Wüstentour Marokko: Tourvorschläge und Tipps

Die Sahara ist die größte Trockenwüste der Erde und beeindruckt mit gigantischen Dünen, weichem Sand und unendlicher Weite. Unsere Marokko-Expertin Britta gibt dir in diesem Artikel hilfreiche Tipps für eine gelungene Wüstentour durch die Sahara.

Mein faszinierendstes Erlebnis in Marokko war meine Tour in die Sahara mit Übernachtung im traditionellen Beduinenzelt. Meiner Meinung nach darf eine Saharatour auf einer Marokkoreise nicht fehlen.

Doch von wo aus kannst du in die Wüste starten? Welches der beiden bekannten Dünengebiete in Marokko ist besser – die Erg Chebbi oder die Erg Chegaga? Und worauf solltest du bei der Vorbereitung und Buchung achten?

In diesem Artikel habe ich dir alle wichtigen Informationen über die großen Sanddünengebiete in Marokko, viele praktische Tipps und ein paar Empfehlungen für Touren, Hotels und Camps zusammengestellt.

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Wo machst du eine Wüstentour in Marokko am besten?

Wie gesagt, es gibt in Marokko zwei berühmte Gebiete für Saharatouren, die touristisch erschlossen sind: Die Erg Chebbi bei Merzouga und die Erg Chegaga zwischen M’hamid und Zagora.

Beide haben gigantische Dünen mit feinem weichen Sand in einer nahezu unendlichen Weite. Ich kann nicht sagen, welche schöner ist, aber die Unterschiede stelle ich dir hier vor. Außerdem stelle ich noch eine Alternative für alle vor, die nur wenig Zeit haben.

Damit du einen Überblick darüber bekommst, wo in Marokko die Gebiete liegen, findest du sie auf der folgenden Karte eingezeichnet:

Marokko Wüstentour Sahara Karte
Die besten Orte für eine Wüstentour in Marokko.

Erg Chebbi

Die Erg Chebbi ist das bei Touristen beliebteste Wüstengebiet in Marokko. Hier gibt es Sand soweit das Auge reicht und die höchsten Dünen des Landes mit bis zu 200 Metern Höhe.

Ausgangspunkt für Touren sind die Oasenstädte Erfoud und Rissani sowie die kleinere Wüstenoase Merzouga, die direkt hinter den Sanddünen liegt. Die Auswahl an Touren und Angeboten ist schlichtweg erschlagend.

Es geht auf dem Rücken von Kamelen, mit dem Quad, dem Geländewagen oder zu Fuß in die Wüste. Mal zum Sonnenauf-, mal zum Sonnenuntergang, mal mit Übernachtung im traditionellen Berberzelt oder im luxuriösen Camp. Du kannst für nur eine Stunde durch die Dünen reiten oder eine ganze Woche hindurchspazieren.

In Merzouga liegen direkt am Dünenrand zahlreiche Unterkünfte – für jedes Budget ist etwas dabei. Aber spannender ist natürlich eine Nacht in der Wüste in einem Nomadenzelt.

Eine typische Tour in die Erg Chebbi, die ich dir empfehlen kann, sieht ab Merzouga so aus:

Wüstentour in die Erg Chebbi mit Übernachtung

Am Nachmittag sattelst du im Basislager, das ist meist eine Unterkunft in Merzouga am Rand der Dünen, auf den Kamelen auf. Es ist eine ganz schön wackelige Angelegenheit, wenn sich das 2 Meter hohe Dromedar schaukelnd aus den Knien in den Stand bewegt.

Nach wenigen Minuten ist die ganze Karawane, ein Kamel reit sich hübsch hinter das andere, auch schon mitten in der Wüste. Um dich herum siehst du nichts als Sand.

1 bis 2 Stunden später – eben dann, wenn du dir langsam deinen Popo reibst, denn so ein Kamel ist alles andere als bequem – erreichst du das Camp.

Ein Beduinencamp besteht aus mehreren traditionellen Berberzelten mit vielen Teppichen, die sich um einen zentralen Lagerplatz gruppieren. In einem zentralen Zelt gibt es bequeme Matratzenlager zum Herumlümmeln und manchmal auch ein paar Tische zum Essen.

