Verlassene Orte besitzen oft eine ganz besondere Faszination für Fotografen. Auch wir lieben Lost Places und haben deshalb mal unsere Foto-Locations nach interessanten Orten in Berlin und Umgebung durchforstet.

In diesem Beitrag zeigen wir dir spannende Lost Places in Berlin und erklären dir, wie du hinkommst und worauf du beim Fotografieren verlassener Orte achten musst.

Alle unsere Reiseberichte und Tipps zur Reiseplanung für Berlin, findest du auf unserer Übersichtsseite Berlin Reiseberichte.

Mehr über Berlin:

Was sind Lost Places überhaupt?

Lost Places sind, wie es der Name schon sagt, verlassene Orte. Dazu gehören z. B. leerstehende Gebäude oder von der Natur zurück eroberte Gelände, wie alte Bahn- und Industrieanlagen, Freizeitparks, Sportanlagen etc.

Unter dem Begriff „Urban Exploration“ bzw. „Urbex“ hat sich mittlerweile eine richtige Kultur rund um die Erkundung von Lost Places entwickelt. Es geht dabei vor allem darum, verlassene Orte zu entdecken und die Ästhetik des Verfalls fotografisch zu dokumentieren.

Beelitz Heilstätten
Beelitz Heilstätten

Darf ich Lost Places legal betreten?

Die meisten verlassenen Orte befinden sich in Privatbesitz. Auch wenn nicht explizit ein Schild darauf hinweist, so ist das Betreten dennoch in der Regel verboten. Viele setzen sich darüber hinweg, rechtlich gesehen begeht man dennoch Hausfriedensbruch.

Einige Lost Places kann man im Rahmen von geführten Touren besuchen. Auch wenn dadurch der Reiz des Entdeckens etwas verloren geht, würden wir dir empfehlen, den legalen Weg zu nehmen.

Lost Places in Berlin

Klar, es gibt unzählige Lost Places in Berlin und in der näheren Umgebung. Vollständig wird die Auflistung deshalb sicher nicht werden. Es sind ja auch nicht alle Orte in unserem Location Guide eingetragen. Wenn du also noch weitere Lost Places kennst, dann stelle sie doch einfach auf unserer Seite vor.

Teufelsberg

Die ehemalige Abhörstation auf dem Teufelsberg ist einer der bekanntesten Lost Places der Stadt. Während des kalten Krieges haben die Amerikaner von hier aus den Osten abgehört. Seit den 90er-Jahren ist das Gelände verlassen und verfällt seitdem.

Die großen Radartürme sind dennoch tolle Fotomotive. Auch wenn vieles mittlerweile kaputt ist und Graffiti die einst grauen Wände verdecken, lohnt sich ein Ausflug zum Teufelsberg noch immer.

Berlin Teufelsberg
Berlin Teufelsberg

Teufelsberg Berlin
Teufelsberg in Berlin

 

Darf ich das Gelände legal betreten?
Ja. Für den Teufelsberg werden reguläre Führungen angeboten. Diese kannst du z. B. hier online buchen.

Wie komme ich hin?
Der Teufelsberg befindet sich im Westen von Berlin nahe des Grunewalds. Mit der S5 fährst du bis Heerstraße und läufst dann die Teufelsstraße entlang und dann den Berg hinauf.

Hier klicken für mehr Infos und Fotos zu der Foto-Location: Teufelsberg Berlin

Spreepark

Der Spreepark war einst ein großer Freizeitpark im Osten Berlins. 1969 unter dem Namen Kulturpark Plänterwald eröffnet, bot der Park zahlreiche Fahrgeschäfte in grüner Umgebung. Vor allem das Riesenrad ist schon von Weitem zu sehen und erinnert an die große Vergangenheit des Spreeparks.

Nach der Wende gab es immer wieder Versuche den Spreepark wieder zum Leben zu erwecken. Insolvenzen, Skandale und unklare Eigentumsverhältnisse sorgten dafür, dass das Gelände seit vielen Jahren verlassen ist und langsam von der Natur zurück erobert wird.

Für Fotografen ist das natürlich eine herausragende Kulisse. Wie es mit dem Park weitergeht, ist noch immer unklar. Mittlerweile hat die Stadt das Gelände gekauft, einen wirklichen Plan scheint man aber trotzdem nicht zu haben.

Riesenrad im Spreepark (Fotograf: Andre Görner)
Riesenrad im Spreepark (Fotograf: Andre Görner)

Spreepark Berlin (Fotograf: Andre Görner)
Spreepark Berlin (Fotograf: Andre Görner)

 

Darf ich das Gelände legal betreten?
Leider nein. Seit dem Kauf durch die Stadt gibt es auch keine Führungen mehr, die früher bei Fotografen sehr beliebt waren. Seit einem Brand im letzten Jahr wurden auch die Sicherheitsmaßnahmen verstärkt, sodass illegales Betreten sehr riskant ist.

