Fuerteventura. Ja, Fuerteventura. Hätte mir vor 5 Jahren jemand erzählt, dass ich bis zum Jahr 2015 bereits sieben Mal auf der Insel war, hätte ich ihm sehr wahrscheinlich einen Vogel gezeigt und lauthals gelacht.

Eigentlich ist mein Papa schuld daran, also eher seine Pollenallergie. Deshalb wurde die Insel zum Fluchtort im deutschen Frühjahr.

Denn wer schon mal in Fuerteventura war, weiß, dort blüht außer ein paar Sträuchern nicht sehr viel. Und so bin ich dazu gekommen, meine Eltern regelmäßig auf Fuerteventura zu besuchen. Ob ich meine Eltern in Fuerteventura oder an der Mosel besuche, macht preislich kaum einen Unterschied und im Zweifel ist das Wetter auf den Kanaren immer besser.

Im Dezember 2014 waren wir über Weihnachten wieder auf Fuerteventura und sind fast die ganze Insel mit dem Auto abgefahren um nach tollen Foto-Locations zu suchen. Natürlich gibt es davon viele. Ich erzähle euch aber heute von meinen 5 Lieblings-Locations.

Alle unsere Reiseberichte und Tipps zur Reiseplanung für Fuerteventura, findest du auf unserer Übersichtsseite Fuerteventura Reiseberichte.

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Parque Natural de Jandía

Im Nationalpark Jandía im Süden der Insel war ich dieses Jahr tatsächlich zum ersten Mal. Grund dafür ist, dass man den Teil der Insel am besten nur mit einem Jeep befährt. Die Straßen sind unbefestigt und wirklich sehr holprig.

Da bietet sich zum einen ein Jeep wirklich an, zum anderen verliert man mit einem normalen Mietwagen sofort den Versicherungsschutz, wenn man von einer befestigten Straße auf eine unbefestigte Straße wechselt.

Solltest du aber mal in Fuerteventura sein, dann plane einen Besuch des Parque Natural de Jandía auf jeden Fall mit ein. Die Landschaft ist total beeindruckend und auf jeden Fall ein MUST-SEE! Flächenmäßig ist der seit 1994 ausgewiesene Naturpark das größte Schutzgebiet auf Fuerteventura. Betreut wird der Park von Rangern, die dafür sorgen, dass die seltenen Pflanzen- und Tierarten geschützt werden.

Entlang der Halbinsel Jandía, die der Nationalpark fast komplett vereinnahmt, erstreckt sich ein Höhenzug. Spannend ist, dass dieser dafür sorgt, dass je nachdem von wo der Wind kommt, die Touristenorte im Süden der Insel relativ windgeschützt bleiben.

Der nicht befestigte Weg hinein in den Naturpark beginnt kurz hinter Morro Jable. Von dort aus fährt man an der Ostküste in Richtung Süden.

Nach ein paar Kilometern führt die Straße über den Höhenzug auf die Westseite der Insel. Von dort hat man eine geniale Aussicht und kann talabwärts in Richtung Westküste fahren.

Aussicht vom Höhenzug auf den Parque Natural de Jandia
Aussicht vom Höhenzug im Parque Natural de Jandía

 

Die Straße runter an den Strand führt unweigerlich am kleinen Örtchen Cofete vorbei. Dort leben nur noch zwei Familien, die zusammen ein kleines Restaurant bewirtschaften.

Alle Jeep-Touren machen in dem Ort eine kleine Pause und halten die Teilnehmer dazu an, dort etwas zu trinken.

Direkt neben dem Parkplatz des Restaurants ist ein kleiner Hügel, auf dem man ein etwas ungewöhnliches Windrad findet. Von dort aus hat man ebenfalls eine tolle Aussicht auf die Westküste.

Cofete
Kleiner Hügel bei Cofete

 

Direkt hinter dem Ort Cofete gelangt man über eine noch holprigere Straße an den Strand. Der Playa de Cofete ist ein kilometerlanger, super schöner Strand.

Voll wird es an dem Strand nie. Wie auch? Man kann ihn ja nur sehr schwer erreichen. Baden ist dort allerdings auch strengstens verboten, da die Strömung im offenen Atlantik wirklich unberechenbar ist.

Kein Jahr geht vorbei, ohne eine Tragödie. Man trifft dort unten auch sehr oft auf Surfer, die dem Wellengang trotz aller Gefahren nicht widerstehen können.

Playa de Cofete
Playa de Cofete

 

Direkt neben dem Parkplatz am Playa de Cofete, also direkt oberhalb vom Strand befindet sich ein kleiner Friedhof.

