelegen und es gab eigentlich nichts zu beanstanden.

Røldal
Stellplatz

Seim Camping Røldal

Kosten

250 NOK pro Nacht, 10 NOK für 5 Minuten Duschen

Ausstattung

schöner, ruhiger Campingplatz an einem See, schöne großzügige Sanitäranlagen, frische, selbst gemachte Brötchen

Adresse

Seimsvegen 35, 5760 Røldal

Link

Website

Blick auf den Buarbreen Gletscher
Blick auf den Buarbreen Gletscher.

Tag 14: Røldal Seim Camping – Jørpeland, über die Landschaftsroute Ryfylke

Kilometer: 156
Dauer: ca. 6,5 Stunde

Highlight des Tages

  • Landschaftsroute Ryfylke

Die Landschaftsroute Ryfylke ist abwechslungsreich und führt durch grüne Hügel, steile Berghänge und Hochgebirge, sowie tiefe Fjorde.

Wenn du dir hier ein bisschen Zeit lässt, kannst du viele tolle Abstecher machen und Ausflüge einplanen.

Für den nächsten Tag war traumhaftes Wetter angekündigt und da wir schon nicht zur Trolltunga gewandert sind, wollten wir aber unbedingt die Wanderung zum Preikestolen bei schönem Wetter mitnehmen.

Wir sind also einfach mal die Landschaft genießend bis nach Jørpeland durchgefahren und haben uns dort einen Übernachtungsplatz gesucht. Von da aus brauchst du noch ca. 25 Minuten bis zum Preikestolen Wanderparkplatz.

Unser Übernachtungsplatz war ein Wanderparkplatz mit Blick über den Årdalsfjord, umgeben von viel grün und vielen Schafen.

Jørpeland
Stellplatz

Freier, sehr ruhiger Stellplatz mit Blick auf den Årdalsfjord

Koordinaten

59.06283, 6.06556

Stellplatz mit Blick über den Ardalsfjord
Stellplatz mit Blick über den Årdalsfjord.

Tag 15: Jørpeland – Brusand, mit Wanderung zum Preikestolen und über die Landschaftsroute Jæren

Kilometer: 95
Dauer: ca. 3,5 Stunde

Highlights des Tages

  • Wanderung zum Preikestolen
  • Landschaftsroute Jæren
  • Sandstrand in Brusand

Die Wanderung zum Preikestolen war deutlich entspannter als die zum Gletscher. Der Wanderweg ist größtenteils gut ausgebaut mit Steinstufen.

Hier wird es auch immer sehr voll, es werden ganze Busladungen an Kreuzfahrtschifftouristen hochgefahren. Früh da sein, lohnt sich in jedem Fall.

Viele sind der Meinung, es wäre ein einfacher Spaziergang nach oben und machen sich mit Flipflops oder Badelatschen auf den Weg. Davon wollen wir dir aber unbedingt abraten.

Auch wenn der Weg gut ausgebaut ist, ist es eine Wanderung über Fels und Stein. Es kann auch schon mal rutschig werden und bei den vielen Touristen stellenweise auch eng. Festes Schuhwerk ist in jedem Fall angebracht.

Obwohl sich so viele Touristen den Berg zum Preikestolen hoch bemühen, solltest du dir die Wanderung auf keinen Fall entgehen lassen. Der Ausblick, der Preikestolen selbst und die Natur drumherum sind unglaublich schön!

Und wenn du nach einem Foto auf der Kanzel selbst, ein Stück weiter hoch gehst, ist dort auch genug Platz, um ein ruhiges Plätzchen für eine Pause zu suchen.

Wir empfehlen dir auch auf jeden Fall den Rundwanderweg oben entlang zu gehen. Die meisten gehen auf dem selben Weg zurück, auf dem sie gekommen sind.

Und so hatten wir zumindest ein kurzes Stück fast für uns allein. Bis dann der Rundwanderweg wieder auf den normalen Wanderweg führt.

Wir haben ingesamt ca. 3 Stunden für die etwa 8 km lange Wanderung (hin und zurück) gebraucht. Auch hier ist der Wanderweg immer mit einem roten T gekennzeichnet.

Wenn du nicht gerade eine Nachtwanderung zum Sonnenaufgang machst, solltest du aber anhand der vielen anderen Menschen sowieso nicht vom Weg abkommen können.