Alles ist sehr einfach gehalten, aber so soll es mitten in der Wüste ja auch sein. Unter freiem Himmel verspeist du ein marokkanisches Abendessen. Oft gibt es Tajine, was das in Tontöpfen auf dem Feuer gegarte Traditionsgericht in Marokko ist.

Vor oder nach dem Essen steigst du dann zum Sonnenuntergang auf eine Düne. Langsam färbt sich das Meer aus Sand goldgelb und rot, bis es stockdunkel wird. Und dazu breitet sich eine unglaubliche Stille aus.

Am Abend versammeln sich alle um das Lagerfeuer. Während dir die Berber Geschichten aus dem Nomadenleben und Beduinenweisheiten erzählen oder traditionelle Musik spielen, funkelt über dir der Himmel mit tausenden Sternen.

Faszinierend leuchtet der breite Strahl der Milchstraße, überall zeichnen sich Sternbilder ab und Sternschnuppen huschen herüber. Es ist einfach fantastisch!

Wenn du möchtest, kannst du auf Matratzen und Decken direkt unter dem Sternenhimmel schlafen. Ansonsten stehen in den Beduinenzelten Schlaflager oder manchmal auch richtige Betten bereit.

Morgens heißt es früh aufstehen, um den Sonnenaufgang von der nächsten Düne nicht zu verpassen. Dieser ist in der Wüste fast noch magischer als der Sonnenuntergang.

Je nach Tour gibt es vor dem Rückweg im Camp noch ein typisch marokkanisches Frühstück oder du frühstückst nach der Rückkehr aus der Wüste im Basislager. Hier kannst du dich in der Regel auch duschen, denn in den Wüstencamps gibt es, wenn überhaupt, nur einfache (Trocken-)Toiletten und manchmal ein Waschbecken.

Vorteile einer Wüstentour in die Erg Chebbi

  • Es gibt unzählige wüstennahe Hotels und Infrastruktur in Merzouga.
  • Du kannst von Merzouga zu Fuß in die Wüste spazieren.
  • Du erreichst Merzouga über eine gute Teerstraße.
  • Die Dünen sind noch höher als in der Erg Chegaga.
  • Es gibt unterschiedlich organisierte Touren, auch ab Marrakesch und Fès.

Nachteile einer Wüstentour in die Erg Chebbi

  • Viele Besucher und Motorenlärm der Quads schmälern das Wüstenfeeling in der Hauptsaison.
  • In Merzouga geht es sehr touristisch zu.
  • Die Fahrt von Marrakesch ist lang und von dort nicht als 2-Tagestour zu empfehlen.
  • Zum Teil sind die Preise für Touren und Versorgung in Merzouga überteuert.

Mein Tipp: Bist du mit dem Mietwagen auf Rundreise in Marokko, ist die Erg Chebbi perfekt, da sie sich sehr gut in eine Rundroute einbauen lässt. Auch wenn du aus Marrakesch eine organisierte Wüstentour machen möchtest, kannst du tolle 3- bis 4-Tagestouren buchen, bei denen du noch ein paar Highlights der Umgebung kennenlernst.

Tourempfehlungen in die Erg Chebbi

3-tägige Tour ab Marrakesch
Tour mit Übernachtung in der Wüste ab Merzouga

Meine Tipps für Hotels in Merzouga und Camps in der Erg Chebbi

Günstig: Auberge Etoile Des Dunes
Mittelklasse: Riad Nezha
Oberklasse: Hassilabiab Appart Hotel
Luxuscamp in der Wüste: Desert Heart Luxury Camp

Anfahrt nach Merzouga

Mit dem Bus von Supratours gibt es tägliche Verbindungen zwischen Merzouga und Marrakesch (ca. 13 Stunden Fahrzeit) über Tinehir und Ouarzazate sowie nach Fès (2 Tage Reisezeit) über Erfoud und Midelt.

