Nikon Systemkameras: Ein Überblick über die spiegellosen Nikon Z-Kameras

Lange Zeit hat Nikon den Markt für Systemkameras völlig ignoriert, doch das hat zum Glück ein Ende. Inzwischen gibt es unter dem Markennamen Nikon Z mehrere spiegellose Kameras, die qualitativ einiges zu bieten haben. In diesem Artikel geben wir dir einen Überblick über die spiegellosen Nikon Z-Systemkameras und zeigen dir, welche wir dir zum Kauf empfehlen können.

2008 ist die erste spiegellose Systemkamera auf den Markt gekommen und es hat tatsächlich bis ins Jahr 2018 gedauert, bis auch Nikon endlich nachgezogen hat.

Wir sind selbst große Fans von spiegellosen Kameras und freuen uns, dass es nun auch endlich von Nikon Systemkameras zu kaufen gibt.

Wir haben uns die aktuellen Modelle der Nikon Z-Serie genauer angeschaut und stellen dir hier die verschiedenen Kameras vor.

Eins vorweg: Auch wenn Nikon sich bei der Entwicklung sehr viel Zeit gelassen hat, sind die spiegellosen Kameras wirklich gut geworden. Was lange währt, wird eben manchmal auch wirklich gut.

Überblick über alle Nikon Systemkameras

Bevor wir uns die einzelnen Systemkameras von Nikon im Detail ansehen, zeigen wir dir alle Modelle kompakt in einer Tabelle:

 Nikon Z50Nikon Z5Nikon Z6Nikon Z6IINikon Z7Nikon Z7II
Nikon Z 50Nikon Z 5Nikon Z 6Nikon Z 6 IINikon Z 7Nikon Z 7II
SensorgrößeAPS-CVollformatVollformatVollformatVollformatVollformat
Megapixel20,9 MP24,3 MP24,5 MP24,5 MP45,7 MP45,7 MP
Bildstabi.neinjajajajaja
Maße (L*B*H)127 x 94 x 60 mm134 x 101 x 70 mm134 x 101 x 68 mm134 x 101 x 70 mm134 x 101 x 68 mm134 x 101 x 70 mm
Gewicht448 g 673 g664 g701 g671 g 701 g
Preis (ohne Objektiv)ca. 800 Euroca. 1.200 Euroca. 1.600 Euroca. 2.000 Euroca. 2.500 Euroca. 3.200 Euro
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Wichtige Merkmale der Kameras

Von den sechs spiegellosen Systemkameras von Nikon, haben fünf einen Vollformatsensor. Der Trend geht bei Nikon also klar zum größeren Sensor für Fotograf:innen mit höchsten Ansprüchen.

Optisch sind sich die Kameras alle sehr ähnlich. Auch technisch finden sich viele Gemeinsamkeiten bei den spiegellosen Nikon-Kameras.

So haben alle Vollformatkameras einen integrierten Bildstabilisator. Dazu sind die Gehäuse alle gegen Spritzwasser und Staub abgedichtet. Das gibt dir auf Reisen ein sicheres Gefühl, wenn es mal etwas nasser oder sandiger wird.

Außerdem haben alle Kameras jeweils ein neigbares Touchdisplay. Einzig die Auflösung ist bei den teureren Modellen etwas höher. Die Unterschiede merkst du aber nur, wenn du deine Fotos in riesigen Formaten drucken lässt.

Objektive für Nikon Z-Kameras

Mit den neuen Kameras hat Nikon auch einen neuen Anschluss eingeführt: den Z-Anschluss.

Spiegellosen Systemkameras fehlt eben der Spiegel. Deshalb können die Kameras etwas kompakter gebaut werden. Außerdem sind dadurch auch komplett lautlose Aufnahmen möglich, weil der Spiegel keine Geräusche mehr von sich gibt.

Auch für die Objektive bedeutet ein neuer Anschluss neue Möglichkeiten. Deshalb stellen wir dir in einem anderen Artikel auch direkt die Objektive vor, die es für das neue System von Nikon gibt.

Nikon Z Objektive: Unsere Kaufberatung

Nikon Z5: Vollformat-Systemkamera für Einsteiger

Systemkamera Nikon Z 5

Die Nikon Z5 richtet sich an Einsteiger, die gut und günstig in die Welt der Vollformatfotografie einsteigen wollen. Mit dieser Kamera bekommst du schon ein rundes Gesamtpaket.

