Ist dir das auch schon passiert? Du bist auf Reisen unterwegs und machst Fotos über Fotos. Wieder zuhause angekommen, setzt du dich an deinen Rechner um die besten Bilder auszusuchen und zu bearbeiten.

Doch was ist das? Auf jedem Bild sind Flecken! Immer an der gleichen Stelle!

Klarer Fall: Der Sensor ist verschmutzt. Wenn du es zu spät merkst, bleibt dir nur die aufwendige Retusche im Nachhinein.

Um das in Zukunft zu vermeiden, erklären wir dir in diesem Beitrag kompakt, was du zum Thema Sensorreinigung wissen musst.

Wie kommt eigentlich Dreck auf den Sensor?

Der Bildsensor sorgt in deiner Digitalkamera einfach ausgedrückt dafür, dass aus Licht ein Bild entsteht. Der Bildsensor macht also in etwa das, was früher der Film übernommen hat.

Nun ist eine Kamera kein geschlossenes System. Vor allem durch Objektivwechsel ist es unvermeidlich, dass Staub und Dreck ins Innere des Gehäuses gelangen und sich auf dem Bildsensor festsetzen.

Natürlich solltest du beim Objektivwechsel immer vorsichtig sein und in der Wüste, am Strand oder in staubiger Umgebung besser zweimal darüber nachdenken. Dennoch kannst du es nicht wirklich verhindern, dass sich irgendwann Schmutz auf dem Sensor absetzt.

Wie findest du heraus, ob dein Sensor verschmutzt ist?

Meistens erkennst du es an deinen Bildern, dass der Sensor verschmutzt ist. Das folgende Bild der Shwedagon-Pagode zeigt deutlich, was ich meine.

Im Bereich des blauen Himmels sind mehrere Flecken zu sehen, einige deutlich, andere weniger deutlich. Das war leider alles Dreck auf dem Sensor, weshalb wir diese Fotos fleißig retuschieren durften.

sensorflecken

Um herauszufinden, ob und wo Dreck auf deinem Sensor ist, gehst du am besten wie folgt vor:

  • Suche dir eine ebene und glatte Fläche. Blauer Himmel ohne Wolken oder eine weiße Wand sind dafür gut geeignet.
  • Wähle eine möglichst kleine Blende, z.B. f/22 und eine große Brennweite.
  • Wahrscheinlich musst du den Autofokus deaktivieren, da deine Kamera aufgrund des ebenen Motivs ja nichts zum Fokussieren hat.
  • Jetzt einfach abdrücken und prüfen, ob auf dem fertigen Bild Flecken zu sehen sind.

Ist das der Fall, solltest du dringend über eine Sensorreinigung nachdenken.

Automatische Sensorreinigung

Neuere Kameramodelle haben oft eine automatische Sensorreinigung integriert. Dabei werden durch schnelle Vibrationen Staubpartikel vom Sensor geschüttelt. Grundsätzlich ist das eine gute Sache. Wenn du diese Option an deiner Kamera hast, solltest du sie natürlich nutzen.

Dennoch stößt die automatische Sensorreinigung schnell an ihre Grenzen, weshalb du früher oder später nicht um eine manuelle Reinigung herumkommen wirst.

Sensorreinigung selbst machen

Eins vorweg: Wir haben uns bislang noch nicht selbst an eine manuelle Sensorreinigung herangetraut. Wenn man es kann, ist es wohl nicht besonders schwer. Wenn man keine Ahnung davon hat, kann man allerdings sehr viel Schaden anrichten. Deswegen halten wir es lieber nach dem Motto: Jedem, das was er am besten kann.

Unser Tipp:

Wenn du das erste Mal eine Sensorreinigung selbst machen möchtest, suche dir jemanden, der damit Erfahrung hat und die Reinigung mit dir beim ersten Mal gemeinsam macht.

Trockenreinigung

Die einfachere Variante der manuellen Sensorreinigung ist die trockene Reinigung mit einem Blasebalg. Es soll auch schon Fotografen gegeben haben, die statt einen Blasebalg zu benutzen direkt in die Kamera gepustet haben. Das ist eine ganz schlechte Idee.

Es heißt nämlich nicht umsonst Trockenreinigung. Du kannst dich noch so sehr bemühen, wenn du in die Kamera pustest, kommen auch immer ein paar feuchte Spuckepartikel ins Innere des Gehäuses. Investiere also lieber ein paar Euro in einen guten Blasebalg.

Das hier wäre z. B. unsere Wahl: ein guter Blasebalg.

Nassreinigung

Die nasse Reinigung ist die Königsdisziplin der Sensorreinigung. Dabei wird der Sensor mit einer speziellen Reinigungsflüssigkeit abgewischt. Zum Wischen verwendet man sogenannte Swaps.

Das kannst du dir ungefähr vorstellen wie einen Abzieher zum Fensterputzen. Die Swaps und die Flüssigkeit kann man in einem Set kaufen, das es für verschiedene Sensorgrößen gibt.

Ein gutes Set findest du hier: Nassreinigungsset.

