Der heutige Beitrag knüpft ein wenig an den Beitrag von letzter Woche an. Die beiden Themen haben zwar nicht zwangsläufig miteinander zu tun, können sich aber gegenseitig behilflich sein. Warum das so ist, erzähle ich im Beitrag.

Fühlt euch also frei, den Beitrag von letzter Woche – Teil 9 – und natürlich auch die vorherigen Beiträge, noch mal durchzugehen.

1. Teil: Blende
2. Teil: Verschlusszeit
3. Teil: Brennweite
4. Teil: Belichtung
5. Teil: Manuelle Belichtung und Modus M
6. Teil: ISO
7. Teil: Weißabgleich
8. Teil: Belichtung
9. Teil: Autofokus

Da ich das mit dem Kurzhalten letzte Woche nicht ganz so gut hinbekommen habe, fange ich dieses Mal schon jetzt direkt damit an und wir legen einfach direkt los!

Also, los geht es!

Die verschiedenen Betriebsarten der Kamera

Hinweis: Auch heute würde ich dich wieder bitten, direkt deine Kamera und dein Handbuch zur Hand zur nehmen, um das was du hier liest an deiner Kamera zu suchen und vor allem es direkt beim Lesen auszuprobieren.

Es gibt drei wichtige Betriebsarten. Die „wichtigen“ sind dick markiert. Ich erwähne hier „wichtige“, da es sein kann, dass du noch andere Arten an deiner Kamera hast. An der Nikon D7000 gibt es diese:

  • Einzelbild (S)
  • Serienaufnahme langsam (CL) & Serienaufnahme schnell (CH)
  • Leise Aufnahme (Q)
  • Selbstauslöser
  • Fernsteuerung
  • Spiegel hochklappen

Wir kümmern uns aber heute nur um die drei dickmarkierten. Die sollten hoffentlich an deiner Kamera vorhanden sein.

1. Einmalig

Da gibt es nicht so wirklich viel zu sagen, denn das kennt ihr alle und das ist das was deine Kamera macht, ohne dass du irgendwas eingestellt hast. Für jedes Mal, wenn du auf den Auslöser drückst, geht der Verschluss einmal zu und du bekommst ein Foto.

Ok. Der Anfang war also einfach. Weiter mit der Nr. 2.

2. Timer / Selbstauslöser

Auch dieser Modus ist dir wahrscheinlich geläufig. Es gibt sicherlich immer mal Momente in denen du nicht nur passiv hinter der Kamera stehen möchtest, sondern auch mal mit ins Bild willst. Genau hierfür ist der Timer Modus super. In deinen Kamera-Einstellungen kannst du angeben, wie viele Sekunden die Kamera wartet, bevor sie das Bild macht.

Es gibt aber noch eine weitere Situation, in der der Timer Modus wirklich hilfreich sein kann: Wenn du mit langen Belichtungszeiten fotografierst und mit einem Stativ fotografierst oder deine Kamera z. B. auf einer Mauer ablegst. Immer wenn du bei solchen Aufnahmen auf deinen Auslöser drückst, wackelt die Kamera ein bisschen – auf dem Stativ weniger, auf einer Mauer dafür umso mehr.

In diesen Fällen hilft dir der Selbstauslöser weiter. Du stellst ihn einfach auf eine sehr kurze Zeit ein, zum Beispiel eine Sekunde. Wenn du nun auf den Auslöser drückst, wird das Bild erst eine Sekunde später aufgenommen. Das kleine Wackeln wirkt sich somit nicht auf dein Bild aus und du hast eine schöne, scharfe Aufnahme. Ein einfacher Trick mit großer Wirkung.

Das war nun ebenfalls einfach. Richtig? Ok, dann geht es weiter mit Nr. 3.

3. Serienaufnahme

Der dritte Modus ist, wie ich finde, auch sehr interessant. Hier kommen wir dann auch gleich zu dem Zusammenhang mit dem letzten Beitrag über den Autofokus.

Wenn du den Modus Serienaufnahme einstellst, passiert folgendes: Du drückst auf den Auslöser und solange du den Auslöser gedrückt hältst, macht deine Kamera ununterbrochen Fotos und hört erst damit auf:

  1. Wenn deine Speicherkarte voll ist oder
  2. du einen Krampf im Finger bekommst und ihn zwangsweise vom Auslöser nehmen musst.

Interessante Zusatzinformation
Jetzt gibt es hier aber noch ein paar andere Dinge zu sagen. Denn jetzt stellst du dir vielleicht die folgende Frage:

„Wie schnell kann meine Kamera denn hintereinander Fotos machen kann? Wie viele Bilder schafft sie so pro Sekunde?“

Die Anzahl der Fotos, die deine Kamera innerhalb einer Sekunde hintereinander machen kann, nennt man im langweiligen Fachjargon „Bildübertragungsleistung„. Nicht so sexy, aber man kann nicht alles haben.

