In unserer Artikelserie #heimatliebe möchten wir den vielen tollen Orten in Deutschland eine Plattform geben und interviewen dafür immer echte Insider, denen wir immer die gleichen 22 Fragen stellen.

In diesem Artikel erzählt dir Christina von Glückauf Wanderlust alles über ihre Heimatstadt Dortmund und gibt dir ihre besten Tipps für Dortmund.

Warum Dortmund einfach großartig ist

#1 Wer bist du und wieso bist du Experte für Dortmund?

Christina von Glückauf Wanderlust
Christina von Glückauf Wanderlust

Hi, ich bin Christina und habe im letzten Jahr Glückauf Wanderlust gegründet. Warum ich Dortmund-Experte bin? Ich bin in Dortmund groß geworden und habe hier knapp 25 Jahre verbracht.

Obwohl ich schon seit ein paar Jahren nicht mehr hier lebe, hängt mein Herz an meiner Heimatstadt und ich freue mich, euch die Stadt heute vorstellen zu dürfen!

#2 Wenn du Dortmund in drei Worten beschreiben müsstest, welche wären das?

Herzlich, bodenständig, direkt.

#3 Warum sollte jeder unbedingt einmal einen Städtetrip nach Dortmund machen?

Weil Dortmund eine spannende Geschichte hat, die beeindruckt. Weil sie einen Wandel durchlebt hat, von dem du viel lernen kannst.

Man kann sich wirklich kaum vorstellen, wie die Menschen hier früher zwischen Bier, Fußball, Kohle und Stahl gearbeitet haben – selbst ich als Pottkind kenne das alles auch nur von Bildern und aus Erzählungen meiner Familie.

Wenn man dann live an diesen Orten steht – sei es die stillgelegte Zeche Zollern, die Kokerei Hansa, die ehemals größte Bierbrauerei Deutschlands (das heutige U) – bin ich immer wieder fasziniert davon, wie sehr diese Leute gekämpft, was sie für körperliche Arbeit geleistet, wie sie zusammengehalten, was sie gemeinsam aufgebaut haben und vor allem: dass sie dabei niemals aufgegeben haben!

#4 Was gibt es in Dortmund, was es in keiner anderen deutschen Stadt gibt?

Die gelbe Wand im Westfalenstadion! Die größte Stehplatztribüne Europas ist international bekannt und auch wenn sie in letzter Zeit mit so manch negativer Schlagzeile in den Medien stand: es ist ein unglaubliches Gefühl, zusammen mit 25000 Borussenfans hier zu stehen und mitzuerleben, wie sehr sie den Zusammenhalt untereinander leben und mit was für einer Power und Überzeugung sie hinter ihrem Verein stehen.

Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten in Dortmund

#5 Du hast Besucher, die zum ersten Mal nach Dortmund kommen. Welche drei Sehenswürdigkeiten zeigst du ihnen?

1. Den Florian im Westfalenpark

Der Florian oder „der lange Lulatsch“, wie er von uns Dortmundern liebevoll genannt wird, wurde im Rahmen der Bundesgartenschau in den 50ern gebaut und war zu dem Zeitpunkt sogar das höchste Gebäude Deutschlands.

Er ist seitdem eins der wichtigsten Wahrzeichen der Stadt und hat eine Aussichtsplattform, von der du einen 360°-Blick genießen kannst. Also nix wie hoch!

2. Die Zeche Zollern

Das besondere an der Zeche Zollern ist seine Architektur. Zu Hochzeiten nutzten die Bergbaugesellschaften außergewöhnliche Architektur als Mittel zum Zweck, um Eindruck zu schinden und auf diese Weise die Konkurrenz auszumerzen. Empfehlenswert sind die hier angebotenen Führungen. Mit 40 Euro muss man zwar tiefer in die Tasche greifen, als noch vor ein paar Jahren, aber es lohnt sich!

3. Das Dortmunder U

Und dann gibt’s da noch das Dortmunder U, das ich gerade schon erwähnt habe: die ehemals größte Bierbrauerei Deutschlands. Man meint ja immer, die größten Brauereien findet man in Bayern, aber die wenigsten wissen, dass Dortmund noch Mitte der 70er mit über 7 Mio. produzierten Hektolitern Bierhauptstadt Europas war.

Heute ist es Zentrum für Kunst und Kreativität und beherbergt ein Kino, wechselnde Ausstellungen, drei Restaurants und eine Dachterrasse, von der man einen wunderbaren Blick über die Stadt hat. Cool, oder?

Dortmunder-U
Der U-Turm in Dortmund.

 

#6 Und wo würdest du mit deinem Besuch hingehen, wenn es regnet?

Da sind das Brauereimuseum der ehemaligen Hansa-Brauerei und das Hövels genau die richtigen Adressen. Was gibt es Besseres, als bei Regen alles über die Brautradition zu erfahren und anschließend im Hövels, einem typisch-urigen Gasthaus, gemütlich mit einem hausgebrauten Bier zu sitzen?

