Makrofotografie: Tipps, Ideen und Einstellungen für schöne Makrofotos

Möchtest du dich an der Makrofotografie versuchen? In winzige Welten eintauchen und völlig neue Motive entdecken? Dann bist du hier genau richtig. Wir zeigen dir die richtigen Einstellungen deiner Kamera, Tipps für schöne Makrofotos und geben dir Inspiration für passende Motive mit auf den Weg.

Wir zeigen dir alles, was du über die Makrofotografie wissen musst. Für Einsteiger und Fortgeschrittene, aber immer einfach erklärt.

In diesem Artikel bekommst du von uns Technikempfehlungen, Tipps und Tricks um schnell bessere Makrofotos zu machen.

Was ist überhaupt Makrofotografie?

Man könnte sagen: kleine Dinge möglichst groß fotografieren. Das ist die kurze Antwort, aber das geht natürlich auch noch ausführlicher.

In der Makrofotografie dreht sich alles um den Abbildungsmaßstab. Wie Deutschland so ist, gab es dazu sogar mal eine DIN-Norm. In der DIN 19040 stand in etwa, dass alle Aufnahmen im Maßstab 10:1 bis 1:10 zur Makrofotografie gehören.

Die DIN wurde mittlerweile von der EU wegen Unsinnigkeit gekippt. Für uns bedeutet Makrofotografie also einfach, kleine Motive möglichst groß darzustellen.

Vielleicht bist du auch schon einmal über den Begriff der Nahaufnahmen gestolpert? Der Übergang von der Makrofotografie zu den Nahaufnahmen und umgekehrt lässt sich nicht klar abgrenzen.

Aber generell ist es so, dass du bei der Makrofotografie noch einmal einen deutlich größeren Abbildungsmaßstab erreichen kannst als bei einfachen Nahaufnahmen und dazu auch spezielle Objektive oder Adapter brauchst.

Der Abbildungsmaßstab scheint wichtig zu sein. Was genau bedeutet aber ein Abbildungsmaßstab von 1:1 und was hat es generell noch mit dem Abbildungsmaßstab auf sich? Wir erklären es dir und dafür wird es jetzt kurz etwas technisch.

Vergleich Makrofoto mit Nahaufnahme
Makroaufnahme und Nahaufnahme im Vergleich

Der Abbildungsmaßstab in der Makrofotografie

Der Abbildungsmaßstab hat mit deinem Sensor zu tun und wie groß Objekte darauf abgebildet werden. Eine übliche Sensorgröße, also die Fläche deines Kamerasensors, ist 24×36 mm.

Wenn du eine Blüte fotografierst, die 20×20 mm groß ist, dann kannst du sie in genau dieser Größe auch scharf auf deinem Sensor einfangen. Das ist der Abbildungsmaßstab von 1:1.

Bei einem Abbildungsmaßstab von 1:2 wird deine Blume verkleinert und nimmt nur noch 10×10 mm auf deinem Sensor ein. Bei einem Abbildungsmaßstab von 2:1 spricht man von einer Vergrößerung. Dabei nimmt unsere Beispielblume dann 40×40 mm auf deinem Sensor ein. Dabei wird sie etwas abgeschnitten, weil dein Sensor ja gar nicht so groß ist.

Das Ziel der Makrofotografie ist es, möglichst viel Sensorfläche und damit möglichst viele Pixel für dein Motiv genutzt werden. So bekommst du unglaublich detailreiche Bilder, bei denen du selbst kleinste Feinheiten, wie die einzelnen Facetten eines Insektenauges, sehen kannst.

In den nächsten Abschnitten geht es darum, wie du die Makrofotografie mit Technik und Bildgestaltung meistern kannst.

Blattlaus
Extremer Abbildungsmaßstab einer Blattlaus von etwa 3:1, also eine Vergrößerung

Welche Ausrüstung brauche ich für die Makrofotografie?

Du brauchst nicht viel Fotozubehör und keine große Ausrüstung für die Makrofotografie. Deine Kamera und ein Makroobjektiv und schon kann es losgehen.

Wir stellen dir in den folgenden Abschnitten das Equipment vor, das du unbedingt für Makrofotos brauchst und welche Alternativen es gibt, um günstig in die Makrofotografie zu starten.