Karamelkarawane in der Erg Chebbi Wüste
Karamelkarawane in der Erg Chebbi Wüste

Erg Chegaga

Das Dünengebiet der etwas weiter südlich liegenden Erg Chegaga erstreckt sich zwischen den Orten Zagora, M’hamid und Foum Zguid im Grenzgebiet zu Algerien. Diese Wüstenorte sind auch Ausgangspunkt für die Touren in die Sanddünen.

Zagora ist das Zentrum für Kameltouren. Von dem 1-stündigen Ausritt bis zur 1 Woche dauernden Kameltour ist alles möglich.

Von M’Hamid und Foum Zguid sind die Touren in das zentrale Sanddünengebiet oft mit einer Anfahrt im Geländewagen kombiniert, denn die großen Sanddünen liegen etwa 50 Kilometer entfernt und sind nur über eine Piste durch die Geröllwüste zu erreichen.

Die Erg Chegaga wird aufgrund ihrer Abgeschiedenheit weniger von Touristen besucht und die Region ist fast menschenleer. Das Wüstenerlebnis ist damit noch intensiver und ursprünglicher.

Eine typische Wüstentour in die Erg Chegaga

Auch die typischen Touren in die Erg Chegaga dauern 2 Tage mit einer Nacht im Nomadenzelt in der weiten Sandlandschaft. Entsprechend kannst du auch hier wunderbare Sonnenauf- und -untergänge und die unglaubliche Stille unter dem Sternenhimmel der Wüste erleben.

Im Basislager wirst du mit einem Geländewagen abgeholt. Zunächst geht es durch die karge Geröllwüste. Allein diese Anfahrt lohnt sich schon.

Die Landschaft ist mit ihren unendlichen Geröllfeldern und Wadis bizarr und beeindruckend zugleich. Fast wie eine Fata Morgana ziehen in der Ferne Nomaden mit ihren Kamelherden vorbei.

Ich hatte das Glück, das bei meiner Fahrt durch den völlig ausgetrockneten Lac Iriki nach einem Regen im Frühjahr aus dem kargen Boden gerade unzählige winzige Pflanzen und Blumen zu sprießen begannen. Ein wunderschöner Anblick!

Langsam werden der Sand mehr und die Pflanzen weniger, bis du das Camp in den Sanddünen erreichst. Oft brichst du von hier am Nachmittag mit den Kamelen zum Sonnenuntergang auf. Den Sonnenaufgang genießt du dann von der nächstgelegenen Düne des Camps, bevor es nach einem Frühstück im Geländewagen zurückgeht.

Achtung: Die angebotenen 2-Tagestouren aus Marrakesch und kurze Kamelausflüge ab Zagora führen aus Zeitgründen zwar in die Erg Chegaga, aber nicht in das zentrale Gebiet mit den hohen Sanddünen. Wüstenfeeling, einen Kamelritt und eine Übernachtung im Berberzelt bekommst du aber auch hier.

Vorteile einer Saharatour in die Erg Chegaga

  • Das Wüstenfeeling ist in der abgeschiedenen Lage noch intensiver.
  • Die Fahrt über die Geröllwüste ist faszinierend.
  • Die Anfahrt von Marrakesch bis Zagora ist nicht so lang.
  • Meist fährst du mit dem Geländewagen ins Camp und kannst dein komplettes Gepäck mitnehmen.

Nachteile einer Wüstentour in die Erg Chegaga

  • Das zentrale Sanddünengebiet ist nur über eine Piste zu erreichen.
  • Viele Camps liegen am Rand der Sanddünen und nicht mittendrin.
  • Die 2-tägigen Touren ab Marrakesch führen selten ins zentrale Sanddünengebiet.

Mein Tipp: Für ein individuelles Erlebnis mit intensivem Wüstenfeeling inklusive der bizarren Geröllwüste bist du in der Erg Chegaga richtig. Auch bei sehr geringem Zeitbudget kannst du einen 2-Tages-Kurztrip ab Marrakesch mit Übernachtung im Berberzelt buchen, allerdings ohne die imposanten Sanddünen.