Ausgestattet ist die Kamera mit einem internen Bildstabilisator und einem hochauflösenden Sucher. Das kippbare Touchdisplay ist nicht so hochauflösend, wie die Displays der teureren Modelle. Auch die Serienbildgeschwindigkeit ist nicht so hoch. Das ist aber typisch für Einsteigerkameras.

Bei Einsteigerkameras ist auch die Filmfunktion meist nicht so gut ausgebaut. Eine Zeitlupenfunktion beispielsweise gibt es nicht. Für den Hausgebrauch reichen die filmischen Funktionen aber auf jeden Fall.

Ohne Objektiv bezahlst du für die Nikon Z5 nur etwa 1.200 Euro. Im Kit, also mit einem Objektiv dazu, bekommst du die Kamera für etwa 1.400 Euro. Das ist für eine Vollformatkamera ein günstiger Preis.

Trotzdem könntest du auch über die Nikon Z6 nachdenken. Diese ist nur wenig teurer, bietet aber insgesamt eine leicht bessere Leistung. Aber keine Sorge, mit der Z5 machst du nichts falsch. Zudem ist die Kamera noch etwas kompakter, als die anderen.

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Unser Tipp: Wenn du gerade neu in das Thema Fotografie eintauchst, können wir dir unseren 22places Online-Fotokurs für Einsteiger nur wärmstens ans Herz legen. Dort erklären wir dir in leicht verständlichen Texten und Videos das komplette Basiswissen der Fotografie. So kannst du auch mit einer Anfänger-Kamera richtig tolle Fotos machen.

Nikon Z6 und Z6II: Unser Preis-Leistungs-Tipp unter den Vollformat-Systemkameras von Nikon

Die Nikon Z6 ist unser persönlicher Kauftipp unter den Nikon-Systemkameras. Es gibt zwei Modelle, die Nikon Z6 und das Nachfolgemodell Z6II. Die Unterschiede sind relativ gering, sodass du guten Gewissens zur etwas günstigeren Z6 greifen kannst.

Nikon Z6

Systemkamera Nikon Z 6

Der Sucher ist ein echtes Highlight – sehr hoch auflösend und damit sehr scharf. So siehst du fast keinen Unterschied mehr zu optischen Suchern.

Mit ca. 24 Megapixeln löst die Kamera sehr gut auf. Obwohl die Auflösung die gleiche ist wie in der Nikon Z5, ist der Sensor ein anderer.

Durch eine verbesserte Konstruktion wird eine höhere Empfindlichkeit erreicht. Das ist für Aufnahmen bei höheren ISO-Werten, also bei schlechten Lichtverhältnissen gut. So rauschen die Bilder zum Beispiel nicht so sehr.

Die Nikon Z6 kostet aktuell etwa 1.500 Euro. Das ist für das Gebotene ein wirklich gute Preis!

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Nikon Z6 II

Systemkamera Nikon Z 6 II

Etwas mehr  als ein Jahr nach der Einführung der Z6 ist auch schon der Nachfolger, die Z6 II herausgekommen. Etwas dicker, etwas schneller und ein zweiter Speicherkartenslot – das sind die Hauptunterschiede zur Nikon Z6.

Wenn du darauf verzichten kannst, kannst du dir das Geld sparen und zur Nikon Z6 greifen. Die Z6 ist weiterhin eine sehr aktuelle Kamera, die auch zukünftig im Programm von Nikon bleibt.

Unter Fotografen hat man sich etwas über den Single-Kartenslot der ersten Generation der Z6 beschwert. Vielleicht hat Nikon deshalb so schnell den Nachfolger herausgebracht?

Die Sorge bei einem Karten-Slot ist, dass eine Speicherkarte auch mal kaputt gehen kann. Wenn du dann zwei Karten in der Kamera hat, kannst du die Fotos je nach Kameraeinstellung zumindest noch auf der zweiten Karte finden.

Wir hatten in den Jahren, in denen wir fotografieren aber noch nie eine kaputte Speicherkarte. Also keine Sorge, wenn man nur einen Speicherkartenslot hat.

Die Nikon Z6II kostet aktuell etwa 2.000 Euro.

