Atlasgebirge in Marokko: Tipps, Touren und Hotels

Ein Besuch des Atlasgebirges bietet dir auf deiner Marokkoreise die Möglichkeit, noch eine ganz andere, sehr ursprüngliche Seite des Landes kennenzulernen. In diesem Artikel erhält du Tipps für eine gelungene Tour nach deinen Vorstellungen.

Das Atlasgebirge in Marokko ist eine tolle Ergänzung deiner Reise und gewährt dir eine ganz neue, authentische Perspektive auf das abwechslungsreiche Land.

Der Gebirgszug erstreckt sich über 2.300 Kilometer in Marokko, Algerien und Tunesien. Der höchste Berg ist der Toubkal im Hohen Atlas in Marokko.

Im Atlas kannst du nicht nur super in den Bergen wandern, du kannst auch fantastische Ausblicke genießen sowie beeindruckende Lehmburgen und traditionelle Lehmdörfer besichtigen.

Und du erlebst die herzliche Gastfreundschaft der Berber, bei denen das Leben etwas langsamer abläuft.

Welche Highlights es im Atlasgebirge in Marokko gibt, was du alles unternehmen kannst und von wo du deine Tour am besten startest, habe ich dir hier aufgeschrieben. Daneben gebe ich dir Empfehlungen für Touren und Hotels sowie Tipps zur Vorbereitung deiner Reise in die Berge.

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Rif-Gebirge

In Marokko gliedert sich das Atlasgebirge in verschiedene Bereiche mit ganz unterschiedlichen Landschaften. Los geht es ganz im Norden Marokkos mit dem Rif-Gebirge, das bis ans Mittelmeer grenzt.

Touristen verschlägt es hierhin nur selten, kaum verständlich bei der tollen Landschaft.

Das Rif-Gebirge ist herrlich grün, teilweise fallen Klippen steil bis ans Meer hinab und umrahmen die malerischen Sandbuchten. Kurvenreich geht es ins Landesinnere und immer wieder hast du tolle Aussichten bis aufs Meer.

Einfallstor für das Rif-Gebirge ist Tanger, aber auch aus Rabat und Fès ist es nicht weit. Im Rif-Gebirge sind die beiden malerischen Städte Tetouan und Chefchaouen gute Ausgangspunkte zur Erkundung der Bergwelt. Gleichzeitig gehören diese zu den Highlights der Region.

Aktivitäten & Highlights im Rif-Gebirge

Das Rif-Gebirge ist perfekt für einen Roadtrip und die Kombination ganz verschiedener Aktivitäten. Du kannst in romantischen Buchten zwischen Tetouan und El Jebal baden, in den Bergen mountainbiken, malerische Städte und kleine Bergdörfer besuchen, die unberührte Natur erleben oder einfach die grandiosen Aussichten genießen.

#1 Tetouan

Die schöne Stadt Tetouan mit ihrer spanisch-maurischen Architektur wird auch die „weiße Taube“ genannt und liegt etwa 10 Kilometer vom Mittelmeer entfernt. Auf der anderen Seite umschließen die grünen Berge des Rifs die Stadt und bilden eine malerische Kulisse.

Beeindruckend ist auch die gut erhaltene Altstadt, die Medina, mit ihren verwinkelten Gassen der Souks und den prächtigen, schneeweißen Stadthäusern.

Gasse in Tetouan
Wandmalereien in den Gassen von Tetouan

#2 Badebuchten und Küstenstraße

Von Tetouan aus kommst du schnell zu den Sandstränden und Buchten der Küste vor den Bergen. Zum Baden eignen sich besonders die tollen Sandstrände zwischen Tetouan und El Jebha, allen voran der 15 Kilometer lange Sandstrand von Tamuda Bay, direkt unterhalb von Tetouan.

Bis nach Al Hoceima zieht sich eine gut ausgebaute Küstenstraße mit grandiosen Ausblicken über die Steilküste am Meer entlang. In den kleinen Fischerorten geht es immer mal wieder hinab ans Mittelmeer zu romantischen Buchten zwischen den Felsen.

#3 Nationalpark Al Hoceima

Die Felsküste mitsamt ihrer Unterwasserwelt bei Al Hoceima sowie die Berge des Hinterlandes, die bis auf 750 Meter reichen, bilden seit 2004 den Nationalpark Al Hoceima. Auf dem fast 500 Quadratkilometer großem Gelände leben unzählige Vogel- und Tierarten und das Wasser ist reich an Meereslebewesen.