Jetzt gibt es noch eine zweite wichtige Sache, die hier eine Rolle spielt. Und zwar der Buffer, oder auf Deutsch Pufferspeicher. Das ist die interne Speicherkapazität deiner Kamera.

Wenn sich jetzt dieser besagte Speicher füllt, wird die Bildübertragungsleistung langsamer, dh. du kannst also z. B. nicht mehr 4 Bilder in der Sekunde machen, sondern nur noch 2 oder 3. Das gilt aber auch nicht für alle Kameras. Es gibt auch welche, die haben überhaupt keinen Buffer, dh. die können bis deine Speicherkarte voll ist, die gleiche Anzahl Bilder/ Sekunde verarbeiten.

Jedes Kameramodell ist da anders. Das sollte aber auch in deinem Handbuch stehen. Die meisten Einsteigermodelle haben eine Bildübertragungsleistung von 3fps (also drei frames per second, also Bilder pro Sekunde). Die semi-professionellen Kameras haben eine Leistung von 5-6fps und high-end Kameras dann so um die 10ftps.

Zusammenhang mit dem vorherigen ThemaAutofokus.

Jetzt kommen wir aber nun wirklich zum Zusammenhang mit dem Beitrag über den Autofokus. Besonders interessant ist da jetzt die Serienaufnahme. Wer den Beitrag gelesen hat, erinnert sich vielleicht noch an die Situation wenn du eine Person oder ein Auto oder irgendetwas Schnelles, dass durch dein Bild läuft oder fährt scharf auf dem Bild festhalten willst.

Jetzt haben wir gelernt, dass man hier folgendes einstellt: Wir lassen den Autofokus selbst seinen Fokus wählen (stellen es also auf AUTO) und stellen ihn auf den Modus „kontinuierlich“ ein. Jetzt kann uns da aber auch die Betriebsart „Serienaufnahme“ weiterhelfen.

Warum? Weil du dann nicht nur ein einziges Bild von deinem sich bewegenden Motiv machst, sondern gleich mehrere hintereinander. So ist die Wahrscheinlichkeit wesentlich höher, dass davon ein Bild super genial geworden ist. Das Foto zeigt z. B. eine Situation in der das hilfreich sein kann.

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Das probieren wir auch direkt mal im Praxisteil aus.

Praxis

Betriebsart-Modi an der Nikon D7000
Betriebsart-Modi an der Nikon D7000

Wo findest du also die Einstellung an deiner Kamera? Du solltest spätestens jetzt also dein Handbuch und deine Kamera vor dir haben. Ich kann dir zwar zeigen, wo es an der Nikon D7000 zu finden ist. Leider kann das bei dir aber woanders sein. Bei der D7000 finde ich die Einstellung unter dem Rädchen, an dem ich meine Kameramodi M, P, S und A etc. einstellen kann.

Teil 1

Der Teil ist eigentlich ganz simpel. Jetzt machen wir einfach mal ganz stupide mit jeder Betriebsart Fotos. Klingt langweilig, es ist aber gar nicht so schlimm.

Teil 2

Jetzt brauchen wir wieder etwas, das sich bewegt. Vorbeifahrende Autos oder wieder jemand der sich bereit erklärt mit dem Fahrrad vor dir hin und her zu fahren.

Wie stellst du deine Kamera jetzt ein?

  1. Automatischer Autofokus (am besten so, dass die Kamera selbst entscheidet, wo sie den Fokus drauf liegt. Wir vertrauen ihr da einfach mal)
  2. Kontinuierlichen Autofokus.
  3. Betriebsart: Serienaufnahme

Und los geht es! Probier es einfach mal aus. Am besten mehrfach mit verschiedenen Motiven, die sich im besten Falle bewegen.

Eigentlich macht es auch dieses Mal nicht so richtig Sinn euch etwas „Vorzufotografieren“, da ihr ja nicht sehen könnt worauf meine Kamera fokussiert hat. Aber egal. Ich hab mich also mal in Kreuzberg auf die Kreuzung gestellt und Autos im Serienmodus fotografiert: 6 Bilder pro Sekunde. Die ersten drei Bilder seht ihr unten. Wie gesagt, es geht hier nicht um einen Schönheitswettbewerb, sondern darum es einfach stupide mal auszuprobieren.

Ende

Das war es auch schon wieder für heute. Du kannst dir also folgendes merken:

    1. Wenn du mal selbst auch auf einem Bild drauf sein möchtest, benutz einfach den Selbstauslöser.
    2. Wenn du ein Stativ benutzt oder deine Kamera auf einer Mauer auflegst, benutz zusätzlich am besten ebenfalls den Selbstauslöser, damit deine Bilder nicht durch das Drücken auf den Auslöser trotzdem verwackeln.
    3. Wenn du etwas Schnelles fotografieren möchtest, benutze nicht nur den kontinuierlichen Autofokus, sondern probier doch auch einfach mal die Betriebsart „Serienaufnahme“ aus.

