Objektiv-Filter: So funktioniert die Filter-Fotografie!

Wenn du dich länger mit Fotografie beschäftigst, wirst du früher oder später über das Thema Filter stolpern: UV-Filter, Polfilter, ND-Filter, Verlaufsfilter. Wir zeigen dir, wozu die Filter gut sind und welche du wirklich brauchst.

Wir sind große Fans von der Fotografie mit Filtern.

Dabei reden wir aber nicht über Bearbeitungs-Filter, die du zum Beispiel bei Instagram über deine Bilder legen kannst.

Nein, wir sprechen über Filter, die du auf das Objektiv deiner Kamera schraubst.

In diesem Artikel zeigen wir dir, welche Filter es in der Fotografie gibt und wozu die einzelnen Filter gut sind.

Wir zeigen dir auch Beispielbilder, wie Fotos mit und ohne Filter wirken.

Natürlich zeigen wir dir auch, auf welche Filter du verzichten kannst und empfehlen dir konkrete Modelle zum Kauf.

Überblick: Diese Filter gibt es in der Fotografie

Zu Beginn bekommst du von uns einen kurzen Überblick, welche Fotografie-Filter es gibt und wie sinnvoll sie sind. Die folgende Tabelle ist sozusagen eine Kurz-Zusammenfassung des Artikels.

FilterWozu?Für wen?
UV-Filter

Zum Schutz des ObjektivsNicht sinnvoll
PolfilterReduziert Spiegelungen und intensiviert FarbenFür jeden Fotografen sinnvoll
ND-FilterWeichzeichnen von Wasser und Himmel, Verschwinden lassen beweglicher ObjekteFür fortgeschrittene Fotografen
VerlaufsfilterSpezielle Effekte in der LandschaftsfotografieFür sehr fortgeschrittene Landschaftsfotografen

UV-Filter

Häufig wird vor allem Fotografie-Einsteigern die Verwendung eines UV-Filters empfohlen. Davon halten wir persönlich gar nichts.

Was bewirkt ein UV-Filter für die Kamera?

Das erste Mal bist du vielleicht schon beim Kauf deiner Kamera mit dem Thema Filter in Kontakt gekommen. Wenn du deine Kamera in einem Geschäft gekauft hast, ist es nicht unwahrscheinlich, dass dir der Verkäufer direkt einen UV-Filter zum Schutz der Linse andrehen wollte.

Falls du das Angebot abgelehnt hast, dann hast du – unserer Meinung nach – alles richtig gemacht. UV-Filter bieten nur einen minimalen Schutz. Dafür bergen sie aber die Gefahr, dass sie Licht schlucken und das Ergebnis deiner Fotos negativ beeinträchtigen.

Ist ein UV-Filter sinnvoll?

Natürlich bietet ein UV-Filter einen gewissen Schutz für dein Objektiv. Falls du mit dem Objektiv irgendwo dagegen knallst, geht im besten Falle nur der Filter kaputt und die Linse bleibt heil.

Aber mal ganz ehrlich: Uns ist das in all den Jahren noch nicht einmal passiert und wir sind durchaus auch manchmal tollpatschig.

Da finden wir persönlich die negativen Auswirkungen auf die Bildqualität deutlich schlimmer, als die Gefahr, unser Objektiv zu zerstören.

Unsere Empfehlung deshalb: Verzichte auf einen UV-Filter.

Polfilter

Nun kommen wir zu einem wirklich sinnvollen Filter. Polarisationsfilter bzw. kurz oft einfach Polfilter genannt, gehören für uns zur Fotoausrüstung unbedingt dazu.

Was bewirkt ein Polfilter?

Mit einem Polfilter kannst du gleich mehrere Dinge an deinen Fotos verbessern.