In dem Nationalpark kannst du Tages- oder auch Mehrtageswanderungen unternehmen. Mehrere Wanderwege durchziehen den Park und einfache Hütten bieten Nachtquartiere.

Der Nationalpark ist ein kleines Juwel, mit dem du unberührte Natur in Abgeschiedenheit und Einsamkeit erleben kannst.

#4 Chefchaouen

Im Landesinneren beginnt ab Chefchaouen das Kerngebiet des Rif-Gebirges. Die „Blaue Stadt“ verbreitet zwischen ihren weiß-blauen Gebäuden eine total relaxte Atmosphäre.

In Chefchaouen kannst du perfekt chillen, bei Reggae und Minztee in den zahlreichen kleinen Cafés sitzen und durch die Souvenirshops in den Gassen der wunderschönen Medina bummeln.

Du kannst von hier aber auch tolle Wanderungen sowie Mehrtagestrekkings in das Rif-Gebirge unternehmen. Dazu fragst du am besten in deinem Hotel nach – sie organisieren dir Guides und Ausflüge auch für mehrere Tage.

Chefchaouen
Die blaue Stadt Chefchaouen

#5 Wanderungen rund um Chefchaouen

Ganz in der Nähe von Chefchaouen liegen der Talassemtane Nationalpark sowie das Naturreservat Bouhachem. Beide Schutzgebiete sind mit Wanderwegen und einfachen Herbergen sowohl für Tages- als auch Mehrtagestrekkings ideal.

Eine weitere schöne Wanderung von Chefchaouen führt in 4 Stunden durch die grünen Felder, vorbei an Berberdörfern zwischen Olivenbäumen zum Akchour-Wasserfall. Immer wieder hast du tolle Ausblicke auf die grünen Berge und am Ende locken das erfrischende Wasser und die Gottesbrücke, ein natürlicher Steinbogen.

Meine Hoteltipps für das Rif-Gebirge

In Tetouan: Riad El Reducto
In Chefchaouen: Casa Sabila

Mittlerer Atlas

Südlich von Fès geht das Rif-Gebirge in den Mittleren Atlas über. Hier steigen die Berge bis auf etwa 2.000 Meter an. Die Landschaft ähnelt ein wenig unserer Mittelgebirgslandschaft.

Im Mittleren Atlas gibt es keine imposanten Schluchten und beeindruckenden Ksour wie im Hohen Atlas, deshalb ist die Region als Wandergebiet bei Touristen bislang wenig bekannt. Mit ihrem milden Klima, der abgeschiedenen Natur und den grünen Bergen ist sie super für ein paar Tage Erholung geeignet – Einheimische haben das längst erkannt.

Ausgangspunkt für die Touren in den Mittleren Atlas sind die beiden am Rande des Gebirges liegenden Königsstädte Fès und Meknes – perfekt, um einen Städtetrip mit einem Wander- oder Aktivurlaub in den Bergen zu verbinden.

Mehr Informationen über die beiden Königsstädte kannst du in meinen Artikeln über Fès und Meknes nachlesen:

Die besten Sehenswürdigkeiten und Tipps in Fès
Die besten Sehenswürdigkeiten und Tipps in Meknès

Tor zur Königstadt
Das Tor zur Königsstadt in Meknés

Aktivitäten & Highlights im Mittleren Atlas

Das Mittlere Atlasgebirge ist ebenfalls wunderbar grün. Im Auto oder zu Fuß durchquerst du eine abwechslungsreiche Kulisse und hast zahlreiche Möglichkeiten für Aktivitäten in den Bergen.

Im Sommer kannst du zum Beispiel in glasklaren Seen zwischen Wäldern aus Zedern baden und im Winter sogar Ski fahren. Daneben erwarten dich folgende Highlights im Mittleren Atlas:

#1 Azrou & Ifrane

Die Landschaft rund um Azrou und Ifrane ist sehr idyllisch: Kleine Bäche sprudeln über grüne Wiesen zwischen Obstbäumen. Berberaffen hüpfen durch die Zedern, Seen liegen in verwunschenen Wäldern.

Die beiden Kurstädte selbst sind blitzblank und wirken mit Restaurants, Cafés, schicken Blumenrabatten, Brunnen und Alleen richtig europäisch. Sie sind beliebte Wochenendziele bei den Einwohnern von Fès und Meknes.

Auf 1.000 bis über 2.000 Meter Höhe sind die Temperaturen hier auch im Sommer angenehm zum Wandern. Ein klasse Wandergebiet ist der Nationalpark Ifrane, der sich zwischen den Kurorten erstreckt.

