Bildgestaltung Tipps: So trainierst du dein fotografisches Auge

Bildgestaltung ist so eine Sache. Es gibt einige Regeln zur Bildgestaltung und viele Dinge, die man beachten kann. Muss man aber nicht. Wir finden es besser, wenn man sich beim Fotografieren nicht zu viele Gedanken macht und den Spaß nicht dabei vergisst.

Allerdings lohnt es sich schon, das eigene Auge für eine bessere Bildgestaltung zu trainieren. Wir zeigen dir in diesem Beitrag 6 verschiedene Wege, wie du das machen kannst.

Wir haben bewusst den Artikel nicht „Regeln der Fotografie“ genannt, sondern es praktischer gehalten und dir ein paar Tipps für Fototouren gegeben, die du einfach mal probieren kannst.

Am besten du schnappst dir gleich nächstes Wochenende deine Kamera und los geht’s. Wir wünschen dir viel Spaß und unheimlich viel #kameraliebe.

Wenn du Lust hast mehr über die Bildgestaltung zu lernen, dann ist unser Online-Fotokurs bestimmt genau das richtige für dich. Denn dort bringen wir dir, in leicht verständlichen Texten und Videos, das komplette Basiswissen der Fotografie.

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#1 Augenhöhe ist nicht immer die beste Höhe

Meistens fotografiert man im Stehen. Grundsätzlich ist das auch eine gute Variante um Fotos zu machen. Oft lohnt es sich aber auch, die gewohnte Augenhöhe zu verlassen.

Für dich mag es vielleicht total bescheuert aussehen, wenn du andere mit der Kamera auf dem Boden liegen siehst. Aber erstens, ist es doch super mal etwas Verrücktes auszuprobieren und zweitens, ist es gar nicht so verrückt, wie es aussieht.

Stell dir mal vor, wir sprühen vor dir einen Kreis auf den Boden. In den Kreis darfst du dich dann reinstellen und deine Aufgabe ist es, ein Motiv aus verschiedenen Höhen zu fotografieren.

Du wirst überrascht sein, welche unterschiedlichen Bilder du erhältst, wenn du die Höhe veränderst.

Aus der Vogelperspektive wirken Motive oft kleiner und die Perspektive gibt dem Bild auch schon mal eine herablassende Wirkung. Umgekehrt kannst du durch die Froschperspektive Motive auch mal größer wirken lassen.

Probier das doch einfach mal aus. Schnapp dir deine Kamera, such dir ein Motiv und fotografiere es aus 10 unterschiedlichen Perspektiven.

Du darfst dich natürlich auch bewegen und musst nicht in einem imaginären Kreis vor dir auf dem Boden stehen bleiben.

Hongkong
Dieses Bild ist von einer Fußgängerbrücke über der Straße in Hongkong entstanden.
Fotografiert aus Bodenhöhe
Und dieses Bild von ganz unten.

#2 Entscheide dich für ein Objektiv

Du kannst wirklich unheimlich gut an deinem fotografischen Auge feilen, wenn du dich mal für längere Zeit mit nur einem Objektiv bzw. mit nur einer Brennweite beschäftigst.

Wir haben dir schon, wahrscheinlich mehrmals, von unserer Liebe zu Festbrennweiten erzählt. Eine Festbrennweite hat viele Vorteile.

Einer ist, dass du durch die Benutzung einer Festbrennweite viel zum Thema Bildgestaltung dazulernen kannst.

Wenn du dein Auge für die Bildgestaltung schulen willst, ist es immer eine gute Idee mal nur mit einer Brennweite zu fotografieren. Das ist zumindest unsere Meinung. Es ist zwar „anstrengender“, weil du nur dich und nicht den Zoom deines Objektivs bewegen kannst, aber gleichzeitig auch so viel spannender.

Mit einem Festbrennweitenobjektiv musst du dir zwangsweise mehr Gedanken um den Bildaufbau machen, als bei einem Zoom-Objektiv.

Unser Tipp: Wenn du keine Festbrennweite hast, kannst auch einfach an deinem Zoomobjektiv eine feste Brennweite einstellen und mit Tesafilm festkleben. Probier es einfach mal aus. Zieh mit deiner Kamera los und beobachte was du mit einer festen Brennweite anders machst.

Reisefotografie - Auswahl der Kamera
Jenny fotografiert am liebsten mit ihrer 35 mm Festbrennweite für ihre Sony Alpha 7ii.

