Ist Colombo sehenswert? Unsere Tipps!

Fast jede Reise nach Sri Lanka beginnt am Bandaranaike Airport nördlich von Colombo, da es der einzige internationale Flughafen des Landes ist. Aber ist Colombo sehenswert? Wir waren dort und haben uns selbst ein Bild gemacht. Unsere Colombo-Tipps.

Die meisten Reisenden ziehen sofort weiter in Richtung Strand oder Inland und nur die wenigsten statten der Hauptstadt selbst einen Besuch ab.

Wir wollten uns Colombo aber nicht nehmen lassen und haben uns direkt ins Getümmel gestürzt.

Na gut, ganz freiwillig war das nicht.

Da wir länger als 30 Tage in Sri Lanka bleiben wollten, mussten wir unser Visum verlängern und das geht nur in Colombo.

Glück für dich, denn sonst hättest du auf diesen Erfahrungsbericht mit unseren Tipps für Colombo verzichten müssen.

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Transport vom Flughafen Colombo in die Stadt

Der Bandaranaike International Airport ist für einen Hauptstadtflughafen recht beschaulich.

Es gibt eigentlich nur zwei Möglichkeiten, um vom Flughafen nach Colombo zu kommen: Mit einem privaten Fahrer bzw. Taxi oder mit dem öffentlichen Bus.

Mit dem Taxi vom Flughafen Colombo in die Stadt

Unsere Unterkunft in Colombo hat uns angeboten, uns für $30 (ca. 4.000 LKR) vom Flughafen abzuholen.

Das kam uns schon recht teuer vor, also haben wir erst einmal dankend abgelehnt. Leider sind auch die Taxis am Flughafen nicht viel günstiger. Je nach Verhandlungsgeschick zahlst du hier um die 3.000 LKR (ca. 20 Euro).

Wenn du es gerne bequem hast und deinen Transport bereits vor der Anreise sicher buchen willst, empfehlen wir dir den Flughafentransfer über rent-a-guide zu buchen.

Du kannst hier auswählen, wo du hinmöchtest (Colombo oder ein anderes Ziel in Sri Lanka) und welche Art von Auto es sein soll. Die Preise beginnen je nach Ziel ab ca. 20 Euro.

Mit dem Bus vom Flughafen Colombo in die Stadt

Zum Glück gibt es noch einen öffentlichen Bus, den man allerdings erst einmal finden muss. Schilder gibt es nämlich keine. Wir haben uns direkt im Flughafen noch eine SIM-Karte gekauft und den Verkäufer gefragt, wo es genau zum Bus geht.

Du gehst also durch den Ausgang, zum Glück gibt es nur einen, und hältst dich dann immer links.

Auf dem Weg werden dich viele Menschen ansprechen, die dich in die Stadt fahren wollen. Die lässt du mit einem freundlichen „No“ einfach stehen und gehst weiter zielstrebig nach links.

Hinter einem Maschendrahtzaun standen dann versteckt zwei klapprige Busse und auch dort wartete jemand, der uns direkt angesprochen hat.

Siehe da: Es war der Ticketverkäufer des Busses und wir waren richtig. Die Fahrt dauert etwa eine Dreiviertelstunde und kostet schlappe 100 LKR (ca. 0,60 Euro).

Der Busbahnhof in Colombo befindet sich ganz in der Nähe vom Bahnhof. Dort warten viele, viele, viele Tuk Tuks auf dich, die dich dann direkt zu deinem Hotel bringen.

Gerade als Neuankömmling musst du hier recht hartnäckig den Preis verhandeln. Als Richtwert dienen 50 LKR pro Kilometer, das ist aber oft nicht so einfach durchzusetzen.

Sehenswürdigkeiten in Colombo

Tja, was hat Colombo denn nun zu bieten? Ganz ehrlich: Wenn du dein Visum dort nicht verlängern musst oder einen anderen triftigen Grund hast, in Colombo zu verweilen: Lass es lieber sein.

Die Stadt ist laut und nicht besonders gemütlich. Großartige Sehenswürdigkeiten suchst du hier vergeblich.

Gerade wenn du nur zwei oder drei Wochen in Sri Lanka bist, solltest du den Tag besser nutzen, als dir Colombo anzusehen.

Das klingt jetzt ziemlich ernüchternd. Es gibt aber trotzdem ein paar interessante Ecken in Colombo. Die wollen wir dir natürlich nicht vorenthalten.

Pettah: Das Basarviertel

Das Basarviertel Pettah hat uns in Colombo am besten gefallen. Es befindet sich nördlich vom Bahnhof Colombo Fort und ist wirklich ein Erlebnis für sich.