Im Winter kannst du dich in der Nähe von Azrou in den Skigebieten im Schnee vergnügen. Schnee ist hier fast immer garantiert.

Tagestour mit Wanderung im Nationalpark ab Fès

Ifrane Landschaft
Landschaft bei Ifrane

#2 Nationalpark Djabal Tazzeka

Ein weiteres Highlight ist der Nationalpark Djabal Tazzeka. Er erstreckt sich auf über 13.000 Hektar rund um den gleichnamigen Berg von fast 2.000 Meter Höhe.

Der Park mit seinen schroffen Karstfeldern und den verwunschenen Zedern- und Eichenwäldern ist herrlich ruhig. Es kommen kaum Touristen hierher, du kannst also ganz in Ruhe die herrliche Natur genießen.

Ausgeschilderte Wanderwege in unterschiedlicher Länge und Schwierigkeit durchziehen den Nationalpark, eine Übersicht findest du am Parkzentrum. Daneben kannst du (mit Führer) die Tropfsteinhöhle Friouato besichtigen.

Meine Hoteltipps im Mittleren Atlas

Hotel bei Azrou: Riad Azrou
Hotel in Ifrane: Ferienwohnung Ifrane oder 5* Hotel Michlifen Resort & Golf
Einfache Herberge im Nationalpark Tazzeka: Auberge Admame

Nördlicher Hoher Atlas

Das Herz Marokkos und der bekannteste Teil des Gebirges ist der Hohe Atlas. Es ist das größte Gebirge in Nordafrika. Der höchste Punkt liegt mit 4.167 Metern auf dem Berg Toubkal.

Das Hohe Atlasgebirge beginnt nur 50 Kilometer südlich von Marrakesch. Von vielen Aussichtspunkten und den zahlreichen Dachterrassen in Marrakesch erblickst du bereits die im Winter schneebedeckten Berge in der Ferne.

Der Hohe Atlas ist damit aus Marrakesch super zu erreichen. Kein Wunder, dass auch zahlreiche organisierte Touren in die Region und zu den Highlights führen.

Noch schöner ist es, mit dem Mietwagen durch die Höhenzüge zu fahren, den Wechsel zwischen grünen Tälern im Norden zu kargen Felsen im Süden zu beobachten und bei Wanderungen vollends in die herrliche Landschaft mit ihren ursprünglichen Berberdörfern einzutauchen.

Aktivitäten & Highlights im nördlichen Hohen Atlas

Der nördliche Hohe Atlas ist mit seinen hohen Gipfeln und grünen Tälern sowie dem im Vergleich zum südlichen Teil kühleren Klima perfekt für längere Wander- und Trekkingtouren geeignet. Hierzu solltest du dir immer einen offiziell geprüften Bergführer engagieren (siehe meine Tipps).

Überall eröffnen sich herrliche Ausblicke und in den kleinen, abgeschiedenen Bergdörfern läuft das Leben noch wie vor 100 Jahren ab. Um selbst einen Gang zurückschalten zu können, empfehle ich dir ein paar Tage in den Bergen zu verweilen.

Hast du nicht so viel Zeit, kannst du die schönsten Orte und Regionen aber auch in einem Tagesausflug aus Marrakesch besuchen. Dazu gehören:

#1 Ouzoud Wasserfälle

Die Ouzoud Fälle sind die höchsten und schönsten Wasserfälle des Landes. Sie ergießen sich über mehrere Etagen 110 Meter den roten Felsen hinab.

Gerade im Sommer treffen sich hier zahlreiche Marokkaner und picknicken am Flussufer. Idyllischer und auch schöner, da dann mehr Wasser fließt, ist der Besuch außerhalb der Sommermonate.

Tagestour zu den Ouzoud Wasserfällen

Ouzoud Wasserfälle
Die Ouzoud Wasserfälle sind die höchsten Wasserfälle Marokkos

#2 Imlil

Der wohl bekannteste Ort für Wandertouren in den Hohen Atlas ist das schöne Bergdorf Imlil. Der Ort liegt auf 1.740 Meter Höhe nur etwa 50 Kilometer südlich von Marrakesch.

Imlil ist mit Herbergen, Restaurants und auch Trekkingläden gut ausgestattet. Für Wanderfreunde gibt es unzählige Tagestouren und Rundrouten, die vorbei an Terrassenfeldern durch wunderschöne Täler mit Obstbäumen und auf kleinere Gipfel mit herrlichem Ausblick auf die schneebedeckten Riesen in der Umgebung führen.