Wie komme ich hin?
Ganz in der Nähe befindet sich die S-Bahnstation Plänterwald, wo du mit der S8 und S9 hinkommst.

Hier klicken für mehr Infos und Fotos zu der Foto-Location: Spreepark Berlin.

Vielen Dank an André Görner, der die Location vorgestellt hat.

Südgelände Schöneberg

Das Schöneberger Südgelände ist eine alte Bahnanlage, die bereits in den 50er Jahren stillgelegt wurde. Seitdem erobert die Natur sich ihren Raum zurück und ist dabei schon ziemlich weit gekommen.

Teilweise sind die Bahnanlagen schon so überwuchert, dass man kaum noch erkennt, was da früher einmal war. Es gibt aber auch Teile, die noch besser erhalten sind, z. B. ein altes Stellwerk oder eine alte Dampflokomotive.

Mittlerweile ist das Südgelände ein städtischer Park und eignet sich hervorragend für einen Fotoausflug ins Grüne mit etwas Lost Places Charme.

Natur-Park Südgelände
Natur-Park Südgelände

 

Natur-Park Südgelände
Natur-Park Südgelände

Darf ich das Gelände legal betreten?
Ja. Der Park ist frei zugänglich und es darf fotografiert werden. Lediglich für kommerzielle Aufnahmen ist eine Genehmigung erforderlich. Am Eingang gibt es einen Ticketautomat, wo man für 1 € eine Eintrittskarte kaufen kann. Kontrolliert werden die aber eher selten.

Wie komme ich hin?
Das Südgelände Schöneberg erstreckt sich südlich vom Südkreuz. Einer der beiden Eingänge befindet sich direkt bei der S-Bahnstation Priesterweg, wo du mit der S2 und S25 hinkommst.

Hier klicken für mehr Infos und Fotos zur Foto-Location: Südgelände Schöneberg.

Lost Places rund um Berlin

Nicht nur in der Stadt, sondern auch in der näheren Umgebung von Berlin gibt es einige interessante Lost Places. Zwei davon möchten wir dir noch vorstellen.

Beelitz-Heilstätten

Die ehemaligen Lungenheilanstalten Beelitz-Heilstätten gehören mittlerweile auch zu den bekanntesten Lost Places in der Region. Die Bilder der verfallenen Sanatoriumsgebäude wirken oft etwas gruselig und unwirklich.

Angeblich soll das Gelände in Kürze saniert werden. Wenn du also dort noch einmal fotografieren möchtest, solltest du dich beeilen.

Beelitz Heilstätten
Beelitz Heilstätten

 

Beelitz Heilstätten
Beelitz Heilstätten

 

Darf ich das Gelände legal betreten?
Es werden noch bis Mitte April Führungen durch den Touranbieter Go2Know angeboten. Diese kosten 50 € und lassen dir viel Zeit zum Fotografieren. Alleine darf das Gelände nicht legal betreten werden.

Wie komme ich hin?
Mit dem Regionalexpress RE 7 (Airport Express Schönefeld) fährst du von Berlin aus bis zur Haltestelle Beelitz-Heilstätten. Mit dem Auto geht es über die A9 bis zur Abfahrt Beelitz-Heilstätten/Fichtenwalde.

Hier klicken für mehr Infos und Fotos zur Foto-Location: Beelitz Heilstätten.

Olympisches Dorf von 1936

Das Olympische Dorf war 1936 die Heimat von mehr als 4.000 Athleten der Olympischen Spiele in Berlin. Es befindet sich etwa 20 Kilomenter westlich vom Olympiastadion im brandenburgischen Elstal.

Nach dem Krieg wurde das Olympische Dorf von der Sowjetarmee genutzt, woran heute noch ein großes Lenin-Bildnis in einer der Sporthallen erinnert. Mittlerweile hat die DKB-Stiftung das Gelände gekauft und es für die Öffentlichkeit freigegeben.

Olympisches Dorf von 1936 (Foto: oligrand)
Olympisches Dorf von 1936 (Foto: oligrand)

 

Olympisches Dorf von 1936 (Foto: oligrand)
Olympisches Dorf von 1936 (Foto: oligrand)

 

Darf ich das Gelände legal betreten?
Ja. Das Gelände darf im Rahmen einer Führung betreten werden. Informationen zu den Öffnungszeiten und zur Anmeldung von Führungen gibt es auf der Webseite der DKB-Stfitung.

Wie komme ich hin?
Mit dem Regionalexpress RE4 fährst du in Richtung Rathenow und steigst in Elstal aus. Von dort sind es noch etwa 2 Kilometer zu Fuß. Mit dem Auto geht es über die B5, das Olympische Dorf ist ausgeschildert.

Hier klicken für mehr Infos und Fotos zur Foto-Location: Olympisches Dorf von 1936.