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Nikon Z7 und Z7II: Allerbeste Bildqualität für höchste Ansprüche

Die Nikon Z7 und das Nachfolgemodell Z7II sind die Premiummodelle unter den Vollformat-Systemkameras von Nikon.

Nikon Z7

Systemkamera Nikon Z 7

Die Nikon Z7 ist von den Abmessungen sehr identisch zu der Z6. Die inneren Werte unterscheiden sich allerdings deutlich! In der Z7 ist ein Sensor mit 45,7 Megapixeln verbaut.

Für den Hobbybereich ist das aber unserer Meinung nach überdimensioniert und richtet sich vor allem an professionelle Fotografen, die Landschaften oder Werbeaufnahmen produzieren. Außerdem kann man mit mehr Megapixeln auch größere Leinwände oder Ähnliches bedrucken lassen. Aber auch mit 24 Megapixeln hast du genug Pixel, um große Bilder zu drucken.

Bei 45 Megapixel pro Foto fallen natürlich auch mehr Daten an. Deshalb ist die Kamera in der Serienbildgeschwindigkeit etwas langsamer, als die Nikon Z6. 9 Bilder pro Sekunde, sollten trotzdem für viele Anwendungen reichen. Wenn du aber vor allem schnell bewegliche Motive fotografierst, würden wir dir immer zur Nikon Z6 bzw. Z6II raten.

Die Bildqualität der Nikon Z7 ist mit den passenden Objektiven natürlich überragend gut. Allerdings kostet die Kamera zur Zeit etwa 2.500 Euro.

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Nikon Z7 II

Nikon Z7 IIIm Prinzip verhält es sich mit der Z7 und Z7 II so wie mit der Z6 und der Z6 II. Die Z7II ist etwas schneller, einen Hauch größer, hat einen zweiten Kartensteckplatz und ein Softwareupdate.

Die Kamera ist also noch einmal etwas besser als das Vorgänger-Modell, kostet mit ca. 3.200 Euro aber auch einiges mehr.

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Nikon Z50: Einsteigerkamera mit APS-C-Sensor

Systemkamera Nikon Z 50

Bisher hat Nikon nur eine spiegellose Systemkamera mit dem kleineren APS-C Sensor herausgebracht. Trotz des kleineren Sensors sieht die Kamera optisch fast aus wie die großen, nur eben etwas geschrumpft. Technisch ist die Kamera auch ähnlich gut ausgestattet wie die Vollformatmodelle.

Sie hat einen neigbaren Touchscreen, einen elektronischen Sucher, Videofunktionen, WLAN und ist ebenfalls abgedichtet gegen Staub und Spritzwasser.

Allerdings fehlt ihr ein interner Bildstabilisator. Es gibt aber spezielle Objektive für die Nikon Z50, die einen Bildstabilisator integriert haben, bislang aber leider erst zwei Stück:

Zum Objektiv Nikkor Z DX 16-50mm: Foto Koch | Calumet

Zum Objektiv Nikkor Z DX 50-250mm: Foto Koch | Calumet

Die Nikon Z50 ist mit ca. 800 Euro die günstigste der Z- Kameras. Wenn du dich für diese Kamera entscheidest, bekommst du eine gute und nicht zu teure Kamera.

Zur Nikon Z50: Foto Koch | Calumet | Amazon

Trotzdem empfehlen wir dir, lieber die Nikon Z6 oder Z5 zu kaufen. Die geringe Objektivauswahl spricht für uns gegen die Z50 und es ist unklar, ob Nikon diesen Bereich in Zukunft weiter ausbaut.

Zwar kannst du auch die Objektive der Vollformatkameras an der Nikon Z50 nutzen, aber dann hast du leider keinen Bildstabilisator.

Wenn du eine Kamera kaufst, ist ein Auswahlkriterium auch Zukunftssicherheit des Systems. Denn du wirst ja viel Zeit mit der Kamera verbringen und eventuell neue Objektive oder Zubehör kaufen wollen.

Bei der APS-C Abteilung von Nikon tut sich aktuell nicht viel. Es wäre zu schade, wenn man das viele Geld ausgibt und sich am Schluss doch ärgert.

Hast du Fragen?

Das waren unsere Tipps zum Kauf einer Nikon-Systemkamera. Hast du noch Fragen an uns oder selbst schon Erfahrungen mit einer der Kameras gemacht? Dann freuen wir uns über deinen Kommentar.