Kurz und knackig
- Im Landschaftspark und in vielen Ausstellungen erfährst du mehr über die Industrie, die Stadt Duisburg und den Ruhrpott.
- Die stillgelegten Kohle- und Stahlwerke sind tolle Fotomotive!
- Duisburg kann aber mehr als nur Industrie, es gibt wunderschöne Grünanlagen, eine Vielzahl an internationalen Restaurants und die Rheinufer laden zum Entspannen und Spazieren ein.
- Der größte Binnenhafen der Welt befindet sich in Duisburg – bei einer Hafenrundfahrt erfährst du mehr darüber.
- Rebecca ist Duisburgerin und kennt sich bestens aus. Sie hat im Rahmen unserer Heimatliebe-Serie unsere 22 Fragen beantwortet und zeigt dir die besten Geheimtipps, Sehenswürdigkeiten und was man in Duisburg alles unternehmen kann.
Tipps und Infos für einen Urlaub in Duisburg
Bevor wir zu unserem Interview kommen, haben wir dir die wichtigsten Infos zusammengestellt, die du vor einer Reise nach Duisburg brauchst.
Lage

Duisburg liegt im Westen von Deutschland.
Die Stadt ist Teil von Nordrhein-Westfalen.
Da NRW so dicht besiedelt ist, liegen zahlreiche Großstädte in direkter Nähe zu Duisburg.
Mit dem Auto fährst du nach Düsseldorf oder Essen nur ca. 30 Minuten.
Nach Dortmund oder Köln sind es je knapp eine Stunde.
Unsere Hoteltipps
Hier kommen unsere Hotel-Empfehlungen in Duisburg:
Gut & Günstig
Besser
Interview mit einer Einheimischen: Die besten Insider-Tipps für Duisburg
Unsere Expertin

Hi, ich bin Rebecca, Hobbyfotografin und Weltenbummlerin.
Ich bin “tief im Westen“ in Duisburg geboren und aufgewachsen und habe über 20 Jahre dort gelebt. Auch wenn es mich inzwischen in andere Städte des Ruhrgebiets verschlagen hat, ist Duisburg nach wie vor meine Heimat und ich verbringe einen nicht kleinen Teil meiner Freizeit dort.
Duisburg in drei Worten
Hart aber herzlich.
Warum dorthin?
Duisburg ist die Stadt mit dem wahrscheinlich schlechtesten Ruf in ganz Deutschland. Und dies ist absolut ungerechtfertigt.
Die ehemalige Kohlestadt hat von Kultur über Natur bis zu Kulinarischem sehr viel zu bieten. Duisburgs Geschichte reicht bis in die Römerzeit zurück und die Stadt ist heute sehr weltoffen und multikulturell.
Hier ist jeder willkommen und sollte sich selbst ein Bild machen, ob das schlechte Image der Stadt wirklich so berechtigt ist.
Einzigartig in Duisburg
Unseren Grünen Turm. Der ehemalige Stadtwerketurm leuchtet seit vielen Jahren weithin sichtbar und bedeutet für die Duisburger ein Stück Heimat.
Ursprünglich handelte es sich um eine Werbeaktion der Duisburger Stadtwerke (“Alles im grünen Bereich“). Als der Turm abgerissen werden sollte, hat eine Bürgerinitiative erfolgreich dafür gekämpft, dass er nur umgebaut wird und weiterhin nachts über der Stadt strahlt.
Ach so: Und da ist natürlich die Kleinigkeit, dass Duisburg den größten Binnenhafen der Welt hat. Dass das einzigartig ist, sagt ja schon der Name.

Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten in Duisburg
Must Sees
Landschaftspark Nord: Auch wenn Duisburg nicht nur aus Kohle und Stahl besteht, hat dieser Industriezweig die Stadt natürlich stark geprägt.
Das Gelände des Landschaftspark Nord bietet einen interessanten Einblick in die Welt der Stahlherstellung. Die alten Gebäude stehen noch und können erkundet werden. Die alten Hochöfen sind ebenfalls begeh- bzw. erklimmbar und bieten einen wunderbaren Blick über das Gelände.
Die Natur erobert das Gebiet langsam zurück, was eine tolle Kombination aus Wildnis und ehemaliger Industrie ergibt. Die englische Zeitung The Guardian hat den Landschaftspark Nord zu einer der 10 schönsten Großstadtoasen weltweit gekürt.
Zoo Duisburg: Ich kann die ganzen Zoos, die ich in den letzten Jahren und Jahrzehnten besucht habe, gar nicht mehr zählen und bin aber immer wieder vom Duisburger Zoo begeistert. Hier ist es gelungen, inmitten des Ruhrgebiets auf relativ geringem Platz einen tollen Tierpark mit artgerechten Gehegen zu errichten. Besonderheiten des Zoos sind z.B. die Koalas, die Fossas und das Delfinarium.
Der Hafen: Eine Hafenrundfahrt durch den beeindruckenden Umschlagplatz für Waren aus aller Welt ist auf jeden Fall seine Zeit wert.


Bei Regen
Lehmbruckmuseum: Wer sich für Kunst interessiert, kann einen Tag im Lehmbruckmuseum verbringen. Hier werden Werke, besonders Bildhauerei, nationaler und internationaler Künstler ausgestellt. Und wenn der Himmel doch wieder aufklart: Im Skulpturengarten und dem das Museum umgebende Kant-Park sind über 40 weitere Skulpturen ausgestellt.
Wer mehr an Geschichte interessiert ist, kann sich im Museum der deutschen Binnenschifffahrt auf eine Reise durch die Geschichte der Binnenschifffahrt von der Steinzeit bis heute begeben. Auch zwei Museumsschiffe kann man erkunden.
Und wer keine Lust auf ein Museum hat, kann im Forum ausgiebig shoppen gehen. Dieses Einkaufszentrum ist so offen gestaltet, dass man sich eigentlich wie draußen fühlt, obwohl es komplett überdacht und somit trocken ist.
Mit Kindern
Wenn das Wetter schlecht ist, kann ich das Explorado Kindermuseum direkt am Innenhafen empfehlen.
Bei schönem Wetter sollte auf jeden Fall der Zoo auf dem Programm stehen.
Für aktive Kids gibt es im Landschaftspark Nord viel zu entdecken, wie kleine Kletterwände, Rutschen, die die alten Wände hinabführen, und natürlich das ganze abenteuerliche Gelände.
Schönste Ausflugsziele
Da Duisburg selbst so viele Grünflächen und Wasser hat, passiert das so gut wie nie. Aber wer es etwas ruhiger haben möchte, kann einen Ausflug den Rhein entlang Richtung Norden machen, um dort die kleinen Städte, z.B. Xanten, zu erkunden.
Wer Lust auf sportliche Betätigung hat, kann sich eine der vielen Fahrradtrassen aussuchen und auf zwei Rädern entlang der Industriekultur durchs Grüne radeln. In Duisburg beginnen z.B. die Hoag-Trasse und der grüne Pfad.
Zum Entspannen
Definitiv die Sechs-Seen-Platte.
Dieses Naherholungsgebiet im Süden der Stadt mit seinen sechs Seen (wer hätte es gedacht?) bietet alles für einen kleinen Urlaub zu Hause: Badeseen, Wassersport, Grillplätze, ausgiebige Spaziergänge durch das bewaldete Gebiet.

Schönster Aussichtspunkt
Passenderweise direkt an der Sechs-Seen-Platte: Der Aussichtssturm Wolfsee bietet einen fantastischen Blick über die Seen und die riesige Waldfläche zwischen Duisburg und Düsseldorf. Bei entsprechendem Wetter kann man bis nach Köln sehen.
Bester Fotospot
Puh, das ist eine gute Frage, da ich mich nicht erinnern kann, jemals in einen Duisburg Reiseführer reingesehen zu haben. Aber was ich persönlich super finde, ist eine Tour über die Halden der Region.
Halden sind kleine Berge (liebevoll auch Ruhrpott-Alpen genannt), die zur Zeit des Bergbaus entstanden sind. Heute werden viele von ihnen zu kleinen Parks mit weit sichtbaren Landmarken umgebaut. Eine eigene kleine Fotoreihe dieser Landmarken hoch über der Stadt zu erstellen, macht großen Spaß.
Wer Zeit hat, sollte seine Haldentour auf weitere Städte des Ruhrgebiets ausweiten.
Und wer eh gerade im Landschaftspark Nord ist, sollte seine Kamera auch auf jeden Fall bereit halten.
Verrückteste Aktivität
Eine Achterbahn entlanglaufen. Okay, keine echte Achterbahn. Aber auf einer der Halden steht “Tiger and Turtle“, eine Landmarke, die einer Achterbahn nachempfunden ist und die man begehen kann.