Da wir es selbst noch nicht ausprobiert haben, sind wir auf die Suche nach einem Erklärvideo gegangen. Fündig geworden sind wir bei Krolop & Gerst, die dir in einem dreiteiligen Video alle Geheimnisse der Sensorreinigung ganz genau erklären.

Sensorreinigung von einem Profi machen lassen

Fotogeschäfte bieten in der Regel auch eine Sensorreinigung an. Wir haben hier in Berlin ein wenig recherchiert und uns dann für eine Sensorreinigung bei Foto Leistenschneider entschieden, die mehrere Filialen in Berlin und NRW haben.

Die Reinigung hat 29 Euro gekostet und wir waren mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Wenn gerade nicht viel los ist, wird die Reinigung sogar noch am selben Tag gemacht.

Unser Tipp:

Wenn du deine Kamera dort hin bringst, sollte der Akku voll geladen sein. Ansonsten macht das Geschäft das über Nacht für dich.

Dann musst du aber auf jeden Fall einen Werktag auf deine Kamera verzichten. Solltest du es eilig haben, ruf am besten vorher an und frage wie schnell es geht.

Was sind deine Erfahrungen und Tipps zur Sensorreinigung?

Hast du schon einmal deinen Sensor selbst gereinigt und noch Tipps für uns? Dann freuen wir uns über deinen Kommentar. Natürlich freuen wir uns auch über Hinweise, wo man seinen Sensor professionell und günstig reinigen lassen kann.

12 Kommentare - Wir freuen uns auch über deinen netten Kommentar!

  1. Eine Trockenreinigung macht auf jeden Fall Sinn. Daher nehme ich auf längeren Fototouren auch immer so einen Blasebalg mit. Damit lässt sich eigentlich der Dreck immer ausreichend entfernen. Von einer Nassreinigung würde ich eher abraten das selbst zu machen. Das überlasse ich lieber den Profis und gebe meine Kamera einmal im Jahr zum Check&Clean.

    • Na dann, viel Erfolg. Sei aber vorsichtig. Als wir unsere Kamera bei der Sensorreinigung hatten, hat uns der Verkäufer bei Leistenschneider gesagt, dass er schon oft zerstörte Sensoren gesehen hat, die durch selbstständige Reinigung entstanden sind.

      Du kannst ja dann nochmal berichten, wie es gelaufen ist.

      Viele Grüße
      Sebastian

  2. In den meisten Fällen hat bei mir bisher der Blasebalg gereicht. Größere Probleme hatte ich damals mit meiner 30D. Der Sensor war nach zwei Wochen mit Dreck überzogen, im Internet hieß es, dass die Kamera am Anfang recht viel Abrieb produziert (Spiegelmechanik) und dieser sich auf dem Sensor ablagert. Da war dann eine Nassreinigung nötig. Zu der Zeit waren Sensorswabs noch nicht so verbreitet und das Internet voll mit Tipps, die sich in der Reinheit des verwendeten Alkohols gegenseitig überboten. Discofilm war damals auch hoch im Kurs.
    Bei der 7D hat die eingebaute Reinigungsfunktion und der Blasebalg meist gereicht. Außer einmal im Urlaub. Glücklicherweise hatte ein Fotoladen in Koblenz just zu dieser Zeit eine Reinigungsaktion. Ein netter Herr der Firma Green Clean hat mir erst Kamera und Sensor abgesaugt und abschließend feucht durchgewischt. Gekostet hat mich das 10€ als Spende für die Flutopfer 2013.

    • Hallo ceving,

      bei mir war die Sensorreinigung nach drei Jahren bitter nötig. Ich habe allerdings auch nie mit dem Blasebalg hantiert. Vielleicht macht das wirklich den Unterschied.

      Viele Grüße
      Sebastian

  3. Ich schicke meine Kamera zum Check&Clean immer nach Will ich zu Canon. Als CPS Mitglied ist das 2x im Jahr gratis. Allerdings sah beim letzten mal der Sensor danach schlimmer aus als vorher. Da durften die nachbessern.
    Da ich doch viel unterwegs objektiv-wechsle ist das auch meist notwendig den durchwischen zu lassen.
    Für selbermachen fehlt mir der Mut. Da lass ich Profis rann.

  4. Keine Bange vor einer Naßreinigung. Ich habe das gerade wieder selber gemacht, mit den Sensorswaps. Der Sensor sah nach unserer letzten Reise und gefühlten 1000 Objektivwechseln ganz fürchterlich aus. Jetzt ist er wieder hübsch, sauber und Fleckenfrei.

    LG Thomas

  5. Ich habe letztens ohne Vorerfahrung den Sensor meiner Kamera Lumix Panasonic DMC-TZ18 mithilfe eines Youtube-Anleitungsvideos selbst gereinigt, weil die Sensorreinigung im Geschäft 100 Euro gekostet hätte (diesen Preis finde ich in Relation zum Kaufpreis und Alter der Kamera recht hoch). Hat super geklappt! Es ist ein bisschen Friemelsarbeit mit den kleinen Schrauben, aber da es sich um ein gut verarbeitetes Metallgehäuse handelt, war es auch wieder gut zusammenzusetzen. Jetzt macht die Kamera wieder prima Fotos (soweit es eine kleine Travelzoom-Kamera eben machen kann) ohne Flecken :-)

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