Ein Polfilter minimiert Spiegelungen

Ein Polarisationsfilter minimiert Spiegelungen. Wenn du z. B. eine Wasseroberfläche (Flüsse, Seen, das Meer) fotografierst, hast du oft Spiegelungen auf dem Wasser. Das sieht auf Fotos meistens nicht besonders gut aus. Durch die Verwendung eines Polfilter kannst du diese Spiegelungen minimieren oder sogar ganz vermeiden.

Das funktioniert aber nicht nur bei Wasser, sondern bei vielen Oberflächen, auf denen sich etwas spiegelt. Das können auch Blätter an einem Baum sein oder Fensterscheiben.

Bei den beiden Beispielbildern siehst du den Unterschied sehr gut. Übrigens: Die Effekte des Polfilters kannst du nicht durch die Nachbearbeitung am Computer erreichen. Spiegelungen und Reflexionen bekommst du wirklich nur durch einen Filter direkt beim Fotografieren weg.

Wasserfall ohne Polfilter
Dieses Foto haben wir ohne Polfilter gemacht. Auf der Wasseroberfläche sieht man sehr deutlich die unschönen Reflexionen.
Wasserfall mit Polfilter
Bei diesem Foto haben wir an den Einstellungen der Kamera und an unserer Position nichts verändert. Alleine durch die Verwendung und richtige Einstellung des Polfilters sind die Spiegelungen auf dem Wasser verschwunden.

Ein Polfilter hilft beim Fotografieren durch Glasscheiben

Wenn du durch eine geschlossene Fensterscheibe fotografierst, hast du oft auch Probleme mit unschönen Reflexionen in der Scheibe. Auch diese Reflexionen kannst du mit einem Polfilter verringern.

Bei Glasscheiben funktioniert das nicht ganz so zuverlässig wie bei Wasseroberflächen. Manche Glasscheiben haben z. B. besondere Beschichtungen, der Lichteinfall kommt von zu vielen Seiten oder die Position der Kamera zur Glasscheibe ist ungeschickt.

Was wir damit sagen möchten ist: Ein Polfilter ist eine tolle Sache, aber auch seine Supermacht stößt an Grenzen. Wundere dich also nicht, wenn ein komplettes Entspiegeln nicht möglich ist. Das ist völlig normal.

Glasscheibe ohne Polfilter
Bei diesem Bild haben wir den Polfilter nicht korrekt eingestellt. Auf den Scheiben sieht man störende Reflexionen.
Glasscheibe mit Polfilter
Hier haben wir den Polfilter korrekt eingestellt und die Reflexionen sind deutlich weniger.

Ein Polfilter macht den Himmel blauer

Das ist aber immer noch nicht alles.

Ein Polfilter sorgt auch dafür, dass Lichtreflexionen im Himmel entpolarisiert werden. Dadurch erscheint der Himmel bei der Nutzung eines Polfilter oft etwas blauer.

Das trifft aber nicht nur auf den Himmel zu. Auch alle anderen Bildelemente erhalten eine höhere Farbsättigung, bei der Nutzung eines Polfilter, z. B. grüne Wiesen oder Wälder.

Wie benutzt man einen Polfilter richtig?

Damit ein Polfilter optimale Ergebnisse bringt, musst du ihn richtig einsetzen. Ein Polfilter funktioniert leider nicht wie durch Zauberhand, indem du ihn einfach auf dein Objektiv schraubst.

Bei einem Polfilter hast du vorne einen Ring. Indem du an diesem Ring drehst, stellst du den Polfilter ein. Beim Blick durch den Sucher bzw. auf dein Display siehst du, welche Position des Filters die besten Ergebnisse bringt.

Das musst du vor jedem Foto machen, denn je nach deiner Position und dem Winkel der Sonneneinstrahlung ist die optimale Einstellung immer eine andere. Das Einstellen ist aber wirklich nicht schwierig, da du die Ergebnisse direkt im Sucher siehst. Mit der Zeit denkst du ganz automatisch daran, den Polfilter vor jedem Foto zu justieren.

Ist es sinnvoll, den Polfilter immer auf dem Objektiv zu lassen?