Welche Kamera ist die richtige für Makroaufnahmen?

Hier schon einmal die gute Nachricht: Welche Kamera du hast ist nicht so entscheidend. Es kann eine Kamera für Einsteiger sein oder ein Profimodell. Wichtig ist allerdings, dass du eine Kamera hast, bei der du das Objektiv tauschen kannst. Also Spiegelreflexkameras oder moderne Systemkameras.

Kompaktkameras haben oft eine Makrofunktion eingebaut. Diese ist aber sehr rudimentär, sodass du lange nicht die gewünschten Ergebnisse erzielen kannst. Irgendwann ist die Abbildungsgrenze erreicht und du kommst einfach nicht näher an dein Motiv heran. Mehr geht dann nicht.

Bei Kameras mit Wechselobjektiv kannst du in diesem Fall das passende Objektiv für die Makrofotografie nutzen oder dazukaufen.

Welches Objektiv brauchst du für Makrofotografie?

Makroobjektiv an Kamera
Makroobjektiv an einer Systemkamera mit Abbildungsmaßstab

Optimal für die Makrofotografie sind spezielle Makroobjektive, die über einen Abbildungsmaßstab von 1:1 verfügen. Die Brennweiten der Makroobjektive liegen meistens zwischen 60 mm und 105 mm.

Welche Brennweite du für Makrofotografie nutzt, hängt von deinen Motiven ab. Wenn du es eher auf Insekten abgesehen hast, ist eine lange Brennweite praktischer.

So suchen die Tierchen nicht gleich das Weite, weil du ihnen nicht so dicht auf die Pelle rücken musst. Für alles Unbewegte sind auch kürzere Brennweiten geeignet.

Hinweis: Fast jeder Hersteller hat ein Makroobjektiv im Programm. Wir haben dir hier mal von den meisten Herstellern etwas aufgelistet:

Nikon Z-Mount
Nikon F-Mount
Canon EF-Mount
Sony E-Mount
Micro Four Thirds
Fujifilm X-Mount
Pentax K-Mount

Im Zusammenhang mit Makrofotografie hast du vielleicht auch schon einmal von der Naheinstellgrenze eines Objektivs gehört.

Diese Naheinstellgrenze beschreibt einfach den Abstand, den du mindestens zu deinem Motiv einhalten musst, damit du dieses noch scharf fotografieren kannst.

Eine geringe Naheinstellgrenze heißt nicht unbedingt auch ein großer Abbildungsmaßstab, ist aber ein guter Hinweis. Vertraue dennoch lieber der Angabe des Abbildungsmaßstabs, wenn du ein Objektiv suchst, mit dem du Makrofotos aufnehmen möchtest.

Leider sind Makroobjektive nicht immer die günstigsten. Dafür gibt es ein paar Tricks, mit denen du dein Standard-Objektiv zumindest ein wenig zu einem Makroobjektiv umrüsten kannst.

Makrofotos ohne Makroobjektiv: Günstige Alternativen zu teuren Makroobjektiven

Vielleicht bist du gerade erst dabei Makrofotografie zu erlernen und möchtest nicht direkt viel Geld ausgeben. Du fragst dich ob es auch möglich ist, ohne Makroobjektiv Makroaufnahmen anzufertigen. Tatsächlich gibt es ein paar Möglichkeiten, auch aus deinem Standard-Objektiv ein Makroobjektiv zu machen.

Vor allem für Einsteiger der Makrofotografie kann so eine Alternative eine Möglichkeit sein, um erst einmal zu schauen ob einem diese Fotografie-Richtung gefällt.

Nahlinsen

Nahlinsen kannst du wie einen Polfilter oder ND-Filter vorne auf dein Objektiv schrauben. Diese funktionieren dann wie eine Lupe und vergrößern das Objekt, das du fotografieren möchtest.

Die Bildqualität lässt mit angeschraubten Nahlinsen allerdings ein wenig nach. Dafür ermöglichen sie mit um die 40 Euro einen günstigen und einfachen Einstieg in die Makrofotografie.

Bei den Nahlinsen musst du darauf achten, dass sie zu dem Durchmesser deines Filtergewindes passen. Die Angabe steht meistens vorne auf deinem Objektiv.

