Gute Fotos machen: Diese Anfängerfehler solltest du vermeiden!

Jeder noch so große Fotograf hat irgendwann einmal klein angefangen und jeder hat zu Beginn Fehler gemacht. Wer das Gegenteil behauptet, der lügt. In unseren Anfängen als Fotografen haben wir auch viele, viele Fehler gemacht.

Und natürlich machen wir auch heute immer noch Fehler. Wäre ja auch langweilig, wenn nicht.

Man lernt einfach nie aus und das ist auch gut so!

Typische Anfängerfehler haben wir aber glücklicherweise relativ schnell hinter uns gelassen und das solltest du uns gleich tun.

Wir verraten dir also heute 6 typische Anfängerfehler, damit du diese in Zukunft dann vermeiden kannst.

Denn wenn du auf diese Dinge nicht achtest, klappt es nicht damit gute Fotos zu machen.

Also, versuch dir die 6 Anfängerfehler einzuprägen, damit du in Zukunft darauf achten kannst es besser zu machen.

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#1 Nur im Automatikmodus fotografieren

Fehler #1 ist einer der Klassiker unter den Anfängerfehlern. Du kaufst dir eine teure Spiegelreflexkamera und fängst einfach an zu fotografieren, natürlich im Automatikmodus. Ist ja auch ganz einfach und die Bilder sehen sogar ganz gut aus.

Wir haben das natürlich eine Zeit lang ganz genauso gemacht und auch wir waren eine kurze Zeit mit diesen Automatik-Bildern zufrieden. Das hielt aber nicht lange an, denn schnell stellt man fest, dass es mehr als nur den Automatik-Modus bedarf um gute Fotos zu machen.

Nachdem wir dann anfingen uns mit Themen wie Blende, manuelle Belichtung und Weißabgleich zu beschäftigen, war für uns das Eis gebrochen und wir haben uns noch mal ganz aufs Neue in unsere Kameras und die Fotografie verliebt.

Unsere Bilder sind natürlich auch schnell besser geworden. Wenn du gute Fotos machen willst, musst du dich zwangsläufig mit der Funktionsweise und den manuellen Einstellungen deiner Kamera beschäftigen. Von eurem Feedback auf unsere Fotografie-Artikel haben wir gelernt, dass viele eben genau an dieser Kamera-Technik scheitern.

Dabei ist die Technik eigentlich gar nicht so kompliziert und kann sogar richtig viel Spaß machen. Daraus ist dann übrigens auch unser 22places Online-Fotokurs entstanden, in dem wir die Technik in einfachen Worten erklären und unseren Teilnehmern so den Spaß an der Fotografie zurückgeben.

Und da das funktioniert, können wir dir hier auch guten Gewissens die Angst vor der Technik nehmen. Trau dich an die manuellen Einstellungen, erkunde deine Kamera und du wirst sehen, dass du sehr schnell eine Entwicklung sehen wirst.

Unser Tipp: Wenn du gerade anfängst zu fotografieren, beschäftige dich gleich mit den technischen Grundlagen und schieb es nicht vor dir her. Die Folge ist nämlich, dass deine Kamera dann bald im Regal verstaubt und das wäre sehr, sehr schade. Die Technik deiner Kamera zu verstehen ist nicht so schwer, wie du vielleicht denkst und du wirst es nicht bereuen und schnell noch mehr Spaß am Fotografieren haben.

Fehler: Im Automatikmodus fotografieren

Solche Bilder entstehen nicht im Automatik-Modus. Du musst deine Kamera in- und auswendig kennen!

#2 Fotografieren ohne Nachzudenken

Viele Anfänger neigen dazu, mit ihren neuen Kameras einfach drauf los zu knipsen, ohne sich vorher Gedanken darüber zu machen, wie das Bild am Ende aussehen soll.

Es wird kein Gedanke daran verschwendet, wie der optimale Hintergrund für ein Motiv aussieht oder welches der beste Bildausschnitt ist.

Beim Aussortieren zu Hause kommt dann oft das böse Erwachen, wenn die Bilder nicht so aussehen, wie man sich das vorgestellt hat.

Wenn du Glück hast, kannst du das Bild vielleicht noch zuschneiden und so noch etwas herausholen. Meistens kannst du das Bild aber einfach wegschmeißen.

Das Bild unten ist ein wunderbares Beispiel für ein „Einfach-drauf-los-schießen“-Foto. Der Gedanke hier war vermutlich: „Ooooh, der Fernsehturm. Foto!“ und dann wurde ohne Sinn und Verstand der Auslöser gedrückt.

Das Ergebnis sieht man: Keine Bildkomposition, die Stromleitung der Straßenbahn geht quer über das Motiv und zu allem Überfluss ist der Turm auch noch schief.

Unser Tipp: Wenn du ein Motiv gefunden hast, überlege dir vorher, wie das fertige Bild aussehen soll. Bewege dich mit deiner Kamera in der Hand, um den idealen Bildausschnitt zu finden und verlasse dich nicht darauf, dass du am Computer noch viel herausholen kannst.

Beschäftige dich mit den Regeln der Bildgestaltung. Wenn du gute Fotos machen willst, ist die Bildgestaltung ein sehr, sehr wichtiges Thema, das du nicht links liegen lassen solltest.

Lies auch unsere Bildgestaltung Tipps

Fernsehturm
Bild vom Fernsehturm ohne Sinn und Verstand

#3 Langweilige Bildkomposition

Wenn du Fehler #2 überwunden hast, ist das noch keine Garantie für tolle Bilder. Sehr oft sehen wir Bilder von wirklich schönen Motiven, die auch nicht schlecht fotografiert sind, aber trotzdem unheimlich langweilig sind.