Wir empfehlen, den Polfilter nur dann auf dem Objektiv zu lassen, wenn er auch wirklich einen Nutzen hat.

Wenn wir Landschaften fotografieren oder eine Fototour durch eine Stadt unternehmen, lassen wir den Filter in der Regel immer drauf. Das sind Situationen, in denen es oft Spiegelungen und Reflexionen gibt, die wir mit einem Polfilter ausgleichen wollen. Da würde es keinen Sinn machen, den Filter immer wieder auf- und wieder abzuschrauben.

In den meisten Fällen hat ein Polfilter keine starken, negativen Effekte, wenn du ihn einfach auf deinem Objektiv lässt. Allerdings kann es zu den gleichen Problemen, wie bei einem UV-Filter kommen. Der Polfilter nimmt etwas Licht und kann sich somit negativ auf deine Bilder auswirken, wenn du ihn eigentlich nicht brauchst.

Wenn du ihn also nicht brauchst, schraub ihn lieber ab.

Welchen Polfilter kaufen?

Wenn du in einem Fotoladen nach Polfiltern fragst, kriegst du oft nur sehr teure Filter für über 100 Euro oder sehr günstige Filter, die dann aber meistens nichts taugen.

So waren zumindest bislang unsere Erfahrungen, wenn wir in Geschäften nach Polfiltern gefragt haben. Das muss natürlich nicht überall so sein.

Wir haben in den letzten Jahren viele verschiedene Filter ausprobiert, sowohl sehr teure als auch sehr günstige.

Mittlerweile schwören wir auf die Filter von Haida. Sie liegen im mittleren Preissegment und bieten eine wirklich herausragende Qualität.

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ND-Filter

Mit einem Graufilter bzw. ND-Filter lassen sich wunderbare Effekte erzielen. Im Gegensatz zu einem Polfilter, ist ein ND-Filter vor allem etwas für Fotografen, die schon etwas fortgeschrittener sind und noch mehr aus ihren Fotos rausholen wollen.

Die Abkürzung ND steht für Neutraldichte, in der Langfassung heißen die Filter also Neutraldichte-Filter. Manchmal werden sie auch Graufilter genannt. Es kann durchaus sein, dass du mal auf diese oder jene Bezeichnung stößt, letztendlich meinen sie aber alle dasselbe. Wir nennen die Filter hier einfach ND-Filter.

Was bewirkt ein ND-Filter?

Was kannst du nun mit einem solchen ND-Filter anstellen? Ein ND-Filter dient dazu, den Lichteinfall in deine Kamera zu reduzieren. Normalerweise freuen wir uns beim Fotografieren ja über viel Licht. Es gibt aber durchaus auch Situationen, in denen zu viel Licht stört und genau dort setzen wir einen ND-Filter ein.

Das ist vor allem dann der Fall, wenn du bei Tageslicht mit sehr langen Verschlusszeiten fotografieren willst. Du kannst natürlich die Blende schließen und den ISO auf ein Minimum reduzieren, trotzdem wird das nicht reichen, um mehrere Sekunden zu belichten. Dann kommt ein ND-Filter ins Spiel.

Indem du einen ND-Filter verwendest, kannst du auch bei Tageslicht mit sehr langen Verschlusszeiten fotografieren und jetzt schauen wir uns mal genauer an, warum das überhaupt sinnvoll ist.

Wasser oder den Himmel mit einem ND-Filter weich zeichnen

Wenn du mit einer langen Verschlusszeit fotografierst, werden alle Bewegungen auf deinem Motiv über den gesamten Zeitraum der Belichtung abgebildet. Wenn du also z. B. 10 Sekunden lang belichtest, dann wird die Bewegung, die ein Objekt in diesem 10 Sekunden macht, auf deinem Bild festgehalten.

Besonders schöne Effekte ergeben sich dabei vor allem, wenn du Wasserfälle fotografierst, Flüsse und Seen oder einen wolkenreichen Himmel.