Engagierte Bergwanderer können von hier auch in drei Tagen auf den Toubkal, den mit 4.167 Metern Höhe höchsten Berg des Landes, steigen.

Zertifizierte Bergführer vermitteln die Unterkünfte oder das Bureau des Guides in Marokko Imlil. Daneben kannst du aus Marrakesch folgende empfehlenswerte Touren buchen:

Tagestour ins Atlasgebirge (Imlil)
Mehrtagestour mit Besteigung des Jbel Toubkal

Imlil
Blick auf das Dorf Imlil

#3 Agouti & Ait Bougoumez Tal

Nicht so touristisch und ruhiger ist das Dorf Agouti, das ebenfalls ein klasse Ausgangspunkt für Wanderungen und (mehrtägige) Trekkingtouren darstellt. Agouti ist damit perfekt für eine entspannte Auszeit in den Bergen.

Zu empfehlen ist von hier eine ein- oder mehrtägige Wanderung in das Ait Bougoumez Tal und das Massiv M’goun. Sie zählen zu den schönsten Wanderregionen in Marokko.

Hier scheint die Zeit vor hundert Jahren stehen geblieben zu sein: Einfache Lehmhäuser schmiegen sich an die Berghänge, die Getreidefelder werden mit der Hacke per Hand bearbeitet und hauptsächliches Transportmittel sind Esel.

Von einfachen Touren bis hin zur viertägigen Besteigung des 4.071 Meter hohen Djabal M’goun ist alles möglich. Schöne Tageswanderungen ab Agouti führen zum Beispiel durch die Schlucht Assif-n-Arous oder die Schlucht von Ikkis.

Tourenvorschläge bekommst du in den Unterkünften, ebenso vermitteln dir die Herbergen ortskundige Führer mit Gepäckmulis.

Ait Bougoumez Tal
Das beeindruckende Ait Bougoumez Tal

Meine Hoteltipps in den Bergdörfern im nördlichen Hohen Atlas

Agouti: Touda Ecolodge
Imlil: Toubkal Ecolodge

Südlicher Hoher Atlas

Überwindest du den höchsten Punkt im Atlasgebirge – bei der Fahrt in die Sahara ist das meistens der Pass Tizi-n-Tichka auf 2.260 Meter Höhe – ändert sich die Landschaft.

Die grünen Hänge und Täler weichen einer kargen, rot-gelben Felslandschaft, in die nur die mit palmenbestandenen Flusstäler und Oasendörfer Farbe bringen.

Aktivitäten & Highlights im südlichen Hohen Atlas

Im südlichen Hohen Atlas kannst du spektakuläre Wanderungen und Mountainbike-Touren durch tiefe Schluchten machen. Unterwegs erfährst du nicht nur die Gastfreundschaft der Berber, sondern kannst auch zahlreiche Ksour und Kasbahs bewundern.

Kasbahs sind alte Lehmfestungen, die einst der Kontrolle des Hinterlandes dienten. Ksour sind ganze Dörfer aus unzähligen kleinen Lehmgassen und Häuschen, versteckt hinter hohen Mauern.

Aus Marrakesch führen die Touren in die Wüste durch diese Region und binden häufig eine oder mehrere Highlights mit ein.

#1 Ait Benhaddou

Das berühmteste Ksar Marokkos ist das Ksar Ait Benhaddou. Auf deiner Fahrt zur berühmten Filmstadt Ouarzazate solltest du ihm unbedingt einen Besuch abstatten.

Es steht seit 1987 auf der Welterbeliste der UNESCO und war schon Drehort für zahlreiche Filme. Das Ksar thront erhaben über dem Flusstal und vereint ein riesiges Labyrinth aus Häusern, Speichern und Gassen aus Lehm.

Ait Benhaddou
Ait Benhaddou ist das bekannteste Beispiel traditioneller Lehmbauten in Marokko

#2 Dadestal

Der südliche Hohe Atlas ist von tiefen Schluchten im kargen Gebirge durchzogen. Eine der spektakulärsten ist das Tal des Dades.

Der Dades schneidet sich als tiefer Canyon in den Stein. Zu seinen Ufern breiten sich grüne Dattelpalmen und Oasendörfer aus, aus denen immer wieder mächtige Kasbahs herausragen.

Du kannst mit dem Auto in die Schlucht hineinfahren und hast immer wieder fantastische Ausblicke auf die wunderschöne Landschaft. Aber spaziere unbedingt auch am Fluss entlang oder unternehme eine längere Wanderung in der Region.

