Kameraversicherungen im Test: Lohnt sich eine Fotoversicherung?

Du möchtest deine Fotoausrüstung versichern, weißt aber nicht, was du bei einer Kameraversicherung beachten musst? Das Angebot an Versicherern überfordert dich? Hier bist du richtig. Wir erklären dir, worauf du bei Kameraversicherungen achten solltest und stellen einige Versicherungen kurz vor.

Seit wir fotografieren, beschäftigt uns das Thema Versicherung unserer Fotoausrüstung. Die Angebote guter Versicherungen sind rar und meist finanziell nicht interessant – vor allem nicht für die Hobbyfotografie.

Wie oft haben wir uns schon die Frage gestellt, ob es wirklich Sinn ergibt, unser Equipment zu versichern, obwohl wir es ja nicht tagtäglich benutzen?

In diesem Artikel haben wir uns genau mit diesen Fragen auseinandergesetzt und möchten dich bei deiner Entscheidung für oder gegen eine Kameraversicherung unterstützen.

Wann lohnt sich eine Kameraversicherung?

Wir möchten alle nicht gerne darüber nachdenken, aber die Wahrscheinlichkeit, dass deiner Fotoausrüstung mal etwas passiert, ist gar nicht so gering.

Wir sind jetzt einfach mal ganz tapfer und schauen uns typische Schreck-Szenarien an:

  • Du lässt deinen Rucksack mit deiner Fotoausrüstung nur kurz aus den Augen und zack ist er weg.
  • Du bist einfach manchmal – wie wir ein Tollpatsch – und stolperst beim Fotografieren mitsamt der Kamera ins Wasser.
  • Du willst nur eben schnell noch hoch auf den Felsen klettern, damit du die Aussicht besser fotografieren kannst und deine eigene Energie gibst du an deine Kamera ab, die um deinen Hals hängt und bähm, gegen den Felsen knallt.
  • Du bist mit Kindern unterwegs… (müssen wir mehr sagen?).
  • Du hängst deine Kameratasche – wie Basti – in einer Toilette in Singapur ganz oben an einen Toilettenhaken, der dann leider nachgibt und mitsamt deiner Fotoausrüstung auf den harten Fliesenboden knallt.

Wir könnten die Liste unendlich erweitern, lassen wir jetzt aber lieber. Denn den Fakt haben wir wohl alle verstanden: Wenn die Fotoausrüstung kaputt geht, ist das verdammt ärgerlich.

Nicht nur, weil man sie ja auch liebgewonnen hat, sondern weil sie einfach auch teuer ist. Die Kosten für so eine Kameraausrüstung liegen schnell im drei- oder vierstelligen Eurobereich – den emotionalen Wert rechnen wir am besten gar nicht erst ein.

Bild beschädigte Kamera
Bild einer beschädigten Kamera

Welche Versicherungen für meine Fotoausrüstung gibt es?

Es gibt unendlich viele Versicherungen, die mal mehr und mal weniger nützlich sind. Vielleicht hast du sogar schon eine Versicherung, die einen Grundschutz bietet, ohne es zu merken.

Solch eine Versicherung wäre z. B. deine Hausratversicherung. In manchen Fällen greift diese bei deinem Kameraequipment. Meistens jedoch nur, wenn innerhalb deiner vier Wände etwas mit der Kamera passiert.

Eine Außenversicherung ist nicht die Regel und wenn, dann sind oft nur sehr bestimmte Schadensfälle, die beispielsweise in deinem Hotelzimmer passieren, versichert. Die meisten Gefahren für die Ausrüstung lauern aber eher draußen.

Die Haftpflichtversicherung ist ebenfalls eher für den Ausnahmefall gedacht. In erster Linie sichert sie dich ab, wenn du anderen einen Schaden zufügst. Die eigene Ausrüstung ist darüber nicht direkt mitversichert.

Zuletzt gibt es noch die Garantie. Dabei ist es von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich, wie lang die Garantie läuft und welche Schäden diese abdeckt. Gesetzlich vorgegeben ist nur die Gewährleistung für zwei Jahre, die für Schäden eintritt, die schon bei dem Kauf vorhanden waren.

Doch all die genannten Versicherungen versichern eher nur in Ausnahmefällen dein Foto-Equipment. Um gegen alle Gefahren geschützt zu sein, brauchst du also eine Versicherung, die speziell für Kameras und das übrige Equipment gedacht ist.

Was solltest du bei der Kameraversicherung beachten?