Tourempfehlungen in die Erg Chegaga

3-tägige Tour ab Marrakesch

Meine Hoteltipps in den Wüstenstädten & Wüstencamps

In Zagora: Dar Pienatcha
In Foum-Zguid: Riad Hiba
In M’Hamid: Dar M’Hamid
Luxuscamp: Bivouac de lux Mhamid
Einfaches Camp: Chegaga Berber Camps

Anfahrt in die Erg Chegaga

Die Wüstenorte Zagora, M’Hamid und Foum Zguid sind über Teerstraßen zu erreichen. In das zentrale Wüstengebiet geht es nur Offroad mit dem Geländewagen.

Die Orientierung ist in dem Gewirr an Spuren auf der weiten Steinlandschaft mit Sandverwehungen mehr als schwierig. Selbst wenn du mit einem Geländewagen unterwegs bist, greife lieber auf einen ortskundigen Guide zurück oder buche eine organisierte Tour aus den umliegenden Wüstenorten.

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln bestehen Verbindungen nach Zagora mit der Busgesellschaft CTM. Die Busse fahren über Agdz nach Marrakesch. Du kannst auch im Nachtbus nach Agadir (ca. 11 Stunden Fahrzeit) und über Ouarzazate nach Casablanca (etwa 12 Stunden Fahrzeit) weiterfahren.

Dünen der Erg Chebbi Wüste
Dünen der Erg Chegaga Wüste
Beduinen-Zeltcamp in der Erg Chegaga Wüste
Beduinen-Zeltcamp in der Erg Chegaga Wüste bei Zagora.

Ausflüge in die Wüste Agafay

Du bist in Marrakesch und hast keine Zeit für eine mehrtägige Wüstentour, aber möchtest unbedingt Saharafeeling erleben? Dann gibt es für das sehr knappe Zeitbudget noch diese Alternative:

Etwa 30 Kilometer vor Marrakesch liegt die relativ unbekannte Wüste Agafay. Hier gibt es zwar keine gigantischen Sanddünen, aber du bekommst einen Eindruck von der unendlichen Weite der Wüste.

Ein Ausflug ist als Tagestour ab Marrakesch möglich. Du kannst sowohl mit dem Kamel durch die Sandlandschaft reiten als auch mit dem Quad durch den Sand düsen.

Auch Camps gibt es in der Wüste Agafay, so kannst du eine Nacht in der Wüste verbringen und dir die weite Anfahrt in die Erg Chebbi oder Erg Chegaga sparen.

Mein Tipp: Wenn du wirklich keine Zeit hast, kannst du hier ein wenig Wüstenluft schnuppern.

Tourempfehlungen in Agafay

Tagestour ab Marrakesch
Quadtour ab Marrakesch

Tipp für ein Camp in der Wüste

Luxuscamp: Emeraude Luxury Camp

Tipps zur Buchung deiner Marokko Wüstentour

Bist du überzeugt, dass eine Wüstentour unbedingt in deinen Marokkourlaub gehört und hast die passende Wüste für dein Zeitbudget und deine Ansprüche gefunden? Dann habe ich noch ein paar generelle Tipps für die Buchung und Vorbereitung deiner Tour.

Dass eine Tour in die Wüste ein fantastisches, bei Touristen beliebtes Erlebnis ist, wissen auch die Reiseanbieter in Marokko. Entsprechend groß und unübersichtlich ist das Angebot an Touren.

Grundsätzlich kannst du dich zwischen einer organisierten Mehrtagesfahrt inklusive Anreise ab Marrakesch oder auch Fès und Ouarzazate oder der Buchung einer Tour ab den Basislagern mit Selbstanreise entscheiden.

Organisierte Wüstentour aus Marrakesch

Marrakesch liegt ziemlich weit weg von der Sahara. Ganz genau sind es 450 Kilometer bis M’Hamid an der Erg Chegaga und sogar 560 Kilometer bis Merzouga an der Erg Chebbi.

Bei der Fahrt über die Serpentinen des Altasgebirges bist du also eine ganze Weile unterwegs, um von Marrakesch bis in die Wüste zu kommen. Mit 8 bis 10 Stunden Fahrzeit musst du rechnen.

