Kurz und knackig

  • Eine Festbrennweite ist ein Objektiv mit nur einer Brennweite.
  • Dadurch kann es kleiner und leichter gebaut. Außerdem hat es einer spitzen Bildqualität.
  • Mit einer Festbrennweite fotografierst du bewusster. Nach einer Eingewöhnungszeit wird deine Fotografie davon stark profitieren.
  • Durch die hohe Lichtstärke eignen sich Festbrennweiten ideal für Portraitfotos, da du den Hintergrund schön in der Unschärfe verschwimmen lassen kannst.

Was ist überhaupt eine Festbrennweite?

Die meisten Hobbyfotografen sind in der Regel mit einem Zoom-Objektiv unterwegs, bei dem man die Brennweite innerhalb eines gewissen Rahmens einstellen kann. Man kann also Motive heranzoomen.

Wenn dir der Begriff Brennweite noch gar nichts sagt, oder du noch mehr darüber erfahren möchtest, dann empfehlen wir dir mal einen Blick auf unseren Online-Fotokurs zu werfen. Dort erklären wir dir alle Grundlagen der Technik in ganz einfachen Worten, damit du bald selbst wunderschöne Fotos machst.

Wahrscheinlich hast du dir deine erste Kamera auch in Verbindung mit einem Kit-Objektiv gekauft. Diese haben oft eine Brennweite von 18-55 mm oder auch 18-105 mm. Das ist völlig legitim. Damit kannst du also zwischen den einzelnen Brennweiten an dein Motiv raus- und reinzoomen.

Das kannst du mit einer Festbrennweite nicht. Wenn du eine 35 mm-Festbrennweite hast, kannst du auch nur mit einer Brennweite von 35 mm fotografieren. Zoomen kannst du damit also nicht.

Wir haben z. B. eine 35 mm und 50 mm Festbrennweite.

Wenn du dich jetzt fragst, warum zur Hölle du dich so einschränken solltest, dann haben wir hier einige gute Gründe für dich.

Vorteile einer Festbrennweite

Hier kommen unsere 6 Gründe für eine Festbrennweite. Natürlich gibt es noch weitere Vorteile, aber das sind definitiv die Wichtigsten.

Mit einer Festbrennweite fotografierst du bewusster und lernst, bessere Bilder zu machen

Mit einer Festbrennweite in Tokio
Dieses Bild aus Tokio ist mit einer Festbrennweite entstanden.

Mit einem Zoomobjektiv ist ja alles so einfach. Du stehst irgendwo und zoomst dein Motiv ganz einfach heran. Mit einer Festbrennweite musst du allerdings deine Beine benutzen, um den gewünschten Bildausschnitt zu fotografieren.

Du musst auf dein Motiv zugehen, vielleicht sogar die Straßenseite wechseln oder dir eine neue Perspektive suchen. Dadurch denkst du viel intensiver über deine Bildgestaltung nach.

Klingt anstrengend? Ist es nicht. Wir haben wirklich kaum Zeit zur Umgewöhnung gebraucht und haben schnell die positiven Effekte gemerkt.

Du machst dir viel mehr Gedanken über das Motiv und drückst nicht mehr so schnell einfach auf den Auslöser. Das Resultat: bessere Fotos!

Mit einem Zoom-Objektiv macht man schnell zu viele Bilder von einem Motiv – hier noch ein bisschen rangezoomt, da noch ein bisschen weiter weg – und am Ende entscheidest du dich dann am Laptop für das beste Bild aus 50. Kommt dir das bekannt vor?

Mit einer Festbrennweite verlagert sich der Entscheidungsprozess zum Fotografieren.

Dadurch werden deine Fotos nicht nur deutlich besser, sondern es macht auch mehr Spaß und das ist doch das A und O, oder? Das ist auch ein Grund warum Festbrennweiten auch für Einsteiger super sind.

Die Lernkurve ist enorm und gerade, wen du noch nicht so viel Erfahrungen mit dem Thema Bildgestaltung hast, können wir dir den Kauf einer Festbrennweite wärmstens ans Herz legen.

Eine Festbrennweite ist klein und leicht

Ein Zoomobjektiv ist meistens viel schwerer als eine Festbrennweite. Ein durchschnittliches Zoomobjektiv wiegt ca. 500 bis 600 Gramm. Eine Festbrennweite wiegt oftmals nur die Hälfte und ist natürlich auch viel kleiner.

Gerade auf Reisen haben wir die Kamera manchmal stundenlang in der Hand. Das macht dann schon einen himmelweiten Unterschied, ob wir ein Objektiv mit 600 Gramm oder nur 300 Gramm auf unsere Kamera geschraubt haben.

Wenn wir in Städten auf Fototour unterwegs sind, haben wir inzwischen oft nur noch die Festbrennweite dabei. So lässt sich jede Stadt viel entspannter erkunden.

Eine Festbrennweite ist unheimlich lichtstark

Festbrennweiten sind oftmals sehr lichtstark. Das liegt daran, dass sie fast immer eine sehr große Blendenöffnung haben.