Man muss allerdings schon zwei Mal hinschauen, um diesen auch als Friedhof zu identifizieren. Die vom Sand fast komplett zugewehten Kreuze sind auch ein eher ungewöhnlicher Anblick.

Friedhof Playa de Cofete

Der Friedhof von Cofete wurde früher benötigt, da man die Verstorbenen nicht „lagern“ konnte und sie möglichst schnell beerdigen musste. Der steinige Weg zum nächsten Friedhof in Pajara war zu weit und vor allem zu schwierig.

Der Friedhof von Cofete wird auch öfters in einem Atemzüg mit den Verschwörungstheorien um die Villa Winter in Verbindung gebracht. Mögliche Verbindungen wurden aber nie bewiesen und klingen meiner Meinung nach auch eher abenteuerlich.

Die Villa Winter liegt ein paar hundert Meter oberhalb der Playa de Cofete. Sie wurde nach dem deutschen Ingenieur Gustav Winter benannt.

Es gibt so viele Gerüchte und Mysterien um die Villa Winter und Gustav Winter, dass ich ehrlich gesagt gar nicht so genau darauf eingehen möchte.

Gustav Winter war an mehreren Projekten auf Fuerteventura und Gran Canaria beteiligt. In den vierziger Jahren ließ er sich zunächst in Morro Jable nieder und ließ dort eine Kirche und eine Schule errichten und war maßgeblich an der Erschließung der Halbinsel Jandía beteiligt.

Die Antwort auf die Frage warum er die Villa Winter hat errichten lassen, ist bis heute unklar und vor allem umstritten.

Es wird gemutmaßt, dass die Villa Winter als Stützpunkt und für die vorübergehende Unterbringung von Nazigrößen und deren Transport nach Südamerika zum Ende des zweiten Weltkrieges gedient haben soll. Außerdem gibt es Spekulationen darüber, ob Gustav Winter die Aufgabe hatte einen geheimen U-Boot-Hafen zu errichten.

Ich will mich aber nicht weiter mit den Mysterien um die Villa Winter aufhalten, sondern dir zeigen wie es dort aussieht.

Gustav Winter stammte ursprünglich aus dem Schwarzwald und hat den dort üblichen Baustil mit in den Bau der Villa übertragen. Das meiste Interieur hat er extra aus Deutschland importieren lassen.

Die Gemeinde Pajara hat die Villa Winter den Erben des Winter-Anwesens mittlerweile abgekauft und einen Teil der Villa für Besichtigungen freigegeben.

Die Aussicht von der Terrasse ist natürlich einmalig. Wer gerne in fast völliger Abgeschiedenheit lebt, würde sich dort pudelwohl fühlen.

 

Weitere tolle Foto-Locations befinden sich nun an der äußersten Südspitze der Insel. Um dorthin zu gelangen, muss man aber wieder über die gleiche Straße zurück, die man gekommen ist.

Es geht also wieder über den Höhenzug auf die Ostseite der Halbinsel und von dort aus weiter in den Süden. An der Südspitze der Insel steht der Leuchtturm Faro de Punta Jandía.

Der Leuchtturm ist vollautomatisiert und arbeitet komplett mit Sonnenenergie. Seit 1850 hilft er den Schiffen nicht auf Riff zu laufen.

Wenn die Sicht gut ist, kann man von dort bis nach Gran Canaria sehen. Momentan findet man im Leuchtturm eine Ausstellung über die Flora und Fauna der Insel.

Faro de Punta Jandia
Faro de Punta Jandia

 

Knapp oberhalb des Leuchtturms liegt der Playa de Ojos an der Punta de Jandía. Ich persönlich fand die Küste an der Südspitze der Insel wirklich sehr beeindruckend.

Ich glaube es wirkt auch noch mal ganz anders, da dort einfach so wenig Menschen sind.

So eine fast komplett leere Küste mit kleinen Buchten sieht man einfach selten. Hier bin ich dann auch, was den Naturpark Jandía angeht, am Ende mit meinen liebsten Foto-Locations.

Playa de Ojos, Punta Jandia
Playa de Ojos, Punta Jandia

 

Hier noch mal die einzelnen Foto-Locations im Parque Natural de Jandía auf einen Blick

  1. Höhenzug im Parque Natural de Jandía
  2. Cofete
  3. Playa de Cofete
  4. Friedhof von Cofete
  5. Villa Winter
  6. Faro de Punta Jandía
  7. Playa de Ojos

Parque Natural Corralejo

An zweiter Stelle steht ein weiterer Nationalpark. Der Parque Natural Corralejo liegt an der Ostküste im Norden der Insel kurz vor dem Ort Corralejo. Der Naturpark Parque Natural de las Dunas de Corralejo ist wie der Name schon suggeriert für seine Dünenlandschaft bekannt.