Auch wenn die Strecke mit tollen Aussichten, abwechslungsreichen Landschaften und den wundervollen Oasentälern entlohnt, kann die Fahrt ohne Zwischenübernachtung anstrengend sein.

Trotz des langen Weges gibt es zahlreiche Angebote von Wüstentouren direkt aus Marrakesch. Eben weil ein Trip in die Sahara ein so besonderes Erlebnis ist.

Das ist total praktisch, wenn du deinen Städtetrip mit einer Wüstentour verbinden möchtest. Du buchst einfach die Tour und alles wird komplett organisiert.

Je nach Ablauf und Dauer der Touren werden auf dem Weg Zwischenstopps eingelegt. So kannst du weitere tolle Sehenswürdigkeiten im Süden Marokkos erkunden und gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen.

Die Touren ab Marrakesch kannst du sowohl online über Getyourguide (siehe meine Empfehlungen) als auch bei vielen Agenturen in Marrakesch buchen.

Auch aus Fès kannst du so eine 2- bis 3-tägige organisierte Wüstentour buchen.

Eine Wüstentour mit Eigenanreise

Eine Mehrtagestour aus Marrakesch ist super praktisch, doch flexibler und kostengünstiger organisierst du dir die Anreise bis in die Basislager am Rande der Wüste selbst und buchst von dort einen Ausflug in die Sanddünen.

So kannst du den Wüstentrip auch perfekt in eine Rundreise einbauen oder noch mehr Zeit in der wunderschönen Region des südlichen Hohen Atlas verbringen.

Fast jedes Hotel in den Oasen- und Wüstenstädten rund um die Dünengebiete bietet Touren an. Ergänzend gibt es unzählige Agenturen und Vermittler vor Ort, leider sind diese nicht alle seriös.

Um nicht auf falsche Guides hereinzufallen, buchst du besser bereits vorab. Einige Angebote findest du ebenfalls bei Getyourguide, alternativ fragst du bei deinem Hotel an.

Zudem gibt es sowohl in der Erg Chebbi als auch der Erg Chegaga Camps, meist im Luxussegment, die du direkt online über booking.com reservieren kannst. Das Feeling in diesen luxuriösen Zelten ist natürlich ein anderes als in einem einfachen Beduinencamp, aber du musst weder auf ein privates Bad noch auf bequeme Betten verzichten.

Mein Tipp: Achte bei der Auswahl eines Camps unbedingt auf die Lage. Richtiges Wüstenfeeling kommt erst tief in der Sandlandschaft auf. Auch wenn du dafür einen Transfer mit dem Geländewagen dazu buchen musst, lohnt sich der Unterschied.

Worauf solltest du bei der Buchung achten?

Für ein tolles Wüstenerlebnis und im Sinne eines fairen Tourismus sollte nicht nur der Preis für die Wahl der Tour ausschlaggebend sein. Der Konkurrenzkampf ist enorm und Dumpingpreise gehen oft zu Lasten von Fahrern, Guides und Kamelführern oder sind mit Einschränkungen des Gesamterlebnisses verbunden.

Möchtest du spontan vor Ort buchen oder bei einem Hotel anfragen, achte auf folgende Details:

  • Wie groß ist die Gruppe?
  • Werden die Mahlzeiten frisch zubereitet?
  • Ist Wasser inkludiert?
  • Gibt es ein Basislager für Gepäck und eine Dusche nach der Tour?
  • Ist das Camp individuell oder ein Gemeinschaftscamp mit zahlreichen anderen Touren?
  • Spricht der Guide Englisch bzw. gutes Französisch?

Mit diesen gezielten Fragen kannst du auch bei einer schnellen Buchung vor Ort oder in den Souks von Marrakesch die Spreu vom Weizen trennen.

Wie viel Zeit musst du für eine Tour in die Sahara einplanen?

Zunächst einmal stellt sich dabei die Frage, ob du die Tour ab Marrakesch buchst oder schon vor Ort in den Oasenstädten bist und von dort in die Wüste aufbrichst.