Da sich das Wasser und die Wolken während der Belichtung bewegen, werden sie auf dem Bild weich gezeichnet, was oft ganz wunderbare Ergebnisse bringt.

See ohne ND-Filter
Dieses Foto ist ohne einen ND-Filter entstanden. Eine Langzeitbelichtung war am Tag nicht möglich, da es dazu einfach zu hell war. Die Verschlusszeit betrug hier 1/20 Sekunde.
See mit ND-Filter
Das gleiche Motiv mit einem ND-Filter und einer Verschlusszeit von 30 Sekunden fotografiert.
Skyline mit ND-Filter
Die Skyline von New York mit einem ND-Filter fotografiert. Hier sind sowohl der Himmel als auch das Wasser weich gezeichnet.

Störende Elemente in einem Bild entfernen

Ein ND-Filter eignet sich auch super, um Menschen oder andere bewegliche Motive aus deinem Foto kurzerhand zu entfernen.

Vor allem bei beliebten Sehenswürdigkeiten ist es ja oft unmöglich, ein menschenleeres Foto zu bekommen. Mit einem ND-Filter kann das aber trotzdem klappen.

Wenn du z. B. für 30 Sekunden belichtest, ist die Wahrscheinlichkeit recht hoch, dass die meisten Menschen auf deinem Bild einfach verschwinden, da sie sich ja bewegen.

Das klappt nicht immer perfekt, denn oft gibt es doch immer ein paar Leute, die sich nicht oder kaum bewegen und die auch nach einer langen Belichtung noch sichtbar sind. Aber prinzipiell funktioniert das schon recht gut.

Bahnhof ohne ND-Filter
In der wunderschönen Bahnhofshalle von Porto tummeln sich eigentlich immer Menschen.
Bahnhof ohne Menschen
Mit einem ND-Filter und einer Verschlusszeit von 30 Sekunden haben wir aber trotzdem ein fast menschenleeres Bild hinbekommen.

Wie benutzt man einen ND-Filter?

In unserem Online-Fotokurs erklären wir sehr genau, wie du einen ND-Filter einsetzt und zeigen dir dort noch ein paar mehr Beispiele, was du mit diesen Filtern so anstellen kannst.

Trotzdem wollen wir dir hier einen kurzen Einblick geben, wie du einen ND-Filter verwendest.

Du brauchst zunächst auf jeden Fall ein Stativ, da deine Bilder aus der Hand aufgrund der langen Verschlusszeit verwackeln würden. Setz deine Kamera aufs Stativ, wähle deinen Bildausschnitt und fokussiere.

Anschließend schraubst du den ND-Filter auf dein Objektiv. Je nachdem, was für eine Kamera du hast, siehst du nun durch den Sucher einfach nur schwarz oder ein etwas abgedunkeltes Bild.

Bei einem optischen Sucher, z. B. an einer Spiegelreflexkamera, siehst du nur schwarz. In dem Fall, solltest du auf den manuellen Fokus wechseln, da deine Kamera im Autofokus versuchen wird, irgendetwas zu fokussieren und dabei sicher scheitern wird.

Bei einer Systemkamera oder Kompaktkamera mit elektronischem Sucher, siehst du in der Regel auch mit aufgeschraubtem Filter noch etwas durch den Sucher und in den meisten Fällen funktioniert auch der Autofokus noch.

Stelle anschließend Blende und Verschlusszeit ein, sodass dein Bild optimal belichtet wird. Wahrscheinlich musst du mehrere Aufnahmen machen, bis du die perfekten Einstellungen gefunden hast.

Kann man Polfilter und ND-Filter kombinieren?

Vor allem, wenn du Wasser fotografierst, ist es unbedingt sinnvoll, den ND-Filter mit einem Polfilter zu kombinieren.

Dazu schraubst du als erstes den Polfilter auf dein Objektiv und stellst ihn ein. Anschließend schraubst du den ND-Filter auf den Polfilter. Achte dabei aber unbedingt darauf, dass du den Polfilter nicht verstellst.