Sie lassen also mehr Licht auf den Sensor, wodurch man auch bei schlechteren Lichtverhältnissen noch gute Fotos machen kann, ohne ein Stativ zu benutzen oder den ISO-Wert hochschrauben zu müssen.

Die meisten Festbrennweiten haben eine maximalen Blende zwischen f/1.4 und f/2.8. Eine solche Lichtstärke wirst du bei einem Zoomobjektiv nicht finden, zumindest nicht im unteren Preissegment.

Zum Vergleich: Die meisten Kit-Zoomobjektive haben eine maximale Blendenöffnung von f/3.5. Das ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Unterschied wie Tag und Nacht.

Mit einer Festbrennweite kannst du tolle Portraitfotos machen

Portrait Jenny
Portraitfoto von Jenny mit weit geöffneter Blende

Je größer die Blendenöffnung, desto geringer ist die Schärfentiefe. Die große Lichtstärke der Festbrennweiten-Objektive hat also noch einen zweiten interessanten Nebeneffekt.

Mit einer weit geöffneten Blende kannst du dein Motiv im Vordergrund scharf stellen, während der Hintergrund unscharf ist. Diese Unschärfe nennt man übrigens Bokeh.

Gerade für Portraitfotos ist sowas natürlich schön. Hier siehst du zwei Portraits von uns, die mit einer Festbrennweite entstanden sind.

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Eine Festbrennweite ist günstig zu haben

Bevor der Aufschrei kommt: Natürlich sind nicht alle Festbrennweiten günstig.

Wie bei allen anderen Objektivtypen auch, kann man für eine Festbrennweite auch ein kleines Vermögen lassen. Die Einsteigermodelle sind aber wirklich günstig zu haben und dabei qualitativ mehr als in Ordnung.

Eine Einsteiger-Festbrennweite bekommst du teilweise schon für etwas mehr als 100 Euro. Ein paar Beispiel findest du am Ende des Beitrags.

Du wandelst auf den Spuren von Henri Cartier-Bresson

Henri Cartier-Bresson ist wohl einer der bekanntesten Fotografen der Welt.

Er war Mitbegründer der Agentur Magnum, Pionier der Straßenfotografie und immer ausschließlich mit einer 50 mm Festbrennweite ausgerüstet. So besagt es zumindest der Mythos.

Ein Leser hat uns darauf hingewiesen, dass Cartier-Bresson sehr wohl auch mit anderen Objektiven unterwegs war.

Das 50 mm-Objektiv war aber bestimmt sein absoluter Favorit. Wenn dieser große Fotograf mit einer Festbrennweite ausgekommen ist, dann kannst du das doch auch, oder?

Welche Festbrennweite kaufen? Ein kleiner Ratgeber!

Möchtest du dir jetzt eine Festbrennweite zulegen? Prima!

Typische Brennweiten

Es gibt natürlich unzählige Brennweiten, für die du dich entscheiden kannst. Besonders gängig sind aber die folgenden drei:

  • 35 mm – Der Allrounder: Das ist die „Reportage-Brennweite“. Sie entspricht etwa dem menschlichen Blickfeld und ist perfekt für Städtetrips, Streetfotografie und Landschaften, bei denen man noch etwas vom Kontext sehen will. Wenn du nur eine Festbrennweite mitnimmst, ist es meistens diese.
  • 50 mm – Der Alleskönner: Das „Normalobjektiv“. Es ist ideal für Street-Details, Reise-Porträts oder das Essen im Restaurant.
  • 85 mm – Der Porträt-Spezialist: Diese Brennweite ist perfekt, um Menschen oder Details freizustellen. Der Hintergrund verschwimmt in einem wunderschönen Bokeh, was deine Porträts sofort professionell aussehen lässt. Auf Reisen ist es toll, um Gesichter einzufangen, ohne den Menschen mit der Kamera zu nah auf die Pelle zu rücken.

Wichtig: Der Crop-Faktor (APS-C vs. Vollformat)

Bevor du dich für eine Brennweite entscheidest, musst du wissen, welche Kamera du hast. Die oben genannten Werte beziehen sich immer auf das Vollformat.

Hast du eine Kamera mit einem kleineren Sensor (APS-C, wie bei den meisten Fujifilm- oder vielen Sony- und Nikon-Einsteigerkameras), musst du den sogenannten Crop-Faktor (meist 1,5x) einberechnen. Das bedeutet:

  • Ein 23 mm Objektiv an APS-C wirkt wie 35 mm.
  • Ein 35 mm Objektiv an APS-C wirkt wie ca. 50 mm.
  • Ein 56 mm Objektiv an APS-C wirkt wie ca. 85 mm.

Kurz gesagt: Wenn wir in unseren Guides von 35 mm oder 50 mm sprechen, meinen wir den Bildeindruck. Achte beim Kauf darauf, ob das Objektiv für deinen Sensortyp gerechnet ist, damit du am Ende den Bildausschnitt bekommst, den du erwartest.

Unsere Empfehlungen für Festbrennweiten

Wir haben für die gängigsten Kameramodelle unsere Objektiv-Favoriten herausgesucht. Schau dir also einfach den Artikel zu unseren Objektivtipps für deine Kamera an. Da findest du auch konkrete Tipps für Festbrennweiten.