Zeit für eine Tour aus Marrakesch

Wer wenig Zeit hat und in Marrakesch ist, kann einen kurzen Wüstentrip mit Übernachtung im Beduinenzelt für 2 Tage buchen, was allerdings nur für die Erg Chegaga zu empfehlen ist. Und auch bei der kürzeren Anfahrt nach Zagora sitzt du dann die meiste Zeit im Auto oder Kleinbus.

Es geht früh morgens in Marrakesch los. Auf dem Weg steht in der Regel der Besuch des Ksars Ait Benhaddou auf dem Programm und am Abend ist die Wüste erreicht. Nach einer kurzen Nacht geht es auch schon wieder zurück nach Marrakesch.

Es lohnt sich daher mehr Zeit einzuplanen, dann kannst du nicht nur länger in der Wüste bleiben, es ist auch viel entspannter. Zudem gibt es auf dem Weg noch andere Highlights, die in die Touren integriert sind.

Bereits auf einer 3- bis 4-Tagestour stehen oft ergänzend die beeindruckende Todraschlucht, das schöne Dadestal oder der Besuch einer Kasbah, der historischen Lehmfestungen, auf dem Programm.

Zeit in der Wüste

Die Zeit in der Wüste reicht bei den angebotenen Touren von einem 1-stündigen Kamelritt über eine Tour mit einer Übernachtung bis zum Wüstentrekking von 1 Woche.

Meine Empfehlung ist mindestens eine Übernachtung. Für die Erg Chegaga ist es aufgrund der Anreise über die Geröllwüste bis in die Sanddünen schon fast ein Muss.

Damit kannst du sowohl den Sonnenuntergang als auch den Sonnenaufgang über der Wüste und eine Nacht unter den tausenden funkelnden Sternen in absoluter Dunkelheit erleben.

Mir persönlich reicht das dann auch schon. Die Bedingungen im Camp sind sehr einfach und sei dir bewusst, dass auch der Ritt auf dem Kamel alles andere als bequem ist. Für eine 1-wöchige Tour brauchst du schon sehr ausdauerndes Sitzfleisch.

Möchtest du noch mehr Wüstenfeeling haben, kannst du auch eine Kameltour mit einer Fahrt im Geländewagen oder mit einem Trekking am zweiten Tag zu einem weiteren Camp kombinieren.

Wie teuer ist eine Wüstentour?

Neben der Dauer der Tour und den inkludierten Leistungen sind die Preise für Wüstentouren oft von der Teilnehmerzahl abhängig.

Schon für 150 bis 200 Dirham (Dh), das sind unter 20 Euro, kannst du mit dem Kamel zum Sonnenuntergang in die Sanddünen reiten. Eine Tagestour mit der Kamelkarawane kostet zwischen 350 und 500 Dh (ca. ab 30 Euro).

Für eine Tour vom Nachmittag bis zum nächsten Morgen mit einer Übernachtung im Berberzelt sowie Abendessen und Frühstück zahlst du etwa 700 Dh (ca. 65 Euro). Eine 3-tägige organisierte Tour ab Marrakesch kostet etwas über 100 Euro.

Ergänzend solltest du ein Trinkgeld für den Kamelführer und Fahrer einplanen. Bei den Touren aus Marrakesch sind meist auch die Essen auf der Strecke nicht inkludiert.

Wann ist die beste Zeit für eine Wüstentour?


Eine Tour in die Wüste ist in Marokko das ganze Jahr über möglich, aber von Juni bis August aufgrund der hohen Temperaturen nicht unbedingt zu empfehlen. Besonders längere Wüstentrekkings auf dem Kamel oder zu Fuß sind dann sehr anstrengend.

Im Sommer gibt es auch vermehrt Sandstürme. Die sind nicht nur unangenehm, sondern mindern auch die Sicht auf die wunderschöne Dünenlandschaft.

Von Dezember bis Februar wird es in der Nacht in der Wüste empfindlich kalt. Die Temperatur fällt dann nicht selten auf 4 Grad, da sind in den unbeheizten Zelten oder unter dem klaren Sternenhimmel auf jeden Fall Mütze, Handschuhe und lange Unterwäsche angesagt und auch ein Schlafsack ist Gold wert (siehe meine Gepäcktipps).