Eine Kameraversicherung oder umgangssprachlich auch gerne mal Fotoversicherung genannt, deckt mehr ab als die Hausrat- oder Haftpflichtversicherung. Falls doch ein Schutz fehlen sollte, kannst du diesen häufig hinzubuchen.

Etwa einen Diebstahlschutz oder ein Schutz, der auch außerhalb von Deutschland gilt. So kommt allerdings in manchen Fällen schnell ein hoher Jahresbeitrag zustande. 100 Euro und mehr sind keine Seltenheit.

Es gibt einige Punkte, die du vor dem Abschluss einer Versicherung bedenken solltest. Hier schon einmal eine Liste mit Punkten, die uns wichtig sind:

  • Gegen welche Gefahren ist deine Kamera versichert?
  • Ist auch Selbstverschuldung mitversichert?
  • Ab wann gilt der Versicherungsschutz?
  • Wo gilt der Versicherungsschutz? (Weltweit/Europaweit…)
  • Ist dein gesamtes Equipment mitversichert? (Objektive, Zubehör…)
  • Wird im Schadensfall der Neuwert oder Zeitwert erstattet?
  • Gibt es eine Selbstbeteiligung im Schadensfall?
  • Kann gebrauchtes Equipment versichert werden?
  • Wie läuft der Prozess der Erstattung ab?

Einige der Punkte schauen wir uns nun genauer an:

Was ist mitversichert?

Eine Kameraausrüstung besteht oftmals aus mehr als einer Kamera und einem Objektiv. Vor allem, wenn es um Diebstahl geht, ist eben nicht nur die Kamera und ein Objektiv weg. Speicherkarten, Filter, Kameratasche, Ersatzakkus und co. sind ebenso gestohlen, wenn es ganz blöd läuft.

Schau in den Versicherungsbedingungen genau nach, ob auch das Fotografie-Zubehör mitversichert ist und welche Nachweise du behalten bzw. einreichen musst, um zu bestätigen, dass du diese Dinge auch wirklich besessen hast.

Welche Schäden sind abgedeckt?

Die Kamera ist schnell hingefallen, aber schützt die Versicherung überhaupt gegen selbstverschuldete Unfälle? Im Zug steht deine Kameratasche neben dir. Kurz nicht aufgepasst und schon ist sie weg. Greift dabei die Versicherung?

Manche Versicherungen sind sehr findig darin, Situationen im Kleingedruckten auszuschließen, sodass du keinen Anspruch auf Schadensersatz hast.

Das gilt natürlich nicht für alle, aber schau dir tatsächlich das Kleingedruckte bzw. den gesamten Vertrag an. Das kostet Mühe, aber kann dir im Zweifel Geld sparen.

Wie hoch sind die Kosten?

Manchmal sind die Kosten auf den ersten Blick nicht ganz offensichtlich. Ein Grundschutz etwa kostet einen geringen Betrag, aber durch weitere Optionen wie ein Diebstahlschutz, kann der Preis der Versicherung schnell in die Höhe schießen. Schau dir an, zu welchem Preis du welche Leistung bekommst.

Was passiert im Schadensfall?

Mach dich schon bevor etwas passiert schlau, was du im Schadensfall zu tun hast. Bei einem Diebstahl ist es die Regel, dass du innerhalb weniger Tage zur Polizei musst, um eine Anzeige aufzugeben.

Oftmals werden die Kaufbelege der Kameras und des übrigen Zubehörs benötigt. Pass auf deine Belege auf! Wir digitalisieren mittlerweile alles, was wir an Rechnungen bekommen, sodass wir schnellen Zugriff darauf haben.

Wird der Zeit- oder Neuwert erstattet?

Versicherungen bieten auf den ersten Blick häufig einen ähnlichen Schutz an. Günstige Versicherungen unterscheiden sich meist dadurch, dass du nur den Zeitwert deiner Kamera erstattet bekommst.

Wenn du deine Kamera beispielsweise vor zwei Jahren für 2.000 Euro gekauft hast, kann es schnell passieren, dass du bei einem Totalschaden deutlich weniger als die 2.000 Euro zurückbekommst.

5 Kameraversicherungen im Vergleich

Wir haben uns für dich umgeschaut und einige Kameraversicherungen herausgesucht, um sie dir kurz vorzustellen.

Wir haben für dich für jede Versicherung ausgerechnet, wie viel du für eine Kameraausrüstung im Wert von 2.000 Euro pro Jahr zahlen müsstest. Dazu wählen wir, wenn möglich, die Diebstahlversicherung dazu und eine Selbstbeteiligung von 0 Euro.