Ein beeindruckendes, anstrengendes Mehrtagestrekking über mehrere Gipfel und durch tiefe Schluchten kannst du zum Beispiel im Djabal-Saghro-Massiv unternehmen. Es gibt aber auch tolle Tageswanderungen, die vom Dadestal in die Nachbarschluchten hineinführen.

Dades Schlucht
Kurvenreiche Straße in der Dades-Schlucht

#3 Todraschlucht

Ein absolutes Highlight im südlichen Hohen Atlas ist die spektakuläre Todraschlucht in der Nähe von Tinerhir. Die Straße führt immer weiter in den Berg hinein, das Tal wird schmaler und die zu beiden Seiten aufragenden Felsen höher.

An der schmalsten Stelle liegen nur noch wenige Meter zwischen den steilen Felswänden, die fast senkrecht in den Himmel ragen.

Todraschlucht
Todraschlucht

#4 Imilchil

Auf einem Plateau auf über 2.000 Metern mitten im Hohen Atlas ist der Bergort Imilchil ein klasse Ausgangspunkt für Wanderungen, zum Beispiel im Tal des Flusses Assif Melloul oder am Lac Tislit.

Das Ortsbild prägen mächtige Kasbahs vor den schroffen Felsen. Bekannter ist Imilchil wohl noch für seinen jährlichen traditionellen Heiratsmarkt, dem Moussem. Verheiratungen finden hier heute zwar kaum noch statt, aber der große Markt ist ein sehenswertes Spektakel.

#5 Agdz & Draatal

Etwa 70 Kilometer hinter dem touristischen Ouarzazate liegt der ruhigere Ort Agdz am Draatal. Den Fluss begleitet ein grünes Band aus zahllosen Palmen.

Von Agdz aus kannst du mit dem Mountainbike oder zu Fuß schöne Touren durch die Oasengärten des oberen Draatals unternehmen. Weiter bis nach Zagora zum Wüstengebiet der Erg Chegaga führt eine landschaftlich traumhafte Straße.

Entlang des Flusses sind zahlreiche ursprüngliche Ksour und beeindruckende Kasbahs zu sehen. Ein Highlight ist das Ksar Tamnougalte, mit mehreren schönen Kasbahs, darunter die älteste im Draatal.

Heute leben in dem verschachtelten Labyrinth des Lehmdorfes noch etwa 20 Familien.

 Ksar Tamnougalt
Blick auf das Ksar Tamnougalt im Draatal

Meine Hoteltipps für den südlichen Hohen Atlas

Möchtest du mehrere Tagesausflüge im südlichen Hohen Atlas unternehmen und alle Highlights erkunden, kannst du die zentrale Basis in Ouarzazate oder im ruhigeren Tinerhir (auch Tinghir) buchen. Hier findest du gute Versorgungsmöglichkeiten sowie Infrastruktur, Taxen und Agenturen zur Planung der Ausflüge.

Meine Hoteltipps sind hier:

Hotel in Ouarzazate: Le Petit Riad
Hotel in Tinghir: Auberge Camping Atlas

Wenn du die Ruhe inmitten der Natur genießen möchtest, empfehle ich dir eine Unterkunft in den kleinen Bergdörfern. Entlang der Flusstäler und in den Oasendörfern findest du zahlreiche abgeschiedene Herbergen und Hotels in alten Kasbahs.

Folgende kann ich dir empfehlen:

Hotel in Imilchil: Auberge Dar Des Lacs
Hotel in Agdz: Maison d’hôte Kasbah Azul (mein Hotel) – Herrlicher grüner Garten mit Pool

Touren ab Marrakesch

Tagestour Ait Bennhadou und Atlasgebirge
Mehrtagestour: Trekking im Atlasgebirge 

Antiatlas

Der Antiatlas im Südwesten von Marokko ist eine malerische Region mit Lehmhäusern und aus Bruchsteinen errichteten Berberhäusern zwischen schroffen, rotbraunen und bizarr geformten Granitfelsen. In den Flusstälern wachsen Dattelpalmen und im Frühjahr blühen die Mandelbäume.

Den Antiatlas erreichst du am besten aus Agadir, von dort werden auch Tagesausflüge zu den Highlights angeboten.

Aktivitäten & Highlights im Antiatlas

Auch im Antiatlas kannst du wunderbar wandern, mountainbiken oder die Gegend mit dem Geländewagen erkunden. Hier leben die Berber in ihrer abgeschiedenen Welt noch ganz nach alten Traditionen.

