Fotos trotz Menschen
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    Es gibt wahrscheinlich kaum jemanden, der diese Situation nicht schon erlebt hat.

    Du stehst an einem wunderschönen Ort, den du natürlich auf einem Foto festhalten möchtest. Das Problem: Du bist nicht alleine. Um dich herum haben sind hunderte andere Touristen, die diesen wunderschönen Ort bestaunen und ihn, wie kann es anders sein, davon Fotos machen.

    Wie zum Teufel kann das sein? Du hast diesen Ort vorher auf ganz viele Fotos bestaunt und da waren nie so viele Menschen. Diese menschenleeren, idyllischen Fotos sind meist durch verdammt viel Arbeit, Geduld und manchmal auch mit Trickserei entstanden.

    In diesem Artikel geben wir dir unsere Tipps und Tricks. Manchmal muss man eben einfach nur wissen, wie man das beste aus solchen Situationen herausholt.

    #1 Fokussiere dich auf Details

    Es muss nicht immer das große Ganze sein. Ein Foto vom Eiffelturm oder vom Brandenburger Tor in der Totale hat ohnehin jeder schon tausendmal gesehen. Mit solchen Fotos kannst du wahrscheinlich niemanden mehr begeistern.

    Wenn du dich auf Details deines Fotomotivs konzentrierst, kannst du bekannte Motive in einem völlig neuen Kontext darstellen. Ganz nebenbei kannst du die Touristenhorden ignorieren, denn wenn du Details fotografierst, steht dir garantiert niemand im Weg.

    Königspalast Bangkok
    Königspalast in Bangkok

    #2 Sei vor Ort, wenn es die Anderen nicht sind

    Jede Touristenattraktion ist zu bestimmten Uhrzeiten voller als zu anderen. Versuche diese Zeiten zu vermeiden. Am frühen Morgen sitzen viele Touristen noch beim Frühstück oder liegen in ihren Hotelbetten.

    Wenn du dann fotografieren gehst, bist du meistens relativ alleine und hast oft sogar besseres Licht als den Rest des Tages. Auch am späten Abend ist eine gute Zeit zum Fotografieren. Wer geht schon im Dunkeln auf Sightseeing-Tour? So gut wie niemand!

    Unsere Taktik ist da recht einfach. Wir suchen uns ein nettes Restaurant aus, lassen es uns schmecken und ziehen danach mit unsere Fotoausrüstung direkt los.

    Spiegelungen im Moraine Lake
    Dieses Bild ist z. B. kurz nach Sonnenaufgang entstanden. Du hast in den frühen Morgenstunden nicht nur den Vorteil, dass du dir den Ort nicht mit zig anderen Touristen teilen musst, sondern auch, dass der Wind noch nicht so stark ist und das Wasser dadurch noch Spiegelungen zulässt. Das ist übrigens der Moraine Lake im Banff Nationalpark in Alberta, Kanada.

    #3 Fotografiere aus anderen Blickwinkeln

    Du musst nicht immer direkt vor einer Sehenswürdigkeit stehen, um gute Fotos zu machen. Am besten du gehst einfach mal ein paar Schritte zurück und schaust dir die Lage von weiter weg an. Klingt nach einem einfachen Tipp. Ist es auch! Du kannst dir aber nicht vorstellen, wie viele daran nicht denken. Klar, man ist von der Schönheit des Fotomotivs oft einfach geblendet.

    Das nächste Mal, wenn du vor einer Sehenswürdigkeit stehst und nicht weißt, wie du bei all dem Gewusel davor ein tolles Foto machen sollst, denk an uns und unsere Worte. Nimm deine Ausrüstung und entfern dich vom Motiv. Dann atmest du erst mal tief durch und lässt den Ort auf dich wirken.

    Vielleicht findest du sogar einen tollen Vordergrund, den du in dein Motiv einbauen kannst und der die Menschenmassen verdecken. Kannst du einen bestimmten Teil des Gebäudes oder der Landschaft in Szene setzen? Lass deiner Kreativität einfach freien Lauf. Bildgestaltung ist ein mächtiges Werkzeug.

    Der Lünersee in Vorarlberg ist ein wunderschönes Fotomotiv und der erste Gedanke ist natürlich einfach den See zu fotografieren. Das Problem ist nur, dass es um den See einen Rundweg gibt, der sehr gut besucht ist.

    Wenn nun also jemand in einem roten, pinken oder gelben T-Shirt entlang läuft, zerstört das dein Bild. Wieso aber nicht auch mal den See in den Hintergrund stellen, sich komplett auf den Boden legen um diese Blumen in den Vordergrund zu bringen? Durch die Unschärfe im Hintergrund, kannst du auf dem Foto gar keine Menschen mehr sehen. Sei kreativ!

    Lünersee
    Lünersee in Vorarlberg.

    #4 Fotografiere mit Langzeitbelichtung

    Wenn du nun aber doch ein ganz klassisches Standard-Foto von einer Sehenswürdigkeit haben möchtest und zu faul bist, früh aufzustehen, dann könntest du es mit einer Langzeitbelichtung probieren.

    Wenn du eine sehr lange Verschlusszeit für dein Bild einstellst, verschwinden alle Menschen, die sich vor deiner Linse auf deinem Bild bewegen.

    Um bei Tageslicht mit solch einer langen Verschlusszeit zu fotografieren, benötigst du allerdings Hilfsmittel um deine Fotos nicht hoffnungslos überzubelichten.