Wenn man der FV-1 in den Norden folgt, macht die Straße kurz vor dem Naturpark eine Biegung. Man fährt also durch die typische karge Insellandschaft, biegt um die Kurve und sieht nur noch Sand.

Das ist schon sehr beeindruckend. Bei dem Anblick wird dann direkt das Kind in mir geweckt und mein erster Gedanke ist immer „Sofort raus aus dem Auto und über die Dünen laufen, rollen und einfach diese Unmenge Sand genießen“.

Parque Natural Corralejo
Parque Natural Corralejo

El Cotillo

Nummer drei in meiner Liste liegt ebenfalls im Norden der Insel, allerdings an der Westküste. El Cotillo ist – wie ich finde – der Ort mit dem schönsten Vibe.

Was vielleicht daher kommt, dass es einer der besten Orte für Surfer auf der Insel ist. Die Wellen an der Küste bei El Cotillo sind sowohl für Anfänger, als auch für Fortgeschrittene geeignet.

Deswegen tummeln sich dort auch ganz viele Surfer, die einfach die Sonne, die Wellen und generell das Leben genießen.

Ich liebe es unten am Hafen in einem kleinen Restaurant zu sitzen, die Seele baumeln zu lassen und die Leute zu beobachten.

Von dort aus kann man dann am Wehrturm vorbei an der Küste entlang laufen. Nach ein paar hundert Metern kommt man an einen Steilhang, von dem aus man auf die Strände und natürlich die Surfer gucken kann.

El Cotillo
Die Küste bei El Cotillo

Pozo Negro

Pozo Negro ist jetzt kein typischer Touristenort auf Fuerteventura. Es verirren sich nur wenige bis gar keine Touristen dorthin. Trotzdem oder vielleicht auch gerade deswegen ist Pozo Negro einer meiner absoluten Lieblingsorte.

Der Ort liegt in der Mitte der Insel an der Ostküste. Es leben leider kaum mehr Menschen in dem kleinen Fischerdorf, so dass man dort selten auf Einheimische trifft.

Vor ca. 10.000 bis 15.000 Jahren floss wohl ein Lavastrom durch das Tal von Pozo Negro. Heute erinnert ein, mit dunklem Vulkanstein errichteter, Brunnen am Ortseingang an die Vergangenheit des Dorfes. Daher stammt auch der Name, der übersetzt schwarzer Brunnen heißt.

Der Strand von Pozo Negro
Der Strand von Pozo Negro

La Oliva

Der unscheinbare, aber wirklich schöne und interessante Ort La Oliva liegt im im Inselinneren im Norden von Fuerteventura.

Den Namen verdankt er wahrscheinlich den vielen Olivenbäumen, die die Stadt umgeben. Der interessanteste Ort der Stadt liegt am östlichen Ortsrand. Dort befindet sich die Casa de los Coroneles, was übersetzt Haus der Obersten heißt.

Das Gebäude, das eher einer Festung gleicht, war bis ins 19. Jahrhundert der Sitz des höchsten Befehlshabers der Insel.

Am interessantesten finde ich aber die zerfallenen und zum Teil wohl auch abgebrannten Häuser neben dem Gebäude. Dort gewinnt die Natur wieder langsam die Oberhand. Für mich als Lost Places Liebhaber natürlich der Höhepunkt unseres Besuchs in La Oliva.

La Casa de los Coroneles in La Oliva
Lost Place direkt neben der „Casa de los Coroneles“

 

Die Kirche Nuestra Senora de Candelaria bietet gerade zum Sonnenuntergang auf der Insel wirklich tolle Fotomotive.

Iglesia Nuestra Senora de la Candelaria
Iglesia Nuestra Senora de la Candelaria

 

Direkt neben der Kirche auf der anderen Straßenseite steht ein ziemlich zerstörtes Gebäude, von dem eigentlich nur noch die Grundmauern übrig sind. Die vordere Mauer droht wohl sogar auf die Straße zu kippen.

Anstatt es allerdings abzureißen, haben sich die Einheimischen wohl einfach mit Stützpfählen ausgeholfen. Auch dort hat sich die Natur schon lange zurückgenommen was ihr einst gehörte. La Oliva ist auf jeden Fall ein Besuch wert.

Lost Place in La Oliva direkt neben der Kirche
Lost Place in La Oliva direkt neben der Kirche

 

Noch mehr Fotolocations auf Fuerteventura

Natürlich hat Fuerteventura noch viel mehr tolle Orte zum Fotografieren zu bieten. Hier findest du eine Übersicht über alle unsere Lieblingsspots:

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