Die beste Zeit für eine Wüstentour ist im Herbst und Frühjahr, dann sind die Temperaturen relativ ausgeglichen.

Was musst du in die Wüste mitnehmen?

Dein Hauptgepäck kannst du im Basislager am Rande der Wüste lassen, so dass für deinen Saharatrip ein kleiner Rucksack ausreicht. Für den Kamelritt und zum Laufen im Sand ziehst du am besten eine weite, lange Hose und ein Shirt sowie feste Schuhe an.

Das solltest du unbedingt einpacken:

  • Sandalen für das Camp
  • Warme Sachen für abends und die Nacht: Pullover oder Jacke, Socken, im Winter auch lange Unterhose, Mütze und Handschuhe
  • Schal oder Tuch, auch um es als Turban um den Kopf zu binden
  • Sonnenschutz, Sonnenbrille, Hut, Lippenbalsam
  • Zahnbürste und das Nötigste an persönlichen Hygieneartikeln
  • Kleines Handtuch und/oder Feuchttücher
  • Toilettenpapier und/oder Taschentücher
  • Kleine Lampe oder Stirnlampe
  • Fotoapparat, unbedingt sanddicht verpacken!
  • Ausreichend Wasser oder Flasche zum Nachfüllen (je nachdem, ob in der Tour inkludiert)
  • Plastiktüte für den Abfall

Das ist das Wichtigste. Je nachdem, was für eine Tour du machst, sind folgende Tipps noch nützlich.

Sonstige nützliche Hinweise

Reisetabletten

Möchtest du mehrere Tage auf dem Kamel reiten, kann eine Radlerhose sehr angenehm sein und auch Tabletten gegen Reisekrankheit. Das ist kein Witz, denn es schaukelt auf dem Rücken der Kamele wie auf hoher See. Wer einen empfindlichen Magen hat, dem wird dabei schon mal anders.

Ebenso gehören Reisetabletten bei einer gebuchten Gruppentour aus Marrakesch ins Handgepäck. In Serpentinen geht es in Minibussen oft rasant durch das Altasgebirge, und das für mehrere Stunden.

Verpflegung

Die Verpflegung in der Wüste ist in den Touren in der Regel inkludiert, die Wasserversorgung nicht immer. Bei den Touren aus Marrakesch kostet auch das Essen unterwegs oft extra. Dabei wird häufig bei kooperierenden Gaststätten Rast gemacht, die Essen zu überteuerten Preisen anbieten.

Wasser und Snacks kannst du problemlos in den Oasenstädten am Rande der Wüste kaufen, danach nicht mehr. In Merzouga sind die Preise teils überteuert, hier deckst du dich am besten schon in Rassini mit Trinkwasser ein.

Die Nomadencamps

Die traditionellen Zelte der Camps sind meistens einfach. Oft gibt es Matratzenlager, manchmal aber auch ein komfortables Bett.

Dicke Decken sind ausreichend vorhanden. In der frischen Winterluft wird es auch darunter kalt und du schläfst komfortabler in einem zusätzlich mitgebrachten Schlafsack.

Die sanitären Anlagen in den Camps sind allenfalls einfache (Trocken-)Toiletten, manchmal gibt es auch gar keine. Ebenfalls sind Waschbecken mit fließend Wasser in den einfachen Camps nicht vorhanden und Duschen ohnehin nicht.

Stell dich im Camp also auf eine Katzenwäsche ein und nimm Feuchttücher mit. Eine Dusche, um den ganzen Sand abzuspülen, erwartet dich in der Regel im Basiscamp, aus dem du startest und wo du wieder ankommst.

Viel Spaß in der Wüste

Das waren meine ausführlichen Tipps für deine Saharatour. Als letztes gebe ich dir noch eine alte Beduinenweisheit mit auf dem Weg: „Wer in die Wüste geht und wiederkehrt, ist nicht mehr derselbe“.

Probiere es aus! Oder bist du schon einmal in der Wüste gewesen? Wo war das und wie waren deine Erfahrungen?