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Zwischenringe

Zwischenringe
Zwischenringe von JJC

Zwischenringe werden zwischen Objektiv und Kamera geschraubt. Sie verändern damit die Naheinstellgrenze und du kannst eben dichter an dein Motiv heran und dadurch einen größeren Abbildungsmaßstab erreichen.

Ein Vorteil von Zwischenringen ist, dass sie die Bildqualität nicht verschlechtern. Anders als bei den Nahlinsen, wird eben keine weitere Linse eingebaut, sondern einfach nur der Abstand zwischen Objektiv und Kamera verlängert.

Dabei solltest du darauf achten, dass die Zwischenringe über elektronische Kontakte verfügen, damit dein Objektiv trotz der Zwischenringe mit deiner Kamera kommunizieren kann.

So stellst du sicher, dass du beispielsweise weiterhin die Blende über deine Kamera einstellen kannst.

Zu den Zwischenringen bei: Amazon | Foto Koch

Retroadapter

Retroadapter
Beispiel für ein Objektiv, das mit einem Retroadapter angebracht wurde

Ein Retroadapter ist die Lösung für Experten. Hast du schon einmal ein Fernglas falsch herum gehalten? Plötzlich wird die Welt ganz klein.

Ähnliches passiert, wenn du ein Objektiv falsch herum an deine Kamera schraubst, nur dass es dann wie eine Lupe wirkt. Bauartbedingt wird so sogar ein einfaches Kit-Objektiv zu einem Makroobjektiv.

Damit du das Objektiv auch falsch herum an deiner Kamera anbringen kannst, gibt es sogenannte Retroadapter oder auch Umkehrringe.

Hier gibt es aber ein ähnliches Problem, wie schon bei den Zwischenringen. Dieser Retroadapter sollte über elektrische Kontakte verfügen, damit deine Kamera mit dem Objektiv kommunizieren kann, sodass die Automatiken noch funktionieren.

Ohne diese Kontakte kannst du in den meisten Fällen nicht einmal mehr die Blende einstellen. Retroadapter, die eine Verbindungsmöglichkeit zur Kamera haben, sind rar und teuer. Einfache Umkehrringe sind jedoch schon für etwa 10 Euro zu haben.

Zum Retroadapter bei Amazon

Hinweis: Wenn du dich darauf einlassen kannst, dass du keine volle Kontrolle mehr über deine Kamera bzw. dein Objektiv hast, ist es auf jeden Fall eine günstige Möglichkeit, ein bisschen Quatsch mit der Kamera anzustellen.

Aber bedenke, dass du Geduld und Nerven brauchst, um die Kamera mit Retroadapter zu händeln. Wir empfehlen dir diesen Adapter wirklich nur, wenn du dir technisch ein wenig etwas zutraust. Sonst endet es schnell in Frust.

Welches sind die besten Kameraeinstellungen und Tipps für Makrofotos?

Das Ziel bei der Makrofotografie ist es, möglichst scharfe und damit detailreiche Fotos zu kreieren. Dabei gibt es einige Punkte zu beachten, denn mit der Makrofotografie verändern sich die üblichen Regeln in der Fotografie ein wenig.

Mit unseren Makrofotografie Tipps machst du mit ein bisschen Übung schnell bessere Fotos. Probiere es gleich aus!

Schärfe richtig einstellen

Die Schärfe-Ebene ist die Ausdehnung der Schärfe in die Tiefe. Wenn du beispielsweise ein Portrait bei kleiner Blendenzahl fotografierst, dann ist das Gesicht des Models scharf, der Hintergrund ist aber unscharf. Das ist der Bokeh-Effekt.

Bei Makroaufnahmen ist dieser Effekt noch viel stärker, weil der Grad der Unschärfe auch von dem Abbildungsmaßstab abhängt. Deshalb ist es besonders wichtig, dass du die Schärfe so genau wie möglich einstellst.

Das geht am besten, wenn du den manuellen Fokus nutzt. Im Nahbereich schwächelt der Autofokus deiner Kamera schnell. Dieser lässt sich einfach nicht so genau einstellen oder deine Kamera erkennt die feinen Strukturen deines Motivs nicht.

