Kurz und knackig
- Fotografiere bewusst nur die wichtigsten Motive und spare dir damit wertvolle Zeit und Speicherplatz.
- Natürlich fallen auch dann noch viele Fotos an. Deshalb sortiere deine Fotos regelmäßig aus. Unscharfe oder doppelte Fotos rauben einem einfach nur Nerven und Speicherplatz.
- Sichere deine Fotos gleich doppelt oder dreifach. Wir übertragen die Fotos noch während der Reise auf externen Festplatten und nach Möglichkeit in unserer privaten Cloud.
- In unserem Artikel findest du weitere Tipps und das Zubehör, das wir nutzen, damit wir auch wirklich keines unserer vielen Fotos verlieren.
Bilder auf Reisen speichern: Wo ist überhaupt das Problem?
Ehrlich gesagt haben wir uns mit der Sicherung von Fotos auf Reisen nie so richtig beschäftigt. Meistens waren wir ja nur eine oder zwei Wochen unterwegs. Dann haben wir einfach genug Speicherkarten eingepackt und darauf vertraut, dass die eben nicht kaputtgehen. Das war vielleicht etwas naiv, aber es ist zum Glück immer gut gegangen.
Seitdem wir aber ortsunabhängig arbeiten und daher nicht nur ein paar Wochen, sondern das ganze Jahr über unterwegs sind, ist das für uns keine Option mehr. Vor unserer ersten 6-monatigen Reise durch Südostasien haben wir uns dann intensiv mit dem Thema beschäftigt.
Da wir unsere Fotos im RAW-Format speichern, ist ein Bild 20 oder 30 Megabyte groß. In sechs Monaten kommt da einiges an Datenmengen zusammen, sodass wir wahrscheinlich eine ganze Kiste Speicherkarten hätten mitnehmen müssen.
Selbst, wenn wir nicht mit Handgepäck reisen würden, würde eine Kiste Speicherkarten definitiv nicht auf unserer Packliste stehen.
Außerdem sind Speicherkarten auch nicht das zuverlässigste Speichermedium. So ein kleines Ding hat man schnell mal verloren und wie wir erst kürzlich erleben mussten, kann eine Speicherkarte auch mal kaputtgehen. Aber dazu später mehr.
Ich denke, wir sind uns einig, dass es einen besseren Plan braucht, um seine Fotos auf Reisen zu sichern. Und den zeigen wir dir jetzt.
Unser Equipment zum Sichern von Fotos unterwegs
Für die Sicherung unserer Bilder brauchen wir die folgenden 5 Zutaten:
- Laptop: Wir nutzen Macbooks, grundsätzlich funktioniert aber hier natürlich jeder Laptop
- Speicherkarten: Wir haben auf unseren Reisen acht 32 GB SD-Karten dabei. Grundsätzlich bekommt man SD-Karten aber auch fast überall auf der Welt zu kaufen und selbst in Asien in jedem kleinen Supermarkt, weshalb man sich jederzeit schnell Ersatz besorgen kann.
- Externe Festplatten: Wir nutzen diese SSD-Festplatten von Sandisk und sind damit sehr zufrieden.
- Adobe Lightroom: Das Bildbearbeitungsprogramm unserer Wahl ist Lightroom. Denn es ist nicht nur super zum Bearbeiten der RAW-Dateien, sondern unterstützt uns auch beim Verwalten, Sortieren und vor allem beim Aussortieren von Fotos. Wir nutzen dazu das monatliche Abo der Creative Cloud.
- Online Datenspeicher: Egal wie viele Computer, Festplatten und SD-Karten wir dabeihaben: Wenn unser Gepäck geklaut wird oder einen Wasserschaden erleidet oder explodiert oder was auch immer, dann ist alles weg. Deshalb ist ein externer Datenspeicher für uns extrem wichtig. Wir speichern unsere Fotos also auch noch online. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie z. B. das Google Drive oder die Dropbox.
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Unser Workflow zum Speichern von Fotos auf Reisen
Wir haben mittlerweile einen mehr oder weniger fest definierten Workflow für uns gefunden, den wir zum Sortieren und Speichern unserer Fotos auf Reisen nutzen.