Bestes Event des Jahres
Duisburg hat sehr viele, sehr coole Events zu bieten, zum Beispiel die Extraschicht, die Beecker Kirmes, oder das jährlich stattfindende Weinfest, aber wenn ich mich für das beste Event entscheiden muss, ist das wohl das Stadtwerke Sommerkino.
In der alten Gießhalle des ehemaligen Hochofens im Landschaftspark Nord entsteht jedes Jahr von Juni bis August ein Open-Air Kino mit Mittelmeer-Flair. Vor der Vorstellung wird mit einer Vielzahl an Gastronomieständen für Verpflegung gesorgt, die man unter Sonnenschirmen auf dem aufgeschütteten Sand bei Livemusik genießen kann.


Bestes Museum in Duisburg
Ein einziges Museum, das jeder gesehen haben muss, gibt es meiner Meinung nach nicht. Aber je nach Interesse gibt es eine Vielzahl an Museen (siehe auch “Was tun an Regentagen“), da ist für jeden was dabei.
Lieblings-Stadtviertel
Tatsächlich durch die Innenstadt. Die Fußgängerzone, die Königstraße, ist sehr schön und offen gestaltet, bietet eine Vielzahl an Brunnen, Grünflächen und Möglichkeiten, einzukaufen. Wer keine Lust mehr auf Shoppen hat, kommt in ein paar Minuten zum Altstadtpark direkt am Wasser.
Essen und Trinken in Duisburg
Kulinarische Spezialität
Was wohl für alle Städte des Ruhrgebiets gilt, gilt auch für Duisburg: Currywurst.
Lieblingsrestaurants
Finkenkrug: Eigentlich mehr eine Studentenkneipe (ältere Semester sind aber auch herzlich willkommen) als ein Restaurant, aber mit toller Atmosphäre und wirklich leckerem Essen.
Experimentierfreudige können den Elvis-Presley-Burger probieren: Mit Hähnchen, Salat, Erdnussbutter und Nutella. Übrigens bekommt man hier das größte Bierangebot Deutschlands mit Bieren und Cider aus aller Welt und kann so nach dem Essen den Abend noch gemütlich ausklingen lassen.
Faktorei: Ein Steak- und Burgerhaus direkt am Innenhafen. Hier ist das klassische Steak einfach das Beste.
Mississippi: Auch direkt am Innenhafen gelegen. Hier kommt man nicht nur zum Essen her, sondern auch für die riesige Cocktailauswahl. Um eine gute Grundlage zu schaffen, empfehle ich ganz unaufgeregt die Penne Chicken mit einer ordentlichen Sahnesauce.
Bester Burger
In allen dreien meiner Lieblingsrestaurants gibt es ganz ausgezeichnete Burger. Welcher der Beste ist, kann ich wirklich nicht entscheiden. Meine Empfehlung: einfach selbst durch alle durchprobieren.
Bestes Eis
Im Eiscafé Vito Cici im Stadtteil Neudorf. Praktischerweise sind sowohl der Zoo als auch der Finkenkrug nicht weit.
Bestes Frühstück
Zumindest das abwechslungsreichste und interessanteste Frühstück gibt es im Finkenkrug. Jeden Sonntag bekommt man internationales Frühstück, z.B. Classic British, Mediterran oder American. Für die Langweiler gibt es natürlich auch normales, deutsches Frühstück.
Abends ausgehen?
Hier eignet sich die Gastronomie am Innenhafen. Direkt am Hafenbecken versammeln sich mehrere Bars und Restaurants, so dass man die freie Auswahl hat.
Übernachten in Duisburg
Hoteltipp
Das Ferrotel: Ein einfaches, aber zentral gelegenes Hotel, das zur Stadt passt. Es ist einfach etwas Besonderes, da man hier ganz wunderbar mit der Geschichte der Kohle und des Stahls spielt und z. B. alte Bergbauutensilien als Deko nutzt.