Wenn du manuell fokussierst, hast du die volle Kontrolle über die Schärfe. Deshalb nimm die Sache ausnahmsweise selbst in die Hand, wenn du merkst, dass deine Kamera nicht den Bereich scharf stellt, den du gerne scharf hättest.

Dabei hilft auch der nächste Tipp:

Nutze dein Display für die Schärfekontrolle

Bei der Makrofotografie fotografierst du ganz kleine Objekte. Um es dir nicht unnötig schwer zu machen, solltest du auf den Sucher verzichten. Das Display deiner Kamera ist einfach viel größer als der Sucher, sodass dir das Scharfstellen besser gelingt.

Bei vielen Modellen kannst du zusätzlich schon während der Aufnahme weiter in das Bild hereinzoomen, sodass du die Schärfe sicher und korrekt einstellen kannst.

Auch im Nachhinein solltest du dir die fertigen Bilder noch einmal direkt auf deinem Kameradisplay anschauen und hereinzoomen. Überprüfe die Schärfe und mache das Bild zur Not noch einmal neu.

Die optimale Blende für die Makrofotografie

Die Schärfentiefe verhält sich etwas anders als bei der normalen Fotografie. Wie eben schon erwähnt, ist die Schärfe-Ebene in der Makrofotografie ganz klein. Daran müssen wir also etwas ändern.

Wie du vielleicht schon weißt, kannst du die Schärfentiefe mit einer kleinen Blende, also einer großen Blendenzahl erhöhen. Wenn du merkst, dass dir deine Blüte zu unscharf ist, probiere also eine kleinere Blende aus. Versuche es einmal mit Blende f/8 oder Blende f/11.

Eine kleinere Blende bedeutet aber auch, dass der Hintergrund ebenfalls ein bisschen schärfer und damit unruhiger wird.

Fotografiere dein Motiv doch einfach mal mit der kleinsten und der größten Blendenzahl, die du bei deinem Objektiv einstellen kann und schau dir den Unterschied an. So kannst du abschätzen, was dir besser gefällt. Ein komplett scharfes Bild oder ein Hintergrund, der sich in der Unschärfe verliert.

Belichtungszeit für gelungene Makrofotos

Wenn du dich für eine große Blende entschieden hast, dann kannst du Glück haben und sogar aus der Hand verwacklungsfreie Fotos hinbekommen. Dann sollte die Belichtungszeit aber bei mindestens 1/100 Sekunde liegen.

Eine kleine Blende führt dazu, dass nicht so viel Licht bei deinem Sensor ankommt. Du musst also etwas länger belichten. Dabei ist es dann noch wahrscheinlicher, dass es zu Verwacklungen kommt.

Wenn du aus der Hand fotografierst, solltest du darauf achten, dass du den Bildstabilisator anstellst. Doch auch dieser kommt irgendwann ein seine Grenzen. Dann hilft nur noch ein Stativ.

Vergleich lange und kurze Belichtungszeit
Es gelingt nicht immer alles auf Anhieb, wie du in unserem Beispiel sehen kannst: Verwacklungen, Unschärfe und perfekte Schärfe bei unterschiedlichen Belichtungszeiten im Vergleich

Ein Stativ für die Makrofotografie

Wenn du ein Stativ nutzt, kannst du ziemlich lange belichten, ohne dass es zu Verwacklungen kommt.

Tatsächlich musst du deinen Bildstabilisator in diesem Fall sogar ausstellen. Es kann sein, dass dieser sonst Verwacklungen korrigieren will, die gar nicht da sind und so selbst zu verwackelten Bildern führt.

Also noch einmal zusammengefasst: Wenn du kein Stativ hast, dann schalte deinen Bildstabilisator am Objektiv oder in der Kamera ein. Wenn du ein Stativ nutzt, dann schalte den Bildstabilisator aus.

Bei deinem Stativ ist es wichtig, es möglichst dicht am Boden hinzustellen, da sich die meisten Pflanzen, Pilze und Insekten eher da tummeln. Das kann längst nicht jedes Stativ.

Wir haben hier mal zwei Modelle, mit denen du dem Boden sehr nah kommst.