Hepster

Die Hepster Kameraversicherung bietet dir den üblichen Schutz, also Bruchschäden, Bedienungsfehler und co. Besonders ist, dass du statt eines Jahresabos auch ein Monatsabo abschließen kannst. Das Jahresabo ist jedoch deutlich günstiger.

Auf der Webseite der Versicherung siehst du in dem eingebauten Rechner direkt, wie viel Geld du pro Monat oder Jahr bezahlen musst. Bei der Monatsabo kannst du nach einer Mindestlaufzeit von drei Monaten jederzeit zum nächsten Monat kündigen.

  • Versicherte Schäden: Bruchschäden, Bedienungsfehler, Akku und Display, Wasserschäden
  • Schutz vor Diebstahl: optional
  • Besonderheiten: Monatsabo möglich
  • Beitrag pro Jahr: ab 22,90 Euro
  • Beitrag für Kamera im Wert von 2.000 Euro: 107 Euro pro Jahr oder 13,80 pro Monat

Unsere Einschätzung:

Die Versicherung von Hepster empfehlen wir dir, wenn du deine Kosten gern monatlich im Blick haben möchtest. Zudem bietet sie durch die Möglichkeit, nach der Mindestvertragslaufzeit zu kündigen ein gewisses Maß an Flexibilität.

Zur Versicherung von Hepster

FotoFairSicherung

Die Fotofairsicherung bietet verschiedene Tarife an. Den Einstieg bildet der Fotofairsicherung Tarif Mini. Dabei bezahlst du ca. 120 Euro im Jahr.

Dein Equipment ist bis zu einem Wert von bis zu 3.500 Euro versichert. Das sollte für die meisten Ausrüstungen schon ausreichen. Alternativ gibt es noch weitere Tarife.

Der Schutz gilt weltweit. Punkte, die uns positiv aufgefallen sind, sind der Schutz gegen Diebstahl aus dem Hotelzimmer oder der Schutz, falls das Fluggepäck verloren geht. Perfekt für deine nächste Reise.

Im Schadensfall liegt die Selbstbeteiligung bei 200 Euro.

  • Versicherte Schäden: Bruchschäden, Bedienungsfehler, Akku und Display, Wasserschäden, Schäden durch Dritte
  • Schutz vor Diebstahl: inklusive
  • Besonderheiten: Selbstbeteiligung und Versicherungsumfang kann individuell festgelegt werden, Neuwert-Versicherung
  • Beitrag pro Jahr: ab ca. 120 Euro
  • Beitrag für Kamera im Wert von 2.000 Euro: 120 Euro pro Jahr bei einer Selbstbeteiligung von 200 Euro im Schadensfall

Unsere Einschätzung:

Die Fotofairsicherung wirbt selbst mit der Erstattung des Neuwertes im Schadensfall. Das ist ein großer Pluspunkt. Dafür gehört die Versicherung zu den teuersten mit ca. 120 Euro im Jahr. Wer auf Nummer sicher gehen will, ist mit dieser Versicherung gut beraten.

Zur Versicherung von FotoFairSicherung

FOTO-ASSekuranz

Die FOTO-ASSekuranz der P+P Versicherung bietet einen günstigen Jahresbeitrag. Wenn deine Kameraausrüstung um die 2.500 Euro kostet, dann zahlst du nur die Mindestprämie von etwa 60 Euro pro Jahr.

Damit ist die Versicherung unser Preis-Tipp. Gleichzeitig ist der Umfang der Versicherung sehr hoch.

Die Antragsstellung ist jedoch etwas altbacken und will nicht so recht in unsere Zeit passen.

  • Versicherte Schäden: Bruchschäden, Bedienungsfehler, Akku und Display, Wasserschäden, Schäden durch Dritte und vieles mehr
  • Schutz bei Diebstahl: inklusive
  • Besonderheiten: Aufgegebenes Fluggepäck ist versichert, Diebstahl aus dem Auto, Kleinteile(Akkus, Speicherkarten, …) mitversichert
  • Beitrag pro Jahr: ab ca. 60 Euro
  • Beitrag für Kamera im Wert von 2.000 Euro: ca. 71,40 Euro pro Jahr

Unsere Einschätzung:

Die Versicherung von P&P bietet in unseren Augen das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Du bezahlst wenig und bekommst dafür sehr viel Leistung, falls doch mal etwas schief geht.