Gerade wenn du bekannte Sehenswürdigkeiten fotografierst, musst du dir schon etwas besonderes einfallen lassen, um dem Motiv einen persönlichen und neuen Touch zu geben.

Dass man das Hauptmotiv nicht mittig platziert, ist den meisten Fotografen bekannt. Dennoch bedarf es ab und zu ein bisschen mehr Raffinesse um gutes Bild zu machen.

Die zwei Bilder vom Fernsehturm in Berlin zeigen ganz gut, was wir meinen. Das erste Foto zeigt eine einfache Aufnahme des Turms. Das Bild ist einfach langweilig und kann eigentlich direkt in den Papierkorb. Das zweite Bild hingegen ist schon interessanter. Hier wurde nur ein Ausschnitt des Motivs fotografiert und das Flugzeug gibt dem Bild noch eine besondere Note.

Unser Tipp: Suche dir außergewöhnliche Perspektiven. Leg dich auf den Boden, klettere irgendwo hoch, arbeite mit Spiegelungen, fotografiere ein Detail oder suche dir ein zusätzliches Element, das dein Foto aufwertet.

Fernsehturm
Relativ langweilige Aufnahme des Fernsehturms
Fernsehturm Ausschnitt

Interessantere Aufnahme des Fernsehturms

#4 Zu viele Bilder aufheben

Wer kennt das nicht: Du kommst von einer Fototour oder eine Reise zurück und hast einen Berg von hunderten oder gar tausenden Bildern vor dir, die am Computer gesichtet und aussortiert werden wollen.

Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, radikal auszusortieren. Mal wieder 20 Bilder vom Fernsehturm gemacht, die alle ziemlich ähnlich sind und sich nur in Nuancen unterscheiden? Dann weg mit 18 davon und nur zwei Stück behalten. Alles andere ist unnötiger Ballast und belegt nur sinnlos Speicherplatz.

Auch wenn es im ersten Moment vielleicht schwer fällt, wird es dir auf Dauer unheimlich viel bringen. Wir ärgern uns immer, wenn wir einen Ordner mit Bildern einer lang zurück liegenden Reise öffnen und finden dort 3.000 Bilder drin.

Hätten wir die 300 besten Bilder nur damals schon aussortiert.

Unser Tipp: Sei radikal. Lösche Bilder, die nicht besonders sind oder keinen emotionalen Wert für dich haben.

Wenn du es nicht übers Herz bringst, dann lege dir wenigstens eine Auswahl mit den besten Bildern an und erstelle Archivordner, wo du alle anderen Bilder lagerst. Du wirst sie zwar nie wieder ansehen, aber musst nicht den schweren Schritt des Löschens gehen.

#5 Zu viel Bildbearbeitung

Photoshop macht das schon. Das ist die Einstellung vieler Fotografen und gerade Einsteiger sind dafür sehr empfänglich. Photoshop, Lightroom & Co. sind ohne Frage tolle Werkzeuge, die du aber mit Bedacht einsetzen solltest.

Nur an den Photoshop-Reglern drehen oder ohne Sinn und Verstand HDR-Bilder machen, bringt dich nicht weiter und sieht leider schnell peinlich aus.

Unser Tipp: Arbeite erst an den technischen Grundlagen und deiner Bildkomposition, bevor du dich intensiv mit den Möglichkeiten der Bildbearbeitung beschäftigst.

Bilder bearbeiten ist nicht grundsätzlich schlecht, aber auch kein Allheilmittel. Wir importieren, sortieren und bearbeiten unsere Bilder mit dem Programm Lightroom und können dir auch nur wärmstens ans Herz legen dich mit dem Fotografieren im Rohformat und der Bildbearbeitung in Lightroom zu beschäftigen.

Wir haben den Themen Rohformat-Fotografie und Bildbearbeitung sogar ein komplettes Kapitel unseres Fotokurses gewidmet.

Wir machen hier also keinen Spaß, sondern uns ist das Thema Bildbearbeitung wirklich sehr wichtig.

Ein weiterer typischer Fehler ist übrigens, unscharfe Bilder nachträglich mit Hilfe eines Bildbearbeitungsprogramms nachzuschärfen.

Dafür ist diese Funktion aber nicht gedacht.

Nimm dir lieber die Zeit und lerne deine Kamera gut kennen, sodass deine Bilder gar nicht erst unscharf werden.

Welche Ursachen unscharfe Bilder haben können, erklären wir dir übrigens in unserem Artikel: 13 Gründe für unscharfe Fotos! Unsere Tipps gegen verschwommene Bilder.

Fernsehturm
Zu viel Bearbeitung macht schlechte Bilder oft nur noch schlimmer

#6 Blitzen um jeden Preis

Unkontrolliertes Blitzen kommt vor allem bei Fotografen vor, die den Automatikmodus ihrer Kamera noch nie verlassen haben. Da geht ja schließlich der Blitz automatisch an.

Dumm nur, dass ein Blitz in den meisten Situationen absolut kontraproduktiv ist und die Lichtstimmung komplett kaputt macht.

Unser Tipp: Schalte den Blitz an deiner Kamera grundsätzlich aus. Setze bei schlechten Lichtverhältnissen lieber deinen ISO hoch oder fotografiere mit einem Stativ. Erst, wenn du die manuellen Einstellungsmöglichkeiten an der Kamera in- und auswendig kennst, kannst du dich mit dem integrierten Blitz oder alternativ mit einem externen Blitz beschäftigen.

Gute Fotos machen ist gar nicht so schwer! Welche Tipps hast du?

Welche Fehler hast du gemacht, als du mit dem Fotografieren begonnen hast? Hast du dich in dem Beitrag wieder erkannt? Hast du Fragen, die du uns gerne stellen willst? Wir freuen uns über deinen Kommentar

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