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Zum Stativ Rollei Rock Solid Carbon Gamma bei: Amazon

Wenn selbst das noch nicht reicht, gibt es auch ‘Bohnensäcke’. Das sind quasi kleine Kissen, die beispielsweise mit Bohnen oder anderem Füllmaterial gefüllt sind. So kannst du die Form des Kissens ein wenig beeinflussen und damit die Ausrichtung deiner Kamera.

Zum Bohnensack bei: Amazon | Foto Koch

Natürlich kannst du deine Kamera auch einfach auf den Boden legen, wenn nicht gerade eine Schlammpfütze in der Nähe ist.

Hinweis: Übrigens kann es auch sein, dass du zwar ganz ruhig bist, sich dein Motiv, beispielsweise eine Blume, aber im Wind leicht bewegt. Dann solltest du eine möglichst kurze Belichtungszeit wählen und aus der Hand fotografieren.

Extratipp für die Makrofotografie: Spiegelvorauslösung und Selbstauslöser

Ein letzter Tipp, der sich aber ein wenig in den Tiefen deines Kameramenüs versteckt.

Falls du eine Spiegelreflexkamera hast, erzeugt der Spiegel, der bei der Auslösung hochklappt, eine Erschütterung. Das kann zu einer minimalen Verwacklung führen, die gerade bei Makrofotos schnell sichtbar wird.

Wenn du mal dein Menü absuchst, müsstest du irgendwo die Spiegelvorauslösung finden. Wenn du diese aktivierst, klappt dein Spiegel schon 2-10 Sekunden vor der Aufnahme hoch, sodass die Erschütterung abklingen können.

Aber du selbst kannst auch eine Erschütterung erzeugen in dem Moment, wenn du den Auslöser und damit die Kamera ein wenig nach unten drückst. Das gilt auch für spiegellose Systemkameras.

Um das zu verhindern, kannst du zusätzlich einen Timer oder Selbstauslöser einstellen. Wenn du mit dieser Einstellung den Auslöser drückst, löst die Kamera erst nach ein paar Sekunden aus und kann in der Zeit zur Ruhe kommen.

Viele Kameras kannst du heutzutage auch per App steuern. Wenn du also den Auslöser über dein Smartphone betätigst, kannst du dir den Selbstauslöser sparen.

Motivideen für coole Makrofotos – Unterwegs und Zuhause

Das Schöne an der Makrofotografie ist, dass du gar nicht erst auf Weltreise gehen musst, um sie umzusetzen. Du brauchst nicht einmal vor die Tür gehen, wenn du es darauf anlegst.

Makrofotos kannst du überall machen. Schon in der Küche kannst du ziemlich viel entdecken. Angeschnittenes Obst, die Struktur einer Kiwi, die Maserung des Küchenbretts, die Heidelbeeren in deinem Kuchen, den letzten Tropfen Kaffee, der von deiner Maschine in die Tasse fällt.

Im Wohnzimmer liegt vielleicht Hund oder Katze auf dem Boden. Schau dir einfach mal das Fell ganz genau an oder mach eine Makroaufnahme von den Augen deines tierischen Lieblings.

Im Garten kannst du es direkt mit deiner Lieblingsblume versuchen. Es ist auch immer praktisch, eine kleine Sprühflasche mit Wasser dabeizuhaben. So kannst du deinen Bildern noch das gewisse Extra hinzufügen, indem du klitzekleine Wassertropfen auf die Blume sprühst – ein tolles Makromotiv!

Insekten haben aus der Nähe eine ganz eigene Ästhetik. Eine Biene verliert ihren Schrecken, wenn du sie im Flug vor einer Blüte fotografierst.

Achtung: Bewegte Motive sind gar nicht so einfach festzuhalten in der Makrofotografie, also fang lieber mit einem Stillleben an.

Makroaufnahme eines Hundeauges
Makroaufnahme eines Hundeauges

Tipps für die Bildgestaltung deiner Makrofotos

So viele Ideen, aber einfach Draufhalten zählt nicht. Durch eine bewusste Bildgestaltung kannst du gleich viel mehr aus deinen Fotos herausholen. Dabei gibt es schon einfache Tricks, die du easy umsetzen kannst.