Wasserfall mit Polfilter und ND-Filter
Hier noch ein Bild vom Wasserfall, den wir schon weiter oben gezeigt haben. Hier haben wir nicht nur einen Polfilter verwendet, sondern zusätzlich auch noch einen ND-Filter. Das Wasser wirkt durch den ND-Filter weichgezeichnet und ist durch den Polfilter frei von Reflexionen.

Welchen ND-Filter kaufen?

ND-Filter gibt es in unterschiedlichen Stärken. Die Stärke wird dabei immer mit einer Zahl angegeben. Sie reicht von ND2 bis zu ND1000.

ND1000 sind die stärksten Filter. Das bedeutet, sie dunkeln am meisten ab und du kannst mit ihnen die längsten Verschlusszeiten erzielen.

Wir empfehlen dir für den Anfang erst einmal nur einen ND1000-Filter zu kaufen. Die schwächeren Filter, wie z. B. ND64 oder ND16, haben zwar auch ihre Berechtigung, allerdings eher für sehr spezielle Anwendungen. Als Hobbyfotograf wirst du am häufigsten einen ND1000-Filter benutzen.

Es gibt auch variable ND-Filter, bei denen du die Stärke durch Drehen selbst bestimmen kannst. Das klingt zwar auf den ersten Blick sehr clever, in der Benutzung zeigen sich aber oft deutliche Schwächen in der Bildqualität, weshalb wir von solchen Filtern abraten.

Wir haben auch hier sehr gute Erfahrungen mit den Filtern von Haida gemacht und können diese sehr empfehlen.

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Verlaufsfilter

Zum Abschluss möchten wir auch noch auf Verlaufsfilter eingehen. Das sind spezielle ND-Filter, die aber nicht komplett abdunkeln, sondern nur einen Teil des Bildes. Diese sind für sehr fortgeschrittene Fotografen, weshalb wir hier nicht zu tief ins Detail gehen möchten.

Was bewirkt ein Verlaufsfilter?

Verlaufsfilter kommen immer dann zum Einsatz, wenn dein Motiv einen sehr hohen Helligkeitskontrast aufweist. Das ist vor allem bei Sonnenaufgängen und Sonnenuntergängen oft der Fall.

Wenn du bei einer solchen Lichtsituation das Bild gleichmäßig mit einem ND-Filter abdunkelst, ist es sehr wahrscheinlich, dass dein Vordergrund am Ende komplett schwarz ist.

Genau dort hilft ein Verlaufsfilter. Dieser dunkelt nur einen Teil deines Bildes ab, in diesem Fall den Himmel. Der Vordergrund wird hingegen nicht abgedunkelt.

Welchen Verlaufsfilter kaufen?

Verlaufsfilter gibt es auch als Schraubfilter, häufiger werden dafür allerdings Stecksysteme verwendet, da sie einfach flexibler einsetzbar sind. Diese bestehen aus einzelnen Filterplatten, die du in einen Filterhalter schraubst, der wiederum am Objektiv befestigt wird.

Das klingt kompliziert und umständlich und ganz ehrlich: das ist es auch. Deshalb gehen wir hier nicht gesondert darauf ein, wie du diese Filter benutzt. Damit könnte man einen eigenen Onlinekurs füllen.

Wenn du dich wirklich intensiv mit Landschaftsfotografie beschäftigen willst und oft Probleme mit Kontrastunterschieden hast, ist ein solcher Filter eine gute Lösung. Für den „normalen“ Hobbyfotografen ist so ein System aber unserer Meinung nach überdimensioniert.

Wenn du trotzdem einen Verlaufsfilter kaufen möchtest, musst du dich zunächst zwischen Schraubfiltern und einem Stecksystem entscheiden. Wir würden dir hier definitiv zu einem Stecksystem raten, da Schraubfilter einfach viel zu unflexibel sind. Bei einem Stecksystem kannst du den Verlauf durch Verschieben der Platte viel flexibler auf dein Motiv anpassen.