    Neben einem Stativ brauchst du dafür einen Graufilter mit einer möglichst hohen Stärke. Wir arbeiten mit Haida Filter, da sie für uns das beste Preis-Leistungsverhältnis haben. Genauer gesagt arbeiten mit diesem hier: HAIDA Ultra Slim NanoPro MC ND 3.0. Wenn du mehr das Langzeitbelichten bei Tag erfahren möchtest, schau mal in unseren Artikel Wasserfälle richtig fotografieren – Tipps und Tricks.

    Um Langzeitbelichten zu können, solltest du deine Kamera und ihre Einstellungsmöglichkeiten gut kennen. Wenn du noch unsicher bist, meld dich doch für unseren Online-Fotokurs an. Dort erklären wir dir das komplette Grundwissen, dass du brauchst um wunderschöne Fotos zu machen.

    Auf Reisen musst du deine Kamera in- und auswendig kennen, um solche Fotos machen zu können.
    Ich war die einzige auf dem Bild, die ruhig stand!

     

    Sao Bento Porto
    Der Bahnhof in Porto ist wunderschön. Leider ist die Halle voll mit Touristen und Reisenden. Wir haben uns also für eine Langzeitbelichtung entschieden, damit die Schönheit der Bahnhofshalle auch zur Geltung kommt.

     

    Mistaya Canyon
    Oder sowas!

    #5 Mach die Touristen zu deinem Motiv

    Warum nicht einfach mal den Spieß umdrehen? Sich über die Menschenmassen aufzuregen ist zwar naheliegend, bringt aber ja nichts. Wenn dich das nächste Mal der Ärger überkommt, denk an diesen Tipp. Wir suchen uns also einfach ein neues Motiv. Da sind wir schließlich flexibel, oder?

    Touristen auf der Jagd nach dem perfekten Foto sind doch ein cooles Fotomotiv. Wir haben dir mal ein Beispielfoto aus Kambodscha mitgebracht. Wenn du Angkor Wat besucht, kommst du um ein Foto bei Sonnenaufgang eigentlich nicht drum herum.

    Du steht also mitten in der Nacht auf und geht zu der im Reiseführer empfohlenen Stelle. Das ist jetzt der Moment, in dem der Ärger in dir aufsteigt und du dich fragst, wieso du dich überhaupt so früh aus dem Bett gequält hast.

    Denn was siehst du da? Jep, Hunderte Touristen, alle bis zu Zähnen mit Kameras und Stativen bewaffnet. Viele haben sich sogar Stühle mitgebracht. Skurriler geht es fast nicht. Wenn das mal kein spannendes Fotomotiv ist, oder?

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    Fotografen in Angkor Wat
    Fotografen in Angkor Wat

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    Was sind deine Tipps für einzigartige Reisefotos?

    Hast du auch einen Tipp, wie du tolle Fotos bekannter Sehenswürdigkeiten machen kannst? Dann freuen wir uns über deinen Kommentar.

     

    15 Kommentare - Wir freuen uns auch über deinen netten Kommentar!

    1. macht man eine reihe von exakt gleichen photos (stativ!) lassen sich hinterher mittels der „median“ funktion von photoshop alle nicht stationären bestandteile entfernen.

      klappt besonders gut wenn sich die personen vor dem motiv bewegen.

    2. Die Menschen kann man aber auch durch eine Langzeitbelichtung entfernen ;-)

      Dafür die Menschen aber bewegen. Wenn die Personen dann länger als die Verschlusszeit am selben Punkt stehen klappt das auch nicht mehr ^^

    3. Ich bevorzuge auch immer die Photoshop-Stacking Methode. Funktioniert natürlich alles nur bei gemäßigtem Menschen-Aufkommen. Wenn sich die Massen durch die Gassen schlängeln ist Hopfen und Malz verloren.
      Zum Glück geh ich meistens an Plätze, wo ich meine Ruhe hab, das ist die effektivste Methode ;-)

    4. Manchmal muss man auch einfach Glück haben. Ich war im September beim schönsten Wetter bei der Meerjungfrau in Kopenhagen und es waren kaum Leute dort. Habe das erst später realisiert, dass es da sonst sort wohl sehr voll ist.

      Der Sonnenaufgang in Angkor Wat ist so heftig, dem Thema habe ich auch mal einen ganzen Artikel gewidmet http://synke-unterwegs.de/geheimnis-sonnenaufgang-in-angkor-wat/

      Grundsätzlich mag ich ja schon gern Leute fotografieren aka Streetfotografie und da kann ich mich bei so Touristenmengen echt gut austoben ;)

      LG Synke

    5. Großartige Tipps. Kann ich so nur aus meiner Erfahrung heraus unterstreichen. Gerade Detail-Aufnahmen oder Aufnahmen aus ungewohnten / anderen Blickwinkeln finde ich sehr spannend. Gern kombiniere ich auch die eigentliche Sehenswürdigkeit im Hintergrund mit teils ganz alltäglichen oder an und für sich gewöhnlichen Dingen im Vordergrund.

      Lg Michael

    6. Gute Tipps und den mit den untypischen Uhrzeiten finde ich besonders gut, mache ich selbst gern. So ein ähnliches Bild wie Du habe ich auch in Angkor aufgenommen ;-)

      Manchmal hilft aber auch ganz banal, die Kamera etwas höher zu halten und über die Touristenköpfe zu fotografieren. Oder ein Bild auf diese Weie und dann das Kontrastbild mit den Menschenmengen, ist auch immer ganz witzig ;-)

      Liebe Grüße,
      Ivana

    7. Bei weniger Touristen-Aufkommen suche ich mir einen Ausschnitt. Ich warte bis so viele Leute wie möglich den Bildausschnitt verlassen haben. Das ist manchmal nur ein Bruchteil einer Sekunde. Mit etwas Geduld habe ich da schon gute Resultate Erziehlt (z.B. Machu Picchu oder Ankor Wat).

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