Mit Symmetrie einen grafischen Look erzeugen

Vor allem Blüten bieten sich für eine symmetrische Anordnung an. Mit der Symmetrie erreichst du einen sehr grafischen Look. Man kann gar nicht glauben, dass Mutter Natur so etwas hervorbringen kann.

Besonders toll wirken solche Bilder als Leinwand an der Wand. Ob in der Küche oder im Wohnzimmer, ganz egal. Symmetrische Bilder haben einen beruhigenden Effekt, sodass sie sich gut als Alternative zum Wandtattoo machen.

Blüte symmetrisch fotografiert für einen grafischen Effekt
Blüte symmetrisch fotografiert für einen grafischen Effekt

Die Drittelregel für mehr Spannung auf deinen Bildern

Wir erklären dir die Drittelregel oder den Goldenen Schnitt kurz und einfach. Bei der Drittelregel geht es darum, dass du dein Bild in Gedanken horizontal und vertikal drittelst. Auf den Schnittpunkten solltest du nun dein Hauptmotiv legen.

Durch diese Anordnung leicht abseits der Mitte erzeugst du ein wenig mehr Spannung in deinem Bild als wenn du dein Hauptmotiv zentriert anordnest.

Drittelregel Makrofotografie
Die Drittelregel in praktischer Anwendung: An den gedachten Linien kannst du deine Motive anordnen

Mit dem Anschnitt deiner Fotos Interesse wecken

Gerade in der Makrofotografie kannst du gut mit dem Anschnitt arbeiten. Nimm also wirklich nur einen kleinen Teil deines Motivs mit auf das Bild.

Unterbewusst fängt unser Gehirn an zu arbeiten, wenn wir nicht das ganze Motiv sehen. Wie geht das Motiv weiter? Was sehe ich da überhaupt? Probiere es aus und lass deine Freunde oder deine Insta-Community raten, was du da fotografiert hast.

Blüte angeschnitten
Ein angeschnittenes Hauptmotiv sorgt für mehr Pep bei Makrofotos

Mit ungewöhnlicher Perspektive neue Einblicke erzeugen

Die Perspektive erlaubt dir eine völlig neue Ansicht zu erschaffen, ohne dass du groß an den Einstellungen deiner Kamera herumdoktern musst.

Es reicht, wenn du dir ein Kissen nimmst und auf die Knie gehst. Wir als Menschen sehen die Blume natürlich immer von Oben und auch Insekten kennen wir eher aus dieser Perspektive.

Aber schau doch einfach mal, wie das ganze von unten oder aus Augenhöhe aussieht. Die meisten aktuellen Kameras haben Klappdisplay, sodass du dich auch gar nicht zu sehr verrenken musst.

Ameise klettert über Pilze
Ungewöhnliche Perspektiven sorgen für Abwechslung in der Makrofotografie

Räume dein Bild auf für das gewisse Extra

Was genau meinen wir damit? Kurz und knapp: Konzentriere dich auf dein Motiv!

Schau einmal auf den Hintergrund und in den Vordergrund. Gibt es da störende Elemente? Muss die zweite Blüte auch darauf, obwohl es dir nur um eine geht?

NochBauartbedingt wichtiger: Fege kleine Stöckchen, Blätter und co. zur Seite. Beim Fotografieren übersieht man häufig Kleinigkeiten, die den Gesamteindruck stören können.

Das hängt damit zusammen, dass nicht nur deine Kamera, sondern auch du dich voll auf dein Hauptmotiv fokussierst. Dabei übersieht man schnell Kleinigkeiten.

Schau also bewusst alle Ecken deines Bildes ab und achte darauf, ob dich irgendwas stört. Ein kleines Blatt, ein Krümel, ein Haar. Bei der Makrofotografie wird plötzlich alles sichtbar.

Löwenzahn mit Wassertropfen
Wassertropfen auf der Pusteblume für einen besonderen Effekt

Das waren unsere Tipps und Tricks rund um die Makrofotografie für Einsteiger!

Was meinst du zu unseren Makrofotografie-Tipps? Hast du noch andere Tipps für schöne Makrofotos, die du gern teilen möchtest oder Fragen? Lass uns an deinen Erfahrungen teilhaben und schreib uns in die Kommentare. Wir freuen uns!