Dann hast du noch die Wahl zwischen verschiedenen Arten:

  • Harte Verlaufsfilter (Hard): Diese Filter haben einen harten Verlauf. Die obere Hälfte, oder auch das obere Viertel bzw. Drittel, sind dunkel. Der Rest ist hell.
  • Weiche Verlaufsfilter (Soft): Diese Filter haben einen weichen Verlauf, anstelle eines harten Übergangs.
  • Reverse Filter: Bei diesen Filtern ist die Mitte verdunkelt, nach oben und unten hin wird es in einem weichen Verlauf heller

Wir haben selbst das Steckfilter-System von Rollei: Steckfilter-System von Rollei
Auch von Haida gibt es ein solches System: Steckfilter-System von Haida

Rollei Filterset
Unser Filterset von Rollei

Kaufberatung: Fotografie-Filter

Zum Abschluss möchten wir dir noch ein paar kurze Infos geben, worauf du beim Kauf eines Filters achten musst.

Schraubfilter vs. Steckfilter

Im Abschnitt zu den Verlaufsfiltern haben wir den Unterschied schon kurz erläutert: Schraubfilter werden ganz einfach auf das Objektiv draufgeschraubt.

Stecksysteme hingegen sind deutlich komplizierter. Hier benötigst du zunächst einen Filterhalter, der auf das Objektiv geschraubt wird. In diesen Halter kannst du dann die einzelnen Filterplatten aus Glas oder Kunststoff einschieben. Das ist deutlich komplizierter und unhandlicher, bietet für Profis aber mehr Flexibilität.

Wenn du nicht gerade ein Profi-Fotograf bist, empfehlen wir dir deshalb, auf Schraubfilter zu setzen.

Der richtige Durchmesser

Schraubfilter gibt es in verschiedenen Durchmessern. Welche Größe du brauchst, hängt von deinem Objektiv ab.

Der Durchmesser steht eigentlich immer vorne auf dem Objektiv drauf. Wenn du es nicht findest, kannst du auch einfach schnell mit einem Lineal nachmessen.

Kann man auf jedes Objektiv einen Filter schrauben?

Die meisten Objektive haben ein Gewinde, auf das du einen Filter schrauben kannst. Es gibt allerdings auch Ausnahmen. Schau also vorher kurz nach, ob dein Objektiv ein Gewinde hat.

Ausnahmen sind in der Regel Objektive mit einer fest verbauten Gegenlichtblende oder fest verbaute Objektive an Kompaktkameras bzw. Bridge-Kameras. Bei diesen Kameras ist es nicht immer möglich, einen Filter zu installieren.

Wie transportiert man Filter am besten?

Filter werden in der Regel in einer ausgepolsterten Plastikbox geliefert, in der sie relativ gut geschützt sind. Diese Plastikboxen haben aber zwei Nachteile: Sie können in der Fototasche aufgehen und sie sind sehr sperrig, vor allem wenn du mehrere Filter dabei hast.

Für dieses Problem gibt es auch eine einfache, aber geniale Lösung. Filterkappen bzw. Filter-Container aus Metall. Diese Kappen schraubst du oben und unten auf die Filter und kannst dazwischen so viele Filter einer Größe transportieren, wie du möchtest. Platzsparender und sicher geht es nicht.

Zu den Filterkappen bei Amazon

Unsere Schraubfilter
Unsere Schraubfilter und die zugehörigen Filter-Container

Video: Welche Filter brauchst du in der Fotografie wirklich

Wir haben auch ein kleines Video gedreht, in dem wir dir nochmal die wichtigsten Infos rund ums Thema Filter zusammengefasst haben.

Das waren unsere Tipps und Erfahrungen zu Filtern in der Fotografie. Welche Filter nutzt du am liebsten? Hast du noch Fragen zum Thema Filter? Dann freuen wir uns über deinen Kommentar.