Außerdem empfehle ich dir das Depot. Hier hast du verschiedene Möglichkeiten, einen schönen Tag zu verbringen. Von Design- und Flohmärkten über Theatervorführungen bis hin zu Ausstellungen hat das alte Straßenbahndepot ein wirklich vielseitiges Angebot. Und natürlich – wie schon erwähnt – das Dortmunder U oder die Zeche Zollern.

Mit Fußballbegeisterten würde ich ins Borrusseum gehen, dem Museum des BVB, oder ins DFB-Museum am Hauptbahnhof.

Depot, Dortmund
Das ehemalige Straßenbahndepot hat heute einiges zu bieten!

#7 Was kann man mit Kindern in Dortmund machen?

    • In der DASA Arbeitswelt Ausstellung stehen sowohl sinnliches Lernen als auch Ausprobieren im Vordergrund. Ich würde sie als Erlebniswelt für Jung und Alt beschreiben. Sehr empfehlenswert!
    • Der fast 2 km lange Erlebnispfad im Westfalenpark mit verschiedenen Stationen zum Klettern, Balancieren, Bauen und Tasten war als Kind neben dem Zoo mein persönlicher Lieblingsort in Dortmund.
    • Mein letzter Tipp ist der Schwarzlicht-Indoor-Minigolfplatz Glowing Rooms. Mit 3D-Brillen tauchst du hier in verschiedene Fantasiewelten in Neonfarben ein. Ich selbst war ehrlich gesagt noch nicht da, habe aber viel Gutes darüber gehört.

#8 Wenn du mal den Drang verspürst, aus der Stadt hinauszufahren, wo fährst du hin?

Dann fahre ich mit dem Fahrrad quer durch die Felder Dortmunds. Wusstest du übrigens, dass das Ruhrgebiet die erste Fahrradautobahn Deutschlands hat? 2015 wurden die ersten 6 km zwischen Mühlheim an der Ruhr und Essen eröffnet.

Bis 2020 soll der Radschnellweg fertiggestellt werden und führt dann einmal quer durch den Pott von Duisburg über Dortmund nach Hamm. Ein tolles Projekt für Berufspendler, Freizeitradler und Touristen!

Felder in Dortmund
Durch die Felder – genau das Richtige zum Runterkommen

 

#9 Welchen Ort kannst du zum Durchatmen und einfach mal die Seele baumeln lassen empfehlen?

Das Eventschiff Herr Walter mit dem angeschlossenen Stadtbeach am Hafen der Stadt ist einer der wunderbarsten Orte in Dortmund zum Entspannen. Ob unter Deck oder mit den Füßen im Sand: es ist ein Wohlfühlort fernab vom Großstadttrubel.

Ansonsten kann ich dir den Phoenixsee in Hörde empfehlen. Bei einem Spaziergang um den See oder einem Picknick am Ufer kannst du bestens die Seele baumeln lassen. Zumindest von Montag bis Freitag.

Am Wochenende ist am Phoenixsee ziemlich viel los. Wasser zieht die Dortmunder offensichtlich magisch an, denn seit der See 2010 auf dem ehemaligen Areal des Stahlwerks Phoenix-West geflutet wurde, ist er einer der beliebtesten Ausflugsziele an Wochenenden.

Herr Walter, Dortmund
Herr Walter

 

Phoenixsee
Phoenixsee

 

#10 Wo ist der schönste Aussichtspunkt der Stadt?

Neben dem Florian im Westfalenpark ist es ohne Zweifel der Syberg. Von hier blickst du über das Ruhrtal und den Hengsteysee in eine unglaubliche Weite! Nicht umsonst ein beliebtes Ausflugsziel!

#11 Ein Hobbyfotograf fragt dich nach coolen Orten zum Fotografieren in deiner Stadt, die er mithilfe eines Reiseführers niemals finden würde. Wo schickst du ihn hin?

Ich würde ihn an all die Industriedenkmäler schicken: die Kokerei Hansa, das Hochofenwerk Phoenix-West, die Zeche Zollern, das Depot und das alte Hafenamt im Norden der Stadt.

Der Charme dieser Orte ist einfach einzigartig!

#12 Welches ist die verrückteste Aktivität, die man in deiner Stadt machen kann?

Ganz klar! Verrückt wäre, sich mit einem Bayern- oder Schalketrikot auf die Südtribüne im Westfalenstadion zu stellen!

#13 Welches ist das beste Event des Jahres? Wofür lohnt es sich, nach Dortmund zu kommen?

Kommt drauf an, was du magst. Als Musik- und Festivalliebhaber solltest du das Juicy Beats Festival und seine wöchentlichen DJ-Picknicks im Juli und August in verschiedenen Parks auf keinen Fall verpassen!