Vielen Dank an oligrand, der die Location vorgestellt hat.

Unsere Empfehlungen für Fotografen in Berlin

Fototouren in Berlin

In Berlin werden viel alternative Stadtführungen angeboten, die auch für Fotografen sehr spannend sind. Unsere 9 Favoriten zeigen wir dir in diesem Artikel: Besondere Touren in Berlin.

Bücher für Berlin

Weitere Lost Places in Berlin und Umgebung

Natürlich kann dieser Artikel nur einen Auszug bieten. In und um Berlin gibt es unzählige Lost Places, die mal mehr und mal weniger erschlossen sind. Wenn du weitere Lost Places kennst, freuen wir uns, wenn du sie in unseren Location Guide einträgst und deine Fotos von dort präsentierst.

Welche Lost Places kennst du und kannst sie empfehlen? Wir freuen uns über deinen Kommentar.

26 Kommentare - Wir freuen uns auch über deinen netten Kommentar!

  1. Lost Places rocken! Und wir hier in Berlin haben in dieser Hinsicht echt eine privilegierte Lage, es gibt einfach so sau viel! :)
    Ich freu mich schon auf besseres Wetter, dann ziehe ich definitiv wieder los.

    Das Südgelände kannte ich z.B. noch gar nicht… kommt direkt auf meine Todo-Liste!

    Grüße, Marc

  2. die Field-Station am Teufelsberg kann ich aus fotografischer Sicht dringend empfehlen. Wir haben vor ca. 4 Wochen die stille Führung gebucht. Unbedingt ein Weitwinkel mitnehmen. Einige Fotos habe ich in meinem Blog verlinkt.

  3. Was denks Du eigentlich was Du hier machst. Ortsangaben und Details von Lost Places werden nicht öffentlich
    weiter gegeben. Wegen Leuten wie Dir haben Vandale immer öfters die Gelegenheit zur Zerstörung. Benutze mal Dein Hirn!!!!

    • Vielen Dank für deinen freundlichen Kommentar. Die hier vorgestellten Lost Places sind sicher keine geheimen Orte. Führungen auf den Teufelsberg, ins Olympische Dorf, in den Spreepark (aktuell nicht mehr, aber bis vor kurzem) und nach Beelitz-Heilstätten können ganz normal gebucht werden und die Orte sind allgemein bekannt.

      Viele Grüße
      Sebastian

  4. Hei ich bin auch oft in Lost Places in Berlin unterwegs. Bin zwar erst 14 aber schon erfahren was Lost Places angeht. Zwar ist es nicht gerade legal auf diese Gelände zu gehen aber wie man so schön sagt „No risk no fun!“. Ich kenne noch mehrere lost Places so wie das alte Bahn Gelände in Pankow Heinersdorf (man sieht es schon von Bahnhof aus) oder die verlassene schwimmhalle in Pankow (direkt neben dem Freibad Pankow). Viel Spaß beim erkunden und fotografieren! ;)

  5. Ich kann dringend die Anatomie der FU empfehlen. Der Zugang ist ganz easy durch den Zaun. Dort findest du einen alten Hörsaal, mehrere Chemieräume, alte Terrarien, zwei Zimmer, wo die Medizinstudenten in 3 Reihen um den OP standen.
    Am krassesten ist allerdings der Seziertisch aus Metall, der noch klappbar ist. Im gleichen Raum sind auch die Kühlschubladen und Kühlhäuser, wo früher die Leichen gelagert wurden. Räume mit alten Akten und Unterlagen……..sehr geile Location

    Und dann gibt es noch den alten FLAG-Turm im Humboldthain. Man kann da einfach so rauf, oder eine Führung buchen, die geht dann in den Bunker.

  6. Ich bin zwar erst 14 aber war schon im Spreepark und im Blub und im verlassenen Kinderkrankenhaus. Ich freue mich immer wieder neue Lost Places zu sehen und gebe sehr gern Geld für Führungen aus….Es soll im Frühjahr wieder Führungen im Spreepark angeboten werden (Erwachsene=5€ Kinder=3€) :)

  7. Hallo! Ich war gestern in der alten Krankenhausruine in Weißensee, die mittlerweile sehr bekannte. Nur leider wurde ich von einen sehr jungen man von Gelände verwiesen, der meinte es ein jetzt Privat. Weiß da jemand was von?

  8. Super Lost Places die ihr da vorstellt.
    Ich wohne in Brandenburg und ich kann in Rüdersdorf das Chemiewerk bestens empfelen. Es liegt zwar etwas außerhalb von Berlin ist allerdings ohne Probleme, sowohl mit der Straßenbahn (ca. 15 min mit der 88 von Friedrichshagen) als auch mit dem Auto zu erreichen. Sehr gut zum Fotos machen und immer wieder interessant.

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