#1 Kasbah von Tizourgane

Schon von weitem sieht man auf einem inselhaften Berg das festungsartige Dorf thronen. Irgendwie wirkt die Lehmfestung fehl am Platz, denn drumherum siehst du nichts außer weite, öde Berglandschaft.
Von den einst über 30 Familien, die den Komplex bewohnten, haben sich bis heute trotz Dürreperioden und mangelnden Arbeitsmöglichkeiten drei gehalten. Die anderen sind in moderne Häuser oder an Orte mit besseren Arbeitsbedingungen abgewandert.

Tizourgane Kasbah
Das Dorf Tizourgane thront über der Landschaft

#2 Tafraoute

Die kleine Palmenoase Tafraoute ist die perfekte Basis für Touren in die fantastische Bergwelt des Antiatlas. Die rosafarbenen Gebäude fügen sich optisch perfekt in die umgebenen Granitfelsen ein, die im Abendlicht rot-rosa schimmern.

Die in Tafraoute lebenden Chleuh-Berber sind bekannt für ihre Gastfreundschaft. Viele Berberfrauen tragen noch heute die traditionellen langen, schwarzen Gewänder mit einem bunt bestickten Saum.

In der Umgebung von Tafraout kannst du wunderbar Rad fahren, wandern und auch klettern. Dabei kommst du an bizarr geformten Granitfelsen vorbei mit so treffenden Namen wie Chapeau Napoléon (Napoleons Hut), Tête de Lion (Löwenkopf) oder Clownsfelsen.

Eine bekannte touristische Attraktion sind die bis zu 30 Meter hohen Felsen „Les Peintures“, die der belgische Künstler Jean Vérame in bunten Farben bemalte. Auch historische Felsgravuren kannst du in der Umgebung entdecken.

Bemalte Felsen Tafaroute
Die berühmten bemalten Felsen bei Tafaroute

#3 Tal der Ammeln

Das Tal der Ammeln schließt sich direkt an Tafraoute an. Wie der Name schon sagt, leben hier die Ammeln, ein Berbervolk.

Traditionen haben bei diesem gastfreundlichen Volk einen hohen Stellenwert. Dennoch sind viele der typischen Bruchsteinhäuser inzwischen mit Lehm verputzten Gebäuden gewichen.

Doch auch diese sind mit ihrer rosa Farbe und den weißen Fenstern vor der rotbraunen Granitlandschaft ein pittoresker Anblick. Wenn dann noch im Februar die Mandelbäume zu blühen beginnen, ist die romantische Idylle perfekt.

Ammelntal
Ammelntal im Antiatlas

#4 Ait Mansour und Timguelchte Schlucht

Perfekt für Mountainbiker oder auch für Offroad-Freunde ist eine Fahrt durch die beiden Schluchten nahe Tafraout.

Durch Palmengärten und Oasendörfer mit Datteln, Oliven und Feigenbäumen geht es durch die imposante Bergkulisse. Mehrmals durchquerst du dabei auf holprigen Furten den Fluss.

Ait Mansour Schlucht
Ait Mansour Schlucht

Meine Hoteltipps für den Antiatlas

Ideale Basis zur Erkundung der Highlights des Antiatals ist Tafraoute. Von hier kannst du zahlreiche Tagestouren und Rundfahrten machen, sei es mit dem Geländewagen, dem Mountainbike oder zu Fuß.

Hotel in Tafraoute: Dar Amghar

Touren ab Agadir

Tagestour Antiatlas & Tafraoute

Generelle Tipps für Touren ins Atlasgebirge

Du siehst, egal wo in Marokko du bist, das Atlasgebirge ist nie weit weg. Perfekt, um während deiner Marokkoreise noch eine ganz andere, sehr ursprüngliche Seite des Landes kennenzulernen.

Welche Möglichkeiten du hast, um deine Gebirgstour zu planen, und worauf du achten solltest, verrate ich dir hier.

Wie organisierst du deine Tour ins Gebirge?

Je nachdem, welche Aktivitäten und Schwerpunkte du auf den Bergausflügen setzen möchtest, kannst du aus folgenden Varianten wählen:

Organisierter (Mehr-)Tagesausflug zu den Highlights

Hast du nicht viel Zeit und möchtest nur für einen, zwei oder drei Tage noch ein weiteres Gesicht von Marokko sehen, bietet sich ein organisierter Ausflug aus den großen Städten an (siehe meine Tourentipps oben).

Dann ist für alles gesorgt, du hast einen Guide und Übersetzer an deiner Seite und du musst dich um nichts weiter kümmern. Der organisierte Ausflug ist die sicherste, einfachste und dabei meist günstigste Alternative.