Heute war es zwar tatsächlich nicht so lang, aber ich hoffe trotzdem interessant für dich.

Natürlich freue ich mich wieder über Feedback von dir. Denn so macht das Schreiben der nächsten Beiträge direkt mehr Spaß. Also, wenn du mir etwas sagen möchtest oder mir einfach nur etwas Motivation mitgeben willst, hinterlasse mir gerne unten eine Kommentar.

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6 Kommentare - Wir freuen uns auch über deinen netten Kommentar!

    • Liebe Line,

      ich freue mich unheimlich das zu hören. Die Zusammenhänge einfach zu erklären, war nämlich genau unsere Intention. Als ich angefangen hab mich mit meiner Kamera zu beschäftigen bin ich fast daran verzweifelt. Es hat einfach schnell keinen Spaß mehr gemacht. Wenn man sich um eine Sache zu verstehen, erst mal mit zig Fachwörtern auseinandersetzen muss, ist das glaube ich auch verständlich.

      Als wir 22places dann zu einem Online Magazin für Reisefotografie weiter entwickelt haben letzten November war es mir super wichtig eine Artikelserie zu schreiben, die die Grundlagen der Kamera in einfachen Worten erklärt. Es soll doch Spaß machen!!

      Auf jeden Fall vielen vielen Dank für deinen lieben Kommentar. Ich wünsche dir ganz viel Spaß mit deiner Kamera! Wir werden auch in Zukunft versuchen möglichst viel zum Thema „Fotografieren lernen“ zu veröffentlichen! Deshalb würden wir uns natürlich sehr freuen, wenn du ab und zu mal reinschaust!

      Viele Grüße aus Berlin,

      Jenny

  1. Liebe Jenny

    vielen Dank! Deine Beiträge haben mir wirklich geholfen meine Kamera besser zu verstehen, jetzt kann ich so manche Funktionen besser nachvollziehen an die ich mich bisher nicht getraut habe.

    eine Bitte an Dich Jenny
    könntest Du mal ein Beitrag über entfesseltes Blitzen machen
    und zwar verstehe ich folgendes nicht:
    Die Kamera macht eine Belichtungsmessung doch ohne Blitz
    beim Foto kommt dann plötzlich der Blitz dazu wie reagiert die Kamera darauf
    um nicht überzubelichten.

    • Lieber Uwe,
      toll, dass dir die Artikel gefallen haben und sehr cool, dass du und deine Kamera dadurch mehr zusammengewachsen sind :). So muss das sein! Vielen lieben Dank auch für deine Idee für einen Beitrag über entfesseltes Blitzen. Das steht tatsächlich noch nicht auf meiner Liste für Beitragsideen. Ich habe es aber mit dazu geschrieben. Momentan arbeiten wir aber leider rund um die Uhr daran den Fotokurs fertigzustellen. Bis dahin steht alles drumherum ein wenig still. :)
      Viele Grüße aus Berlin
      Jenny

  2. Servus Jenny,

    vielen Dank für deine 10-Schritte Erklärung.. ich hab seit einen Jahr eine Kamera und hatte 0,0 Ahnung wie ich diese überhaupt bedienen sollte. Handbuch und Internet erklärten dies meist sehr umständlich und die Lust auf fotografieren verflog sehr schnell.

    Deine Schritt für Schritt Erklärung macht Lust auf mehr! Es ist verständlich und unkompliziert geschrieben.
    Gott sei Dank hab ich deine Seite gefunden, denn ich hab nicht mehr daran geglaubt iwann es zu verstehen :-)

    Vielen, vielen Dank!
    Grüße aus München

    • Liebe Lisa,
      wow!! Was für ein toller Kommentar. Vielen vielen lieben Dank! Es freut mich riesig, dass dir die Beiträge gefallen und sie dir geholfen haben – denn dann hat sich die Arbeit es aufzuschreiben gelohnt :). Wir versinken ja gerade auch in einem Haufen Arbeit und ich bin froh, wenn wir den Online-Fotokurs endlich fertig haben. Ich wünsche mir, dass wir dann auch so super nettes Feedback bekommen (wir geben auf jeden Fall unser Bestes :)). Also vielen lieben Dank für dein Feedback und ich wünsche dir richtig viel Spaß beim Fotografieren. Noch ist das Wetter ja auch wirklich gut und du kannst noch ganz viele Fotoausflüge planen ohne zu erfrieren. :)

      Viele Grüße von der Mosel, Jenny!

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