Wenn wir noch mal hier hinkommen, machen wir auf jeden Fall eine geführte Tour zum Sonnenaufgang mit. Dort oben fast alleine zu stehen und die Sonne aufgehen zu sehen, muss unbeschreiblich schön sein!

Hier gehts zur Sonnenaufgangs-Wanderung am Preikestolen

Nach der Wanderung haben wir uns weiter auf den Weg Richtung Süden gemacht und sind über die Landschaftsroute Jæren, direkt an der Küste entlang bis Brusand gefahren.

Auf dem Weg zur Landschaftsroute änderte sich auf einmal die Umgebung. Vorher war die Landschaft geprägt von Bergen, steilen Felshängen und Fjorden. Und plötzlich hatten wir das Gefühl irgendwo in Holland an der Küste zu sein.

Die Landschaftsroute Jæren führt durch flaches Land, vorbei an Strände und Dünen.

Wir hätten gerne wieder irgendwo nahe am Meer freigestanden, aber hatten irgendwie kein Glück.

Aber der Campingplatz Brusand, auf dem wir dann gelandet sind, war auch gut. Ende Juni war hier noch nicht super viel los und um uns herum war nur grüne Wiese.

Aber es war schon ein deutlich organisierterer und größerer Campingplatz als die anderen Plätze auf denen wir so auf unserer Reise durch Norwegen übernachtet haben.

Hier haben auch viele Dauercamper ihren Stellplatz und sogar für heißes Spülwasser musst du ein paar Kronen bezahlen.

Aber vom Campingplatz führt direkt ein Weg durch die Dünen zum Meer. Und dort was es einfach wunderschön! Türkis blaues Wasser, langer weißer Sandstrand. Nur leider zu kalt zum baden.

Brusand
Stellplatz

Brusand Camping

Kosten

320 NOK pro Nacht, 10 NOK für 5 Minuten Duschen

Ausstattung

groß angelegter Campingplatz direkt am Meer

Adresse

Nordsjøveien 3769, 4363 Brusand

Link

Website

Preikestolen
Der Preikestolen, beliebtes Fotomotiv in Norwegen.
Preikestolen Felsplatteau
Blick auf das Preikestolen Felsplatteau.
Brusand Strand
Hinter dem Brusand Campingplatz liegt direkt das Meer. Und es sah so verführerisch aus, leider war es zu kalt um zu baden.

Tag 16: Brusand – Flekkefjord, mit Badestopp in Sira

Kilometer: 102
Dauer: ca. 8 Stunden (inkl. 2-3 Stunden Badestopp)

Highlights des Tages

  • Die Landschaft an der Strecke entlang
  • Der Badestopp in Sira
  • Flekkefjord

Auch wenn es sich hier mal nicht um eine offiziell ernannte Landschaftsroute handelt war die Landschaft auf der Strecke über die E39 bis Flekkefjord wirklich richtig schön.

Die Landschaft ist wieder ein bisschen bergiger geworden und war übersät mit kleinen Seen, die in der Sonne glitzerten und in denen sich die umliegende Natur gespiegelt hat.

Es hat einfach Spaß gemacht hier entlang zu fahren.

Da es ein warmer Tag war und hier im Süden Norwegens die Temperaturen jetzt mal so um die 25 Grad waren, haben wir einen kleinen Badestopp an einem Fluss in Sira eingelegt.

Den Badeplatz haben wir über die App Park4Night gefunden. Hier kommen die Einheimischen zum Baden mit ihren Kindern. Es ist ein angelegter Badeplatz mit Zulauf zum Fluss, der nebenher fließt. Dieser ist abgezäunt und so wie es aussah, sind hier auch Stromschnellen und Strömungen. Bleib also bitte auf der offiziellen Badeseite.

Im Prinzip ist es ein kleiner Teich mit einem Nicht-Schwimmerbereich und einem tieferen Schwimmer-Bereich. Aber es ist wirklich klein und nicht zum Bahnenschwimmen geeignet. Aber zur Abkühlung perfekt, denn das Wasser war eiskalt.

Den norwegischen Kindern scheint das überhaupt nix auszumachen. Die haben einfach stundenlang im Wasser geplantscht.

Bis nach Flekkefjord war es jetzt nicht mehr weit. Hier haben wir auf einer asphaltierten und für Wohnmobile ausgerichteten Fläche direkt am Wasser übernachtet. Aber erst mussten wir uns dort überhaupt noch einen Platz erkämpfen.