Die Straßen sind vollgepackt mit Verkaufsständen und an jeder Ecke gibt es etwas anderes zu entdecken. Als Tourist wird man hier auf jeden Fall sehr interessiert beäugt.

Im Basarviertel Pettah befindet sich außerdem die Jami Ul-Alfar Moschee, auch Rote Moschee genannt. Die Moschee ist durch ihre auffällige Fassade schon von weitem ein Blickfang.

Basarviertel Pettah
Basarviertel Pettah
Basarviertel Pettah
Basarviertel Pettah
Colombo
Dieser Mann kam gerade aus seiner „Bar“ und hörte uns sagen „Guck mal, da scheint es Bier zu geben“ und fing sehr belustigt an uns zu gestikulieren wir sollen doch eintreten und ja, es gäbe hier Bier!

Parks und Tempel in Colombo

Neben dem Basarviertel gibt es in Colombo vor allem einige Tempel zu besichtigen. Sehenswert sind der Gangaramaya Tempel und der Kelaniya Tempel, der sich etwas außerhalb der Stadt befindet.

Eine grüne Oase mitten in der Stadt ist der Viharamahadevi Park vor dem Nationalmuseum, dass wegen seiner Kolonialarchitektur auch sehr sehenswert ist.

Stadtrundfahrt Colombo

Wir erkunden Städte am liebsten zu Fuß und eigentlich ist uns kein Weg zu weit. In Colombo macht das Laufen aber nicht wirklich Spaß, Fußgänger haben in Sri Lanka eigentlich überall einen schweren Stand.

Wenn du schnell die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Colombo abklappern willst, empfehlen wir dir eine Stadtrundfahrt zu machen. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten:

1. Du suchst dir einen Tuk Tuk-Fahrer und sagst ihm, wo du überall hin möchtest. Der Preis kommt hier stark auf dein Verhandlungsgeschick an und die Fahrer in Colombo sind da nicht auf den Kopf gefallen.

2. Du kannst bei rent-a-guide eine Stadtrundfahrt durch Colombo buchen. Die Tour ist sehr gut bewertet und führt dich bequem zu den wichtigsten Orten in Colombo. Du wirst natürlich auch vom Hotel abgeholt und wieder zurück gebracht. So ist das Stress-Level wesentlich geringer und du bekommst von der Stadt vielleicht einen besseren Eindruck als wir.

Mount Lavinia: Das schönere Colombo

Wir hatten ziemlich schnell genug von Colombo. Am liebsten wären wir direkt am nächsten Tag wieder abgereist.

Wir haben uns aber entschlossen von Colombo mit Helitours nach Trincomalee im Osten des Landes zu fliegen und mussten deshalb noch zwei Tage länger in der Gegend bleiben, da es erst dann freie Plätze im Flieger gab.

Helitours ist übrigens ein echter Geheimtipp, um schnell und günstig an die Ostküste oder in den Norden des Landes zu gelangen.

Die Fluggesellschaft wird von der Airforce betrieben, steht aber auch zivilen Fluggästen offen.

Tickets kosten ca. 30 Euro pro Person und mit einer chinesischen Propellermaschine geht es dann in weniger als einer Stunde ans andere Ende des Landes.

Bis zwei Tage vor dem Flug können die Tickets auf der Webseite von Helitours gebucht werden, kurzfristig nur im Büro in Colombo in der Sir Chithampalam Gardiner Mawatha.

Die Flüge starten vom Flughafen Ratmalana aus, der sich im Süden der Stadt in der Nähe von Mount Lavinia befindet. Auf der Helitours-Webseite steht deshalb auch Ratmalana als Abflughafen und nicht Colombo.

Da wir uns nicht noch zwei Tage mehr in Colombo antun wollten, sind wir in den südlichen Vorort Mount Lavinia weiter gezogen.

Hier gibt es einen ganz netten Stadtstrand und ein paar Restaurants direkt am Meer. Wenn wir noch einmal in Colombo unsere Visa verlängern müssten, würden wir direkt in Mount Lavinia übernachten.

Mount Lavinia
Direkt hinter den Restaurants sind die Bahnschienen.
Mount Lavinia
Das ist der Hintereingang zum Restaurant am Strand. Beim Rausgehen muss man nicht auf Autos, sondern auf Züge achten, die herangerauscht kommen.

Der öffentliche Bus fährt alle paar Minuten direkt nach Colombo. Du kannst fast jeden Bus auf der Parallelstraße zur Galle Road, der R A De Mel Mawatha, in den Süden der Stadt nehmen.

Die Fahrt kostet umgerechnet nur ein paar Cents und dauert ca. 20 Minuten. Busfahren in Sri Lanka ist ohnehin ein Erlebnis für sich, warum also nicht direkt in Colombo damit anfangen?