Bewusst fotografieren
Ein wichtiger Schritt passiert schon, bevor wir überhaupt ein Foto schießen: Nachdenken! Da wir aus eigener Erfahrung wissen, wie anstrengend es ist, nach einer Woche 5.000 Fotos zu sortieren, sind wir mittlerweile dazu übergegangen, weniger Fotos zu machen.
Waaaas? Vielleicht denkst du jetzt, wir sind völlig verrückt geworden. Natürlich nicht, wir kennen uns nur selbst viel zu gut und wissen, dass viele Fotos unsortiert und unbearbeitet liegen bleiben würden, wenn der Berg an Bildern zu groß wird.
Deshalb fotografieren wir mittlerweile noch bewusster, als vorher. Wir denken mehr darüber nach, wie wir ein Motiv in Szene setzen wollen und knipsen nicht wild drauflos. Letzteres sollte man aber grundsätzlich eh niemals tun.
Dadurch haben wir am Ende des Tages nicht nur viel weniger Fotos auf unseren Speicherkarten, die gemachten Fotos sind am Ende auch einfach besser.
Natürlich kommt es trotzdem ab und zu vor, dass wir am Abend beide mit jeweils 300 Fotos auf der Speicherkarte zurückkommen. Hier kommen wir jetzt gleich auch zum nächsten Schritt.
Regelmäßig Fotos sichten und aussortieren
Schritt 2 bereitet uns selbst noch die meisten Probleme, einfach weil wir da oft noch etwas zu nachlässig sind. Unser Ziel ist es, jeden Abend oder zumindest am nächsten Tag die Fotos eines Tages zu sichten und auszusortieren.
Manchmal klappt das schon ganz gut, aber es kommt trotzdem noch vor, dass wir über eine Woche lang Fotos ansammeln und dann vor einem riesigen Berg Bilder stehen.
Beim Sortieren gehen wir wie folgt vor: Wir importieren alle Fotos eines Tages oder eben einer Woche in Lightroom und kopieren sie dabei auf eine unserer externen Festplatten.
Anschließend schauen wir uns zusammen alle Fotos an und sortieren knallhart aus. Basti ist da meistens noch etwas rigoroser als Jenny, aber am Ende bleiben weniger als die Hälfte der Fotos übrig.
Das Aussortieren machen wir übrigens mit den tollen Fähnchen in Lightroom. Alle abgelehnten Bilder erhalten ein schwarzes Fähnchen und werden nach dem Sortieren direkt gelöscht.
Wir löschen die Fotos nicht nur aus Lightroom, sondern direkt auch von der Festplatte. So brauchen wir insgesamt viel weniger Speicherplatz.
Doppelt gesichert hält besser
Im nächsten Schritt kopieren wir alle Fotos von der einen externen Festplatte auf die andere, sodass wir immer zwei komplette Sicherungen unserer Fotos dabeihaben. Falls eine der Festplatten den Geist aufgibt, haben wir alle Bilder noch auf der anderen.
Dreifach gesichert hält noch besser
Wenn aber nun beide Festplatten kaputtgehen oder geklaut werden, stehen wir vollkommen nackig da. Also im übertragenen Sinne.
Deshalb speichern wir die sortierten und für gut befundenen Fotos auch noch mal online.
Es gibt eine ganze Menge Anbieter, bei denen du Online-Speicherplatz bekommst. Wir legen unsere Bilder einfach auf unserem eigenen Server ab. Auf diese Weise sind unsere Fotos immer an einem sicheren Ort gespeichert und wir können aus der ganzen Welt darauf zugreifen.
Das Hochladen großer Bilddateien ist natürlich nicht überall möglich. In Thailand funktioniert das relativ gut, auf den Philippinen eher weniger. Bei der dortigen Internetverbindung sind wir froh, wenn wir ab und zu mal unsere E-Mails checken können.
Den Luxus eines eigenen Servers hat natürlich auch nicht jeder. Es gibt aber sehr viele Anbieter, bei denen du kostenlos oder für wenig Geld Online-Speicherplatz bekommst.