Als wir Abends dort ankamen, war es schon recht voll. Da wir aber so ein kleines Wohnmobil hatten, könnten wir uns mit Hilfe ein paar anderer Camper noch zwischendurch auf einen Stellplatz quetschen. Wie immer, je früher du hier bist, desto besser!

Hier stehen die Wohnmobile wieder dicht an dicht und leider ist es abends relativ laut, da der Platz wohl direkt neben dem örtliche Tuning-Club liegt. Die hören bis spät Abends laut Musik und fahren mit ihren getunten Autos die Straße rauf und runter.

Dennoch ist Flekkefjord tagsüber ein super schönes kleines Städtchen mit netten Restaurants direkt am Wasser. So dass sich ein Zwischenstopp in jedem Fall lohnt.

Flekkefjord
Stellplatz

Flekkefjord RV Parking

Kosten

260 NOK pro Nacht (24h)

Ausstattung

einfache, asphaltierte Fläche mit jeweils einem Waschraum für Männer und Frauen

Öffnungszeiten

24/7

Adresse

Lasta, 4400 Flekkefjord

Link

Website(nur auf Norwegisch)

Flekkefjord
Flekkefjord Stellplatz an der Marina.

Tag 17: Flekkefjord – Kristiansand

Kilometer: 118
Dauer: ca. 3 Stunden

Auf der Strecke gab es keine großen Highlights mehr, wir wollten auch einfach gerne in Kristiansand ankommen und den Rest des Nachmittags ein bisschen chillen.

Landschaftlich war es aber natürlich weiterhin schön. Wir haben uns den Hamre Familiecamping Platz für unsere letzte Übernachtung in Kristiansand ausgesucht, da wir am nächsten morgen um 8 Uhr die Fähre erwischen mussten.

Hamre Familiecamping ist ein sehr groß angelegter unpersönlicher Campingplatz, mit einen großen Spielbereich für Kinder und Zugang zum Strand. Für Familien bestimmt ganz gut geeignet.

Als wir da waren, war die eine Seite (weiter weg vom Spielplatz) noch relativ leer und wir konnten uns einen Stellplatz aussuchen. Aber wenn es im Sommer richtig voll wird, stehst du hier auch wieder dicht an dicht, wenn du überhaupt noch einen Platz bekommst.

Wenn du ebenfalls die Fähre von hier aus nimmst, rufe am besten vorher an, ob noch etwas frei ist.

Insgesamt hat uns der Platz nicht so gut gefallen. Sehr groß, voll und teuer und die Sanitärenanlagen waren deutlich schlechter, als auf allen anderen Plätzen. Zwar waren ausreichend Toiletten und Duschen vorhanden und es war auch einigermaßen sauber, aber als wir duschen waren, war kein Wasserdruck vorhanden, so dass lediglich ein kleiner Rinnsal raus kam. Und die Duschen kosten 20 NOK zusätzlich für 5 Minuten.

Hamresanden
Stellplatz

Hamre Familiecamping

Kosten

445 NOK pro Nacht, Duschen 20 NOK für 5 Min

Ausstattung

groß angelegter Campingplatz. Sanitärenanlagen eher mittelmäßig. Zwar einigermaßen sauber, aber die Duschen sind klein und als wir duschen waren war quasi kein Wasserdruck vorhanden.

Öffnungszeiten

8-23 Uhr

Adresse

Hamresandveien 1, 4656 Hamresanden

Link

Website

Kristiansand Camping
Kristiansand Campingplatz

Tag 18: Fähre von Kristiansand nach Hirtshals

Die Fähre war deutlich kleiner als die Fähre nach Oslo, aber dafür dauerte die Überfahrt auch nur ca. 3 Stunden.

Unser Fährticket für die Rückfahrt hatten wir auch schon vor unserer Reise über Direct Ferries gebucht. Da wir so frühzeitig gebucht hatten, hatten wir das Glück, dass wir nochmals während unserer Reise kostenlos stornieren und neu buchen konnten, da wir erst einen Tag später ankamen als ursprünglich geplant.

Das war unsere Route durch Norwegen. Hast du noch Fragen oder Tipps, was wir beim nächsten Mal auf keinen Fall verpassen dürfen? Dann lass uns gerne einen Kommentar da.