Busfahren in Colombo
Busfahren in Colombo

Übernachten in Colombo

Die Hotelpreise in Colombo sind höher als im Rest des Landes. Wir haben im Lucky Plaza Homestay (momentan nur über Agoda buchbar) in einer Querstraße der Galle Road gewohnt.

Der Blick vom Balkon war hervorragend, ansonsten war es nicht gerade unsere beste Unterkunft.

Man wohnt direkt bei einer sehr netten Familie, die in ihrer Wohnung zwei Gästezimmer mit eigenem Bad vermieten.

Im Vergleich zu unseren anderen Hotels in Sri Lanka war das Preis-Leistungs-Verhältnis nicht so doll. Für eine Nacht ist es aber schon ok.

Zu allen günstigen Hotels in Colombo.

In Mount Lavinia ist die Auswahl an Hotels schon größer. Es gibt einige Hotels direkt am Strand, die leider einen ziemlich heftigen Preisaufschlag für ihre Lage nehmen.

Das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bekommst du bei den Unterkünften, die sich zwischen der Galle Road und dem Strand befinden.

Die Zimmer sind sehr ruhig und in fünf Minuten bist du am Strand. Wir waren im Aurora Holiday House (ebenfalls zur Zeit nur über Agoda buchbar), das zwar sehr einfach war, aber für den Preis wirklich ok und vor allem recht sauber.

Zu günstigen Hotels in Mount Lavinia

Die Aussicht vom Lucky Plaza Homestay
Die Aussicht vom Lucky Plaza Homestay

Essen gehen in Colombo

Wirklich nette Restaurants haben wir in der Stadt leider nicht gefunden. Entweder es gibt sehr teure und schicke Restaurants oder ganz einfache und günstige. In den günstigen Restaurants in Colombo hatten wir allerdings einige unserer besten Essenserfahrungen in Sri Lanka, also bloß keine Scheu.

Das beste Kottu unserer gesamten Reise hatten wir im Hotel de Plaza an der Galle Road zwischen St. Anthony’s Mahawata und Deal Place.

Die einfachen Restaurants in Sri Lanka heißen sehr oft Hotel, obwohl man dort gar nicht übernachten kann. Warum das so ist, konnten wir leider bislang noch nicht herausfinden. Sachdienliche Hinweise nehmen wir über die Kommentare gern entgegen.

Im Hotel de Plaza waren wir zweimal frühstücken und zweimal Abendessen und es war jedes Mal extrem lecker.

Unsere erste Reis & Curry-Erfahrung hatten wir in einem kleinen Restaurant neben dem Sammangodu Sri Kathiravelayutha Swami Tempel im Basarviertel Pettah.

Wir haben dort einen riesigen Teller mit einem Berg Reis bekommen und dazu ganz viele verschiedene Currys und Saucen. Wenn wir etwas leer gegessen hatten, kam der Kellner und schwupps, hatten wir eine neue Ladung auf dem Teller.

Die Einheimischen essen Reis und Curry übrigens mit der Hand. Wenn du das auch ausprobieren möchtest, achte darauf mit der rechten Hand zu essen.

In den meisten Restaurants gibt es für Touristen natürlich trotzdem Besteck, hier kommen aber offenbar nicht viele Ausländer vorbei.

Wir haben also schön mit unseren Händen gemanscht und uns von oben bis unten eingesaut.

Hat Spaß gemacht und war sehr, sehr lecker. Die Rechnung für den riesigen Berg an Essen und zwei Getränke fiel mit 250 LKR (weniger als 2 Euro) auch sehr bescheiden aus.

Curry in Colombo
Curry in Colombo

Wohlfühlfaktor in Colombo

Du hast wahrscheinlich schon gemerkt, dass uns Colombo nicht vom Hocker gerissen hat. Bis auf das Essen hat uns die Stadt nicht beeindruckt.

Das lag allerdings auch ein bisschen an den Menschen. Jenny wurde in Colombo eigentlich ununterbrochen angestarrt, obwohl sie immer eine lange Hose und ein T-Shirt mit Ärmeln anhatte. Als allein reisende Frau würden wir dir empfehlen, Colombo lieber zu meiden.

Im Rest des Landes waren die Menschen viel angenehmer und meistens extrem nett. Colombo hat uns aber erst einmal einen schlechten Eindruck von Sri Lanka vermittelt.

Hast du weitere Colombo-Tipps?

Warst du auch schon in Colombo und hast einen Tipp, den wir in unserem Artikel vergessen haben? Planst du nach Colombo zu fahren und hast eine Frage an uns? Schreib uns einfach und hinterlasse uns einen Kommentar.