Interessierst du dich für Kultur, empfehle ich dir ExtraSchicht – die Nacht der Industriekultur. Ein richtig cooles Event im gesamten Ruhrgebiet, das ein so vielfältiges an Shows, Live-Musik, Führungen, Mitmach-Aktionen und Kunst bietet, dass dir eine Entscheidung ziemlich schwerfallen kann!

Essen und Trinken in Dortmund

#14 Welche kulinarische Spezialität muss man in Dortmund unbedingt mal probiert haben?

„Gehste inne Stadt, wat macht dich da satt? ‚Ne Currywurst!“ Was Grönemeyer in seinem Klassiker aus den 80ern singt, ist auch nach 35 Jahren noch topaktuell!

Am besten bei Wurst mit Soße am Phoenixsee. Dazu empfehle ich dir eins der Dortmunder Biere, am besten Brinkhoff’s oder Kronen und als Nachtisch eine gemischte Tüte „vonne Bude“: eine selbst zusammengestellte Süßigkeitenmischung vom Kiosk.

Wurst mit Soße, Dortmund
Kann bei einem Ausflug nach Dortmund eigentlich nicht fehlen – ’ne Currywurst!

 

#15 Wo gibt es den besten Burger der Stadt?

Ich kann das Roadstop an der Hohensyburg empfehlen! Hier stimmt auch das Ambiente, denn der Laden ist nämlich als American Diner Motel aufgezogen. Alle anderen Burgerläden haben den Hype in Dortmund leider nicht überstanden.

#16 Wo gibt es das beste Eis der Stadt?

Im Eiswerk in der Kleppingstraße bzw. der Saarlandstraße. Das Eis ist hausgemacht und die Auswahl abwechslungsreich. Jeden Monat wird eine neue Kreation vorgestellt, die dann als Eissorte des Monats vier Wochen lang zu haben ist. Super Konzept und sehr lecker!

#17 Wo kann man in Dortmund am besten frühstücken?

Wenn du gemütlich und gut frühstücken möchtest, fahre ins Kreuz- oder Saarlandstraßenviertel. Hier gibt es einige kleine Cafés mit einem großen Frühstücksangebot.

Mein Favorit ist das Kieztörtchen im Kreuzviertel. Das Café bereitet alles aus regionalen Produkten selbst zu und am Wochenende kannst du dich hier an einem leckeren Frühstücksbuffet sattessen.

#18 Welches sind deine drei Lieblingsrestaurants und was sollte man dort unbedingt probiert haben?

  1. Hofcafe – Die Karte ist überschaubar, das Besondere daran ist aber das täglich wechselnde Angebot. Ich habe hier mal ein unglaublich leckeres Panini und eine Tagessuppe gegessen.
  2. Kitchen Club – Hier könnte ich mich einmal quer durch die Karte essen. Das Restaurant legt viel Wert auf gesunde Ernährung und hat ein kreatives Händchen für Gerichte!
  3. Hövels – ein bodenständiges Restaurant mit eigener Bierbrauerei und deftigem, regionalem Essen. Das Westfalenschnitzel mit Bratkartoffeln, Spiegelei und Biersauce esse ich hier sehr gerne!

#19 Welches sind deine drei Lieblingskneipen?

    1. Herr Walter – keine richtige Kneipe, aber mein Lieblingsort, um abends ein Bier oder Cocktail zu trinken.
    2. Kumpel Erich – eine Mischung aus typischer Kneipe und Bar mit großem Bierangebot. Wer außerdem gerne Fußball guckt, ist hier Samstagnachmittags genau richtig!
    3. Happyhappydingdong – Studentenkneipe in der Innenstadt mit tollem Ambiente. An BVB-Spieltagen öffnen sie sogar sonntags.

#20 Wo schickst du deine Gäste hin, wenn sie dich um 2 Uhr nachts nach dem besten Essen der Stadt fragen?

In die Brückstraße. Hier findest du von Döner über Pizza über Ofenkartoffeln und belegten Baguettes alles, was dein Herz nach einer durchfeierten Nacht begehrt.

Übernachten in Dortmund

#21 Welches Hotel empfiehlst du Besuchern deiner Stadt?

Das Sunshine Hotel an der Hohensyburg ist ein nettes, kleines Hotel in ruhiger Lage. Als Tagungshotel und beliebte Hochzeitslocation eignet es sich besonders für frisch vermählte Paare und Tagungsgäste. Die Preise für ein Doppelzimmer liegen zwischen 80 und 130 Euro pro Person.

#22 Und wo kann man mit kleinem Budget gut übernachten?

Im A&O Hostel am Königswall ganz in der Nähe des Hauptbahnhofs. Ob es empfehlenswert ist, weiß ich leider nicht. Suchst du eine günstige Bleibe, ist das Hostel die richtige Wahl!

Dortmund Tipps
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