Erholung in den Bergen

Möchtest du vor allem die Bergluft und Ruhe genießen und kleinere Tageswanderungen von einem Ort aus machen, buchst du einfach ein Hotel in den Bergen.

Fast alle Hotels in den oben genannten Bergdörfern und Städten vermitteln Guides und organisieren Touren.

Du bist dann vor Ort nicht unbedingt auf ein Fahrzeug angewiesen. Möchtest du kleinere Strecken zurücklegen, nimm dir einfach ein Taxi.

Legst du dennoch Wert auf eine gewisse Flexibilität und Auswahl an Restaurants und Geschäften, ist eine Unterkunft in den größeren Orten perfekt.

Das wären dann für das Rif-Gebirge Tetouan oder Chefchaouen, Azrou oder Ifrane für den Mittleren Atlas, Imlil für den nördlichen sowie Ouarzazate oder Tinerhir für den südlichen Hohen Atlas und Tafraoute für den Antiatlas.

In alle diese Orte kannst du auch gut mit Bussen anreisen. Alternativ lässt du dich mit einem großen Taxi (Preis vorher verhandeln) direkt zum Hotel bringen.

Individueller Roadtrip mit dem Mietwagen

Am flexibelsten bist du mit einem Mietwagen. Du kannst diesen für einige Tage oder eine Woche in den oben genannten Ausgangspunkten – Agadir für den Antiatlas, Marrakesch für den Hohen Atlas, Fès oder Meknes für den Mittleren Atlas und Tanger oder Fès für das Rif-Gebirge – anmieten und auch dort wieder zurückgeben.

So bist du völlig frei bei der Wahl deiner Unterkunft, kannst Tagestouren machen oder auch von einem Ort zum nächsten weiterfahren. Möchtest du über Pisten auch in kleinere Dörfer abseits der Hauptattraktionen fahren, solltest du dir unbedingt einen Geländewagen auswählen.

Weitere Tipps für einen Roadtrip in Marokko findest du in meinem Artikel: Rundreise durch Marokko

Mehrtagestrekking

Möchtest du mehrere Tage in den Bergen wandern, solltest du die Tour bereits im Vorfeld buchen. Das geht sowohl über spezialisierte Reiseagenturen bereits aus Deutschland, über Agenturen und Hotels in den größeren Städten in Marokko, als auch bei den Hotels in den Bergen, von denen du dein Trekking starten möchtest.

In den Hohen Atlas kannst du auch Mehrtagestrekkings aus Marrakesch über Getyourguide buchen (siehe oben).

Dein Hauptgepäck kannst du im Basishotel lassen, von dem du deine Tour startest. Für mehrtägige Trekkings in Marokkos Bergen benötigst du unbedingt einen Guide.

Zudem ist gerade im Hohen Atlas sowie auch im Antiatlas ein Gepäcktransport auf einem begleitenden Maultier sinnvoll. Doch darum kümmert sich bei einer seriösen Tour der Guide oder die Agentur.

Bei einer organisierten Trekkingtour wird in der Regel auch für die Verpflegung unterwegs und Übernachtung in einfachen Herbergen oder Zelten gesorgt. Alles dafür Notwendige transportieren ebenfalls die Mulis. Du benötigst also nur einen Tagesrucksack.

Brauche ich für Wanderungen einen Guide?

Auch für Tageswanderungen und kleinere Ausflüge zu Fuß empfehle ich dir immer einen ortskundigen Guide zu engagieren. Anders als in Europa sind in Marokko nur sehr wenige Wege ausgeschildert und oft geht es über Wiesen und Geröllfelder, sodass du den Pfad gar nicht erst als solchen erkennst.

Zudem findest du in den abgelegenen Berglandschaften nicht immer jemanden, den du nach dem Weg fragen kannst. Und selbst wenn, ist nicht garantiert, dass dir dieser auf Französisch weiterhelfen kann. An Englisch brauchst du bei der einheimischen Bevölkerung der Bergdörfer meist gar nicht erst zu denken.

Guides für Wandertouren bieten sich in den touristischen Bergdörfern an jeder Ecke an, doch nicht jeder Guide ist seriös. Achte bei deiner Wahl darauf, dass es sich um einen staatlich geprüften Bergführer handelt.

Ein deutschsprachiger Bergführer kostet etwa 400 bis 500 Dh (ca. 45 Euro) pro Tag für die ganze Gruppe, ein Maultiertreiber etwa 120 bis 150 Dh (ca. 11 bis 14 Euro).