Zur Versicherung von P&P

Fotoversicherung.com

Diese Versicherung erinnert sehr stark an die von P&P. Die Versicherung kostet ebenfalls um die 60 Euro im Jahr für dein Equipment. Das allerdings bei einem Wert von bis zu 1.538 Euro.

Der Schutz ist sehr umfangreich und deshalb eine Empfehlung von uns. Der Preis liegt auf den Monat runtergerechnet nur bei ca. 5 Euro für die Mindestprämie. Allerdings steigt dieser mit dem Gesamtwert der Ausrüstung noch.

  • Versicherte Schäden: Verschrammen & Verkratzen von Linsen, Beschädigung durch Bruch, Versehentliches Fallen lassen, Diebstahl und weiteres
  • Schutz vor Diebstahl: inklusive
  • Besonderheiten: Sehr umfangreicher Schutz, Kleinteile (Akkus, Speicherkarten, …) mitversichert
  • Beitrag pro Jahr: ab 60 Euro
  • Beitrag für Kamera im Wert von 2.000 Euro: ca. 77,35 Euro pro Jahr

Unsere Einschätzung:

Die Fotoversicherung.com bietet ebenfalls ein tolles Preis-Leistungs-Verhältnis und wurde zusammen mit Fotografen entwickelt. Die Antragsstellung erscheint uns jedoch nicht zeitgemäß. Wenn dich das nicht stört, kannst du mit dieser Versicherung dein nächstes Foto-Abenteuer starten.

Zur Versicherung von fotoversicherung.com

Aktivas

Aktivas nimmt eine kleine Sonderrolle ein, weil es ziemlich viele verschiedene Tarife gibt. Da ist für jeden was dabei.

Ein Alleinstellungsmerkmal ist die Kurzzeitversicherung für 14 oder 28 Tage. Wenn du einen längeren Trip planst und dein Equipment nur in dieser Zeit versichern möchtest, ist dies eine Möglichkeit um an einem Jahres oder Monatsbeitrag herumzukommen.

Diese Kurzzeitversicherung startet bei 17 Euro für 14 Tage, wenn du einen Selbstbehalt von 50 Euro in Kauf nimmst.

Der günstigste Jahresbeitrag liegt bei etwa 90 Euro.

  • Versicherte Schäden: Fallenlassen, Verlieren, Wasserschäden, Diebstahl – alles mitversichert
    Schutz vor Diebstahl: inklusive
  • Besonderheiten: Laptops und Tablets in kleinem Umfang mitversichert, Kurzzeittarif möglich
  • Tarife: viele verschiedene gestaffelt nach dem Wert der Ausrüstung
  • Beitrag pro Jahr: ab 90 Euro
  • Beitrag für Kamera im Wert von 2.000 Euro: 90 Euro bei einer Selbstbeteiligung von 75 Euro

Unsere Einschätzung:

Die Versicherung von Aktivas empfehlen wir dir vor allem dann, wenn du nur einen kurzen Urlaub planst und abseits deines Urlaubs keine Versicherung brauchst. So sparst du auf das Jahr gesehen viel Geld, da es bei dieser Versicherung die Tarife für 14 bzw. 28 Tage gibt.

Zur Versicherung von Aktivas

Unsere Fazit zu Kameraversicherungen

Wenn du sehr teures Equipment hast oder du deine Kamera häufig in für die Kamera gefährlichen Situationen nutzt, ist eine Kameraversicherung keine schlechte Sache.

Schau dir jedoch die Versicherung deiner Wahl noch einmal genau an. Ist dein gesamtes Equipment versichert? Gibt es eine Selbstbeteiligung? Gibt es sonst noch irgendwelche Fallstricke?

Wenn deine Kamera vergleichsweise günstig war, lassen sich kaum Gründe für eine Versicherung finden, denn die Kosten für die Versicherung übersteigen schnell die eigentlichen Kosten deiner Kamera.

Trotzdem ist es ärgerlich, wenn du auf dem Schaden sitzen bleibst, selbst wenn es eine vergleichsweise günstige Kamera war.

Überlege dir also genau, ob es sich für dich lohnt, eine Versicherung abzuschließen oder ob es finanziell mehr Sinn ergibt, dir monatlich einen kleinen Betrag zur Seite zu legen, um eine etwaige Reparatur oder einen Neukauf selbst zu finanzieren.

Hast du deine Fotoausrüstung versichert?

Wie gehst du mit dem Thema Kameraversicherung um? Was hältst du von unserer Auswahl an Versicherungen und hast du noch Fragen dazu? Wir sind gespannt auf deine Kommentare.