#3 Negativer Raum

Wir stehen total auf Bilder mit einem sogenannten negativen Raum. Der Negative Raum beschreibt den „leeren“ Raum in einem Bild. Damit ist der Bereich des Bildes gemeint, der dein Hauptmotiv umgibt, aber scheinbar nichts zum Bild selbst beiträgt.

Der „leere“ Raum sorgt dafür, dass dein Auge sofort auf das wichtigste im Bild gelenkt wird. Bilder mit einem sehr großen negativen Raum wirken deshalb oft sehr besonders.

Dieses Stilelement richtig einzusetzen ist gar nicht so einfach, wie es auf den ersten Blick scheint. Man bekommt aber mit der Zeit ein Gefühl dafür. Also, auch hier: üben, üben, üben!

Negativer Raum
Negativer Raum

#4 Schwarz-Weiß Bilder machen

Auch unsere Leidenschaft zur Schwarz-Weiß-Fotografie haben wir vielleicht schon mal erwähnt. Wenn nicht, wird’s Zeit.

In Schwarz-Weiß wirken Bilder oft komplett anders, als in bunt. Das ist das Faszinierende daran.

Auch hier ist unser Tipp: Geh raus und fotografier mal einen Tag oder auch länger nur in Schwarz-Weiß. Du wirst erstaunt sein, was du alles ganz selbstverständlich über Bildgestaltung lernst.

Denn ohne Farbe kannst du dich plötzlich auf völlig andere Dinge konzentrieren. Motive, die Strukturen, Linien oder bestimmte Muster haben, wirken besonders toll in Schwarz-Weiß.

Teufelsberg Lost Place
Der Teufelsberg in Schwarz-Weiß.

#5 Details, die sich wiederholen

Muster, Linien oder bestimmte Strukturen sind nicht nur in der Schwarz-Weiß Fotografie der Hit, sondern können auch in Farbe super wirken. Vor allem, wenn sich diese Muster wiederholen.

Sich wiederholende Strukturen, können auf der Kamera noch viel besser als im Original aussehen. Das kommt daher, dass der Betrachter ja nur das siehst, was du ihm auf dem Bild zeigen willst. Du siehst ja auch noch alles, was sich um das Motiv herum befindet und hast viel mehr Ablenkung.

Auch hier lohnt es sich, dass du mit deiner Kamera raus gehst und mal nur auf solche Details achtest. Wiederholende Formen findest du überall, man achtet nur oft nicht auf sie. Pflastersteine auf der Straße, Mauern, Stromleitungen über dir.

Muster oder Formen, die sich wiederholen sind richtig tolle Motive. Oft macht man ein Foto von einem Motiv und stellt erst währenddessen fest, dass bestimmte Details eigentlich viel interessanter sind.

Wiederkehrende Muster
Wiederkehrende Muster

#6 Linien

Viele Fotos haben Linien. Vertikale Linien, horizontale Linien, diagonale Linien. Auch Linien sind tolle Bildgestaltungs-Elemente.

Um diese in Motiven zu entdecken, braucht man ebenfalls ein gut geschultes Auge.

Horizontale Linien geben dem Bild oft eine ruhige Wirkung. Diagonale Linien können das Bild interessanter machen.

Geschwungene Linien, die sich durch das Bild schlängeln, lockern ein Bild oft auf.

Oft gibt die Verbindung zweier verschiedener Linien deinem Bild den letzten Kick. Achte einfach mal darauf, wenn du durch den Sucher guckst.

Welche Linien siehst du im Bild? Kannst du, in dem du die Perspektive leicht veränderst, auch die Linie verändern und dadurch die Bildwirkung?

National Music Centre
Beispiel für das Bildgestaltungs-Element Linien: Das National Music Centre in Calgary.
Linien Mauer
Oder diese Mauer in Kiev.

Fazit zur Bildgestaltung

Es gibt sehr viele Möglichkeiten, wie du dein Auge trainieren kannst. Das sind ein paar davon, die wir selbst spannend finden.

Warum nicht mal einen Tag nur Muster oder Linien fotografieren? Es bringt auch echt Spaß, sich mal nur auf Schwarz-Weiß Fotografie zu fokussieren.

Und das Tolle ist, es macht nicht nur Spaß, sondern bringt auch noch unglaublich viel!

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