Wie finde ich einen seriösen Bergführer?

Wenn du keine organisierte Tour buchst, orientiere dich an den Empfehlungen deines Hotels und achte auf die staatliche Zertifizierung, die durch einen Ausweis nachgewiesen wird. In Imlil wendest du dich am besten an das Bureau des Guides in Marokko.

Die zertifizierten Bergführer haben eine entsprechende Ausbildung, wissen, wie sie in Notsituationen richtig reagieren müssen und können dir spannende Geschichten zum Leben in den Bergen sowie zur Pflanzen- und Tierwelt erzählen.

Im Hohen Atlas ist es üblich, Gepäck auf Maultieren zu transportieren. Auch hier gibt es Unterschiede, auf die du achten solltest:

Sind die Tiere gut genährt? Wie geht der Muliführer mit den Tieren um? Werden ordentliche Trensen verwendet, die nicht ins Maul schneiden? Insgesamt sollte das Tier nicht mehr als 80 Kilogramm tragen.

Buchst du einen zertifizierten Guide, kümmert sich dieser auch um den Maultierführer, so bist du auch hier auf der sicheren Seite.

Wann reist du am besten in das Atlasgebirge?

Wie in ganz Marokko ist die beste Jahreszeit für Reisen in das Atlasgebirge das Frühjahr zwischen März und Ende Mai. Die Temperaturen sind angenehm, wenn auch nachts gerade in höheren Lagen noch empfindlich kalt.

Im Frühjahr ist die Landschaft schön grün und in dieser Zeit blühen auch die Mandelbäume im Antiatlas. In den Hochlagen oberhalb von 2.000 Metern bleibt die Schneedecke allerdings durchaus bis in den Frühling oder gar frühen Sommer hinein liegen.

Zudem kann es in Marokko im Frühjahr auch zu Kälteeinbrüchen und starken Regenfällen kommen – daher ist der Herbst eine beliebte Zeit für Trekkingreisen.

Dann sind sowohl die Tage als auch die Nächte relativ warm, aber nicht zu heiß, und es bleibt trocken. Ein Aufstieg auf den Toubkal ist zum Beispiel bis Oktober möglich.

Auch im Sommer lässt es sich im Mittleren Atlas an den Gebirgsseen sowie im nördlichen Hohen Atlas noch gut aushalten und die Hauptattraktionen sind zu dieser Zeit nicht mit Touristen überfüllt.

Im Winter wehen im Hohen Atlas eisige Winde und die Temperaturen sind sehr kalt – keine optimalen Bedingungen, um schöne Ausblicke bei Wanderungen auf steilen Pfaden zu genießen. Im Mittleren Atlas ist Schnee zum Skilaufen in dieser Zeit fast garantiert.

Wie sicher ist eine Reise in das Atlasgebirge?

Im Hohen Atlas

Das Gewaltverbrechen an zwei Touristinnen, die Ende 2018 am Fuße des Toubkal zelteten, wirft zu Recht die Frage nach der Sicherheit auf.

Das Auswärtige Amt rät dazu, die Gegend abseits der Pisten nicht auf eigene Faust zu erkunden.

Nimm dir deshalb besser einen zertifizierten Wanderguide (siehe oben) und schlage dein Zelt nicht ohne einheimische Begleitung in der Wildnis auf.

Im Rif-Gebirge

Das Rif-Gebirge gilt als Drogendestination. Das Militär und Entwicklungsprojekte bemühen sich darum, den Cannabisanbau einzuschränken.

Vereinzelt kann es zu Belästigungen durch die Drogenhändler kommen. Wichtig ist dann, dass du keine Drogen kaufst. Denn das wird in Marokko strafrechtlich hart verfolgt. Und auch im Rif-Gebirge gilt: Abgelegene Wanderungen solltest du besser mit einen ortskundigen Guide an der Seite machen.

Ein zertifizierter Guide oder eine organisierte Tour kosten wirklich nicht die Welt. Sie geben neben Sicherheit auch ein gutes Gefühl, um unbeschwert die fantastische Bergwelt Marokkos zu genießen.

Zudem unterstützt du damit den lokalen Tourismus, sorgst für Einkommen und Beschäftigung in einer ansonsten wirtschaftlich abgeschlagenen Region. So tust du also ganz nebenbei auch noch etwas Gutes!

Das war es auch schon mit meinen Reisetipps und Ratschlägen. Warst du schon einmal in Marokko im Gebirge unterwegs? Wie sind denn deine Erfahrungen damit? Schreib uns dazu gerne einen Kommentar.