Die bekanntesten Anbieter sind wahrscheinlich Google Drive oder die Dropbox, die wir selbst beide ebenfalls nutzen.
Beide bieten kostenlosen Speicherplatz an, bei Dropbox sind es 2 GB und bei Google Drive 15 GB. Das ist natürlich zum Abspeichern von RAW-Dateien nicht viel, aber man kann bei beiden Anbietern zusätzlichen Speicherplatz kaufen.
Bei Dropbox bekommst du 1 TB Speicherplatz für 9,99 Dollar monatlich oder 99 Dollar pro Jahr. Bei Google Drive kostet 1 TB ebenfalls 9,99 Dollar im Monat.
Fazit: Absolute Sicherheit für Fotos gibt es nicht
Mit diesem Workflow fühlen wir uns ziemlich sicher. Natürlich kann es uns dennoch passieren, dass die Fotos verloren gehen, bevor wir sie auf unseren Online-Speicher hochladen konnten. Dann haben wir einfach Pech gehabt.
Viel mehr Sicherheit ist aber in Asien nicht möglich, da die Upload-Geschwindigkeiten meistens an die Zeiten eines 56k-Modems erinnern. Bislang ist alles gut gegangen und wir hoffen, dass das auch weiterhin der Fall sein wird. In Europa ist es da natürlich schon wesentlich einfacher, die Bilder auch online zu sichern.
Exkurs: Speicherkarten schützen
Wir hatten am Anfang des Artikels schon erwähnt, dass wir schon Erfahrungen mit einer kaputten Speicherkarte machen durften. Das ist echt nicht schön.
Auf einigen Fotos waren plötzlich lustige bunte Streifen zu sehen und wir hatten schon Angst, dass Jennys Kamera den Geist aufgibt. Nach einigen Recherchen haben wir aber die Speicherkarte als Übeltäter ausgemacht und sowas ist wohl gar nicht mal so selten.
Speicherkarten sind eben auch empfindliche Medien und da kann schon mal etwas kaputt gehen. Mit einigen Vorsichtsmaßnahmen kannst du das Risiko aber zumindest deutlich verringern:
Tipp 1: Speicherkarten nicht einfach so in die Tasche schmeißen
Ok, dieser Tipp sollte eigentlich selbstverständlich sein, wobei wir selbst früher nicht besonders pfleglich mit Speicherkarten umgegangen sind. Wenn du Speicherkarten kaufst, ist da oftmals schon eine kleine Plastikhülle dabei. Benutze sie!
Wenn es etwas edler sein soll oder du lieber eine Hülle für alle Speicherkarten haben möchtest, statt vieler einzelner Hüllen, kannst du dir auch ein tolles Speicherkarten-Etui zulegen.
Wir können diese Aufbewahrungslösung empfehlen: Speicherkarten Aufbewahrung.
Tipp 2: Bilder niemals auf der Kamera löschen
Meistens schaut man sich ein Bild direkt auf dem Kameradisplay an, nachdem man auf den Auslöser gedrückt hat. Ist es schief, verwackelt, zu hell oder zu dunkel oder hat einen falschen Bildausschnitt, dann wird ganz schnell auf die Löschen-Taste gedrückt.
Wenn es nicht unbedingt sein muss: Lass es! Sortiere die Bilder besser nur am Rechner aus. Durch das Löschen von Bildern direkt auf der Kamera erhöhst du die Wahrscheinlichkeit für Datenfehler.
Tipp 3: Formatiere deine Speicherkarte immer nach dem Einlegen
Nachdem du deine Bilder auf den Rechner bzw. auf die externe Festplatte überspielt hast, solltest du deine Speicherkarte komplett leeren.
Um die Gefahr von Datenfehlern zu minimieren, solltest du deine Speicherkarte jedes Mal formatieren, nachdem du sie wieder in die Kamera eingesetzt hast.
Aber Vorsicht: Geh immer sicher, dass du alle Bilder gesichert hast. Wenn die Speicherkarte formatiert wurde, ist sie leer!
